Dedi von Goseck                            Pfalzgraf von Sachsen (1043-1056)
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vor 1000-5.5.1056 ermordet          Graf im Hassegau
               bei Pöhlde
 

Begraben: Goslar
 

Jüngerer Sohn des Pfalzgrafen Friedrichs I. von Sachsen aus dem Hause GOSECK und der Agnes von Weimar, Tochter von Graf Wilhelm II.
 

Schwennicke Detlev: Tafel 147
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"Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1"

8. DEDO
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    + erschlagen Pöhlde 5.V.1056

Begraben: Goslar

1042-1044 PFALZGRAF



Thiele Andreas: Tafel 165
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte"
Band I, Teilband 1 Deutsche Kaiser-, Königs-, Herzogs- und Grafenhäuser I

DEDI
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    + 1056 ermordet

Folgte 1043 unter der Vormundschaft seines Cousins, Wilhelm IV. von Weimar, der bis 1044 als Pfalzgraf fungierte [Persönlicher Einwurf: Wenn Dedis Bruder Adalbert um 1000 geboren wurde, ist es unmöglich, daß dieser im Jahre 1042 unter Vormundschaft stand.]. Er stiftete mit seinen Brüdern 1043 das Hauskloster Goseck, unterstellte es dem erzbischöflichen Bruder Adalbert und wurde Vogt von Goseck und auch Vogt der Bremer Kirche. Er wurde damit in die vielen Händel des Bruders hineingezogen, war wohl auch Reichsvogt wie der Großvater und ist quellenmäßig nur wenig greifbar. Er tat sich im Ungarnfeldzug 1044/45 in der Schlacht bei Menfö hervor und gewann nach dem Aussterben der EKKEHARDINER in Thüringen bedeutende Machtpositionen dazu. Er wurde auf dem Weg von Bremen nach Thüringen ermordet. Er führte einen von Erzbischof Adalbert gebannten Kleriker zur Aburteilung mit sich.



GENEALOGIE DER WETTINER: Seite 232
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Sein zweiter Sohn Dedi <II.> erhielt <nach dem Tode Ekkehards II. 1046> die Mark des Markgrafen Odo [Hodo] <Markgraf der Ostmark 1030-1032>, der keinen Erben hatte, und heiratete <1069> Oda, die Mutter des Markgrafen Otto [Otho] von Orlamünde <richtig: des Grafen Otto von Orlamünde und 1062-1067 Markgrafen von Meißen, Witwe des Grafen Wilhelm III. von Weimar, dieser 1003-1039> und zeugte mit ihr Dedi den Jüngeren <III., siehe aber weiter unten>, der in seiner Jugend starb, nachdem er <1069> von hinten tödlich durchbohrt <also ermordet> worden war, sowie zwei Töchter; deren eine, Adelheid heiratete den Markgrafen Ernst [Hernestum] von Bayern <richtig: Markgraf von Österreich 1056-1975> und gebar ihm den Markgrafen Leopold [Luppoldus] <II., Markgraf von Österreich 1075-1095>; die zweite, Agnes <die Agnes betreffenden Angaben gestört>, heiratet Graf Friedrich <von Goseck, + 1036> und gebar ihm drei Söhne: Erzbischof Adalbert [Adelbertus] <von Hamburg-Bremen, 1043-1072> und die Pfalzgrafen Dedo <+ 1056> und Friedrich <II., + 1088> sowie eine Tochter namens Oda, die ein Adliger namens Adalbert [Adelbertus] mit dem Beinamen Seveke <Schenk? so die Altzeller Annalen> von Sommerschenburg [Sumerschenburc] zur Frau nahm.

Johanneck, Peter: Band II Seite 98-100
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"Die Erzbischöfe von Hamburg-Bremen" in: Die Salier und das Reich

Erzbischof Adalbert stammte aus dem ostsächsischen Adelsgeschlechte der Grafen von Goseck, das mit Friedrich, dem Vater Adalberts, erstmals in den Quellen deutlich zu fassen ist [92 Vgl. dazu sowie zur Geschichte des Hauses GOSECK R. Ahlfeldt, Die Herkunft der sächsischen Pfalzgrafen und das Haus Goseck bis zum Jahre 1125, in: Festschrift Adolf Hofmeister, Halle 1955, Seite 1-30; Ders., Gosecker Chronik (wie Anm. 31), Seite 1-8.]. In Goseck, im Bistum Naumburg, haben Adalbert und seine Brüder - Dedi und Friedrich- bereits 1041, also vor der Erhebung Adalberts, in ihrer Stammburg ein Benediktinerkloster gegründet. Als Adalbert Erzbischof wurde, hat er seinen eigenen Anteil am väterlichen Erbe den beiden Brüdern übereignet, im Gegenzug jedoch die Übertragung des Klosters Goseck an die Bremer Kirche erreicht. Goseck blieb Hauskloster und Familiengrablege der Grafen von Goseck, und Adalbert hat die Möglichkeiten, die aus dieser Konstellation sich ergaben, zu nutzen verstanden.
Das 'Chronicon Gozecense' aber belegt einen ernsten Konfliktfall mit spektakulärem Ausgang. Adalbert hat einen Kleriker, dem nicht näher bezeichnete crimina vorgeworfen wurden, aus Bremen entfernt. In jedem Falle scheint es Adalbert darum gegangen zu sein, die Buße, falls eine solche überhaupt verhängt wurde, nicht in Bremen vollziehen zu lassen, wo jener Kleriker offenbar auf Rückhalt und Unterstützung rechnen konnte. Adalbert übergab ihn der Aufsicht seines Bruders, des Pfalzgrafen von Sachsen Dedi. Im Jahre 1056, kurz vor dem Tode HEINRICHS III., hat der Kleriker in einem unbewachten Augenblick Dedi zu Pöhlde ermordet, als dieser gerade vom Pferd stieg [99 Ahlfeld, Gosecker Chronik (wie Anmerkung 31), I, c. 8, Seite 19; vgl. auch die Zusammenstellung der übrigen Quellen bei May, Regesten (wie Anm. 25), nr. 248.].
Der Vorfall, der wohl nur deswegen in die Berichterstattung der erzählenden Quellen eingegangen ist, weil die Tat eine so hochgestellte Person wie Dedi traf, enthüllt schlaglichtartig, wie stark sich die Herrschaft eines "Reichsbischofs" in seinem Bistum auf die Mitwirkung seiner Familie, seiner adligen Verwandten zu stützen vermochte, selbst wenn diese Familie in dem Bistum, das ihr Verwandter erhielt, nicht über unmittelbaren Einfluß verfügte. Das Kloster Goseck stellte die feste Klammer zwischen dem Bistum und der Familie her.
Es geht um den Aufstieg des Hauseas GOSECK. Nur ein Jahr vor Adalberts Erhebung zum Erzbischof von Bremen, im Jahr 1042, hat HEINRICH III. seinen Bruder Dedi, den Ermordeten von 1056, als ersten seines Geschlechtes aufgrund seiner Verdienste im Ungarnfeldzug zum Pfalzgrafen von Sachsen gemacht [102 Ahlfeld, Gosecker Chronik (wie Anmerkung 31), I, 9, Seite 20; zu allen damit zusammenhängenden Problemen Ahlfeld, Herkunft (wie Anmerkung 92), passim.]. Es kann kein Zweifel bestehen, daß beide Erhebungen in engem Zusammenhang zu sehen sind. HEINRICH III. förderte damit innerhalb der ostsächsischen Aristokratie, deren Widerstand im Harzgebit gegen seine dortigen Ambitionen wohl bereits damals spürbar wurde, ein wichtiges Geschlecht. Es hatte bis dahin nicht in der vordersten Reihe gestanden, war aber vornehm genug, um Gewicht zu haben. Dieses Gewicht verstärkte sich die Ämter, die HEINRICH III. ihm übertrug und die es gleichzeitig an das Königtum banden.

Dahlhaus, Joachim: Band II Seite 415
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"Zu den Anfängen von Pfalz und Stiften in Goslar" in: Die Salier und das Reich

Drei Monate vorher war auf Geheiß des Kaisers in der Stiftskirche der sächsische Pfalzgraf Dedo beigesetzt worden. Nachdem er einer Verwundung erlegen war, die ihm ein Kleriker seines Bruders, des Hamburger Erzbischofs Adalbert, zugefügt hatte [354 Lampert, Annales (wie Anmerkung 1) ad a. 1056, Seite 70/58; Gosecker Chronik I c. 9, ed. R. Ahlfeld, in: Jb. für die Geschichte Mittel- und Ostdeutschlands 16/17, 1968, Seite 19.]. Nach Aussage der Chroniken von St. Simon und Judas schenkte Dedo der Kirche Güter zu Schlanstedt und Dedeleben.

Pätzold Stefan: Seite 278
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"Die frühen Wettiner. Adelsfamilie und Hausüberlieferung bis 1221"

Allerdings erwähnt der Annalista Saxo zum Jahre 1043 eine "filia Dedonis", die vom sächsischen Pfalzgrafen Friedrich von Goseck zur Frau genommen wurde und den späteren Erzbischof Adalbert von Hamburg-Bremen, die Grafen Friedrich und Dedo sowie eine Tochter namns Oda, die spätere Ehefrau Adalberts von Sommerschenburg, zur Welt brachte. Diese Informationen übernimmt der Genealoge und bringt sie - wohl zu Unrecht - mit Agnes in Verbindung [59 Vgl. Seite 227 Zeile 21-25 mit Annalista Saxo, Seite 686 Zeile 13-16. - Den genealogischen Angaben zufolge hätte Agnes mit Pfalzgraf Friedrich I. von Goseck, dem Vater von Albrecht, Friedrich II., Dedo und Oda, verheiratet gewesen sein müssen. Dieser starb spätestens 1042. Da nun aber Dedo II. und Oda frühestens 1039, dem Todesjahr von Odas erstem Gatten, geheiratet haben können und demnach Agnes wohl kaum vor 1040 geboren wurde, kommt Friedrich I. als Ehemann der WETTINERIN schwerlich in Frage. Überdies berichtet der die Gosecker Chronik 2, Seite 15, daß Friedrichs Ehefrau, deren Namen dort freilich auch mit Agnes angegeben wird, eine "procerum de Wimare filia" war. In der Forschung hat sich daher die Ansicht durchgesetzt, die Angaben des Sächsischen Annalisten sowie des Genealogen als unzutreffend anzusehen und eine WEIMARERIN Agnes als Ehefrau des Pfalzgrafen Friedrich anzunehmen; vgl. dazu O.Posse, Genealogie, Tafel 1 Nr. 23, Seite 41, R. Schölkopf; Seite 60, H.-D. Starke, Pfalzgrafen von Sachsen; Seite 36f., R. Ahlfeld; Pfalzgrafen, Seite 16f. und R. Ahlfeld; Gosecker Chronik, Seite 2.].
 
 
 
 

Kinder:

Illegitim

  Friedrich Abt von Goseck (1062-1090)
         -   1090 (1100 Isenburg)
          Goseck
 
 
 
 

Literatur:
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Annalista Saxo: Reichschronik - Black-Veldtrup, Mechthild: Kaiserin Agnes (1043-1077) Quellenkritische Studien, Böhlau Verlag Köln 1995, Seite 130,144,179,195,200,201 - Boshof Egon: Die Salier, Verlag W. Kohlhammer Suttgart Berlin Köln 1987 Seite 100 - CHRONIK VOM PETERSBERG nebst der GENEALOGIE DER WETTINER, fliegenkopf verlag Halle 1996 Seite 232 - DEUTSCHE FÜRSTEN DES MITTELALTERS. Fünfundzwanzig Lebensbilder. Edition Leipzig 1995 Seite 121,131 - Die Salier und das Reich, hg. Stefan Weinfurter, Jan Thorbecke Verlag 1991, Band I Seite 283/Band II Seite 98-100,415 - Lampert von Hersfeld: Annalen, Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 2000, Seite 58 - Pätzold Stefan: Die frühen Wettiner. Adelsfamilie und Hausüberlieferung bis 1221, Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 1997, Seite 278 - Posse, Otto: DIE WETTINER. Genealogie des Gesamthauses Wettin. Zentralantiquariat Leipzig GmbH 1994 Seite 38 - Rogge, Helmuth: Das Verbrechen des Mordes begangen an weltlichen deutschen Fürsten in der Zeit von 911 bis 1056. Dissertation Berlin 1918, Seite 83-85 - Schwennicke Detlev: Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1, Vittorio Klostermann GmbH Frankfurt am Main 1998 Tafel 147 - Starke Heinz-Dieter: Die Pfalzgrafen von Sachsen bis zum Jahre 1088, Braunschweigisches Jahrbuch 36, Seite 38-40 - Steindorff, Ernst: Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Heinrich III., Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1963 Band 1 Seite 162 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 165 -