Posse, Otto: Seite 37
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"DIE WETTINER. Genealogie des Gesamthauses Wettin."

 1-3.    Die Anfänge des Wettiner Hauses

Die Sorbische Mark war im Jahre 892 dem Grafen Burchard übertragen worden [1 Knochenhauer, Geschichte Thüringens in der Karolingischen und Sächsischen Zeit 44 f.. Dümmler, Geschichte des Ostfränkischen Reiches 3, 357,551.]. Er gehörte einem an der Grenze Thüringens nach Franken hin angesessenen Geschlechte an und hatte selbst eine Grafschaft im Fränkischen Gau Grabfeld [2 Urkunde 908. Mon. boica 28a, 141.]. Dahin weisen schon frühere Urkunden der Jahre 857 und 866 [3 Dronke, Cod. dipl. Fuld. 257 und 265.]. Den dort bei Gelegenheit einer Schenkung in dem Grabfeldischen Orte Juchsen genannten Grafen Burchard halten ältere Genealogen für den Großvater dieses Burchard und führen dessen Ahnen zurück bis auf einen Grafen gleichen Namens, der im Anfang des 9. Jahrhunderts bei KARL DEM GROSSEN das Amt eines comes stabuli bekleidete [4 Eccard, Hist. geneal. princ. Sax. sup. 54:

  Burchardus comes stabuli Caroli Magni et dux 807,811,814

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  Burchardus II. comes
         + ca. 823

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   Burchardus III. comes 857, 866

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     Walacho comes                               Stephanus comes
            + 891
    Ux. Megina

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    Burchardus IV. al Buzicus                     Stephanus episcopus Leodiensis
    comes et tandem an. 892
    Dux Thuringiae, occius anno 908
    Uxor Gisila, vidua Megingaudi
    comitis, Odonis regis Francorum nepotis,
    occisi an. 892

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    Burchardus comes                         Dedo, Tete vel Dadanus I.
           + 936                                               + 957
                                                           comes potens in Thuring.
    Uxor Conradi regis soror

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                                          Theodericus I. vel Dedo de tribu Buzici ortus
                                          Ricdagi marchionis agnatus, forte per matrem
                                                 + 982]
In der Erfüllung seiner Pflicht, der er lange mit Kraft und Umsicht vorgestanden, ward Markgraf Burchard im Kampfe mit den Ungarn, an der Spitze der Thüringer streitend, im Jahre 908 erschlagen. Die Stellung war bisher nur als Amt angesehen worden, es kann daher nicht auffallen, dass seine Söhne, die zwar Güter und Grafschaften in Thüringen besassen, ihm nicht als Erben folgten. Das Ludolfingische Haus, das seit langem festen Fuss im Lande gefasst hat, übernimmt die Nachfolge des Erschlagenen.
Burchards Söhne sind nach der allgemeinen Annahme Burchard und Bardo, von denen der letztere ein Schwager des Königs KONRAD war [5 Widukind (res gestae Sax. 1, 22) nennt seine Söhne: et statim omnia, quae iuris ipsius (Hathonis) erant in omni Saxonnia vel Thuringorum erant in omni Saxonia vel Thuringorum terra occupavit. (Heinricus) Burghardum quoque et Bardonem, quorum alter gener regis erat, inn tantum afflixit et bellis frequentibus contrivit, ut terra cederent eorumque omnem possessionem militibus suis divereret. - Dass beide Brüder waren, wird nirgends ausdrücklich gesagt, hat aber die größte Wahrscheinlichkeit für sich. Vgl. Wenck, Hess. Landesg. 2, 546 Anm. e. 633. - Bardo erscheint als Graf im Gau Husitin 1. Juli 912. Mon. Germ. DD. K 8 Seite 9.]; Herzog Heinrich von Sachsen eröffnete sogleich eine Fehde gegen sie und suchte sie aus ihrem Besitze zu verdrängen.
Von einem anderen Grafen Burchard wissen wir nur, dass er 982 in Kalabrien auf dem Feldzuge des Kaisers OTTO II. ums Leben gekommen, und da seiner zugleich mit einem Grafen Dedo Erwähnung geschieht [6 Thietmar 3, 12 (SS 3, 765): prosternunt, pro dolor! 3. Idus Julii ... comitesque Thietmarum ... cum Burchardo et Dedi. - Necrol. Fuld. (Böhmer, Fontes 3, 157): Isti occiai sunt a Saracenis II. (st. III) id. iul. ... Detti. Giesebrecht, Geschichte der deutschen Kaiserzeit 1, 595.], der ebenfalls auf dem Italienischen Feldzuge seinen Tod fand, so liegt die Vermutung nahe, beide für Brüder zu halten und ihnen zum Vater einen Grafen Dedanus oder Dedo zu geben, der von Widukind um das Jahr 953 neben einem Grafen Wilhelm als mächtiges Oberhaupt der Thüringer erwähnt wird [7 Widukind 2, 18 (SS. 3, 443): Dadi autem Thuring mandavit ... Ebenda 3, 16 (SS. 3, 16 (SS. 3, 453): Hi erant Thuringi genere, potestatiis praefectoriae Dadanus et Willehelmus nomine. Wegen der Identität der Namen Dadanus und Dadi vgl. Wedekind, Noten 1, 205 und N. Mitth. des Thür.-Sächs. Ver.  11, 131. Vgl. a. Dümmler, Jahrbücher Ottos des Grossen 84, Knochenhauer a. O. 70,88 und Posse, Markgrafen von Meißen 217.].
Auch andere Vermutungen führen dahin, das Vaterland der WETTINER in den Grafschaften Burchards und Bardos zu suchen. Sie sind gestützt auf die mutmaßliche Verwandtschaft des Hauses GOSECK mit den WETTINERN, die in den ältesten Zeiten 'de tribu Buzici' genannt werden. (Stammtafel der Grafen von Goseck siehe umstehend).
Wie bei den WETTINERN die Namen Dedo und Friedrich seit dem Hervortreten des Geschlechts wiederkehren, so auch bei der GOSECKER Familie.
In dem vorgenannten, von Widukind mit dem Beinamen Thuring bezeichneten Dedi erkennen Werselbe und Gervais [8 Wersebe, Ueber die Vertheilung Türingens 57, Ann. 155. - Gervais in N. Mittheil. aus dem Geb. hist.-antiquar. Forsch. 4, Heft 4, Seite 20.] den gemeinsamen Stammvater beider Familien, der im Jahre 939 in der Birtener Schlacht für König OTTO I. kämpfte [9 Posse a.O. 217.]. Wahrscheinlich wegen dieser dem Könige geleisteten Dienste wurde ihm der südliche Teil des Hassegaues, in dem Goseck lag, als eigenen Grafschaft zugewiesen, hier tritt er im Jahre 949 als Graf auf [10 Urkunde 949, September 26. DD. Ottos I. Nr. 114: in pago Hassagoi et in confinio Mersepurac in comitatu cuiusdam comitis, qui teti nuncupatur.]. Ist aber im Jahre 991 dieser Teil des Hassegaues als besondere Grafschaft nachweisbar [11 Urkunde 991 Januar 11. Stumpf 940.], so unterliegt es keinem Zweifel, dass sie auch schon zu Dedis Zeiten bestanden hat [12 Vgl. Kurze a.O. 291.].
Später nahm Dedi mit Wilhelm von Weimar an der Empörung Ludolfs (953) gegen dessen Vater OTTO I. teil. Da sich beide nicht rechtfertigen konnten, wurden sie zur Verbannung verurteilt, sie hatten somit ihre Lehen verwirkt [2 Posse a. O. 127.]. Aber Wilhelms Verbannung kann nicht lange gewährt haben, da seine Söhne sogar in hoher Gunst bei dem Könige standen. Daher ist zu vermuten, dass auch Dedi mit ihm, wahrscheinlich nach der Aussöhnung des Königs mit den Aufständischen im Jahre 955, begnadigt wurde. Dedi starb am 14. März 957.
Dedis Söhne waren, wie erwähnt, nach der allgemeinen Annahme die 982 in Kalabrien gefallenen Grafen Burchard und Dedo. Den einen von diesen beiden werden wir daher als Grafen im südlichen Hassegau und als Vater des Pfalzgrafen Burchard von Sachsen anzusehen haben, der andere erbte möglicherweise von seinem Vater eine andere Grafschaft in Thüringen, denn nach Widukind hat es den Anschein, dass der "Thüringer Dadi", der sich 939, noch ehe er nach unserer Annahme die Grafschaft im Hassegau erhielt, schon als ein Mann von Einfluss zeigt, eine Grafschaft in Thüringen gehabt hat.
Da nun also in Dedis Familie zweimal der Name Burchard sich findet, so liegt es nahe genug, dieselbe herzuleiten von dem letzten Markgrafen der Sorbischen Mark, Burchard, der 908 im Kampfe gegen die Ungarn fiel, dessen Söhne Burchard und Bardo waren. Einer von diesen letzteren, vielleicht Burchard, wird der Vater des Dedi gewesen sein, der auch der Stammvater der Gosecker Grafen ist.
Ein dritter Bruder der 982 in Kalabrien gefallenen Grafen Burchard und Dedo, der Söhne Dedis, scheint wie Kurze neuerdings ausgeführt hat [3 Kurze a.O. 315,317.], Dietrich zu sein, als dessen Sohn von Thietmar Dedo bezeichnet wird, mit dem Zusatz: de tribu, que Buzici dicitur. Man hat diesen Dietrich bisher für identisch gehalten mit dem 982 in Kalabrien verstorbenen Dedo. Doch die Formen Dedo und Thiedrich sind um das Jahr 1000 schon als zwei entscheidende Namen empfunden worden, so dass der Buziker Dietrich mit Dedo nicht eine Person sein kann. Dieser dritte Sohn hatte natürlich keine besondere Grafschaft, denn soviel hinterliess Dedi nicht, und man braucht noch nicht aus der Bemerkung des Sächsischen Annalisten zum Jahre 1009, wo Dietrich ein egregiae libertatis vir, ein Mann, frei von jedem Dienstverhältnis, genannt wird, zu schliessen, dass sein Haus bei Dedis Verbannung 953 alle seine Grafschaften für immer verloren habe [4 Vgl. oben.]. Dietrichs Brüder scheinen ihn überlebt [5 Schon vor 976 scheint Dietrich gestorben zu sein, wenn wir die Stelle bei Thietmar 4, 34 so deuten, dass Dedi an der Spitze eines böhmischen Heeres (976 oder 977) bis Zeitz vordringend, auf seine Besitzungen gelangte und mit der übrigen Beute seine wohl schon verwitwete Mutter in die Gefangenschaft abführte. Vgl. Posse a. O. 226.] und seinen Kindern Dedo und Friedrich ihren Besitz vorenthalten zu hhaben, da Dedo anfangs landesverräterische Verbindungen mit den Böhhmen unterhielt, und beide von Kind auf als Vasallen ihres Verwandten Rikdag erscheinen.
Das Geschlecht der Buzici muss so allgemein bekannt gewesen sein, dass es der Chronist Thietmar nicht für nötig hielt, nähere Angaben darüber zu machen.
Die Stelle Thietmars [6 Thietmar 6, 34 (SS. 3, 8920. Vgl. Posse, a.O. 212.] hat schon seit dem Anfang des vorigen Jahrhunderts Anlass zu Deutungen der verschiedensten Art gegeben, doch hat man das Dunkel, welches übber der ältesten Geschichte des Hauses WETTIN schwebt, nie vollständig zu lichten vermocht, indem man das Wort tribus ganz gegegn seine sonstige Bedeutung auf einen Ort bezog.
Schon Eccard brachte im Anfange des vorigen Jahrhunderts den Namen Buzici zusammen mit Bucco, der Abkürzung von Burchard, und machte denselben Markgrafen Burchard auch zum Stammvater des Hauses BUZICI [7 Eccard, Hist. gen. pr. Sax. sup. 47.]. Dieser Ansicht haben sich besonders Gebhardi [8 Gebhardi, Geneal. Beiträge 2, 163,196.] und Gervais, welcher letztere sie näher begründet [9 Gervais a.O. 20.], und auch Kurze neuerdings angeschlossen. Im Vorstehenden ist der Versuch gemacht worden, die Abkunft des Wettiner Hauses von Burchard festzustellen. Freilich hat man nur mit Wahrscheinlichkeitsgründen zu rechnen, da die Quellen der ältesten Zeit ausserordentlich arm  sind, und man lediglich aus dem häufigen Vorkommen desselben Namens bei dem Geschlechte und der ihm verwandten Geschlechter Schlüsse ziehen kann. Kommt aber hinzu, dass die älteren Quellen unsere Vermutungen unterstützen, so ist die Herleitung des Buzici von Bucco (Burchard) um so ansprechender, je öfter bei Thietmar ähnliche geschraubte Ausdrücke und Namensverdrehungen vorkommen, und je weniger irgend ein anderer Sinn aus diesem Worte herauszulesen ist.
Obgleich nun Eccards Vermutung der Abstammung von Burchard sehr viel für sich hat, so glaubte man doch, dieselbe verwerfen zu müssen, weil der Sachsenspiegel die WETTINER, gleich den ANHALTINERN, BRANDENBURGERN und ORLAMÜNDERN, als ein Geschlecht von Schwäbischer Abkunft bezeichnet, das heißt von Nordschwäbischer, aus dem Nordschwabengau in Sachsen. Allein der Sachsenspiegel ist als Geschichtsquelle für das 10. Jahrhundert ohne Autorität, seine Angabe scheint auf dem Umstande zu beruhen, dass im 11. Jahrhundert die Buziker eine Zeit lang (1034-1069) wirklich eine Grafschaft im Schwabengau gehabt haben. Ihr steht die bestimmte Aussage Widukinds entgegen, welcher zweimal ausdrücklich erwähnt, dass Dedo oder Dadanus ein Thüringer gewesen sei [1 Posse a. O. 222. Dagegen Kurze a. O. 317.]. Aber die Geschichte der Besiedlung des Schwaben-, Hessen- und Friesengaues dürfte dafür sprechen, dass die WETTINER, obgleich Fränkischen Ursprungs, doch schon in alter Zeit nach Schwäbischem Rechte gelebt haben.
Nach der Unterjochung der Thüringer durch die Franken erhielten die Sachsen als Lohn für die ihnen geleistete Beihilfe den ganzen nördlichen Teil des ehemaligen Thüringischen Reiches [2 Posse a. O. 211.]. Als aber im Jahre 568 die Langobarden nach Italien einbrachen, schlossen sich ihnen diese Sachsen an, und König Sigibert von Austrasien besiedelte nun jene Gegenden mit Friesen, Hessen und jenseits der Bode angesessenen Sueven, Resten derjenigen Sueven, die vom Norden der Mittelelbe im 3. Jahrhunndert auswanderten und sich an der oberen Donau niederliessen, wo ihre Nachkommen unter dem Namen der Schwaben noch zu Hause sind.
Jenseits der Alpen trübte sich bald die Einigkeit zwischen Langobarden und Sachsen; letztere kehrten deshalb, in Gallien von Franken zurückgeschlagen, 577 in ihre alten Wohnsitze zurück, wo sie wegen dieser mit den Schwaben in Streit gerieten, dabei aber ihren feinden erlagen. Seitdem wurden jene Gaue Teile des Sachsen-Reiches und verblieben es auch in dem späteren Herzogtume, stets in Gebräuchen und Rechten ihrer alten Herkunft getreu.
Von diesen neuen Einwanderern heisst es, sie wären von den Fränkischen Königen in die von den Sachsen verlassenen Gaue geschickt. Vielleicht gab es unter den Ansiedlern selbst viele Franken und diese gehörten dann gewiss zu den Vornehmsten. Da aber Schwaben die überwiegende Volksmenge waren, so werden sie nicht nur vorzugsweise genannt, sondern ihr Gesetz und Herkommen ging auch auf die anderen über. Ja es fragt sich, ob die Schwaben nur im Schwabengau sich niederliessen oder ob auch in den anderen Gauen einen Teil der Bevölkerung ausmachten [3 Gervais a. O. 26.]. Die Oberhäupter der 3 Gaue waren vielleicht Schwaben, wenn nicht gar Franken, und verwalteten ihr Amt nach Schwäbischem Herkommen, denn nur von diesem, nicht von anderem ist in jenen Gegenden etwas bekannt geworden. Dadurch erklärt sich auch, dass die Buziker schon im Jahre 1017, noch ehe sie eine Grafschaft im Schwabengau belassen, ihre Allode nach Schwäbischem Rechte vererbten. Nach letzterem ist die Erblosigkeit der Frauen allgemeiner Rechtsgrundsatz, während das Sächsische Recht den Töchtern die Erbfolge wahrt.
Dedi war bereits im Jahre 949 Graf in dem einen der besiedelten Gaue, dem Hassegau, und seitdem unterlag wohl das Haus den Bestimmungen des Schwabenspiegels, die ja noch später praktische Anwendung fanden, als bei dem Tode Dedos (1124) dessen Stammgut, mit Ausschluss der Tochter, an seinen Bruder Konrad fiel.
Früher als die WETTINER war der Markgraf Rikdag von Meissen im Besitze einer Grafschaft des Schwabengaues. Thietmar nennt ihn einen Agnatus des jungen im Jahre 1009 erschlagenen WETTINERS Dedo [4 Posse a. O. 218,222. - Rikdags Schwester ist Eilsuit. Ann. Saxo 985 (SS. 6, 633). Vgl. Posse a. O. 26.]. In neuerer Zeit ist mit ziemlicher Gewissheit festgestellt, dass des letzteren Vater Dietrich und der Markgraf Rikdag Vettern gewesen sind, und zwar, dass Dietrichs Mutter und Rikdags Vater Volkmar, ein Graf im Harzgau, Geschwister waren. Dadurch erklärt sich nicht nur das wiederholte Vorkommen des Namens Friedrich bei den GOSECKERN und WETTINERN, sondern auch der Übergang der Pfalzgrafschaft Sachsen von Friedrich I. auf den Buziker Burchard. Denn diese beiden Grafengeschlechter waren hiernach durch ihre gemeinsame Stammmutter, die Gemahlin des im Jahre 957 verstorbenen Dedi, Nachkommen der Harzischen Grafen, welche ja auch den Namen Friedrich führten. Wenn ferner Dedis Gemahlin eine Schwester Volkmars war, so war sie auch eine Schwester Rikberts I., des Vaters des Pfalzgrafen Friedrich I., und Friedrich war also ebensogut ein Agnatus Burchards und des Buzikers Dedo, wie Rikdag. Als nun Friedrich 1002 kinderlos starb, war von männlichen Erben seines Hauses nur noch Rikdags Sohn Karl übrig [5 Thietmar 7, 4 (SS. 3, 837): Eodem anno (1014) 4. Kal. Mai obiit Karolus comes, Ricdagi marchionis filius, qui omne suimet benefitium injuste accusantium turgida inflatione et nulla suui culpa prius perdidit, et illatum facinus aequanimiter portavit. Vgl. Posse a. O. 30f., 219-222. - Karls Schwestern waren Oda und Gerburg. Thietmar 4, 37 (SS. 3, 784): Duxit hic Rigdagi marchionis filiam, postmodum dimittens eam. Vhgl. Posse a. O. 30. - Ann. Quedlinburg. 1022 (SS. 3, 88): Ricdagi marchionis praeclara filia, Gerburg nomine dicta, studiis liberalibus a primaevo juventutis flore honestissima exercitatione irretia omnigenisque virtutum gemmata insigniis 3. Calend. Novembris terrae, quod suum, Deo, quod proprium, praesentavit. Vgl. Posse a. O. 30.], der von der Nachfolge ausgeschlossen war. Dasselbe galt von Friedrichs Neffen Rikbert II., und wenn es auch diesem nicht gelang, von dem neuen Könige HEINRICH II. die Belehnung mit der Grafschaft seines Oheims Friedrich im Harzgau zu erlangen, so wusste doch allem Anschein nach Burchard, auf seine Verwandtschaft mit Friedrich gestützt, sich vorher die Nachfolge in der Pfalzgrafschaft zu erwirken [6 Kurze a. O. 319.].