Dedi III.                                          Markgraf der Lausitz
-----------
um 1040- vor 26.10.1069 ermordet
 

Ältester Sohn des Markgrafen Dedi II. von der Lausitz aus dem Hause der WETTINER aus seiner 1. Ehe mit der Oda von der Lausitz, Tochter von Markgraf Thietmar II.
 

Schwennicke Detlev: Tafel 150
*****************
"Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1"

DEDO III.
--------------
    + ermordet 1069 vor 26.X.

1069 Markgraf der NIEDER-LAUSITZ



Thiele Andreas: Tafel 182
*************
"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte"
Band I, Teilband 1 Deutsche Kaiser-, Königs-, Herzogs- und Grafenhäuser I

DEDI III.
-------------
    + 1069 ermordet

Geriet gegen den Vater wegen dessen zweiter Ehe und wurde von Kaiser HEINRICH IV. mit der seinem Vater abgesprochenen Mark Nieder-Lausitz belehnt, die der Vater aber nach Tode des Sohnes zurückerhielt. Er wurde von seiner Stiefmutter Adele ermordet.



Schwarz Hilmar: Seite 160
**************
"Die Wettiner des Mittelalters und ihre Bedeutung für Thüringen"

Generation D

(14) DEDO III.
--------------------
    + vor 26. Oktober 1069 (jung ermordet)



GENEALOGIE DER WETTINER: Seite 232
*********************************
Sein zweiter Sohn Dedi <II.> erhielt nach dem Tode Ekkehards II. 1046> die Mark des Markgrafen Odo [Hodo] <Markgraf der Ostmark 1030-1032>, der keinen Erben hatte, und heiratete <1069> Oda, die Mutter des Markgrafen Otto [Otho] von Orlamünde <richtig: des Grafen Otto von Orlamünde und 1062-1067 Markgrafen von Meißen, Witwe des Grafen Wilhelm III. von Weimar, dieser 1003-1039> und zeugte mit ihr Dedi den Jüngeren <III., siehe aber weiter unten>, der in seiner Jugend starb, nachdem er <1069> von hinten tödlich durchbohrt <also ermordet> worden war, sowie zwei Töchter; deren eine, Adelheid, heiratete den Markgrafen Ernst [Hernestum] von Bayern <richtig: Markgraf von Österreich 1056-1075> und gebar ihm den Markgrafen Leopold [Luppoldus] <II., Markgrafen von Österreich 1075-195>; die zweite, Agnes <die Agnes betreffenden Angaben gestört>, heiratete Graf Friedrich <von Goseck, + 1036> und gebar ihm drei Söhne. Als aber Markgraf Otto <1067> und seine Mutter Oda <vor 1068> gestorben waren, heiratete der vorgenannte Markgraf Dedi <II.> dessen Witwe Adela. Sie war aus Brabant gebürtig, aus einer Burg namens Löwen <nämlich als Tochter des Grafen Lambert von Löwen>, und ihre Brüder waren Graf Heinrich und Reiher <?>. Mit ihr zeugte er Dedi <III., siehe aber weiter oben>, den Markgrafen Heinrich <I.> von Eilenburg und den Grafen Konrad, der von den Heiden <genauer: den Wenden> erschlagen wurde.

Lampert von Hersfeld: Seite 118,150
*******************
"Annalen"

Sein Sohn Dedi der Jüngere [1 Zeitweise im Besitz der Nieder-Lausitz] verfolgte zu dieser Zeit seinen Vater mit größerer Feindseligkeit als irgendein anderer. Deshalb stand er nach Beendigung des Krieges beim König in höchster Ehre: er war ein hochbegabter Jüngling, nur riß ihn der Geist des Ehrgeizes und unzeitige Herrschsucht zu unüberlegten Handlungen hin. Als er bald danach einmal nachts wegen eines natürlichen Bedürfnisses beiseite ging, wurde er von einem, der ihm draußen auflauerte, durch einen Stich in den Unterleib getötet. Wer der Anstifter dieses Mordes war, ist nicht mit Sicherheit festzuustellen, doch allgemein raunte man im Volke, er sei durch die Arglist seiner Stiefmutter [Adela] ermordet worden. So viel steht aber außer Zweifel, daß durch seinen Tod die Klöster und Kirchen von schwerer Besorgnis befreit worden sind, denn bei allen hatte sich die bestimmte Erwartung eingenistet, er, der seinen Vater nicht verschont hatte, werde in seiner Sucht nach Machtsteigerung nicht Gott, nicht Menschen schonen.
Herzog Otto hatte das Schwert dann dem jüngeren Dedi, dem Sohn Markgraf Dedis, zum Beweis und Unterpfand unerschütterlicher Zuneigung für einige Zeit überlassen, und nach dessen oben erwähnter Ermordung war es an den König und durch diesen zufällig an diesen Liupold gekommen.

Pätzold Stefan: Seite 20-21,97
*************
"Die frühen Wettiner"

Überdies setzte er ihn wahrscheinlich auch ab und machte dessen Sohn Dedo III. zum Markgrafen der Ostmark [82 Darüber berichten die erzählenden Quellen zwar nichts, aber im D H IV. 227 vom Dezember 1069 wird eine Memorialstiftung HEINRICHS IV. für das Domstift Meißen zugunsten seines "dilectus miles, Dedo marchio ibidem sepultus" beurkundet, bei dem es sich um Dedo III. handeln muß, da Dedo II. erst, wie aus Lamperti Ann., Seite 232 hervorgeht, im Jahre 1075 starb; vgl. S. Lüpke, Seite 53.]. Dieser, der wie seine Schwestern Adelheid und Agnes aus Dedos II. 1. Ehe mit Oda stammte, hatte sich mit seinem Vater zerstritten und unterstützte die Sache des SALIERS, bei dem er hohes Ansehen genoß. Der nach dem Urteil Lamperts begabte und ehrgeizige Hochadlige, welcher auch mit Herzog Otto von Northeim in enger Verbindung stand, hätte wohl bedeutenden Einfluß auf das Geschehen im östlichen Sachsen gewinnen können, wurde aber noch im selben Jahr ermordet. Daraufhin erhielt Dedo II. nach der Aussöhnung mit dem König das Markgrafenamt zurück [86 Lamperti Ann. Seite 108 Zeile 31 - Seite 109 Zeile 1. Vgl. auch Ann. Ottenburani zu 1068, Seite 7; ferner S. Lüpke, Seite 53 und L. Fenske, Adelsoppositionmn, Seite 74. - Es ist auffällig, daß Lampert die Einsetzung Dedos III. als Nachfolger seines Vaters nicht erwähnt, obgleich er ausdrücklich auf das hohe Ansehen des jungen Mannes beim SALIER hinweist. Nach der Darstellung des Mönches amtierte Dedo II. bis zu seinem Tod im Jahre 1075 ununterbrochen in der Ostmark. Möglicherweise wollte Lampert auf diese Weise vermeiden, daß auf den WETTINER der Verdacht fiel, den Mord angestiftet zu haben, was ja unvermeidlich gewesen wäre, wenn er ihn als direkten Nutznießer des Verbrechens dargestellt hätte. In derselben Absicht dürfte er den Argwohn des Lesers auf Adela, die Stiefmutter des Ermordeten, gelenkt haben; vgl. zu diesem Aspekt weiter unten Seite 22 A. 94 und Seite 278.].
Daneben bestand noch eine enge persönliche Bindung zwischen Dedo III. und dem Herzog Otto von Northeim [92 Lamperti Ann. zu 1071, Seite 130: "Cumque eum (si. gladium) dux Otto filio Dedi marchionis Dedi iuniori in argumentum pignusque individue dilectionis ad tempus praestisset, illo (...) perempto regi et per regem Liupoldo huic casu obvenerant". Welcher Art die Beziehung zwischen Otto und Dedo III. war, läßt sich der Quelle nicht entnehmen. Möglicherweise war der NORTHEIMER der Taufpate des jungen WETTINERS; vielleicht war das Schwert aber auch der Unterpfand eines Freundschaftsbündnisses zwischen den beiden Adligen. Ebenso unklar ist, welche Bedeutung diese Bindung für das Verhältnis zwischen dem Markgrafen und dem Herzog hatte: Sie konnte in der Absicht geschlossen worden sein, die Beziehung zwischen Dedo II. und dem NORTHEIMER zu bekräftigen; sie konnte jedoch ebenso dazu dienen, den jungen WETTINER stärker an Otto und seine politischen Ziele zu binden.].

Reuter Timothy: Band III Seite 305
**************
"Unruhestiftung, Fehde, Rebellion, Widerstand" in: Die Salier und das Reich

Die Hintergründe der Ermordung des jungen Dedi 1069 liegen ebenfalls im dunkeln [Meyer von Knonau, Heinrich IV. 1 (wie Anm. 4, Seite 214; J. F. Böhmer/T. Struve, Regesta Imperii III, 3,1. Die Regesten des Kaiserreiches unter Heinrich IV. 1056 (1050)-1106, Köln 1984 (künftig: Böhmer/Struve), Nr. 227.].
 
 
 

Literatur:
-----------
Annalista Saxo: Reichschronik - Brüsch, Tania: Die Brunonen, ihre Grafschaften und die sächsische Geschichte. Herrschaftsbildung und Adelsbewußtsein im 11. Jahrhundert. Matthiesen Verlag Husum 2000 Seite 38 - CHRONIK VOM PETERSBERG nebst der GENEALOGIE DER WETTINER, fliegenkopf verlag Halle 1996 Seite 232 - Die Salier und das Reich, hg. Stefan Weinfurter, Jan Thorbecke Verlag 1991, Band III Seite 305 - Fenske, Lutz: Adelsopposition und kirchliche Reformbewegung im östlichen Sachsen, Vandenhoeck & Ruprecht Göttingen 1977 Seite 74 - Lampert von Hersfeld: Annalen, Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 2000, Seite 118,150 - Lüpke, Siegfried: Die Markgrafen der Sächsischen Ostmarken in der Zeit von Gero bis zum Beginn des Investiturstreites (940-1075), Dissertation Halle 1937 - Meyer von Knonau, Gerold: Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Heinrich IV. und Heinrich V. 1. - 7. Band, Verlag von Duncker & Humblot Leipzig 1890 - Pätzold Stefan: Die frühen Wettiner. Adelsfamilie und Hausüberlieferung bis 1221, Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 1997, Seite 17,20,97,277,282,340 - Posse, Otto: Die Markgrafen von Meissen und das Haus Wettin bis zu Konrad dem Grossen. Giesecke& Devrint Verlag Leipzig 1881 Seite 165,236,242 Anm. 91 - Posse, Otto: DIE WETTINER. Genealogie des Gesamthauses Wettin. Zentralantiquariat Leipzig GmbH 1994 Tafel 1 Seite 41 - Schwarz Hilmar: Die Wettiner des Mittelalters und ihre Bedeutung für Thüringen, Kranichborn Verlag Leipzig 1994 Seite 160 - Schwennicke Detlev: Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1, Vittorio Klostermann GmbH Frankfurt am Main 1998 Tafel 150 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 182 -