Lambert II.                                     Graf von Nantes
--------------                                     Markgraf der Bretonischen Mark
    -1.5.852 gefallen                         Laienabt von St. Aubin/Angers

Begraben: Saponarias
 

Sohn des Grafen Lambert I. von Nantes
 

Thiele, Andreas: Tafel 389
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa"

LAMBERT II.
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    + 852 gefallen

Lambert II. eroberte 840/41 die Grafschaft Nantes zurück, wurde 845 Markgraf der Bretonischen Mark und von KARL II. VON FRANKREICH anerkannt. Er wurde auch Graf von Angers, wurde 846-849 verjagt und wurde 849 Laienabt von St. Aubin/Angers.

  oo um 850
       ROTRUD VON LOTHRINGEN
 

Tochter des römisch-fränkischen Kaiser LOTHAR I.

Der einzige Sohn, Graf Witbert (Wibert) wird von seinem ehemaligen Mündel und Cousin Herzog Hugo von Elsaß um 892 ermordet.



Schreibmüller, Hermann: Seite 189
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"Die Ahnen Kaiser Konrads II. und Bischof Brunos von Würzburg, in Herbiopolis Jubilans. 1200 Jahre Bistum Würzburg."

Lambert war nicht mit dem Vater nach Italien gezogen, sondern in der Bretagne zurückgeblieben, wo er anscheinend geboren und mit der Landes- und Volksart vertraut worden war. In dem Kampfe standen sich starke Persönlichkeiten gegenüber. Borderie läßt dem Grafen volle Gerechtigkeit widerfahren und rühmt ihn als starke, selbstbewußte, sogar für seine Freunde beschwerliche, tapfere Persönlichkeit. Lamberts Verhältnis zu KARL DEM KAHLEN und zu Nominoe wechselte unbedenklich zwischen Treue und Untreue. Ausdehnungslustig griff er sogar über den Süden der Loire aus und wollte sich ein größeres, selbständiges Fürstentum gründen; in Craon baute er sich ein Schloß. Nach einer Urkunde von 846 war er Laienabt der Abtei St. Albin in Angers, offenbar in seiner Eigenschaft als dortiger Graf - der dritte Laienabt in der Reihe der SALIER.
Zu Beginn des Jahres 851 schickten die westfränkischen Bischöfe ein vorwurfsvolles Schreiben an Nominoe und seine Anhänger: die Kirche habe Lambert mit mütterlicher Zärtlichkeit aufgenommen unter der Bedingung, daß er sich bessere, er habe sich aber von neuem empört, von Nominoe dazu ermuntert. Seinen Anhängern wird angedroht, daß sie dem Satan überantwortet würden.
Am Ende von Lamberts Leben steht ein abermaliger Abfall von seinem königlichen Herrn KARL DEM KAHLEN. In diesen Wirren wurde er von einem gewissen Gauzbert am 1. Mai 852 ermordet. In dem Orte Saponarias, heute Savonnieres, im Gebiete von Angers, wurde er beigesetzt. Dieser Ort scheint damals größere Bedeutung gehabt zu haben, denn im Jahre 759 fand dort eine Synode statt.
Lambertbietet das Bild eines tüchtigen Beamten und tapferen Heerführers, aber auch eines echten Hochadeligen, der dem Versuche nicht widerstehen konnte, aus seinem Amtsbezirk ein größeres, selbständiges Fürstentum zu schaffen. Lamberts gleichgesinnter, eigenwilliger, daher auch von der fränkischen Geschichtsschreibung als "Tyrann" bezeichneter Bruder Wernher (Warnariua) wurde auf Befehl des Königs 853 als Empörer enthauptet.

Riche Pierre: Seite 277
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"Die Karolinger. Eine Familie formt Europa."

Fulco I. der Rote, 898 Vizegraf von Angers, war verheiratet mit Roscella, der Tochter Warnerius' von Loches, der entweder von Lambert II. von Nantes oder von dessen Bruder Warnarius abstammte. Wie Lambert II. wurde Fulco Laienabt von Saint-Aubin in Angers, und wie dieser gab er seinem Sohn den Namen Wido.
 
 
 
 

um 850
  oo Rotrud von Lothringen, Tochter des Kaisers LOTHAR I.
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Kinder:

  Witbert (Wicbert)
         - um 892 ermordet
 
 
 
 

Literatur:
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Dümmler Ernst: Die Chronik des Abtes Regino von Prüm. Verlag der Dykschen Buchhandlung Leipzig Seite 14 - Dümmler Ernst: Geschichte des Ostfränkischen Reiches. Verlag von Duncker und Humblot Berlin 1865 Band I Seite 145,190,232,234,244,275,283,324,334 - Hlawitschka Eduard: Die Anfänge des Hauses Habsburg-Lothringen. Genealogische Untersuchungen zur Geschichte Lothringens und des Reiches im 9., 10. und 11. Jahrhundert. Kommissionsverlag: Minerva-Verlag Thinnes  Nolte OHG Saarbrücken 1969 Seite 157 - Hlawitschka Eduard: Stirps Regia. Forschungen zum Königtum und Führungsschichten im frühen Mittelalter. Ausgewählte Aufsätze. Festgabe zu seinem 60. Geburtstag. Verlag Peter Lang Frankfurt am Main - Bern - New York - Paris Seite 159,164,192,197,230,234, 237-249,242-244,559 - Jahrbücher von St. Bertin. Quellen zur karolingischen Reichsgeschichte Band VI Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1972 Seite 60-64 - Nithard, Vier Bücher Geschichten. Quellen zur karolingischen Reichsgeschichte Band V Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1974 Seite 412 - Regino Chronik. Quellen zur karolingischen Reichsgeschichte Band VII Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1969 Seite 190 - Riche Pierre: Die Karolinger. Eine Familie formt Europa. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München 1991 Seite 277 - Schieffer, Rudolf: Die Karolinger, Verlag W. Kohlhammer Stuttgart Berlin Köln Band 411, 1992, Seite 147 - Schreibmüller, Hermann: Die Ahnen Kaiser Konrads II. und Bischof Brunos von Würzburg, in Herbiopolis Jubilans. 1200 Jahre Bistum Würzburg Festschrift zur Säkularfeier der Erhebung der Kiliansreliquien Würzburger Diözesangeschichtsblätter 14/15 1952 Seite 189 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 389 -