Albrecht I. der Stolze                     Markgraf von Meißen (1190-1195)
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1158-24.6.1195 (Schwennicke)
         Krummenhennersdorf
 

Begraben: Altzelle
 

Ältester Sohn des Markgrafen Otto der Reiche von Meißen aus dem Hause der WETTINER und der Hedwig von Ballenstedt, Tochter von Graf Albrecht der Bär
 

Lexikon des Mittelalters: Band I Spalte
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Albrecht I. der Stolze, Markgraf von Meißen seit 1190
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* 1158, + 25. Juli 1195
              Krummenhennersdorf

Begraben: Altzelle

Sohn Markgraf Ottos des Reichen und der Hedwig von Brandenburg

  oo Sophia von Böhmen

Tochter:
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Christina

Seine Eltern lösten noch zu ihren Lebzeiten eine Fehde zwischen Albrecht und seinem jüngeren Bruder Dietrich dem Bedrängten aus, weil Hedwig letzterem die Mark Meißen sichern wollte. Den Streit im Haus WETTIN konnten weder Kaiser FRIEDRICH I. (Vermittlungsversuch auf dem Reichstag zu Würzburg 1189) noch HEINRICH VI. beilegen. Als nach dem Tode Ottos Weißenfels als Erbgut an Dietrich fiel, gewann dieser den Beistand Landgraf Hermanns I. von Thüringen, nachdem er dessen Tochter Jutta geheiratet hatte. Weißenfels war mehrfach zwischen den Brüdern umkämpft. 1192 war Albrecht an der Fürstenopposition gegen HEINRICH VI. beteiligt. Nach dem Tod Albrechts behielt HEINRICHVI. die Mark Meißen zunächst als erledigtes Reichslehen ein.

Literatur:
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ADB I., s.v. - LDG s.v. - O. Siegmund, Dietrich d. Bedrängte, Mitt. des sächs. Altertumsvereines, 26-27, 1877 - R. Kötzschke-H. Kretzschmar, Sächs. Gesch. I, 1935 [Neudr. 1965], 76f.



Schwennicke Detlev: Tafel 152
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"Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1"

ALBRECHT DER STOLZE
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    + Krummenhennersdorf 24.VI.1195

Begraben: Altenzella

1190 MARKGRAF von MEISSEN
GRAF von MERSEBURG

  oo Aussig 23.IV.1186
       SOPHIA VON BÖHMEN
                + 25.III.1195

Begraben: Altenzella

Tochter von Herzog Friedrich



Thiele Andreas: Tafel 183
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte"
Band I, Teilband 1 Deutsche Kaiser-, Königs-, Herzogs- und Grafenhäuser I

ALBRECHT I. DER STOLZE
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* 1158, + 1195

1188-1190 Bürgerkriege; 1190 Markgraf von Meißen: streitet mit Vetter und Bruder, der von der Mutter bevorzugt wird: Schlacht bei Weißenfels 1192; muß sich ebenso böhmischer Angriffe erwehren; zieht mit Kaiser HEINRICH VI. nach Italien, um dessen Gunst zu bewahren: behält Meißen, wo er wegen seiner harten Hand unbeliebt ist; streitet ständig um Grenzgebiete mit Böhmen, dazu mit den großen Vasallen und Bischöfen; 1195 zieht der Kaiser Meißen ein als erledigt.

  oo 1186
      SOFIE VON BÖHMEN, Tochter des Herzogs Friedrich I.
              + 1195



Schwarz Hilmar: Seite 164
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"Die Wettiner des Mittelalters und ihre Bedeutung für Thüringen"

Generation G

(49) ALBERT I., DER STOLZE, Markgraf von Meißen 1190
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    + 21. Juni 1195
     Krummhennersdorf

Begraben: Altzella

  oo Aussig (Usti nad Labem) 23.4.1186
      SOPHIA, Tochter Herzog Friedrichs von Böhmen
              + 25.3.1195



Albrecht I. der Stolze stand in ständiger Empörung zu seinem Vater, da dieser Meißen seinem zweiten Sohn Dietrich zuwenden wollte. Beim Versuch, Weißenfels, das sein Bruder besaß, zu erobern, wurde er von diesem mit Hilfe Hermanns I. von Thüringen 1192 bei Reveningen geschlagen. Er mußte sich böhmischen Angriffen erwehren und zog mit Kaiser HEINRICH VI. nach Italien, um sich dessen Gunst zu bewahren. Er behielt Meißen, wo er wegen seiner harter Hand recht unbeliebt war. Er stritt ständig mit Böhmen um Grenzgebiete, dazu mit den großen Vasallen und den Bischöfen und wurde eventuell vergiftet. Nach Albrechts Tode zog HEINRICH VI. die Mark Meißen als erledigtes Reichslehen ein.

Posse, Otto: Tafel 4 Seite 48
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"DIE WETTINER. Genealogie des Gesamthauses Wettin."

2. ALBRECHT DER STOLZE
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    + Krummhennersdorf 24. Juni 1195

Erhielt nach dem Tode des Vaters die Marken Meißen und Merseburg

Gemahlin:
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Sophia, Tochter des Herzogs Friedrich von Böhmen
       + 25. März 1195

vermählt Aussig 23. April 1186

2. Albrecht der Stolze.

Beilage I, 7 und VII. - Albrecht und sein Bruder Dietrich treten urkundlich erst auf im Jahre 1174 (Cod. dipl.  Sax. reg. I, 2, 404). Es ist völlig ungewiss, wann beide geboren sind, da die Überlieferung älterer Zeit fehlt. Merkel, Leben der beiden unglücklichen Markgrafen Albrecht der Stolze und Dietrich der Bedrängte (Schneeberg 1806), Seite 18 ff., sucht wahrscheinlich zu machen, dass Albrecht zwischen den Jahren 1156-1160 und Dietrich einige Jahre später geboren worden seien. Seine Ausführungen entbehren jeder festen Grundlage. - Urkunde Herzog Friedrichs von Böhmen von 1186 April 23 (Cod. dipl. Sax. reg. I, 2, 517): cum a. d. i. MCLXXXVI, principatus vero mei X. die festivitatis beati Adalberti filiam meam marito traderem in Uzdt Ottoni (falsch statt Adalberti) filio Ottonis marchionis de Mizna. - Sophia starb während der Abwesenheit des Gatten in Italien (Wegele, Hist. Reinh. 68). Redfiensque uxorem suam mortuam sepultamque invenit. Böhm.-Schles. Nekrolog (Zeitschrift für schlesische Geschichte 5, 111) 25. März. Fridericus dux Boemie obiit et Sophia marchionissa.



Csendes, Peter: Seite 112,113,141,168,169
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"Heinrich VI."

Neben dem drängendsten Problem im Nordosten, dem Agieren der WELFEN Einhalt zugebieten, gab es einen zweiten Krisenherd in der Markgrafschaft Meißen, wo sich Markgraf Albert und sein Bruder Dietrich feindlich gegenüberstanden, entzweit über die Verteilung des väterlichen Erbes. Besonderer Zankapfel waren die Silbergruben zu Freiberg, die monetären Gewinn einbrachten, weshalb beide Brüder einen Anteil forderten. Albert hatte am Romzug teilgenommen, war aber nach der Kaiserkrönung in seine Heimat zurückgekehrt, um die Abwesenheit des Herrschers für seine Pläne zu nutzen [64 Darüber berichten mehrere Quellen: Chronica Reinhardsbrunnenses, Seite 550f., Annales Stederburgenses, Seite 224, Continuatio Weingartensis, Seite 478]. Landgraf Hermann von Thüringen, von Dietrich zu Hilfe gerufen, hatte jedoch Albert zu einem Frieden genötigt [65 Vgl. Kirmse, Die Reichspolitik Hermanns I., Seite 328 ff.].
Albert von Meißen warnte den Kaiser, daß Hermann von Thüringen einen Mordanschlag gegen ihn vorbereitete und erklärte sich sogar bereit, dies im Gottesurteil, im gerichtlichen Zweikampf zu beweisen. Es zeigte sich freilich, daß der Landgraf nicht zögerte, sich HEINRICH zu stellen, und am 8. Dezember 1192 finden wir ihn zu Merseburg neben Albert in der Umgebung des Kaisers. Es war, wahrscheinlich durch die Vermittlung des Herzogs von Sachsen, zu einem Ausgleich gekommen. Nach dieser Einigung kam auch der endgültige Vertrag mit Richard Löwenherz rasch zu einem Abschluß, bezeichnenderweise zu Worms. Unter den Zeugen dieser Vorgänge finden wir auch den Landgraf von Thüringen sowie Albert von Meißen, die offenbar doch dem Bund der niederrheinischen Fürsten nahegestanden waren.
Einen regionalen Unruheherd bildete weiterhin Meißen. Dort herrschte seit 1190 Markgraf Albrecht der Stolze. Noch zu Lebzeiten seiner Eltern war zwischen ihm und seinem jüngeren Bruder Dietrich eine Fehde ausgebrochen, in die auch der Landgraf Hermann von Thüringen, Dietrichs Schwiegervater, verwickelt wurde. Da sich der Streit im Hause der WETTINER nicht beilegen ließ, zürnte der Kaiser dem Markgrafen. Die Markgrafschaft, die von Albrechts Vater Otto durch geschickte Politik und vor allem binnenkolonisatorische Bemühungen zu einem wirtschaftlich bedeutenden Territorium ausgebaut worden war, lag dem staufischen Herrschaftsbereich im Pleißenland benachbart. Es drohte daher, nicht zuletzt durch Albrechts aggressives Verhalten, auch Auseinandersetzungen mit Reichsministerialen. Nur durch den Tod des Fürsten im Juli 1195 wurde ein weiterer Krieg vermieden
 
 
 
 

23.4.1186 Aussig
   oo Sophia von Böhmen, Tochter des Herzogs Friedrich I.
               -25.3.1195
 
 
 
 

Kinder:

  Christina
  um 1190- nach 1251

  oo Hartmann Graf von Lobdaburg-Elsterberg
             - um 1237
 
 
 
 

Literatur:
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CHRONIK VOM PETERSBERG nebst der GENEALOGIE DER WETTINER, fliegenkopf verlag Halle 1996 Seite 64,70,75,77,237 - Csendes, Peter: Heinrich VI., Wissenschaftliche Buchgemeinschaft Wiesbaden 1993, Seite 112,113,141,168,169 - Engels, Odilo: Stauferstudien. Beiträge zur Geschichte der Staufer im 12. Jahrhundert, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1996, Seite 300,324 - Nadolski, Dieter: Wahre Geschichten um den Dresdener Fürstenzug, Tauchaer Verlag 1993 Seite 14 - Pätzold, Stefan: Die frühen Wettiner. Adelsfamilie und Hausüberlieferung bis 1221, Böhlau Verlag Köln 1997 Seite 56-60 - Posse, Otto: DIE WETTINER. Genealogie des Gesamthauses Wettin. Zentralantiquariat Leipzig GmbH 1994 Tafel 4 Seite 48 - Schwarz Hilmar: Die Wettiner des Mittelalters und ihre Bedeutung für Thüringen, Kranichborn Verlag Leipzig 1994 Seite 28,164 - Schwennicke Detlev: Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1, Vittorio Klostermann GmbH Frankfurt am Main 1998  - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 183 - Toeche Theodor: Kaiser Heinrich VI. Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1965, Seite 192,237,238,242,245,279,282,390, 393-395,413,415 -