Werner I.                                        Präfekt des Ostlandes (802/03-806)
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um 760/65-    814 ermordet
                 Pfalz Aachen
 

Sohn des Grafen Lantbert und der Dietberga (Theotberga)
 

Thiele, Andreas: Tafel 389
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa"

WERNER (WARNHARIUS)
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    + um 814

Graf

Werner I. (Warnharius) entstammte der Stiftergruppe um die Klöster Hornbach und Mettlach. Er war 766 Mitbesitzer von Hornbach und schenkte Besitz im Taunus an das Kloster Fulda. Er war der Stammvater der SALIER.



Das Leben Kaiser Ludwigs vom sogenannten Astronomus: Seite 291
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in: Quellen zur karolingischen Reichsgeschichte Band V

Graf Warnar aber, ohne Wissen des Wala und Ingobert, nur mit Zustimmung seines Neffen Lantbert, ließ den Hoduin, der des genannten Verbrechens schuldig war, zu sich kommen, um ihn gefangen zu nehmen und dem König zur Bestrafung zu überliefern. Dieser aber, den sein Gewissen peinigte, erkannte scharfsichtig den ihm gelegten Hinterhalt: er wollte ihm aber nicht aus dem Wege gehn und erreichte so selbst den verdienten Untergang, wie durch seine Hand auch Warnar. Denn als er dem Befehl gemäß zu diesem gekommen war, tötete er ihn und machte den Lantbert durch eine Beinwunde für lange Zeit gelähmt; zuletzt fand er, von einem Schwerte durchbohrt, selbst den Untergang. Solchen Schmerz aber erregte diese Nachricht vom Tode seines Freundes in des Kaisers Gemüt, daß einer von diesen, Tullius, der durch des Kaisers Milde fast schon der Verzeihung für wert befunden war, mit Verlust der Augen bestraft wurde.

Mitterauer Michael: Seite 69
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"Karolingische Markgrafen im Südosten."

Werner war 782 beim Schiedsspruch KARLS DES GROSSEN im Streit um das Kloster Mettlach als Partei anwesend. Zusammen mit seinem Neffen Lantpert wurde Werner 814 nach dem Tode Kaiser KARLS von König LUDWIG nach Aachen vorausgeschickt, um den Hof von unlauteren Elementen zu säubern. Es kam dabei zu einer blutigen Auseinandersetzung, in deren Verlauf  Werner von einem gewissen Hodoin getötet wurde. Von diesem Werner stammen ein Herard, eine Willigart und ein jüngerer Werner, der 865 als alleiniger Besitzer des Klosters Hornbach genannt wird. Er ist vielleicht der Ahnherr des salischen Kaiserhauses.

Metz, Wolfgang: Seite 3
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"Miszellen zur Geschichte der Widonen und Salier, vornehmlich in Deutschland"

In einer Urkunde KARLS DES GROSSEN aus dem Jahre 781/91, vermutlich 782, müssen die drei Brüder (germani) Wido, Hrodold und Warnar als Söhne eines Lantbert auf ihre Absprüche auf das Kloster Mettlach gegenüber dem Erzbischof von Trier verzichten. Die Brüder Wido und Werner der Mettlacher und der Hornbacher Urkunde werden seit der Arbeit von Baldes als personengleich angesehen und somit als Vorfahren des Herzogs Wido von Spoleto, der später (vor 842) den Anspruch auf Mettlach erneuert.

Boshof Egon: Seite 92
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"Ludwig der Fromme."

Zusammen mit den Grafen Warnar, Lantbert und Ingobert wurde Wala nach Aachen vorausgeschickt, um Vorbereitungen für den Empfanmg des neuen Herrschers zu treffen: In der Sicht des Astronomus bedeutete dies vor allem Säuberung der Pfalz von jenen Elementen, die LUDWIG und seine Umgebung für den moralischen Verfall, der in den letzten Jahren der Regierungszeit KARLS hier eingetreten war, und für das skandalöse Treiebn der Höflinge und Konkubinen verantwortlich machten. Zugleich sollte aber auch das Volk dahingehend beruhigt werden, daß niemand etwas von dem Machtwechsel zu befürchten habe. Offenbar ging es also nicht nur um eine moralische Aktion. Im Hintergrund werden politische Machtkämpfe und Intrigen erkennbar, die auch das gewaltsae Vorgehen der Leute LUDWIGS erklären. Es gab Opfer auf beiden Seiten, und der Kaiser ließ sich dazu hinreißen, den Tod des Grafen Warnar mit der Blendung eines Höflings, der sich bereits ergeben hatte, zu rächen.
 
 
 
 

  oo N.N.
              -
 
 
 
 

Kinder:

  Herard
        -

  Willigart
        -

  Werner II.
         -
 
 
 
 

Literatur:
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Boshof Egon: Ludwig der Fromme. Primus Verlag Darmstadt 1996 Seite 92 - Das Leben Kaiser Ludwigs vom sogenannten Astronomus. Quellen zur karolingischen Reichsgeschichte Band V Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1974 Seite 291 - Metz, Wolfgang: Miszellen zur Geschichte der Widonen und Salier, vornehmlich in Deutschland, in: HJb 85 1965, Seite 145-159 - Mitterauer Michael: Karolingische Markgrafen im Südosten. Archiv für österreichische Geschichte Band 123. Hermann Böhlaus Nachf./Graz-Wien-Köln 1963 Seite 69 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 389 -