Ita von Spoleto                              Fürstin von Salerno
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Nach A. Thiele Tochter des Herzogs Wido I. von Spoleto und der Itana von Salerno, Tochter von Herzog Sico
Nach E. Hlawitschka Tochter des Herzogs Wido III. von Spoleto
 
 

Thiele, Andreas: Tafel 389
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa"

ITA
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    +

Eventuell auch die Tochter von Kaiser WIDO und nicht dessen Schwester

  oo WAIMAR, FÜRST VON SALERNO
                 + 901

Prätendent für Benevent, byzantinischer Patrikios; wird 897 geblendet



Hlawitschka Eduard: Seite 130
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"Lotharingien und das Reich an der Schwelle der deutschen Geschichte."

Ähnliches konnte von dem anderen Verwandten in der Provence, dem 890 erhobenen LUDWIG, gelten, während hingegen die beiden alieni de stirpe regali, WIDO und Rudolf [59 Daß WIDO karolingisches Blut in seinen Adern hatte, ist von der genealogischen Forschung wiederholt zu erweisen versucht worden. Nachdem G. C. Crollius in den Acta Academiae Theodoro-Palatinae tom. VI hist. (Mannheim 1789) Seite 216 die These aufgestellt hatte, daß Ita, die Gemahlin des von Kaiser LOTHAR I. in Spoleto eingesetzten Herzogs Wido I., jene ungenannte Tochter des Kaisers LOTHAR I. gewesen sein müßte, die 841 eine nicht näher bezeichnete Persönlichkeit ehelichte, spielte diese Verbindung immer wieder in den genealogischen Kombinationen eine Rolle. Vgl. etwa E. Kimpen, Die Abstammung Konrads I. und Heinrichs I. von Karl dem Großen, in: Historische Vierteljahresschriften 29 (1935) Seite 723 und Seite 760ff.; H. Schreibmüller, Die Ahnen Kaiser Konrads II. und Bischof Brunos von Würzburg, in: Herbipolis Jubilans (1952) Seite 201; u.a. - In jüngster Zeit hat J. Sydow, La dignita imperiale di Guido e Lamberto duchi di Spoleto, in: Spoletium, Rivista di arte, storia, cultura III (1956) Seite 7-11, und Ders., Die Gegenkaiser Arnulfs von Kärnten, in: Verhandlungen des Historischen Vereins Oberpfalz und Regensburg 96 (1955) Seite 431ff., die Argumente noch einmal zusammengefaßt. Sie seien hier kurz zusammengestellt, um sie in ihrem Aussagewert zu prüfen.
1)  841 heiratet eine ungenannte Tochter LOTHARS I. (Ann. Fuldens. ad 841 Seite 32)
2)  der Name Ita, den die Gemahlin Widos I. von Spoleto trug (M. Fantuzzi, Monumenti Ravennati I
     (1801) Seite 73 nr. 153 - Uuido comes et Itana iugales, ca. 847-850), ist ein alter
      KAROLINGER-Name
3)  in einem von Flodoard als Regest überlieferten Brief des Erzbischofs Fulco von Reims an Kaiser
     WIDO (Herbst 893) heißt es: Exorat autem (Fulco), ut (Wido) regi suo Karolo (sc. der
     Einfältige) suffragium impendat, et talis erga ipsum existat, qualem eum erga propinquum
     existere decet (MG SS XIII Seite 565)
4) Liudprand von Cremona (Antapod. I c. 17, MG SS rer. Germ. Seite 18) berichtet, daß WIDO
     traxerat sane et a Francis quandam affinitatis lineam
5)  Ita, die Gemahlin Waimars voN Spoleto und Cousine Kaiser WIDOS, sagte 896/97 - nach dem
     Bericht des Chron. Salernit. c. 153, MG SS III Seite 547 -: Ego sum ex regali stegmate orta
6)  886 wurde Wido von Spoleto, der spätere König und Kaiser, von Papst Stephan V. adoptiert
     (MG SS XIII Seite 556), was auf sein karolingisches Blut hinweise. -
Von diesen Argumenten ist
1)  das erste in seinem Wortlaut ohne Bezug auf die WIDONEN und somit ohne speziellen
     Beweiswert
2)  Der Name Ita ist bei den KAROLINGERN seit Ita/Iduberga (+652) nicht mehr nachzuweisen;
     vgl. E. Hlawitschka, Die Vorfahreen Karls des Großen, in: Karl der Große I (1965), Tafel bei Seite
     73, und E. Brandenburg, Die Nachkommen Karls des Großen (1935) Tafel I. (Die hl. Ida von
     Sachsen, die man den KAROLINGERN gelegentlich anzugliedern versucht, ist nicht als
     KAROLINGERIN gesichert! Sie kann allenfalls vermutungsweise dem Bruder KARL DES
     GROSSEN, Karlmann und dessen Frau Gerberga als Tochter zugeschrieben werden, wobei
     indes der Name Ida von Gerbergas Seite herzustammen scheint; vgl. K.A. Eckhardt,
     Genealogische Funde, 2. Auflage 1963, Seite 33-37). Der Name Ita weist also nicht ohne weiteres
     auf karolingische Abkunft hin.
3)  Zu der Fulco-Briefstelle hat schon W.B. Wencke, Die Erhebung Arnulfs und der Zerfall des
     karolingischen Reiches (1852) Seite 95, betont, daß das ipsum nicht auf die regi suo Karolo zu
     beziehen ist, sondern sich auf den Schreiber Fulco selbst zurückbezieht.
4)  Die Liudprand-Stelle besagt nur, daß Wido 888 Verwandte aus dem Westreich mit nach Italien zu
     ziehen bewog.
5)  Da Ita von Salerno ihre Äußerung zu einer Zeit tat, als ihr Vetter WIDO und dessen Sohn
     LAMBERT schon die Königs- und Kaiserwürdeerworben hatten, brauchen ihre Worte nicht auf
     Abstammung aus karolingischem Geblüt gedeutet werden.
6)  Die Adpotion WIDOS (886) durch den Papst spricht wohl nur für ein besonderes Ansehen dieses
      Mannes schon vor dem SturzeKARLS III.; doch beweist sie nicht, daß er karolingischen
     Geblütes gewesen sein muß. Auch Boso, der 878 von Papst Johann VIII. adoptiert worden war
     (vgl. oben Seite 34 Anm. 30) hatte selbst kein karolingisches Blut, sondern nur eine Tochter
     KaiserLUDWIGS II. zur Gemahlin. -
So bleibt eigentlich kein stichhaltiges Argument für Blut KARLS DES GROSSEN bei den WIDONEN übrig. Zur Zeit Karl Martells indessen wird einmal ein Wido, der 739 wegen Hochverrats hingerichtete Laienabt Wido von St. Wandrille, als propinquus des KAROLINGER-Geschlechtes, und zwar Karl Martell, bezeichnet (Gesta abb. Fontanell. c. 11, MG SS II Seite 284f.). Über die Einreihung dieses Wido in das WIDONEN-Geschlecht wie über die Art der propinquitas zu Karl Martell ist jedoch nichts Näheres bekannt.], sich gegen ihn verbündet hatten.

Hlawitschka Eduard: Seite 216-218
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"Stirps Regia. Forschungen zum Königtum und Führungsschichten im frühen Mittelalter. Ausgewählte Aufsätze."

Noch 882 (kaum erst 883) dürfte dann Wido III. verstorben sein, - und zwar offenbar unter Hinterlassung zweier damals noch unmündiger Kinder, nämlich eines Sohnes Wido, den wir zwischen 888 und 897 als Markgraf Wido IV. und zugleich als letzten WIDONEN in Spoleto und Camerino wiederfinden können, und dessen Schwester Ita, die mit dem Fürsten Waimar von Salerno vermählt wurde [215 Wido IV. von Spoleto und Ita, Gemahlin des Fürsten Waimar I. von Salerno, sind als Geschwister erwiesen durch den Catalogus regum Langobardorum et ducum Beneventanorum, MG SS rer. Langob. Seite 497: Isdem ferme diesbu Guaimarius Salerni princeps Benevtum proparabat, wo Guido dux et marchio nach der Vertreibung der Griechen mit rauhen Methoden seine Herrschaft ausbreitete (vgl. Seite 496). Veniebat tunc quasi simpliciter ad iam fatum marchensem veluti ad cognatum, cuis idem princiopem sororem habebat iugalem. Vgl. auch Chron. Salern. c. 146, MG SS III Seite 544: Die Beneventaner an Waimar: Tantum vos artius exoramus, ut Guidoni cognato vestro legationem dirigatis, ut citius cum magno exercitu quasi sororem suam verstramque coniugem visitaturus veniat ... marchioni Guidoni ..., ilico cum valido exercitu Salernum venit, gaudium patriae suaeque sorori, Idte nome, nimirum dedit ... Guido ille marchio. Ebd. Seite 547 c. 153 sagt Ita - nach der Blendung ihres Gemahls durch den Gastalden Adelgerius von Avellino -, als Atenulf von Capua für seinen Sohn Landulf (897, vgl. N. Cilento, Le origini Seite 196f.) um die Hand ihrer Tochter bittet: 'Ego sum ex regali stegmate orta, et cum subdito consanguinitatem annecto' - Nun schenkte Itas und Waimars Enkel, Fürst Gisulf I., (Sohn Waimars II. und Gaitelgrimas), 971 (oder 962?) zusammen mit seiner Gemahlin Gemma dem Kloster Montecassino Besitz in den Grafschaften Marsi, Balba, Furcone und Amiterno wie auch in der Mark Fermo und in der Mark Spoleto, der von seiner Großmutter, der Fürstin Ita stammte (a partibus domnae Yttae gloriosae principissae aviae maea), und den er seiner Frau Gemma als Morgengabe zugeteilt hatte; E.Gattola, Ad Historiam abbatiae Cassinensis accessiones I, Venedig 1734, Seite 80f.: Clarefacimus nos ... Gisolfus divina protegente clementia princeps et filius bonae recordationis domni Waimari olim principis et mulier nomine Gemma gratia Dei principissa ... Quoniam mih ex dicti Gisolfi pertinentes est rebus per comitato Marsicano et per Balba et per comitatu de Furcune et per comitatu de Amiterno et pro finibus et pertinencia de Marcha de Firmo et Marca de Spoliti pertinentes mihi a partibus domnae Yttae gloriosae principissae aviae meae, in quo ego nominatae Gemma domini misercordia principissa quartam partem profiteor habere procionem per scriptum morgincaph mihi emissum a supradictus domnus Gisolfus gloriosissimus princeps vir meus, et dum nobis amboque et uxori congruum est peo nostrae salutis animae offerirent illud in monasterio S. Benedicti, quod situm est in monte Cassino ... Leos Chronica monasterii Casinensis I c. 61 (wie Anm. 72) Seite 176 gibt diese sehr mißverständich verfaßte Urkunde wieder. -
Wenn nun Itas Besitz einst von Herzog und Markgraf Lambert herrührte, kann Ita, deren Tochter 897 heiratsfähig war (siehe oben), selbst nur Tochter oder Enkelin Lamberts (+ 879/80) gewesen sein. Die erste Möglichkeit scheidet indessen aus, weil Lambert dann zwei Söhnen - Wido III., den wir als Sohn und Nachfolger schon kennengelernt haben, und Wido IV., den wir soeben als Itas Bruder nachgewiesen haben - den Namen Wido gegeben haben müßte, was doch sehr unwahrscheinlich ist. So bleibt - wegen des Erbbesitzes Itas in den Marken Spoleto und Fermo - eben nur die Möglichkeit, daß Ita und Wido IV. Kinder des schon nach kurzer, etwa dreijähriger Amtszeit verstorbenen Herzogs Wido III. von Spoleto waren.
A. Sanfelice die Monteforte, Ricerche (wie Anm. 18) Tafelbd. tav. III. setzt Ita und Wido IV. als Kinder Kaiser WIDOS und Geschwister Kaiser LAMBERTS an. Das ist meines Erachtens unmöglich, da es von Wido IV. im Catal. reg. Lang. et duc. Benev. (wie oben) Seite 497 heißt: Interea predictus marchio Spoletium perrexit, imperatorem Lambertum eiusque matrem imperatricem cernere cupiens; statt des einfachen eiusque hätte dann wohl eiusque et suam matrem geschrieben. Hier hilft auch nicht die Annahme - so Sanfelice di Monteforte I Seite 26 und 35 -, daß Wido IV. und Ita keine Vollgeschwister Kaiser LAMBERTS waren, da sie aus Kaiser WIDOS erster Ehe mit Judith, der Tochter Eberhards von Friaul, hervorgegangen seien. Da es eine solche Ehe überhaupt nicht gab, dazu vgl. Anm. 220. Die Versuche Th. Wüstenfelds, Über die Herzoge Seite 430 und Tafel nach Seite 432, Wido IV. und Ita als Kinder des Grafen Konrad von Lecco oder Lamberts des Kahlen von Camerino zu betrachten, können noch weniger überzeugen.].
 
 
 
 

  oo Waimar I. Fürst von Salerno
               -   901
 
 
 
 

Kinder:

  Waimar II.
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Literatur:
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Hlawitschka Eduard: Lotharingien und das Reich an der Schwelle der deutschen Geschichte. Anton Hiersemann Stuttgart 1968 Seite 130 - Hlawitschka Eduard: Stirps Regia. Forschungen zum Königtum und Führungsschichten im frühen Mittelalter. Ausgewählte Aufsätze. Festgabe zu seinem 60. Geburtstag. Verlag Peter Lang Frankfurt am Main - Bern - New York - Paris Seite 216-218,241 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 389 -