Friedrich III.                                   Pfalzgraf von Sachsen
----------------                                  Graf zu Putelendorf
um 1065-5.2.1085 ermordet
              bei Scheiplitz

Begraben: Goseck
 

Einziger Sohn des Pfalzgrafen Friedrich II. von Sachsen aus dem Hause GOSECK und der Hedwig aus Bayern
 

Schwennicke Detlev: Tafel 147
*****************
"Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1"

FRIEDRICH III.
----------------------
        + ermordet bei Scheiplitz 5.II.1185

Begraben: Goseck

  oo um 1081
      ADELHEID VON STADE
                + 8.X. oder 14.XI.1110

Begraben: Reinhardsbrunn

Tochter von Graf Lothar-Udo III. (II.) 1057 Markgraf der Nordmark
(II. oo 1087 Ludwig der Springer Graf von Schauenburg (Landgrafen von Thüüringen) + Reinhardsbrunn 6./8.V.1123)



Thiele Andreas: Tafel 165
*************
"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte"
Band I, Teilband 1 Deutsche Kaiser-, Königs-, Herzogs- und Grafenhäuser I

FRIEDRICH III.
----------------------
    + 1085 ermordet

Graf von Putelendorf; wird vom zweiten Mann seiner Frau ermordet.

  oo ADELHEID VON STADE-NORDMARK, Tochter des Markgrafen Lothar Udo II.
               + 1110



Friedrich III. wurde auf der Jagd vermutlich im Auftrage Ludwigs des Springers von Thüringen ermordet, der wenig später die schöne Witwe heiratete.

Fenske, Lutz: Seite 247
***********
"Adelsopposition und kirchliche Reformbewegung im östlichen Sachsen"

Die Reinhardsbrunner Geschichtsschreibung hat zwischen der Stiftung des Klosters und der Ermordung Friedrichs III. von Goseck, des Sohnes des sächsischen Pfalzgrafen Friedrich II., am 5. Februar 1085, einen ursächlichen Zusammenhang hergestellt. Bekanntlich heiratete Adelheid, die Witwe Friedrichs III., den Grafen Ludwig. In der Reinhardsbrunner Tradition wird Ludwig als der Mörder Friedrichs von Goseck bezeichnet. Die gleiche Anschuldigung erhebt der Annalista Saxo, während das um 1135/36 entstandene Chronicon Gozecense, eine Quelle aus dem Kloster Goseck, das eine Stiftung der Geschlechts war, dem der Ermordete angehörte, diese Tat nicht in Verbindung mit dem Grafen Ludwig bringt. Diese Verdächtigungen lassen sich also weder beweisen noch entkräften. Die Cronica Reinhardsbrunnensis führte in einer längeren, legendenhaften Erzählung aus, dass die Klostergründung der Reue Ludwigs über sein Verbrechen zu danken sei.

Starke Heinz-Dieter: Seite 46-47
*****************
"Die Pfalzgrafen von Sachsen bis zum Jahre 1088"

Fast zur gleichen Zeit traf ihn ein schwerer Schicksalsschlag. Am 5. Februar 1085 wurde der einzige Sohn des Pfalzgrafen, der ebenfalls Friedrich hieß, während der Jagd aus dem Hinterhalt ermordet. Der erschlagene Friedrich III. hatte etwa 1081 die Tochter des Markgrafen Udo von Stade, Adelheid, geheiratet. Diese Verbindung mit einem der mächtigsten Geschlechter Sachsens, das nicht nur an der Niederelbe, sondern auch um Alsleben an der Saale reich begütert war, zeigt, welch hohes Ansehen die GOSECKER genossen. Nach dem Tode Friedrichs III. gebar Adelheid einen Sohn, der wiederum Friedrich genannt wurde. Es ist der spätere Friedrich IV. von Putelendorf.
Die Hintergründe des Anschlages sind reichlich dunkel. Als Mörder werden "Theoddericus et Udalricus de Deidenlibe" sowie "Reinhardus de Rynenstide" aufgeführt. Sie kamen wahrscheinlich aus dem nördlichen Harzvorland, wo die GOSECKER ebenfalls Besitz hatten. Die Möglichkeit nachbarlicher Streitigkeiten ist darum nicht von der Hand zu weisen. Doch leugnet die Gosecker Chronik jeden Grund [Chro. Goz. I c. 15, Seite 146. Vielleicht verschweigt der Gosecker Chronist bewußt einige Zusammenhänge, da die Vogtei von Goseck längere Zeit in den Händen der Landgrafen von Thüringen war.]. Andere Quellen haben den Grafen Ludwig den Springer von Thüringen der Anstiftung zum Mord bezichtigt, weil er die junge und schöne Witwe heiratete. Der nachgeborene Friedrich IV. hat später, als er sich um sein Erbe betrogen sah, seinen Stiefvater des Mordes beschuldigt und ein Verfahren angestrengt, das aber von HEINRICH V. niedergschlagen wurde. Andererseits muß man hervorheben, daß von einem Gerichtsverfahren des alten Pfalzgrafen nichts bekannt ist.

Patze Hans: Seite 170
**********
"Die Entstehung der Landesherrschaft in Thüringen"

Für die fernere Zukunft der LUDOWINGER war die Ehe Ludwigs des Springers mit Adelheid, der Gemahlin des Pfalzgrafen Friedrich III. von Goseck, folgenreich. Friedrich III. wurde nach kaum vierjähriger Ehe von den Gebrüdern Dietrich und Ulrich von Deidenliebe und Reinhard von Runenstide auf der Jagd beim Hof Zscheiplitz an der Unstrut ermordet. Sein Vater Friedrich II. weilte gerade an der Elbe und kehrte erst 30 Tage nach dem Begräbnis seines Sohnes nach Goseck zurück. 1088 starb er.

Reuter Timothy: Band III Seite 306
**************
"Unruhestiftung, Fehde, Rebellion, Widerstand" in: Die Salier und das Reich.

Andere Konflikte mit tödlichem Ausgang sind wohl eher privater Natur gewesen, wie etwa der Tod Friedrichs von Putelendorf in einem Erbstreit mit Ludwig von Thüringen 1085, der Tod HERMANNS VON SALM ebenfalls im Verlauf eines Erbstreits 1088, oder die Ermordung Kunos von Beichlingen 1103 [Friedrich: Meyer von Knonau, Heinrich IV. 3 (wie Anmerkung 4), Seite 448.].
 
 
 
 

  oo 1. Adelheid von Stade, Tochter des Markgrafen Lothar Udo II.
           um 1065-8.10. oder 14.10.1110
 
 
 
 

Kinder:

  Friedrich IV. Graf von Putelendorf
  postum 1085-26.VI.1125

  Bertha von Gleissberg
        - nach 1137

Bertha stiftete 1133 mit ihrem Gemahl das Kloster Bürgel.

  oo Heinrich Graf von Groitzsch, Burggraf von Magdeburg
              -31.XII.1138
 
 
 
 

Literatur:
-----------
Annalista Saxo: Reichschronik - Assing Helmut: Brandenburg, Anhalt und Thüringen im Mittelalter. Askanier und Ludowinger beim Aufbau fürstlicher Territorialherrschaften. Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 1997 Seite 275-276 - Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 13 Seite 26 - Die Salier und das Reich. Gesellschaftlicher und ideengeschichtlicher Wandel im Reich der Salier. (Hg.) Stefan Weinfurter. Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1991 Band III Seite 306 - Fenske, Lutz: Adelsopposition und kirchliche Reformbewegung im östlichen Sachsen. Vandenhoeck & Ruprecht Göttingen 1977, Seite 229 A.33, 243,247,251,255,348 - Meyer von Knonau, Gerold: Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Heinrich IV. und Heinrich V., Verlag von Duncker & Humblot Leipzig 1890 Band III Seite 448 - Partenheimer Lutz: Albrecht der Bär. Gründer der Mark Brandenburg und des Fürstentums Anhalt. Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 2001 Seite 45 - Patze, Hans: Die Entstehung der Landesherrschaft Thüringen, Böhlau Verlag Köln/Graz 1962 Seite 170 - Schwennicke Detlev: Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1, Vittorio Klostermann GmbH Frankfurt am Main 1998 Tafel 147 - Starke, Heinz-Dieter: Die Pfalzgrafen von Sachsen bis zum Jahre 1088, in: Braunschweigisches Jahrbuch Band 36 Seite 46-47 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 165 -