Hitda                                               Äbtissin von Meschede um 1000/20
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Tochter des N.N.
 

Leidinger, Paul: Seite 120
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"Untersuchungen zur Geschichte der Grafen von Werl. Ein Beitrag zur Geschichte des Hochmittelalters."

15. HITDA, ÄBTISSIN VON MESCHEDE

Zu den geistlichen Personen, die dem WERLER Familienkreis zugerechnet werden dürfen, sind für den hier zu behandelnden Zeitraum in erster Linie die Äbtissinnen der WERLER Familienstifter zu Meschede und Oedingen zu zählen. Allerdings sind von ihnen nur wenige bekannt. Nach der Gründung des Stifts Meschede durch Emhildis um 860/70 begegnet erst 978 die erste Äbtissin urkundlich. Sie trägt den Namen Thiezswid [DO II 172. Der Name der Äbtissin begegnet sonst nicht im WERLER Haus.]. Zu Beginn des 11. Jahrhunderts stand dem Mescheder Stift eine "Hidda peregrina istius loci procuratrix" vor, deren Name Ida für die Zugehörigkeit zum WERLER Haus spricht. Sie ist bekannt durch ein wertvolles Evangeliar kölnischer Buchmalerei aus der Zeit um 1020 [Vgl. Elisabeth Schipperges, Der Darmstädter Hitdacodex, eine Kölner Handschrift. In: Jb. d. Kölner Geschichtsvereins 19, 1937, 235-301. - Dies., Der Hitda-Codex, ein Werk ottonischer Kölner Buchmalerei. 25 Tafeln und eine Einführung, Bonn 1938, besonders Seite 5 f. - Der Kodex gehört zu den kostbarsten und schönsten seiner Zeit und läßt sich mit den bekannteren Evangeliaren des sächsischen Kaiserhauses wohl vergleichen. Eine vollständige Veröffentlichung steht noch aus. Vgl. zur Datierung um 1025 den Kurzbericht eines Vortrags von Alois Fuchs, in: WZ 110, 1960, 372.], das sie mit zahlreichen weiteren, außerordentlich kostbaren Geschenken dem Stift vermachte. Ihr fürstlicher Rang ist daraus zu erschließen. Die Bezeichnung "peregrina" entspricht der Frömmigkeitshaltung der damaligen Zeit und weist auf die religiöse Einstellung der Äbtissin hin. Das Nekrolog des Stiftes verzeichnet ihren Namen.
Generationsmäßig ist Hitda der zweiten oder dritten Generation des WERLER Hauses zuzurechnen. Sie könnte eine Tochter Hermanns I. von Werl und Gerbergas von Burgund oder Hermanns II. von Werl (Nr. 4) gewesen sein.