Werner                                            Graf in der Bretagne
----------
    -   853 hingerichtet
 

Sohn des Grafen Lambert I. von Nantes
 

Thiele, Andreas: Tafel 398
*************
"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa"

WERNER
--------------
    + 853 hingerichtet

Graf in Bretagne



Dümmler Ernst: Band I Seite 324,334
*************
"Geschichte des Ostfränkischen Reiches."

850-851
In dieser Bedrängnis entschloß sich KARL mit seinem früheren erbitterten Feinde dem tapferen Garen Lambert sich dadurch auszusöhnen, daß er ihm den Preis des vormaligen Kampfes die Mark Nantes freiwillig übertrug, um die Grenze gegen die Bretonen zu beschirmen. Kaum sah sich dieser jedoch im anerkannten Besitz der Macht, als er sie auch schon wieder gegen das Vaterland ins Feld führte und den alten Bund mit den Bretonen, unter denen er aufgewachsen, erneuerte. Ohne Wirkung auf den Tyrannen der Bretagne blieben die Abmahnungen des Papstes, sowie der im November 949 zu Paris versammelten westfränkischen Synode.
Lamberts Bruder und Mitschuldiger Werner wurde zwar von dem Grafen von Maine gefangen genommen und der König nahm im Sommer 850 einen Feldzug gegen die Bretonen in eigener Person, auf dem er in die Stadt Renens eine Besatzung legte, dennoch machten Nominoi und Lambert immer weitere Fortschritte. Kaum war KARL abgezogen, so rückten die Feinde vor Rennes und gewannen die Stadt samt den hineingelangten Mannschaften durch Übergabe. Nicht minder mußte sich Nantes aufs neue ergeben.
852
Durch den Vertrag von Angers wurde endlich der Friede, dessen jetzt nur noch die Kirche entbehrte, an der so oft verwüsteten bretonischen Grenze mit den größten Opfern hergestellt, doch um denselben völlig zu sichern, bedurfte es noch der Beseitigung der heimischen Verräter, die den Landesfeinden bisher in die Hände gearbeitet. In der unglücklichen Schlacht gegen die Bretonen hatte wie in allen früheren Kämpfen der treubrüchige Markgraf Lambert mitgefochten. Bald darauf ereilte ihn jedoch die gerechte Vergeltung. Nachdem sein Bruder Werner, welcher das gleiche Los mit ihm geteilt, bereits im Jahre 850 durch Gauzbert dem König überliefert worden, wurde Lambert, der seit dem Frieden an den Bretonen wahrscheinlich keinen Rückhalt mehr fand, von demselben Grafen Gauzbert von Maine durch Hinterlist gefangengenommen und getötet [46 Chronic. Fontanell. 852, Prudentii ann. 852, Regino, 860.]. Er endete sein Leben am 1. Mai 852, während sein Bruder Werner etwa um dieselbe Zeit nach königlichem Richterspruch die Todesstrafe erlitt. So starben die Sprößlinge eines berühmten Geschlechtes, Männer von erprobter Tapferkeit, die unter  andern Verhältnissen dem Vaterlande die rühmlichsten Dienste hätten leisten können, in diesem unseligen Zeitalter der Bürgerkriege den schimpflichen Tod als Aufrührer und Hochverräter.

Hlawitschka, Eduard: Seite 165,197
******************
"Die Widonen im Dukat von Spoleto" in: Stirps Regia

Und dieser jüngere Lambert von Nantes hatte dort noch weitere nachweisliche Geschwister: - einen Bruder Warnarius und eine Schwester Doda [31 Belege ebd. Seite 376ff.]
Waren doch die Beziehungen KARLS DES KAHLEN zu Lamberts Verwandten, den WIDONEN des Westreiches, schon ehedem äußerst prekär gewesen: 852 waren sogar im Zusammenhang mit einer Auflehnung gegen KARL DEN KAHLEN Lamberts Onkel, nämlich die Grafen Warnarius und Lambert II. von Nantes, der eine durch List, der andere kraft Urteils, im Auftrage KARLS DES KAHLEN bzw. mit dessen Wissen getötet worden [138 Ann. Bertin ad. 852, Seite 41. Beweisführung zur Verwandtschaft dieser westfränkischen WIDONEN mit Lambert von Spoleto bei E. Hlawitschka, Waren die Kaiser Wido und Lambert (wie Anm. 12) Seite 366ff.].

Hlawitschka, Eduard: Seite 237,239
******************
"Waren die Kaiser Wido und Lambert Nachkommen Karls des Großen?"  in: Stirps Regia

Und da überdies dieser Mann auch noch einen Bruder namens Warnarius hatte [38 Chron. Fontanellense ad 850, MG SS II Seite 303: Lambertus comes et Warnarius, frater eius, tyrannidem meditantes, a fide defecerunt ez Nomenoio tyranno Briitonum se coniunxerunt. Vgl. auch unten Anm. 43.], welcher also einen in unserem WIDONEN-Zusammenhang schon genannten Namen führte [39 Warnarius hieß ja doch der Onkel des älteren Lambert von Nantes, vgl. oben Seite 374.], steht in der Forschung seit langem fest, daß dieser jüngere Lambert von Nantes ein weiterer Sohn jenes älteren Lambert I. von Nantes gewesen sein muß.
Lambert II. von Nantes und sein Bruder Warnarius sind also trotz des Abzuges ihres Vaters nach Italien in der bretonischen Mark verblieben und haben dort versucht, die väterliche bzw. sogar großväterliche Stellung zu bewahren bzw. wiederzugewinnen. Ihnen ist noch eine Schwester, die Äbtissin Doda von St. Clemens in Nantes, anzureihen, die in der Chronique de Nantes als Lamberts II. Schwester bezeichnet wird.
 
 
 
 

Literatur:
-----------
Dümmler Ernst: Geschichte des Ostfränkischen Reiches. Verlag von Duncker und Humblot Berlin 1865 Band I Seite 324,334 - Hlawitschka, Eduard: Die Widonen im Dukat von Spoleto, in Stirps Regia von Eduard Hlawitschka, Verlag Peter Lang Frankfurt am Main - Bern - New York - Paris Seite 165, 192,197 - Hlawitschka, Eduard: Waren die Kaiser Wido und Lambert Nachkommen Karls des Großen?, in Stirps Regia von Eduard Hlawitschka, Verlag Peter Lang Frankfurt am Main - Bern - New York - Paris Seite 237,239 - Jahrbücher von St. Bertin. Quellen zur karolingischen Reichsgeschichte Band VI Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1972 Seite 41 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 398 -