Otto I. das Kind                              1. Herzog von Braunschweig-Lüneburg (1235-1253)
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1204-9.6.1252
         Lüneburg

Begraben: Braunschweig Dom

Einziger Sohn des Grafen Wilhelm von Lüneburg aus dem Hause der WELFEN und der Helena von Dänemark, Tochter von König Waldemar I.; Enkel von Heinrich dem Löwen
 

Lexikon des Mittelalters: Band VI Spalte 1574
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Otto 'das Kind', Herzog von Braunschweig-Lüneburg
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* 1204, + 9. Juni 1252

oo Mechthild von Brandenburg

Nach dem Tod seines Vaters Wilhelm 1212/13 folgte Otto 'das Kind' in der Herrschaft im Lüneburger Raum.
Durch seine Mutter Helena mit dem dänischen Königtum verwandt, beteiligte er sich an den nordelbingischen Auseinandersetzungen und geriet nach der Schlacht von Bornhöved zeitweise in Haft (1227-1228/29). Nach dem Tod seiner Onkel OTTO IV. und Heinrich von Braunschweig 1227 war Otto 'das Kind' der letzte männliche Herrschaftsträger des WELFEN-Hauses. Schon im Juli 1223 von Heinrich zum Erben bestimmt, mußte sich Otto 'das Kind' 1227 die Herrschaft über Braunschweig gegen staufische Ansprüche und gegen Teile der welfischen Ministerialität militärisch sichern. Durch englische Vermittlung kam es im August 1235 auf dem Mainzer Hoftag zur endgültigen Aussöhnung zwischen STAUFERN und WELFEN, indem Kaiser FRIEDRICH II. das Herzogtum Braunschweig-Lüneburg als Reichsfürstentum neuen Typs konstituierte. Unter konsequentem Verzicht auf eine welfische Königspolitik leistete Otto 'das Kind' nun die Konsolidierung seiner Herrschaft zwischen Weser und Elbe ein und sicherte seinem Haus in der Verknüpfung reichsfürstlicher Lehnshoheit, Vogtei- und Patronatsrechten, Burgenbau, Fiskalpolitik und wirtschaftliche Förderung vor allem der Städte die politische Basis, ohne dass das geschlossene Territorium als Handlungskonzept vor Augen gestanden hätte.
Erst in der Spätphase staufischer Herrschaft trat Otto 'das Kind' wieder in der Reichspolitik hervor: Die Eheschließung seiner Tochter Elisabeth mit WILHELM VON HOLLAND 1252 sicherte dem König die Akzeptanz im norddeutschen Adel und führte zu seiner Braunschweiger Nachwahl am 25. März 1252.

Literatur:
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ADB XXIV, 669-675- A. Michels, Leben O.s, erstem Hzg.s v. Braunschweig und Lüneburg, 1891 - D. Diestelkamp, Die Städteprivilegien Hzg. O.s, erstem Hzg.s v. Braunschweig-Lüneburg, 1961 - S. Zillmann, Die welfische Territorialpolitik im 13. Jh., 1975 - E. Boshof, Die Entstehung des Hzm. Braunschweig-Lüneburg (Heinrich d. Löwe, hg., W.-D. Mohrmann, 1980), 249-274 - B. Schneidmüller, Landesherrschaft, welf. Identität und sächs. Gesch. (Regionale Identität und soziale Gruppen im dt. MA, 1992) 65-101.



Brandenburg Erich: Tafel 22 Seite 45
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"Die Nachkommen Karls des Großen"

XIV. 520. OTTO, Herzog von Braunschweig 1235 21. VIII.
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* 1204, + 1252 9. VI.

Gemahlin:
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Ende 1228
Mathilde, Tochter Albrechts II. Markgraf von Brandenburg
        + 1261 10. VI.



Schwennicke Detlev: Tafel 18,19
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"Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1"

OTTO I. DAS KIND
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* 1204, + Braunschweig 9.VI. 1252

Begraben: Braunschweig Dom

Mainz VIII. 1235 HERZOG BRAUNSCHWEIG LÜNEBURG

  oo Ende 1228
       MATHILDE VON BRANDENBURG (ASKANIER)
       * 1206-1215, + 10.VI. 1261

Tochter von Markgraf Albrecht II.



Schnith Karl Rudolf: Seite 312
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"Mittelalterliche Herrscher in Lebensbildern. Von den Karolingern zu den Staufern."

Sohn
OTTO DAS KIND
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* 1204
+ 9.6.1252

  oo Ende 1228
       MATHILDE VON BRAUNSCHWEIG
                  + 10.6.1261

Eltern: Markgraf Albrecht II. von Brandenburg (+1220) und Mathilde (+ 1255), Tochter des Markgrafen Konrad von der Lausitz



Thiele, Andreas: Tafel 32
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1"

OTTO I. "DAS KIND"
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* 1202, + 1252

Otto I. das Kind wurde Graf zu Garding und Thetesbüll/Jütland und damit in die dänischen Angelegenheiten hineingezogen. Er folgte 1213 unter Vormundschaft und beerbte 1218 und 1227 seine Onkel OTTO und Heinrich I. und vereinigte so allen welfischen Besitz in seiner Hand. Er machte den Krieg gegen Holstein an der Seite seines Onkels Waldemar von Dänemark mit (1225 Schlacht bei Mölln), überfiel Albingien, wurde damit Gegner Sachsens und in der Schlacht bei Bornhöved (22.7.1227) gefangengenommen und bis 1228 inhaftiert. Er mußte Hitzacker/Lauenburg herausgeben und galt als päpstlicher Thronkandidat gegen die STAUFER, die ihn 1227 vergeblich in Braunschweig belagerten. Er gewann die Vogtei Helmstedt, nahm zuerst die Stedinger Bauern in Schutz, half sie nach Bannandrohung 1234 in der Schlacht bei Altenesch zu unterwerfen. Er schloß 1235 Frieden mit den STAUFERN, übertrug seinen gesamten Besitz Kaiser FRIEDRICH II. und empfing ihn als ein zum Herzogtum Braunschweig-Lüneburg erhobenes Reichslehen wieder und wurde damit Reichsfürst. Er verlor Stade an das Erzstift Bremen und stritt ständig mit diesem, machte 1240 einen "Kreuzzug" nach O-Preußen mit und half Brandenburg gegen die Erzbischöfe von Magdeburg und sorgte weitgehend für Ruhe und Ordnung im niedersächsischen Raum und war dort wesentlich mächtiger als der Herzog von Sachsen aus dem Hause ASKANIEN. Er förderte Städte und Handel, begründete damit den Aufstieg der Hanse, unterstützte die Gegen-Könige HEINRICH RASPE VON THÜRINGEN und WILHELM VON HOLLAND, gewann so bedeutende Lehen dazu, unter anderem Celle, Hannover, Kaufunger Wald, Hannover-Münden, Göttingen und die Mark Duderstadt, bekriegte mehrmals Oldenburg und Friesland und lehnte jede Königswahl ab. Otto I. ist der Ahnherr aller späteren Linien des welfischen Hauses.

  oo 1228
       MATHILDE VON BRANDENBURG
                 + 1261

Tochter des Markgrafen Albrecht II.



 1228
  oo Mathilde von Brandenburg, Tochter des Markgrafen Albrecht II.
      um 1210/15-10.6.1261
 
 
 
 

Kinder:

  Mathilde Äbtissin zu Gernrode
          -   1295/98

 1245
  oo Heinrich II. Graf von Anhalt
       1215- 1266 vor 28.9.

  Helene
  um 1231-6.9.1273

  9.10.1239
  1. oo Hermann II. Landgraf von Thüringen
                  -2.1.1241

  1247/48
  2. oo Albrecht I. Herzog von Sachsen-Wittenberg
                 -8.11.1261

  Otto
        -16.1.1247

  Elisabeth
        -27.5.1266

25.1.1252
   oo WILHELM II. Graf von Holland
        1227-28.1.1256

  Albrecht I. der Große
  1236-15.8.1279

  Johann I.
          -13.12.1277

  Otto I. Bischof von Hildesheim (1260-1279)
        -4.6.1279

  Konrad Bischof von Verden (1269-1300)
           -15.9.1300

  Adelheid
          -12.6.1274

10.9.1263
   oo Heinrich I. Landgraf von Hessen
       24.6.1244-21.12.1308

  Agnes
          - nach 1302

 1263
  oo Wizlaw II. Fürst von Rügen
              -29.12.1302
              Oslo
 
 
 
 

Literatur:
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Ahlers Jens: Die Welfen und die englischen Könige 1165-1235. Verlag August Lax Hildesheim 1987 Seite 3,263-267 - Barz Paul: Heinrich der Löwe. Ein Welfe bewegt die Geschichte. Keil Verlag Bonn 1978 Seite 381 - Boshof, Egon: Die Entstehung des Herzogtums Braunschweig-Lüneburg, in Heinrich der Löwe (hrsg.) von Wolf-Dieter Mohrmann, Vandenhoeck & Ruperecht Göttingen 1980 Seite 249-275 - Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 22 Seite 45 - Giese, Wolfgang: Der Stamm der Sachsen und das Reich in ottonischer und salischer Zeit. Franz Steiner Verlag Wiesbaden 1979, Seite 215 - Hechberger Werner: Staufer und Welfen 1125-1190. Zur Verwendung von Theorien in der Geschichtswissenschaft Böhlau Verlag-Köln-Weimar Wien 1996 Seite 125,133,134,176,204 - Horst, Eberhard: Friedrich der Staufer, Claassen Verlag Düsseldorf 1989, Seite 241 - Jordan, Karl: Heinrich der Löwe, Deutscher Taschenbuch Verlag München, Seite 138 - Kantorowicz, Ernst: Kaiser Friedrich der Zweite, Klett-Cotta Verlag Stuttgart 1991, Seite 377 - Masson Georgina: Friedrich II. von Hohenstaufen, Rowohlt Taschenbuch Verlag Reinbeck bei Hamburg 1991, Seite 153,273 - Pischke, Gudrun: Die Landesteilungen der Welfen im Mittelalter. Verlag August Lax Hildesheim 1987 Seite 23,33,206 - Rösch, Eva Sibylle/Rösch, Gerhard: Kaiser Friedrich II. und sein Königreich Sizilien, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1995, Seite 128 - Schneidmüller Bernd: Die Welfen. Herrschaft und Erinnerung. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln 2000 Seite 19,37,38,148,158,170,242,251,265,266, 269-272,274-289,294 - Schnith Karl: Frauen des Mittelalters in Lebensbildern. Verlag Styria Graz Wien Köln 1997 Seite 237 - Schnith Karl Rudolf: Mittelalterliche Herrscher in Lebensbildern. Von den Karolingern zu den Staufern. Verlag Styria Graz Wien Köln 1990 Seite 312,343,355 - Schwennicke Detlev: Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1, Vittorio Klostermann GmbH Frankfurt am Main 1998 Tafel 18,19 - Stürner Wolfgang: Friedrich II. Teil 2 Der Kaiser 1220-1250 Primus Verlag Darmstadt, 2000 Seite 275,278,312 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 32 -
Thorau, Peter: Jahrbücher des Deutschen Reichs unter König Heinrich (VII.) Teil I, Duncker & Humblot Berlin 1998, Seite 55,76,197,205,208,224,248,249 A,300,303,306 A,310-312,314-316,318, 320-326 - Wies, Ernst W.: Friedrich II. von Hohenstaufen. Messias oder Antichrist, Bechtle Esslingen 1998, Seite 152,166,193,195 - Winkelmann Eduard: Kaiser Friedrich II. Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1963, 1. Band Seite 11,25,26,373,377,378,427,438,441,442,480,481,482, 503-509 - Winkelmann Eduard: Kaiser Friedrich II., Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1963, 2. Band Seite 63,67,68,72,322,332 -