Lambert I.                                       Herzog von Spoleto (858-871)(875-879)
-------------                                       Graf von Capua
um 845- 880 vor 8.7.
 

Ältester Sohn des Herzogs Wido I. von Spoleto und der Itana von Salerno, Tochter von Herzog Sico
 

Thiele, Andreas: Tafel 389
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa"

LAMBERT I.
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    + 880

Graf

Lambert I. folgte um 860 als Herzog von Spoleto-Camerino und rebellierte zusammen mit dem Herzog von Benevent gegen Kaiser LUDWIG II., unterwarf sich vorerst und eroberte 866 Capua und war dort zeitweise Graf. Als Gegner von Papst Nikolaus I. plünderte er 867 Rom, stand 870/71 erneut gegen LUDWIG II. und ließ ihn in Benevent inhaftieren. Er wurde abgesetzt und 876 durch Kaiser KARL II. restituiert, zum "Defensor Patrimonii Petri" ernannt und von Papst Johannes VIII. adoptiert. Er wurde um 879 auch noch Markgraf von Spoleto, unterstützte Papst Johannes VIII. gegen die Sarazenen und nötigte ihn, zugunsten der KAROLINGER Stellung zu nehmen. Er wurde daher 878 von ihm gebannt und Lambert regte dessen Verjagung 877/78 durch eine erneute Besetzung Roms an.



Riche, Pierre: Seite 217,243,250,262
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"Die Karolinger"

Weiter im Süden betrachteten sich die Herzöge von Tuszien und von Spoleto als Vasallen des Königs. Adalbert I., der einem bayrischen Adelsgeschlecht entstammte, führte die Markgrafschaft Tuscien von 847 bis ungefähr 884, sein Einfluß erstreckte sich auch über Ligurien und Korsika. Sein Schwager Lambert, der Herzog von Spoleto war ein Nachkomme jenes Grafen von Nantes, der LOTHAR I. nach Italien gefolgt war, während ein großer Teil der Familie in der Bretonischen Mark ansässig blieb.
Der Papst rief ihn dringend zu Hilfe: Die Sarazenen raubten in der Campania und Sabina, zerstörten Kirchen und bedrohten die Stadt Rom. Die Herzöge Lambert und Wido, von KARL mit der Verteidigung des Kirchenstaats beauftragt, blieben untätig.
Papst Johannes VIII. befand sich in einer sehr bedrängten Lage. Gefahr drohte von den Sarazenen, die in der römischen Campania raubten, von den Anhängern des Erzbischofs Formosus innerhalb der Geistlichkeit, schließlich auch von Lambert von Spoleto und dessen Schwager Adalbert von Tuszien.
Das Herzogtum Spoleto in Mittelitalien besaßen die WIDONEN-LAMBERTINER, wie bereits erwähnt eine Familie moselfränkischer Abstammung, die nicht nur über dieses alte langobardische Herzogtum verfügte, sondern auch in die Angelegenheiten von Neapel, Capua und Rom eingriff.
 
 
 
 

  oo N.N.
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Kinder:

  Wido II.
          -   882/83
 
 
 
 

Literatur:
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Dümmler Ernst: Geschichte des Ostfränkischen Reiches. Verlag von Duncker und Humblot Berlin 1865 Band I Seite 663,713,780,837/Band II Seite 19,29-32,41,67,74-78,85,94,413 - Hlawitschka, Eduard: Franken, Alemannen, Bayern und Burgunder in Oberitalien (774-962), in Forschungen zur Oberrheinischen Landesgeschichte Band VIII Eberhard Albert Verlag Freiburg im Breisgau 1960 Seite 59,70,214,272,302 - Hlawitschka Eduard: Stirps Regia. Forschungen zum Königtum und Führungsschichten im frühen Mittelalter. Ausgewählte Aufsätze. Festgabe zu seinem 60. Geburtstag. Verlag Peter Lang Frankfurt am Main - Bern - New York - Paris Seite 106,171,179-185,187-199, 201-212,214,217-219,221,224,236,240 - Jahrbücher von Fulda. Quellen zur karolingischen Reichsgeschichte Band VII Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1969 Seite 106,146 - Jahrbücher von St. Bertin. Quellen zur karolingischen Reichsgeschichte Band VI Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1972 a. 871 - Regino Chronik. Quellen zur karolingischen Reichsgeschichte Band VII Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1969 Seite 278 - Riche, Pierre: Die Karolinger, Deutscher Taschenbuch Verlag München 1991, Seite 217,243,250,262 - Schieffer, Rudolf: Die Karolinger, Verlag W. Kohlhammer Stuttgart Berlin Köln Band 411, 1992, Seite 165,172,181 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 389 - Werner Karl Ferdinand: Die Ursprünge Frankreichs bis zum Jahr 1000, Deutscher Taschenbuch Verlag München 1995, Seite 428 -