Dedi II.                                           Markgraf der Lausitz (1034-1075)
----------                                          Graf von Eilenburg
um 1010-  10.1075
 

Ältester Sohn des Grafen Dietrich II. von Eilenburg aus dem Hause der WETTINER und der Mathilde von Meißen, Tochter von Markgraf Ekkehard I.
 

Brandenburg Erich: Tafel 5 Seite 11
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"Die Nachkommen Karls des Großen"

X. 74. ADELE
-------------------
* ..., + 1083

Gemahl:
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a) vor 1060 (ca. 1055)
OTTO, Graf von Weimar-Orlamünde
       + Anfang 1067

b) 1069
DEDO II. VON WETTIN, Markgraf der Nieder-Lausitz
        + 1075 X.



Schwennicke Detlev: Tafel 150
*****************
"Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1"

DEDO II.
-------------
    + X.1075

1043 Graf im GAU SIUSLI
1046 MARKGRAF der OSTMARK (LAUSITZ)
um 1046/68 GRAF im SÜDLICHEN SCHWABENGAU

  I. oo ODA
                   + 1068

Tochter von Thietmar II., Markgraf der Ostmark

  II. oo 1069
         ADELA VON LÖWEN
                      + 1083

Witwe von Otto Graf von Weimar
Tochter von Graf Lambert II.



Thiele Andreas: Tafel 182
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte"
Band I, Teilband 1 Deutsche Kaiser-, Königs-, Herzogs- und Grafenhäuser I

DEDI II.
------------
    + 1075

Folgte 1034 seinem Vater als Graf von Eilenburg, Graf in den Gauen Siusuli, Serimunt, Nicizi und Susali. Kaiser HEINRICH III. übertrug ihm nach dem Tode Ekkehards II. von Meißen (1046) die Thüringische Mark, bestehend aus den vereinten und mit Meißen verbundenen Marken Merseburg und Zeitz, sowie die Nieder-Lausitz, welche Ekkehard II. nach Dietrichs II. Tode (1034) erworben zu haben scheint. Später trat er die Thüringer Marken an den Markgrafen Wilhelm von Meißen ab. Er hielt weitgehend zu den SALIERN, machte jedoch 1062 die Rebellion gegen Erzbischof Adalbert von Bremen mit und war 1068-1070 Regent der Mark Meißen. Er wurde von seiner zweiten Frau, die als intrigant und herrschsüchtig überliefert wurde, 1068/69 zur Rebellion gegen HEINRICH IV. bewogen und wurde zeitweise inhaftiert. 1069 machte Dedi Erbansprüche seiner Gemahlin an Weimar geltend und wurde von HEINRICH IV. unterworfen, der ihm die Nieder-Lausitz absprach und sie Dedis Sohn Dedi III. übertrug. Nach dessen Tode erhielt sie Dedi zurück, doch gingen ihm und dem Haus WETTIN die Grafschaften im Hasse- und Schwabengau und Beichlingen für immer verloren. Er machte die sächsische Rebellion unter Otto von Northeim mit, war aber wegen seines hohen Alters kaum noch aktiv. Nach Dedis II. Tode übertrug HEINRICH IV. die Nieder-Lausitz an Wratislaw von Böhmen, sie kam jedoch 1081 an das Haus WETTIN zurück.

  1. oo ODA VON DER LAUSITZ
                   + vor 1069

 Tochter Markgraf Thietmars II. von der Nordmark-Lausitz, Witwe Graf Wilhelms II. von Weimar

  2. oo ADELE VON LÖWEN-BRABANT
                    + 1083

Tochter des Grafen Lambert II., Witwe des Markgrafen Otto I. von Weimar-Orlamünde-Meißen



Schwarz Hilmar: Seite 159
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"Die Wettiner des Mittelalters und ihre Bedeutung für Thüringen"

Generation C

(8) DEDO II.
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    + Oktober 1075

  1. oo um 1039
          ODA, Tochter des Markgrafen Thietmar II. von der Lausitz,
                  + vor 1069

Witwe des Grafen Wilhelm III. von Weimar (+ 16.4.1039)
 

  2. oo um 1068
          ADELA, Tochter des Grafen Lambert von Löwen
                   + 1083

Witwe des Markgrafen Otto von Meißen (+ 1067)

Kinder: (aus 1. Ehe) (14) bis (16)
           (aus 2. Ehe) (17) und (18)



GENEALOGIE DER WETTINER: Seite 232
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Graf Dietrich <II.> also zeugte folgende Söhne: Friedrich, Dedi <II.>, Thimo, Gero, Konrad und Rikdag [Riddag] sowie eine Tochter Hidda. Sein zweiter Sohn Dedi <II.> erhielt nach dem Tode Ekkehards II. 1046> die Mark des Markgrafen Odo [Hodo] <Markgraf der Ostmark 1030-1032>, der keinen Erben hatte, und heiratete <1069> Oda, die Mutter des Markgrafen Otto [Otho] von Orlamünde <richtig: des Grafen Otto von Orlamünde und 1062-1067 Markgrafen von Meißen, Witwe des Grafen Wilhelm III. von Weimar, dieser 1003-1039> und zeugte mit ihr Dedi den Jüngeren <III., siehe aber weiter unten>, der in seiner Jugend starb, nachdem er <1069> von hinten tödlich durchbohrt <also ermordet> worden war, sowie zwei Töchter; deren eine, Adelheid, heiratete den Markgrafen Ernst [Hernestum] von Bayern <richtig: Markgraf von Österreich 1056-1075> und gebar ihm den Markgrafen Leopold [Luppoldus] <II., Markgrafen von Österreich 1075-195>; die zweite, Agnes <die Agnes betreffenden Angaben gestört>, heiratete Graf Friedrich <von Goseck, + 1036> und gebar ihm drei Söhne. Als aber Markgraf Otto <1067> und seine Mutter Oda <vor 1068> gestorben waren, heiratete der vorgenannte Markgraf Dedi <II.> dessen Witwe Adela. Sie war aus Brabant gebürtig, aus einer Burg namens Löwen <nämlich als Tochter des Grafen Lambert von Löwen>, und ihre Brüder waren Graf Heinrich und Reiher <?>. Mit ihr zeugte er Dedi <III., siehe aber weiter oben>, den Markgrafen Heinrich <I.> von Eilenburg und den Grafen Konrad, der von den Heiden <genauer: den Wenden> erschlagen wurde.

Trillmich Werner: Seite 298
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"Kaiser Konrad II. und seine Zeit"

Allodien und Lehen des Erschlagenen in Sachsen, Ostmark und Niederlausitz übernahm ungeschmälert und unbehelligt sein Sohn Dedi (1034-1075), aber während er noch mit dem Antritt des Erbes beschäftigt war, brandschatzten die Liutizen bei Werben linkselbische Ortschaften in der berechtigten Erwartung, während der Abwesenheit von seinen Standesgenossen beneideten feindlichen Kommandanten einen gefahrlosen Beutezug unternehmen zu können.

Black-Veldtrup Mechthild: Seite 172,177,237
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"Kaiserin Agnes (1043-1077) Quellenkritische Studien"

In der Zeit zwischen dem 29. Juni und dem 2. Juli 1046, in der sich der Hof in Meißen aufhielt, wurden die Lausitz und die Ostmark an Ekkehards II. Neffen, den WETTINER Dedi, verlehnt, dessen Brüder Thiemo von Köstritz und Konrad sowie dessen Schwägerin Bertha uns mit ihren Söhnen und Schwiegertöchtern, zum Teil als fundatores, in den Mortuologien des Naumburger Doms begegnen. Selbstverständlich war es nicht, dass zwei der drei Markgrafschaften Ekkehards nach dem Erlöschen der männlichen Linie des Geschlechts an die Nachfahren der weiblichen fielen. Über die Haltung der ostsächsischen Markgrafen während der Regentschaft lassen die Quellen lediglich Vermutungen zu. Markgraf Dedi von der Ostmark und der Lausitz hat sich wohl am 9. März 1062 in Goslar aufgehalten. Aus seiner Intervention in einer Bestätigungsurkunde für das Kloster Nienburg und der Erwähnung in einem auf Mai 1062 datierten Brief Bischof Gunthers von Bamberg an Anno von Köln im Zusammenhang mit einer Verschwörung wird auf seine Mitwisserschaft an der Entführung von Kaiserswerth geschlossen. Deshalb kann man vermuten, dass er damals zu den Gegnern der Kaiserin gehörte.
Die Burg Burgscheidungen war zu dieser Zeit (um 1069) von Markgraf Dedi von der Lausitz und der Ostmark besetzt und wurde im Zuge seiner Auseinandersetzungen mit HEINRICH IV. vom König erobert und zerstört.
 
 
 
 

    1039
  1. oo 2. Oda von der Lausitz, Tochter des Markgrafen Thietmar II.
               um 1015- vor 1068

        1. oo Wilhelm III. Graf von Weimar
                        -16.4.1039

     1068
  2. oo 2. Adela von Löwen, Tochter des Grafen Lambert II.
               um 1040-   1083

        1. oo Otto I. Graf von Weimar-Orlamünde
                       - Anfang 1067
 
 
 
 

Kinder:
1. Ehe

  Dedi III.
  um 1040- vor 26.10.1069 ermordet

  Adelheid
  um 1040-26.1.1071

 1060
  oo Ernst Markgraf von Österreich
       um 1020-9.6.1075

  Agnes
         -

  oo Friedrich Graf aus Sachsen
             -

  Konrad
          -   1070 ermordet

  Konrad wurde von seiner Stiefmutter Adele ermordet.

2. Ehe

  Heinrich I. Graf von Eilenburg
  um 1070-   1103
 
 
 
 

Literatur:
-----------
Albert Herzog zu Sachsen: Die Wettiner in Lebensbildern. Verlag Styria Graz Wien Köln 1995 Seite 12 - Annalen von Hildesheim ad a. 1034 - Annalista Saxo: Reichschronik - Assing Helmut: Brandenburg, Anhalt und Thüringen im Mittelalter. Askanier und Ludowinger beim Aufbau fürstlicher Territorialherrschaften. Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 1997 Seite 182 - Black-Veldtrup, Mechthild: Kaiserin Agnes (1043-1077) Quellenkritische Studien, Böhlau Verlag Köln 1995, Seite 172, 177,179,195,204,237,239 - Boshof Egon: Die Salier, Verlag W. Kohlhammer Suttgart Berlin Köln 1987 Seite 174 - Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen. Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 5 Seite 11 - Brunos Buch vom Sächsischen Kriege. Übersetzt von Wilhelm Wattenbach, Phaidon Verlag Essen 1986, Seite 23,26,99 - Brüsch, Tania: Die Brunonen, ihre Grafschaften und die sächsische Geschichte. Herrschaftsbildung und Adelsbewußtsein im 11. Jahrhundert. Matthiesen Verlag Husum 2000 Seite 32,38,53,64,73,126 - CHRONIK VOM PETERSBERG nebst der GENEALOGIE DER WETTINER, fliegenkopf verlag Halle 1996 Seite 232 - DEUTSCHE FÜRSTEN DES MITTELALTERS. Fünfundzwanzig Lebensbilder. Edition Leipzig 1995 Seite 157 - Die Salier und das Reich, hg. Stefan Weinfurter, Jan Thorbecke Verlag 1991, Band I Seite 288-290/Band II Seite 413/Band III Seite 298,322 - Fenske, Lutz: Adelsopposition und kirchliche Reformbewegung im östlichen Sachsen. Vandenhoeck & Ruprecht Göttingen 1977, Seite 30,34-36,51,53 A. 144,70,71 A. 244,74,84,87,105,124,148 A. 276,149 A. 287,183 A. 437,243,263, 340,343,348 - Giese, Wolfgang: Der Stamm der Sachsen und das Reich in ottonischer und salischer Zeit, Franz Steiner Verlag Wiesbaden 1979 Seite 163 - Lampert von Hersfeld: Annalen, Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 2000, Seite 114-118,150,178,184,262,312,378 - Lechner Karl: Die Babenberger. Markgrafen und Herzoge von Österreich 976-1246,Böhlau Verlag Wien-Köln-Weimar 1992, Seite 86-88,111 - Lüpke, Siegfried: Die Markgrafen der Sächsischen Ostmarken in der Zeit von Gero bis zum Beginn des Investiturstreites (940-1075), Dissertation Halle 1937 - Meyer von Knonau, Gerold: Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Heinrich IV. und Heinrich V. 1. - 7. Band, Verlag von Duncker & Humblot Leipzig 1890 - Partenheimer Lutz: Albrecht der Bär. Gründer der Mark Brandenburg und des Fürstentums Anhalt. Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 2001 Seite 23,205,209,218,287 - Pätzold Stefan: Die frühen Wettiner. Adelsfamilie und Hausüberlieferung bis 1221, Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 1997, Seite 11,16-19,21,24,26,28,30, 88,96,98,114,117,123,125,145,182,225,239,244,249,251,271,275-279,282,340 - Posse, Otto: Die Markgrafen von Meissen und das Haus Wettin bis zu Konrad dem Grossen. Giesecke& Devrint Verlag Leipzig 1881 - Posse, Otto: DIE WETTINER. Genealogie des Gesamthauses Wettin. Zentralantiquariat Leipzig GmbH 1994 Tafel 1 Seite 40 - Schwarz Hilmar: Die Wettiner des Mittelalters und ihre Bedeutung für Thüringen, Kranichborn Verlag Leipzig 1994 Seite 159 - Schwennicke Detlev: Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1, Vittorio Klostermann GmbH Frankfurt am Main 1998 Tafel 150 - Steindorff, Ernst: Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Heinrich III. 1. und 2. Band, Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1963 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 182 Seite 159 - Trillmich Werner: Kaiser Konrad II. und seine Zeit. Europa Union Verlag Bonn 1991 Seite 298 - Weinfurter Stefan: Herrschaft und Reich der Salier. Grundlinien einer Umbruchszeit. Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1992, Seite 102,121 - Wies, Ernst W.: Kaiser Heinrich IV. Canossa und der Kampf um die Weltherrschaft, Bechtle Esslingen 1996, Seite 72,99,110 -