Volkmar II. (Folkmar)                     Graf im Harzgau
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    -1.9.1015
 

Eventuell Sohn des 945 bezeugten Grafen Volkmar I. (Folkmar)
Nach H. Ludat Sohn des Grafen Friedrich III. vom Harzgau und Bruder von Rikbert III.
 

Althoff, Gerd: Seite 410
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"Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung"

                                                    G 100

Lü:   6.8.   Gero occisus et Volquuardus occius   + 1015 Gefallen gegen die Polen
Me:  1.9.   Gero et Uuolcmarus comites cum sociis suimet CC perempti sunt.

Der Eintrag in Merseburg gehört der Ergänzungsschicht an. Mit großer Wahrscheinlichkeit handelt es sich bei diesen Einträgen um Markgraf Gero, der 1015 mit 200 Getreuen in einer Schlacht gegen die Polen den Tod fand. Vgl. auch die Argumente für eine Identifizierung bei Folcmar (G 101). Zu den zahlreichen Angehörigen seiner Familie im Lüneburger Necrolog.



                                                  G 101

Lü:   6.8.   Gero ed Volquuardus occius   + 1015 Gefallen gegen die Polen
Me:  1.9.   Gero ed Uuolcmarus comites cum sociis CC perempti sunt.

Der Eintrag in Merseburg gehört der Ergänzungsschicht an. Thietmar VII, 21 berichtet, daß Markgraf Gero (G 100) und der Graf Folcmar mit 200 ihrer Getreuen in einer Schlacht gegen die Polen fielen. Trotz der unterschiedlichen Todesdaten in Mersburg und Lüneburg und auch der Veränderung des Namens Folcmarus/Volquardus scheint die Identifizierung neheliegend, da auch in Lüneburg beide Einträge den Vermerk occisus haben; vgl. auch BG Nr. 1866k.
Der Graf Folcmar ist sonst nicht bekannt. Schölkopf, Die sächsischen Grafen, Seite 85 identifiziert ihn mit einem gleichnamigen Mitglied der Sippe der Harzgrafen, ohne sichere Indizien anführen zu können.



Thietmar von Merseburg: Seite 375
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"Chronik"

1015
Der junge Liudolf geriet mit einigen wenigen in Gefangenschaft; die Grafen Gero [der Markgraf! - Kampf am 1. September (Necr. Mers.] und Folkmar sowie 200 der trefflichsten Ritter wurden erschlagen und ausgeplündert.

Im Harzgau ist 1006 im Raum von Börnecke ein Graf Folkmar bezeugt, den man aus der Übereinstimmung von Namen und Herrschaftsbereich für ein Mitglied der Familie halten könnte. Vielleicht war der 945 bezeugte Folkmar auch mit dem Bischof von Paderborn (961-983) identisch. Graf Folkmar nahm an den Slawenkämpfen teil und ist zusammen mit dem Markgrafen Gero II. gefallen. Es ist nicht bekannt, ob Folkmar Kinder hinterließ.

Schölkopf, Ruth: Seite 85
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"Die sächsischen Grafen 919-1024"

Bald darauf starb Friedrich. Schon 1003 amtierte Burchard als Pfalzgraf und Ricbert als Graf im Harzgau. Da beide Grafen nicht als seine Söhne in Betracht kommen, müssen wir mit einem kinderlosen Abscheiden Friedrichs rechnen.
Im Harzgau im Raum von Börmecke (Kr. Blankenburg) ist 1006 Graf Folcmar bezeugt, den man aus der Übereinstimmung von Herrschaftsbereich und Namen für ein Mitglied der Familie halten möchte. Es ist fraglich, ihn als Nachkommen Folcmars, Friedrichs Sohn, anzusehen, weil sich dessen Herrschaftsbasis nicht nachweisen ließ. Vielleicht trat er sogar in kirchlichen Dienst.
Ebensowenig läßt sich Ricbert als Inhaber von Grafenrechten nachweisen. Vielleicht war Pfalzgraf Friedrich der älteste Sohn und Amtsnachfolger des Grafen Friedrich. Graf Folcmar nahm wahrscheinlich, wie auch der Pfalzgraf, an den Slawenkämpfen teil. Aus diesem Grunde könnte er der Graf Folcmar sein, der 1015 zusammen mit Markgraf Gero II. den Tod fand. Als Todestag wurde im Merseburger Totenbuch der 1. September festgehalten. Es ist nicht bekannt, ob Folcmar Kinder hinterließ.
 
 
 
 

Literatur:
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Althoff, Gerd: Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung. Wilhelm Fink Verlag München 1984 Seite 59,410 - Eckhardt Karl August: Genealogische Funde zur allgemeinen Geschichte. Deutschrechtlicher Instituts-Verlag Witzenhausen 1963 Seite 164-190 - Schneidmüller Bernd/Weinfurter Stefan: Otto III. Heinrich II. Eine Wende? Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1997 Seite 141 - Schölkopf, Ruth: Die sächsischen Grafen 919-1024, Göttingen 1957 Studien und Vorarbeiten zum Historischen Atlas Niedersachsens Seite 85 - Thietmar von Merseburg: Chronik Wissenschaftliche Buchgemeinschaft Darmstadt 1992 Seite 375 -