Liutwin                                           Erzbischof von Trier (697-718)
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    -   715/22
     Reims

Begraben: Kloster Mettlach
 

Sohn des Grafen Gerwin, der am Ausgang des 7. Jahrhunderts die Grafschaft Paris verwaltet hatte (Ahnherr der WIDONEN) und der Gunza, Schwester von Erzbischof Basin von Trier
 

Liutwin, ein zuverlässiger Parteigänger Karl Martells, verwaltete neben seinem Bistum die Reimser Kirche und dazu vielleicht noch die Kirche von Laon und vererbte diese kirchenrechtlich unzulässige Personalunion auch noch auf Jahrzehnte seinem Sohn Milo. Er könnte der Stammvater der SALIER sein.

Mitterauer Michael: Seite 68
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"Karolingische Markgrafen im Südosten."

Liutwin gehörte zu den einflußreichsten Anhängern Karl Martells, wie überhaupt die Familie seit ihrem ersten Auftreten mit den ARNULFINGERN verbunden erscheint. Liutwin gründete das Kloster Mettlach. Seine Söhne sind Graf Wido und Erzbischof Milo von Reims und Trier (+ vor 750), der Gegenspieler des heiligen Bonifatius. Sie bezeugen 715 gemeinsam eine Urkunde für das Apostelkloster in Metz. Es folgen auf sie ein Graf Lantpert und ein Graf Warnar, in dem wir wohl den Vater des älteren Natheri vor uns haben. Daß beide den WIDONEN zuzuzählen sind, kann nicht bezweifelt werden. In welchem Verwandtschaftszusammenhang sie jedoch mit Erzbischof Liutwin und seinen Söhnen standen, geht aus der Urkunde nicht hervor.
Das Kloster Mettlach hatte Erzbischof Liutwin an das Hochstift gebracht.

Schreibmüller, Hermann: Seite 179-181
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"Die Ahnen Kaiser Konrads II. und Bischof Brunos von Würzburg, in Herbiopolis Jubilans. 1200 Jahre Bistum Würzburg."

Die frühesten Spuren des salischen Geschlechts führen uns in die Mosellande nach Trier, wo Franken schon in der römischen Kaiserzeit nachweisbar sind. Wie in der Stammtafel KARLS DES GROSSEN der Metzer Bischof Arnulf (614) an der Spitze steht, so finden wir noch im selben Jahrhundert (698) als Ahnherrn der SALIER den Trierer Bischof Liutwin (Leodoin, Leodonius). Voraus geht ihm als Bischof Basin; ob dieser Liutwins Onkel war, wie viel spätere Quellen berichten, ist nicht sicher.
Dem Bischof Liutwin sind seit dem 11. Jahrhundert mehrere Lebensbeschreibungen gewidmet worden, die aber als Erbauungsschriften geschichtlich fast wertlos sind. Als Eltern Liutwins nennt die früheste einen gewissen Gerwin aus "senatorischem" Geschlecht, ja königlichem Blut, und eine gewisse Gunza.
Nach den späteren Lebensbeschreibungen soll Liutwinvorher ein sehr hoher Beamter (Herzog) gewesen sein. Dann wurde er Bischof von Trier, zunächst neben Basin, seit 700 selbständig bis etwa 720. Geschichtlich Zuverlässiges wissen wir überLiutwintrotz seiner Lebensbeschreibungen nur wenig. Unsicher ist die Angabe, daß er zugleich Bischof von Laon und Reims war, doch ist wenigstens das zweite sehr wahrscheinlich, waren doch Häufungen von Bistümern in einer Hand damals nichts Seltenes. Im Gegensatz zu seinem Sohn und Nachfolger Milo scheint Liutwin seines bischöflichen Amtes gut gewaltet zu haben. Er bedachte die Klöster reichlich und gründete auf eigenem und gekauftem Grund und Boden an der Saar das Kloster Mettlach (Mediolacum). Als er in Reims gestorben war, wurde er von Milo und den Trierern heimgebracht und in Mettlach beigesetzt, wo man ihn später als "besonderen Schutzherrn" (patronus specialis) verehrte. An Liutwin erinnert noch der "Lutwinuswald". Auf Liutwin folgte als Bischof von Trier sein Sohn Milo.
 
 
 

  oo N.N.
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Kinder:

  Milo Erzbischof von Reims und Trier
        - vor 762

  Wido Graf 715
          -   739
 
 
 

Literatur:
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Mitterauer Michael: Karolingische Markgrafen im Südosten. Archiv für österreichische Geschichte Band 123. Hermann Böhlaus Nachf./Graz-Wien-Köln 1963 Seite 68 - Schieffer, Rudolf: Die Karolinger, Verlag W. Kohlhammer Stuttgart Berlin Köln Band 411, 1992, Seite 38 - Schreibmüller, Hermann: Die Ahnen Kaiser Konrads II. und Bischof Brunos von Würzburg, in Herbiopolis Jubilans. 1200 Jahre Bistum Würzburg Festschrift zur Säkularfeier der Erhebung der Kiliansreliquien Würzburger Diözesangeschichtsblätter 14/15 1952 Seite 179-181 -