Wichmann                                     Graf von Hamaland
--------------                                    Hafengraf von Gent
    -14.12.973
 

Sohn des Grafen Ekbert und der Gerberga, Tochter von Meginhart II. Herzog der Friesen (+ 15.3. 898)
 

Brandenburg Erich: Tafel 5 Seite 10
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"Die Nachkommen Karls des Großen"

VII. 44 b. LIUTGARD
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* 935, + 961 oder 962 18. X.

Gemahl:
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ca. 950
WICHMANN Graf von Gent
           + nach 962

Anmerkungen: Seite 123
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VII. 44. Liutgard

siehe Vanderkindere I, 66 und 290.
Die Zeit der Heirat erschließt er daraus, daß ihre zweite Tochter Adele um 1015 60 Jahre alt war.
Todeszeit 1, 68; vgl. Holder-Egger in Aufs. f. Waitz 657f. [VIIb 55]



Graf Wichmann war von OTTO I. aus Sachsen ins Gebiet der Rhein- und Maasmündung verpflanzt worden. Das Kloster Elten war eine Stiftung Wichmanns, der schon 968 seinen umfangreichen Lehnbesitz als Eigengut für sein Kloster zugewiesen bekam. Er setzte seine Tochter Liutgard als Äbtissin ein. Wichmann stiftete neben Kloster Elten auch das Kloster Blandinium bei Gent.

Trillmich Werner: Seite 53
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"Kaiser Konrad II. und seine Zeit"

Graf Wichmann von Hamaland [Wichmann war bis 964 Kastellan von Gent. 968 Gründung von Elten. Seine Tochter Liutgard (+ um 1000) war dort Äbtissin.] auf Burg Uflach nahe der von ihm gestifteten Abtei Elten verfügte auch über Ländereien rechts der Ijssel um Zütphen. Als Kastellan von Gent und Vogt von St. Bavo heiratete er Liutgard von Flandern. Seine Tochter Adela, die Mutter des IMMEDINGERS Meinwerk von Paderborn vermählte sich in zweiter Ehe einem am Niederrhein begüterten Ritter Balderich, dessen heimtückische Machenschaften Nieder-Lothringen jahrelang beunruhigten.

Ennen, Edith: Seite 81-82
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"Frauen im Mittelalter"

Im Hamaland am Niederrhein herrschte die WICHMANN-Sippe, seit der KAROLINGER-Zeit, als dieses Gebiet, ursprünglich das Land der Chamaven, fester in das Reich eingegliedert wurde. Der kurz nach 973 verstorbene Graf Wichmann hatte Liutgard, eine Tochter des Grafen Arnulf von Flandern und der Adele von Vermandois geheiratet; das erhöhte die Bedeutung seiner Sippe, es war jetzt karolingisches Blut eingeflossen. Der Mittelpunkt seiner Besitzungen wurde die Burg Elten; der Eltenberg ragt hoch über die Niederrheinebene hinaus. 962 starb Wichmanns Frau, wohl schon vor 968 sein einziger Sohn. Diese Todesfälle haben den alten Grafen sehr erschüttert, so daß er auf dem Eltenberg ein Damenstift gründete, dessen Äbtissin seine älteste Tochter Liutgard wurde. Er erwirkte für dieses Stift Immunität und ließ den König die reichen Güter bestätigen, die er dem Stift übereignete. Die adligen Jungfrauen, die keine Ordensgelübde abzulegen brauchten - natürlich lebten sie im Stift ehelos -, führten kein asketisches Leben. Liutgard war traurig, wenn sie keine Gäste hatte; das Stift "inmitten des Walles, der die Kirche wie eine Mauer umgab", war für sie die Fortsetzung einer adligen Haushaltung mit Gesinde, ritterlichem Gefolge und Gästen. Graf Wichmann hatte das Stift mit einem großen Teil seines Vermögens ausgestattet, Liutgard ihm ihr ganzes Erbe zugewandt. Nach Wichmanns Tod verlangte die jüngere Schwester Adeleeinen Teil des übertragenen Gutes zurück; ihr Vater habe die secundum legem Saxonicam, nach Sachsenrecht erforderliche Zustimmung der Erben nicht eingeholt; sie focht damit die ganze Schenkung an.

Holtzmann Robert: Seite 171,438
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"Geschichte der sächsischen Kaiserzeit."

Manche Sachsen wurden nach Lothringen gezogen, so die Grafen Wichmann und Immed, von denen jener eine Grafschaft in Hamaland (um Zutphen), dieser Besitzungen in der Betuwe und Veluwe erhielt, beide aus der Geschichte der berüchtigten Gräfin Adela bekannt.
Und noch auf einem dritten Schauplatz waren die Dinge damals so weit gediehen, daß eine lange und entsetzliche Fehde zu Ende ging. Sie knüpft sich an den Namen der Gräfin Adela, die Thietmar eine zweite Herodias nennt, und die als eine der macht- und blutgierigsten Frauen durch die Weltgeschichte geht. Ihre Gewalttaten reichen bis in die Zeit OTTOS III. zurück, die Unruhen und Kämpfe, in die sie sich verstrickte, hatten in der Folge immer schwerer Formen angenommen.
Adela gehörte einem adligen altsächsischen Hause an, das durch OTTO DEN GROSSEN ins Gebiet der Rheinmündungen verpflanzt worden war. Ihr Vater Wichmann, der eine Grafschaft in Hamaland (um Zutphen) besaß, hatte im südlichen Teil dieses Gaus, in der Landschaft Lymers, nahe dem Rhein im Jahre 968 das dem heiligen Vitus gewidmete Damenstift Elten gegründet und durch die Burg Uflach (Uplade), die zwischen Elten und Zevenaar lag, geschützt. Von seinen beiden Töchtern wurde die ältere, Liudgard, hier Äbtissin. Die jüngere Adela heiratet in einer ersten frühen Ehe den sächsischen Grafen Immed, der sein Geschlecht, gleich dem Kaiserhaus, auf den Sachsen-Herzog Widukind zurückführte und in Engern und anderen Teilen Sachsens, aber auch in der Betuwe und Veluwe reiche Besitzungen hatte. Adela war ein stolzes, herrschsüchtiges Weib, voll Mut und Tatkraft, gewandt in allerlei weiblichen Künsten, doch auch voll List und Heimtücke, ehrgeizig, eigennützig und grausam, kalt gegenüber allen Anforderungen von Recht und Moral. Wie ein Dämon hat sie mit ihrer hellen, befehlenden Stimme auf ihre Zeitgenossen gewirkt. Mit ihrer frommen Schwester Liudgard lebte sie in häßlichen Erbstreitereien, und das Gerücht wollte, daß Adela sie vergiftet habe.
 
 
 
 

 950
  oo Liutgard von Flandern, Tochter des Grafen Arnulf I.
       935-18.10.962
 
 
 
 

Kinder:

  Liutgard Äbtissin von Elten (970-973)
        -   973

  Adela
  955-   1017

  1. oo Immed IV. Graf in Westsachsen
                    -29.1.983

  8.12.996
  2. oo Balderich Graf im Tubalgo
                 -   1021
 
 
 
 

Literatur:
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Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 5 Seite 10 - Ennen, Edith: Frauen im Mittelalter. Verlag C.H. Beck München 1994, Seite 81-82 - Hlawitschka Eduard: Die Anfänge des Hauses Habsburg-Lothringen. Genealogische Untersuchungen zur Geschichte Lothringens und des Reiches im 9., 10. und 11. Jahrhundert. Kommissionsverlag: Minerva-Verlag Thinnes  Nolte OHG Saarbrücken 1969 Seite 96 - Holtzmann Robert: Geschichte der sächsischen Kaiserzeit. Deutscher Taschenbuch Verlag München 1971 Seite 171,438 - Trillmich Werner: Kaiser Konrad II. und seine Zeit. Europa Union Verlag Bonn 1991 Seite 53 - Weinfurter, Stefan: Heinrich II. (1002-1024) Herrscher am Ende der Zeiten, Verlag Friedrich Puset Regensburg 1999, Seite 121 -