Annalen von Hildesheim
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Das Jahr 1034.
 

In der 2. Indiction, 1034, feierte der Kaiser Weihnachten in Minden, Ostern in Reginesburg. Um Weihnachten kamen zu ihm Gesandte verschiedener Völker mit herrlichen und mannigfaltigen Geschenken, und daselbst wurde dem Hilderich, welcher den Altmann getödtet, auf Verwendung der Kaiserin und des Bischofs von Halberstadt Unversehrtheit des Lebens und Heimkehr ins Vaterland gestattet. Am Osterfeste aber bekam Oudalrich, der Böhmenherzog, auf Ansuchen der Kaiserin und der Fürsten die Erlaubnis, in Gnaden aus der Verbannung nach Hause zurückzukehren, und empfing die Hälfte seines Herzogthums, indem sein Bruder Germir auch eine Hälfte behielt. Der junge Udo, der Sohn des Grafen von Hamerstein, starb. Der Kaiser drang in diesem Jahre wiederum mit einem großem Heere in Burgund ein und verjagte den Oudo, welcher sich wiederum widersetzte, und übergab dieses Gebiet seinen Getreuen, welche ihm ihre Treue durch Eidschwur bekräftigten. Der Bischof Meginhard von Werziburg ging zu Christus; an seine Stelle trat von Gott gegeben der Vetter des Kaisers, Bruno.  Warmund, Bischof von Konstanz, starb und ihm folgte sein Bruder, der königliche Capellan Eppo. Mehrfache ungewohnte Kämpfe zwischen den Liutizen und den Unseren entstanden bei der Feste Wirbini, in welchen von den Unsern einige getödtet und viele verwundet wurden. Auch da unsere Sünden vor  Gott, ach! ach! es verdienten, wurde das lobenswerthe und ehrende Werk des ehrwürdigen Mannes, Bischofs Bernward, nämlich das Kloster des heiligen Erzengels Michael, am 1. Juni, am Tage vor Pfingsten, gegen Abend vom Blitze entzündet und elendiglich beschädigt.

Misacho, der Herzog von Polen, starb eines frühen Todes, und das Christenthum, welches dort von seinen Vorgängern gut begründet und von ihm noch besser gekräftigt war, ging, o Jammer! kläglich unter. Auch der oben genannte böhmische Herzog Oudalrich beharrte, wiederum seine Schwüre brechend, [nach gewohnter Weise] in Untreue, nachdem er nach seiner Rückkehr seinen Bruder geblendet und seinen Sohn verjagt hatte; endlich aber, als er beim Mahle saß, wurde er durch Speise und Trank erstickt und kam um. Denn weil er menschliches und göttliches Recht verachtete und nach so vielen Schwüren immer wieder den alten Heimtücken zustimmte, so kam ihm für seine schlechten Werke eben von dort her gerechter Tod, woraus für Getreue Christi heilsame Erfrischung bestimmt ist. In demselben Jahre, am 25. Juni, ging Thietmar, Bischof von Verden, zu Christus.

An seine Stelle trat Bruno, der Bruder des Grafen Friderich, Abt von Nienburg und Mägetheburg. Demselben Bruno folgte in Nienburg Albwin, ein in der philosophischen Wissenschaft höchst gebildeter Mann, der Probst von Herfeld, welcher zuvor der berühmteste Lehrer der dortigen Schule   gewesen. In Mägetheburg aber wurde Sidaek aus derselben  Kirche gewählt und eingesetzt. In demselben Jahre, am 19. November, wurde der Graf der Ostmark Thiedrich von den Rittern des Markgrafen Aeggihard unter dem Scheine der Begrüßung im eigenen Zimmer überfallen und hinterlistig getödtet. Seine Ehre und Würde erlangte sein Sohn Daedi, welcher später Ouda, die Wittwe des Grafen Willihelm von Thüringen, zur Ehe nahm. Der Pfalzgraf Hezo, wie es heißt, von seiner Buhlerin Namens Thiethburg durch einen Becher mit Gift betrogen, kam kläglich um und wurde nach seinem Tode nach Augsburg gebracht und am 17. Mai in der Kirche des heiligen Odalrich begraben. Graf Ekbert starb am 28. März.
 

Die Jahre 1070-1079.
 

In  der 7. Indiction, 1070, empört sich Markgraf Dedi gegen König Heinrich.

In  der 8. Indiction, 1071, empört sich der Herzog Otto von Baiern gegen König Heinrich.

In  der 9. Indiction, 1072, verschwören die Reichsfürsten sich gegen König Heinrich.

In  der 10. Indiction, 1073, zerstören die Sachsen die Hartesburg, wo sie das Grab des Sohnes des Königs verwüsten und die Gebeine verstreuen.

In  der 11. Indiction, 1074, folgte dem Papste Alexander Hildibrand.

In der 12. Indiction, 1075, am 9. Juni, wird an der Unstrut dem Könige Heinrich eine Schlacht geliefert, in der viele Mächtige auf beiden Seiten fielen und die Sachsen die Flucht ergriffen.