Heinrich III. der Erlauchte               Markgraf von Meißen (1221-1288)
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1215/16-15.2.1288
* 21.5/23.9.1218 (Wolf Lutz "Heinrich der Erlauchte")
 

Begraben: Kloster Altzella
 

Jüngster Sohn des Markgrafen Dietrich III. der Bedrängte von Meißen aus dem Hause der WETTINER und der Jutta von Thüringen, Tochter von Landgraf Hermann I.
 

Lexikon des Mittelalters: Band IV Spalte 2072
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Heinrich der Erlauchte, Markgraf von Meißen
---------------------------- Landgraf von Thüringen
* Zw. 21. Mai/23. Sept. 1218, + Anfang 1288 (vor 8. Februar)

Begraben: Kloster Altzella

Eltern: Markgraf Dietrich der Bedrängte von Meißen und Jutta, Tochter Landgraf Hermanns I. von Thüringen; Neffe von Landgraf Ludwig IV. von Thüringen und HEINRICH RASPE

  1. oo Konstanze, Tochter Herzog Leopolds VI. von Österreich

  2. oo Agnes, Tochter König Ottokars II. von Böhmen

  3. oo Elisabeth von Maltitz (aus Ministerialenfamilie)

Söhne von 1.:
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Albrecht der Entartete
Dietrich, Markgraf von Landsberg

von 3.:
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Friedrich Clemme, Herr zu Dresden

Heinrich der Erlauchte stand nach dem Tode seines Vaters unter der Vormundschaft seiner Mutter und Landgraf Ludwigs IV., 1230 übernahm er förmlich die Regierung. Nach einem Kreuzzug gegen die Prussen (1237) versuchte er, im brandenburgischen Raum Fuß zu fassen, wo er bis Straußberg vorstieß, letztlich aber vor den ASKANIERN zurückweichen mußte. Sein gutes Verhältnis zu Kaiser FRIEDRICH II. brachte ihm 1243 die Eventualbelehnung mit der Landgrafschaft Thüringen ein, die beim Aussterben der LUDOWINGER 1247 wirksam wurde, doch konnte er sich dort erst 1264 endgültig durchsetzen. Der Verlobung seines Sohnes Albrecht mit der Kaiser-Tochter Margarete verschaffte ihm den Pfandbesitz des Pleißenlandes. Die Landesherrschaft festigte er durch Stärkung des Hofgerichts, Ausbau der Kanzlei und Maßnahmen gegen die Bischöfe von Meißen und Naumburg. In seinem weiten Herrschaftsbereich zwischen Werra und Oder beschränkte er sich seit 1262 auf dem meißnisch-lausitzischen Teil und überließ den übrigen Besitz seinen Söhnen Albrecht und Dietrich. Der politisch und militärisch befähigte, wegen seines Rechtsgefühls und seiner kultivierten höfischen Lebensweise gerühmte Fürst hat für den Aufstieg des Hauses WETTIN Wesentliches geleistet.

Literatur:
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ADB XI s.v. - NDB VIII, 373 - Patze-Schlesinger, II, 1 - W. R. Lutz, H. d. Erlauchte (1218-1288), 1977.



Thiele Andreas: Tafel 185
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte"
Band I, Teilband 1 Deutsche Kaiser-, Königs-, Herzogs- und Grafenhäuser I

HEINRICH III. DER ERLAUCHTE
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* 1215/16, + 1288

Stand von 1221 bis 1227 unter Vormundschaft des Landgrafen Ludwigs IV. von Thüringen, der letztlich die Mark Meißen für sich erstrebte, dann bis zur Mündigkeit (1230) unter seiner energischen Mutter und des Stiefvaters und des Herzogs Albrecht I. von Sachsen als Mitregenten. Er nahm 1233 das Kreuz und nahm 1237 an einem Kreuzzug gegen die Preußen teil. Er mußte 1245 nach jahrelangem Streit Köpenick und Teltow an Brandenburg abtreten und gewann das Gebiet Schiedlo, wo er Fürstenberg gründete. Er blieb treuer STAUFER-Anhänger, bekam dafür das Pleißenland verpfändet (Raum Altenburg-Chemnitz), wurde Pfalzgraf von Sachsen und erreichte am 30.6.1243 beim Kaiser die Eventualbelehnung mit der Landgrafschaft Thüringen. Er war 1246 Erbprätendent für Österreich und scheiterte am Kaiser. Er hatte erbittert mit dem österreichischen Herzog Friedrich II. gestritten, der ihn in der Hochzeitsnacht 1234 demütigend gezwungen hatte, auf die Mitgift seiner Frau Konstanze zu verzichten. 1247-1263 mußte er sein Erbrecht auf Thüringen mit dem Schwert gegen Sophie von Brabant, Tochter Ludwigs IV. von Thüringen, Siegfried von Anhalt, Enkel Hermanns I. von Thüringen, und seinen HENNEBERGER Halbbruder Hermann behaupten, wobei es zu verheerenden Kriegen kam. Er wurde 1251 von König WILHELM VON HOLLAND damit belehnt, sicherte auch die kurmainzischen Lehen in Thüringen und verhinderte mit energischer Hand alle Versuche der Dynasten Thüringens, reichsunmittelbar zu werden. Nach dem am 27.10.1263 bei Besenstedt unweit Wettins errungenen Sieg über Sophies Schwiegersohn Albrecht von Braunschweig verzichtete der letztere endgültig auf Thüringen und die Pfalz Sachsen und Heinrich hatte sich als Landgraf von Thüringen endgültig durchgesetzt, wobei er Hessen im Vertrag von Langsdorf seinem BRABANTER Neffen Heinrich abtrat. Er besaß mit Meißen, Thüringen, Lausitz und der Pfalzgrafschaft Sachsen vier Reichslehen von größtem Gewicht und Ansehen, wobei der Erwerb Thüringens eine gewisse Abwendung der WETTINER von der bisherigen Hauptorientierung nach Osten mit sich brachte. Er setzte die Fehden gegen die Bischöfe fort, war auch zeitweise exkommuniziert und förderte als Sühne den Dombau von Meißen. Er war seit 1273 wichtige Stütze von König RUDOLF I. VON HABSBURG, gewann gegen Böhmen unter anderem Sayda und Purschenstein, sorgte für eine hervorragende Verwaltung und war im ganzen Reich als glanzvoller Fürst, berühmter Mäzen der Künste und des Ritterwesens und als bedeutender Minnesänger, Dichter und Komponist bekannt. Er führte viele Turniere und Sängerwettstreite durch, nahm selbst daran teil und regte die berühmte "Reimchronik" an. Er vertonte kirchliche Hymnen, die in den Kirchen zu singen, der Papst ausdrücklich erlaubte. Das 1243 erworbene Pleißnerland, die Landgrafschaft Thüringen und die Mark Landsberg überließ er bereits 1265 seinen Söhnen Albrecht und Dietrich und behielt selbst nur die Mark Meißen und eine formale Oberleitung. Er machte damit vieles wieder zunichte, was er aufgebaut hatte und wurde in die verheerenden Kriege seiner Söhne hineingezogen.

  1. oo 1234
          KONSTANZE VON ÖSTERREICH
                   + 1243

Tochter des Herzogs Leopold VI. und der Theodora Angelina von Byzanz

  2. oo 1245
          AGNES VON BÖHMEN
                     +

Tochter des Königs Wenzel

  3. oo um 1270 (morgantisch)
         ELISABETH VON MALTITZ
                + 1333

Tochter des Ministerialen Ulrich



Schwennicke Detlev: Tafel 151
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"Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1"

HEINRICH DER ERLAUCHTE
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* 21.V./23.IX.1218, + 1288 vor 8.II.

Begraben: Altzelle

1221 (1230 min) MARKGRAF von MEISSEN und der NIEDERLAUSITZ
1247 (endgültig 1264) LANDGRAF von THÜRINGEN und PFALZGRAF vonn SACHSEN
1252 Pfandherr des PLEISSNERLANDES

  I. oo 1.V.1234
         KONSTANZE VON ÖSTERREICH
                    + 1243 vor 5.VI.

Begraben: Altzelle

Tochter von Herzog Leopold VI.

  II. oo 1244
          AGNES VON BÖHMEN
                       + 10.X.1268

Begraben: Altzelle

Tochter von König Wenzel I.

  III. oo vor 1273
           ELISABETH VON MALTITZ (d.d. Znaim für sich und Sohn HRR) FREIUNG
             * 1238/39, + 25.I.1333

Tochter von Ulrich markgräflich meissnischer Rat



Schwarz Hilmar: Seite 166
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"Die Wettiner des Mittelalters und ihre Bedeutung für Thüringen"

Generation H

(75) HEINRICH I., DER ERLAUCHTE
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* 1215/16 oder 1218, + 1288 (vor 8. Februar)
                                    Dresden

Begraben: Altzella bei Nossen

Markgraf von Meißen 1221
Landgraf von Thüringen 1247

  1. oo 1.5.1234
          KONSTANZE, Tochter Herzog Leopolds von Österreich
          * 1212, + vor 5.6.1243

  2. oo 1244/45
          AGNES, Tochter des Königs Ottokar I. Przemysl von Böhmen
                    + 10.10.1268

  3. oo zwischen 1269 und 1272
          ELISABETH, Tochter Ulrichs von Maltitz
          * 1238/39, + 25.1.1333

Kinder: (aus 1. Ehe) (104) und (108)
            (aus 2. Ehe) (105) und (106)
            (aus 3. Ehe) (107) und (109)



Schwarz, Hilmar: Seite 92
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"Die Ludowinger. Aufstieg und Fall des ersten thüringischen Landgrafengeschlechts"

VII. Generation

(48) HEINRICH DER ERLAUCHTE
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* 1215/16 oder 1218, + 1288 (vor 8. Februar)
                                  Dresden

Begraben: Altzella bei Nossen

Sohn von Jutta (40) und Dietrich dem Bedrängten

1221 Markgraf von Meißen
1247 Landgraf von Thüringen

  1. oo 1.5.1234
          KONSTANZE, Tochter Herzog Leopolds von Österreich
          * 1212, + vor 5.6.1243

  2. oo 1244/45
          AGNES, Tochter des Königs Ottokar I. Premysl von Böhmen
                    + 10.10.1268

  3. oo zwischen 1269 und 1272
          ELISABETH, Tochter Ulrichs von Maltitz
          * 1238/39,  + 25.1.1333



   1.5.1234
  1. oo Konstanze von Österreich, Tochter des Herzogs Leopold VI.
          6.5.1212-vor 5.6.1243

    1244
  2. oo Agnes von Böhmen, Tochter des Königs Wenzel I.
            um 1230 -10.12.1268

    1270
  3. oo Elisabeth von Maltitz, Tochter des Grafen Ulrich
          1238/39-25.1.1333
 
 
 
 

Kinder:
1. Ehe

  Albrecht II. der Entartete
  1240-20.11.1314

  Dietrich IV. der Weise
  1242-8.2.1285

2. Ehe

 ? Hedwig Nonne zu Weißenfels
          -

 ? Adelheid Äbtissin von Weißenfels
         -

3. Ehe

  Hermann
         -

  Friedrich Clem
  1273-25.4.1316
 
 
 
 

Literatur:
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Assing Helmut: Brandenburg, Anhalt und Thüringen im Mittelalter. Askanier und Ludowinger beim Aufbau fürstlicher Territorialherrschaften. Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 1997 Seite 29-30,243, 268 - Hampe Karl: Deutsche Kaisergeschichte in der Zeit der Salier und Staufer. Verlag Quelle & Meyer G.M.B.H.Heidelberg 1949 Seite 314 - Hampe, Karl Dr. phil.: Geschichte Konradins von Hohenstaufen. K.F. Koeler Verlag Leipzig 1894 Seite 347 - Lechner Karl: Die Babenberger. Markgrafen und Herzoge von Österreich 976-1246, Böhlau Verlag Wien-Köln-Weimar 1992, Seite 199,277,285,300,307,389 A 52 - Lutz, Wolf Rudolf: Heinrich der Erlauchte (1218-1288) Markgraf von Meißen und der Ostmark (1221-1288) Landgraf von Thüringen und Pfalzgraf von Sachsen (1247-1263), Verlag Palm & Enke Erlangen - Patze, Hans/Schlesinger, Walter: Geschichte Thüringens, Böhlau Verlag Köln/Graz 1967, Seite 42-55 - Pätzold Stefan: Die frühen Wettiner. Adelsfamilie und Hausüberlieferung bis 1221, Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 1997, Seite 4,82,84, 103,116,129,131,136,144,149,155,170,174,187,197,200,202,206,209,229,253,263,290,350,363-365 - Posse, Otto: DIE WETTINER. Genealogie des Gesamthauses Wettin. Zentralantiquariat Leipzig GmbH 1994 Tafel 4 Seite 49-51 - Schwarz, Hilmar: Die Ludowinger Aufstieg und Fall des ersten thüringischen Landgrafengeschlechts, Wartburg-Stiftung 1993 Seite 92 - Schwarz Hilmar: Die Wettiner des Mittelalters und ihre Bedeutung für Thüringen, Kranichborn Verlag Leipzig 1994 Seite 35-47,166 - Schwennicke Detlev: Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1, Vittorio Klostermann GmbH Frankfurt am Main 1998 Tafel 151 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 185 - Winkelmann Eduard: Kaiser Friedrich II. 2. Band, Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1963, Seite 232,328,491 -