Werner                                           Präfekt des Ostlandes
---------                                           Graf 767-806
    - nach 806                                  missus
 

Sohn des Grafen Nantheri
 

Mitterauer Michael: Seite 65
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"Karolingische Markgrafen im Südosten."

Werner, wohl der erste selbständige Präfekt des Ostlandes, ist zu seiner Zeit der einzige Träger dieses Namens im bayerischen Raum. Es bleibt also nur jene Möglichkeit, die von vornherein die größte Wahrscheinlichkeit für sich hatte, daß nämlich Kaiser KARL zunächst einen seiner fränkischen Großen mit der Leitung des Ostlandes betraute. In verschiedenen fränkischen Adelsfamilien, vor allem im Mittelrheingebiet, ist nun tatsächlich der Name Werner anzutreffen. Hier wird die Heimat des Präfekten zu suchen sein.
Zur Bestimmung seiner Amtszeit besitzen wir zwei Daten aus Freisinger Urkunden. Am 11. Juni 802 wird er in Regensburg, am 15. Dezember 806 in Altötting genannt. Bei beiden Geschäftshandlungen fungierte er als königlicher Sendbote. Schon am 3. März 802 erscheint ein Graf Werinhere als missus, und zwar bei einer Schenkung sächsischer Grafen an das Kloster Hersfeld. Die Gleichheit der Funktion legt den Schluß auf Identität der Personen nahe. Zu dem Zeitpunkt, als Werner in Hessen auftritt, wirkten an der bayerischen Grenze noch die beiden Grafen Cadaloc und Goteram. Nach ihrem Tod im Kampf mit den Avaren scheint Werner nach dem Südosten abberufen worden zu sein.
Der missus Werinhere ist wohl jener Graf, der 771 Besitz in Worms an Lorsch tradiert. Im vorangegangenen Jahre wird er bei einer Schenkung am gleichen Ort in der Zeugenreihe direkt hinter den Grafen angeführt. Wie in dieser Urkunde, erscheint er auch sonst meist ohne Amtstitel. Er hatte Besitz im Lobdengau und im Oberrheingau. Seine Gattin hieß Engiltrut und war die Tochter eines Eberhard und einer Adaltrut, die in die Familie der SIGHARDINGER gehören. Als seinen Sohn lernen wir einen Nantheri kennen. Ebenso hieß auch sein Vater. Ein jüngerer Nantheri schenkt 850 in Ilvesheim (bei Heidelberg), wo auch Wernerund sein Sohn begütert waren. Im selben Ort wird 814 eine Seelgerätschaft für den Lobdengaugraf Warin und seine Gattin Friderun gemacht. Der in dieser Familie gebräuchliche Name Wegelenzo steht 792 an der Spitze der Zeugenreihe Wernersund ist auch unter den Anwesenden bei der Tradition des jüngeren Nantheri zu finden. Es dürften zwischen den beiden Familien Verwandtschaftsbeziehungen bestanden haben.
In den 90-er Jahren des 8. Jahrhunderts verschwindet Werneraus den Lorscher Urkunden. Es ist naheliegend, dies dadurch zu erklären, daß ihm König KARL damals zum Sendboten bestellte und bald darauf mit einer Mission im Südosten des Reiches betraute.
Graf Werner, der spätere missus in Hessen und wohl auch im Ostland, war also ein Enkel des Gründers von Hornbach. Er wurde beim Schiedsspruch KARLS DES GROSSEN im Streit um das Kloster Mettlach als Zeuge genannt.
 
 
 
 

  oo Engiltrut, Tochter des Sighardingers Eberhard
             -
 
 
 
 

Kinder:

  Nantheri
         -

  Tochter
        -

  oo Wago Graf
               -
 
 
 
 

Literatur:
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Mitterauer Michael: Karolingische Markgrafen im Südosten. Archiv für österreichische Geschichte Band 123. Hermann Böhlaus Nachf./Graz-Wien-Köln 1963 Seite 65 -