Lambert I. (Lantbert)                     Graf von Nantes und Angers
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    -1.9./10.11.836
 

Sohn des Markgrafen Wido der Bretonischen Mark
 

Thiele, Andreas: Tafel 389
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa"

LAMBERT I. (LANTBERT)
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    + 836/37 (Seuche)

Lambert I. folgte als Graf, Markgraf und wurde 818 auch Graf von Nantes und Angers. Er war 819/33 mit einem Herad Vogt und Besitzer von Hornbach, unterstützte die Bretagne und 833/34 die Rebellion Kaiser LOTHARS I. Er wurde mit ihm 834 nach Italien verdrängt und von LOTHAR in Spoleto mit Land beschenkt.



Jahrbücher von Fulda: Seite 22
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in: Quellen zur karolingischen Reichsgeschichte Band VII

                                    837.

Ticinum in Italien, erzählt man, erlebte am 30. Dezember nachts acht Erdstöße. Mehrere der Edlen Italiens starben, unter ihnen die vorzüglichsten Lantbert und Hugo. Ein Komet erschien im Zeichen der Waage am 11. April und war 3 Nächte hindurch sichtbar. Die Normannen kamen Tribut einzutreiben auf die Insel Walcheren und töteten daselbst am 17. Juni Eggihard, den Grafen diesen Ortes, und Hemming, Halbdans Sohn, mit vielen anderen, plünderten Durstede und zogen heim, nachdem sie von den Friesen Tribut erhalten hatten. Der Kaiser gab die Reise nach Italien auf und blieb den Winter in Aachen.

Die Reichsannalen mit Zusätzen aus den sogenannten Einhardsannalen: Seite 142
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in: Quellen zur karolingischen Reichsgeschichte Band V
 

825.

Als der Kaiser das heilige Osterfest zu Aachen gefeiert hatte und nun der Frühling anbrach, zog er auf die Jagd gen Neumagen und beschied die Gesandten der Bulgaren um die Mitte Mai nach Aachen zu kommen. Denn er hatte sich vorgenommen, dahin zurückzukehren, um den Reichstag abzuhalten, den er nach seinem brittanischen Feldzug auf diese Zeit seinen Großen angesagt  hatte. Als er von seiner Jagd zurück war, empfing er die bulgarische Gesandtschaft; es handelte sich dabei um die Festsetzung der Grenzen zwischen den Bulgaren und Franken. Auf diesem Reichstag erschienen fast alle brittanischen Großen, darunter auch Wihomarcus, der durch seine Treulosigkeit ganz Brittanien in Aufstand gebracht und durch seinen ganz thörichten Starrsinn den Kaiser zur Ausführung jenes Feldzugs gereizt hatte, nun aber endlich vernünftigerem Rathe folgend, gehorsam und ohne Zaudern, wie er selbst sagte, vor dem Kaiser erschien. Als ihm nun dieser verzieh und ihn reich beschenkt mit den übrigen Großen seines Volks wieder nach Hause zurückkehren ließ, brach er, wie er es  zuvor schon immer gethan hatte, nach der meineidigen Art seines Volkes die geschworene Treue und ließ nicht ab, seine Nachbarn mit Rauben und Brennen, so viel er nur konnte, heimzusuchen,  bis er von den Leuten des Grafen Lantbert in seinem eigenen Hause umzingelt und getödtet wurde.

Nithard: Seite 392,394
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"Vier Bücher Geschichten." in: Quellen zur karolingischen Reichsgeschichte Band V

Papst Gregor war, von Reue über seine Reise ergriffen, kehrte später als er wünschte nach Rom zurück. Doch verlor Lothar das auf diese Art wiedererwobene Reich, welches er so leicht zum zweitenmal wider alles Recht an sich gerissen hatte, auch nach Verdienst wieder auf noch leichtere Art. Denn als Pippin und Ludwig sahen, daß sich Lothar das ganze Reich zueignen und sie sich unterwerfen wollte, wurden sie mehr gegen ihn aufgebracht; überdies geriten Hugo und Lantbert und Mathfrid über der Frage, wer von ihnen nach Lothar die zweite Stelle einnehmen wolle, in Feindschaft, und da jeder nur seinem Vorteil nachging, vernachlässigten sie gänzlich das gemeine Beste. Das sah das Volk und wurde unwillig.
5. Um dieselbe Zeit standen Mathfrid und Lantbert sowie die übrigen von der Partei Lothars in der Bretonischen Mark. Um sie dort zu vertreiben, wurden Uodo und alle, welche zwischen Seine und Loire ihren Wohnsitz hatten, aufgeboten und sammelten sich von allen Seiten zu starken Haufen. Jenen nun gab ihre geringe Anzahl und daher die äußerste Not Einigkeit, den Uodo aber die Seinigen machte ihre Überzahl sorglos, uneins und zuchtlos. Daher wurden sie auch, als es zur Schlacht kam, in die Flucht geschlagen. Dabei fielen Uodo und Odo, Vivianus, Fulbert und eine unzählige Menge Volkes. Dies meldeten die Sieger schleunigst Lothar und forderten ihn auf, so schnell er könne, ihnen mit einem Heere zu Hilfe zu kommen.

Das Leben Kaiser Ludwigs vom sogenannten Astronomus: Seite 290,334,336,352,362
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in: Quellen zur karolingischen Reichsgeschichte Band V

Graf Warnar aber, ohne Wissen des Wala und Ingobert, nur mit Zustimmung seines Neffen Lantbert, ließ den Hoduin, der des genannten Verbrechens schuldig war, zu sich kommen, um ihn gefangen zu nehmen und dem König zur Bestrafung zu überliefern. Dieser aber, den sein Gewissen peinigte, erkannte scharfsichtig den ihm gelegten Hinterhalt: er wollte ihm aber nicht aus dem Wege gehn und erreichte so selbst den verdienten Untergang, wie durch seine Hand auch Warnar. Denn als er dem Befehl gemäß zu diesem gekommen war, tötete er ihn und machte den Lantbert durch eine Beinwunde für lange Zeit gelähmt; zuletzt fand er, von einem Schwerte durchbohrt, selbst den Untergang.
Darauf schickten diejenigen, welche mit Pippin nach Verberie gekommen waren, den Werin, Lantbert und viele andere und ließen die Königin Judith aus der Stadt und der Klosterkirche fortführten und dahin bringen, wo sie waren.
Da er fürchtete, daß die Menge der Gegner den Sieg über die geringe Anzahl seiner getreuen davontragen möchte, befahl er, daß jeder, der zur Versammlung käme, nur in einfacher Begleitung erscheinen sollte. Auch hieß er Lantbert die ihm anvertrauten Grenzen zu bewachen, und entsandte den Abt Helisachar, um in seinem Namen mit ihm Recht zu sprechen.
Während Lothar, der Sohn des Kaisers, den Vater verlassen und sich nach den genannten Gebieten begebn hatte, waren in Neustrien Graf Lantbert und Matfrid und viele andere zurückgeblieben, die mit eigener Macht diese Gegenden zu behaupten suchten. Darüber aufgebracht ergriffen Graf Odo und viele von des Kaiseers Partei die Waffen gegen sie und suchten sie aus jenen Gebieten zu vertreiebn oder wenigstens mit ihnen zu kämpfen. Da man das aber nachlässiger betrieb, als sich gehörte, betrieb, auch die nötige Vorsicht walten ließ, endete es für sie mit nicht geringem Schaden. Denn als sie von den Feiden unversehens überfallen wurden und nicht die erforderliche Sorgfalt beweisen, wandten sie den Angreifenden den Rücken; Odo selbst mit seinem Bruder Willem und vielen anderen fiel; die Übrigen suchten ihr Heil in der Flucht. Nach diesem Ereignis schickten diejenigen, welche den Sieg davongetragen hatten, da es ihnen nicht sicher schien länger dort zu bleiben und sie auch nicht im Stande waren sich mit Lothar zu vereinigen, in der Besorgnis, der Kaiser möchte sie noch in dieser Stellung angreifen oder jedenfalls, wenn sie sich zu den Ihrigen begäben, auf dem Marsch ihnen entgegntrten, so schnell wie möglich an lothar, daß er ihnen in ihrer Sorge wegen dieser großen Gefahr zu Hilfe komme. Als Lothar von ihrer Bedrängnis und ihren Taten hörte, beschloß er ihnen beizustehen.
Was für ein Sterben um diese zeit das Volk, welches Lothar gefolgt war, befiel, klingt wunderbar. denn in kurzem, vom ersten September bis zum Martinsfest, starben von seinem Adel: der frühere Bischof Jesse von Amiens, Bischof Helias von Troyes, Abt Wala von Corbie, Matfrid, Hugo, Lantbert, Godefrid, dessen Sohn Godefrid, Graf Agimbert von pertois und der ehemalige königliche Jägermeister Burgarit.

Mitterauer Michael: Seite 69
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"Karolingische Markgrafen im Südosten."

Zusammen mit seinem Onkel Werner wurde Lantpert 814 nach dem Tode Kaiser KARLS von König LUDWIG nach Aachen vorausgeschickt, um den Hof von unlauteren Elementen zu säubern. Es kam dabei zu einer blutigen Auseinandersetzung, in deren Verlauf Werner von einem gewissen Hodoin getötet wurde.

Lambert ist der Ahnherr der Markgrafen von Spoleto.

Schreibmüller, Hermann: Seite 189
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"Die Ahnen Kaiser Konrads II. und Bischof Brunos von Würzburg, in Herbiopolis Jubilans. 1200 Jahre Bistum Würzburg."

Dem Grafen Wido folgte in seinem Amt ein Lambracht, den Ermoldus Nigellus als hochvornehmen Franken kennzeichnet. 834 empörte er sich, indem er von seinem Adelsrechte Gebrauch machte, gegen Kaiser LUDWIG und ging mit seinen Getreuen nach Italien, wo er durch Kaiser LOTHAR ein größeres Gebiet als neues Arbeitsfeld erhielt. Als Lohn für seine Treue empfing Lambertvon Kaiser LOTHAR, den er dorthin begleitet hatte, Markgrafschaft und Herzogtum Spoleto in Mittelitalien; dieses Gebiet war schon in der später römischen Kaiserzeit ein "limes", das heißt eine Mark gewesen. Schon 837 fiel Lambert einer Seuche zum Opfer.

Boshof Egon: Seite 100,106,183,185,204,207,219,234
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"Ludwig der Fromme."

Der Kaiser versäumte es nicht, auf den Marsch nach Vannes in den am Wege liegenden Kirchen und Klöstern den Schutz der Heiligen zu erflehen und gleichzeitig die materielle Unterstützung der weltlichen und geistlichen Großen einzufordern. In seiner Umgebung erschienen so die Äbte Hilduin von St. Denis, Durandus von St. Aignan in orleans, Fridugis von St. Martin/Tours, Helisachar von St. Aubin in Angers, der Bischof Jonas von Orleans und die Grafen Matfried von Orleans und Lambert von Nantes.
Nach ihm übernahm Theoto, Abt von Marmoutier, 832 die Leitung der Kanzlei, übte dieses Amt allerdings nur kurze Zeit aus, da er bereits zwei Jahre später bei einem kaiserlichen Feldzug gegen die rebellierenden Grafen Lambert von Nantes und Matfrid von Orleans an der bretonischen Grenze den Tod fand [111Simson, Ludwig der Fromme II, 238; Sickel, Acta I, 95; Fleckenstein, Hofkapelle I 83; Dickau, Kanzlei Ludwigs des Frommen II, 120. Dazu unten 207.].
LUDWIG selbst dachte zunächst nicht an Kapitulation, zog den Aufständischen nach Compiegne entgegen und forderte auch seine Gemahlin auf, zu ihm zu kommen. Auf dem Wege von Aachen dorthin aber wurde sie in Laon von den Grafen Warin von Macon und Lambert von Nantes gefangengesetzt.
Die harte Behandlung jedoch, die er dem Vater zukommen ließ, den er von St. Medard nach Compiegne holte, dann im November unter strenger Bewachung nach Aachen und schließlich im Februar 834 nach St. Denis mit sich führte, der Mißbrauch der eben erst gewonnen Macht durch LOTHAR selbst und seine Günstlinge, unter denen Hugo, Lambert und Matfrid um die Führungsrolle stritten [157 Nithard, Historium I. I c. 4,6.], das alles führte zu einem Umschwung der Stimmung im Volk zugunsten des gestürzten Kaisers, zumal das Vorgehen der LOTHAR-Anhänger gegen LUDWIG offenbar von Anfang an nicht auf ungeteilte Zustimmung gestoßen war.
Aber er täuschte sich; die Krise war noch nicht beigelegt. Im Juni wurde ein von dem Grafen Odo schlecht geführtes kaiserliches Heer an der bretonischen Grenze von den Grafen Matfrid und Lambert vernichtend geschlagen.
In der Bretagne hatte sich das 831 in Ingelheim von LUDWIG installierte System bewährt: Zwar war der Graf Lambert von Nantes in den Aufständen als einer der erbittertsten Gegner des Kaisers in Erscheinung getreten, aber Nominoe hatte sich nicht auf die Seite der Rebellen ziehen lassen. Nach Lamberts Absetzung und Verbannung nach Italien war die bretonische Mark verkleinert worden.
Die Ausgleichsbemühungen waren in eine Sackgasse geraten. Da führte ein schwerwes Unglück eine überraschende Wende herbei: Eine Fieberseuche raffte in Italien einen großen Teil der wichtigsten Gefolgsleute LOTHARS hinweg [90 Dazu Simson, Ludwig der Fromme II, 166f. (zu den im Bericht des Astronomus gegebenen chronischen Problemen: 166 Anm. 2)]. Nementlich werden in den Quellen genannt Hugo von Tours, der in Monza bestattet wurde; Matfrid, Lambert, Gottfried und sein gleichnamiger Sohn.
 
 
 
 

  oo N.N.
             -
 
 
 
 

 Kinnder:

  Lambert II.
           -1.5.852 gefallen

  Doda Äbtissin von St.-Clemens/Nantes und zu Craon
          -

  Wido I. (Guido) Graf
          - um 860

  Werner Graf in der Bretagne
         -   853 hingerichtet

  Konrad
         - vor 926
 
 
 

Literatur:
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Boshof Egon: Ludwig der Fromme. Primus Verlag Darmstadt 1996 Seite 100,106,183,185,204,207, 219,234 - Das Leben Kaiser Ludwigs vom sogenannten Astronomus. Quellen zur karolingischen Reichsgeschichte Band V Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1974 Seite 290,322,334,336, 352,362 - Die Reichsannalen mit Zusätzen aus den sogenannten Einhardsannalen. Quellen zur karolingischen Reichsgeschichte Band V Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1974 Seite 142 - Dümmler Ernst: Geschichte des Ostfränkischen Reiches. Verlag von Duncker und Humblot Berlin 1865 Band I Seite 59,62,90,96,98,120 - Hlawitschka, Eduard: Franken, Alemannen, Bayern und Burgunder in Oberitalien (774-962), in Forschungen zur Oberrheinischen Landesgeschichte Band VIII Eberhard Albert Verlag Freiburg im Breisgau 1960 Seite 55,59,75 - Hlawitschka Eduard: Lotharingien und das Reich an der Schwelle der deutschen Geschichte. Anton Hiersemann Stuttgart 1968 Seite 66 - Hlawitschka Eduard: Stirps Regia. Forschungen zum Königtum und Führungsschichten im frühen Mittelalter. Ausgewählte Aufsätze. Festgabe zu seinem 60. Geburtstag. Verlag Peter Lang Frankfurt am Main - Bern - New York - Paris Seite 161-168,192,235-244,246,558 - Jahrbücher von Fulda. Quellen zur karolingischen Reichsgeschichte Band VII Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1969 Seite 22 -Jahrbücher von St. Bertin. Quellen zur karolingischen Reichsgeschichte Band VI Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1972 Seite 24,34 - Mitterauer Michael: Karolingische Markgrafen im Südosten. Archiv für österreichische Geschichte Band 123. Hermann Böhlaus Nachf./Graz-Wien-Köln 1963 Seite 69 - Nithard, Vier Bücher Geschichten. Quellen zur karolingischen Reichsgeschichte Band V Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1974 Seite 392,394 - Schieffer, Rudolf: Die Karolinger, Verlag W. Kohlhammer Stuttgart Berlin Köln Band 411, 1992, Seite 134,146 - Schreibmüller, Hermann: Die Ahnen Kaiser Konrads II. und Bischof Brunos von Würzburg, in Herbiopolis Jubilans. 1200 Jahre Bistum Würzburg Festschrift zur Säkularfeier der Erhebung der Kiliansreliquien Würzburger Diözesangeschichtsblätter 14/15 1952 Seite 189 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 389 -