Mathilde von Brandenburg             Herzogin von Braunschweig
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um 1210/15-10.6.1261
 

Tochter des Markgrafen Albrecht II. von Brandenburg aus dem Hause der ASKANIER und der Mathilde von der Lausitz, Tochter von Markgraf Konrad
 

Schwennicke Detlev: Tafel 19
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"Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1"

OTTO I. DAS KIND
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* 1204, + Braunschweig 9.VI. 1252

Begraben: Braunschweig Dom

1235 HERZOG BRAUNSCHWEIG-LÜNEBURG

  oo Ende 1228
       MATHILDE VON BRANDENBURG (ASKANIER)
       * 1206-1215, + 10.VI. 1261

Tochter von Markgraf Albrecht II.



Brandenburg Erich: Tafel 22 Seite 45
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"Die Nachkommen Karls des Großen"

XIV. 520. OTTO, Herzog von Braunschweig 1235 21. VIII.
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* 1204, + 1252 9. VI.

Gemahlin:
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Ende 1228
Mathilde, Tochter Albrechts II. Markgraf von Brandenburg
         + 1261 10. VI.



Thiele, Andreas: Tafel 222
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1"

MATHILDE
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    + 1261

  oo OTTO I. VON LÜNEBURG (siehe Welfen III)
                 + 1252



Schneidmüller Bernd: Seite 37,38,275,284
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"Die Welfen. Herrschaft und Erinnerung."

Am Schluß dieser kleinen welfischen Bildergalerie soll eine ganz anderes Stemma stehen, das von der Einfügung der Fürstenfamilie in territorialiserte Bezüge der sächsischen Adelsgesellschaft kündet [22
Niedersächsisches Staatsarchiv Wolfenbüttel, VII B Hs 129, fol 47. Farbabbildung: Heinrich der Löwe und seine Zeit 1 (1995), Seite 73.]. Bis vor kurzem weniger beachtet und im künstlerischen Rang gewiß hinter den Bildern des Evangeliars zurückstehend, setzt sich die um 1300  entstandene Genealogie von BILLUNGERN, WELFEN, ASKANIERN und STAUFERN deshalb von den besprochenen Zeugnissen ab, weil hier gleich 300 Jahre mittelalterlicher Adelsgeschichte für einen eindeutigen Zweck komponiert wurden. Im Braunschweiger Kollegiatstift St. Blasius, seit Mathilde und Heinrich dem Löwen 1189/95 welfische Grablege wie Mittelpunkt welfischer Memoria, fügte man Otto "das Kind" und Mechthild, das erste Herzogspaar des neuen Herzogtums Braunschweig von 1235, mit ihren Nachkommen in den Kreis ihrer sächsischen Vorfahren ein. Dafür wurde ein Stemma weiter entwickelt, das ein knappes halbes Jahrhundert zuvor Albert von Stade zum Bericht von der Königswahl FRIEDRICHS I. BARBAROSSA 1152 entworfen hatte. Von den BILLUNGERN bis zu Otto "dem Kind" und Mechthild reichend, verdeutlichte es aus der Perspektive sächsischer Geschichte die Verwandtschaft von BILLUNGERN, WELFEN, ASKANIERN und STAUFERN [23 Einzig erhaltenes mittelalterliches Original: Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel, Cod. Guelf. Helmst. 466, fol. 121. Abbildung: Heinrich der Löwe und seine Zeit 1 (1995), Seite 72. Vgl. Naß (1993).].
Im 13. Jahrhundert vereinigte die Ehe zwischen Otto "dem Kind" und Mechthild von Brandenburg die geteilten Linien sächsischer Herrschaft wieder. Ihre neun Kinder, vier Söhne und fünf Töchter, füllten den unteren Blickrand, in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts Herzöge von Braunschweig und Lüneburg, Bischöfe von Hildesheim und Verden, Gattinnen des römischen Königs WILHELM VON HOLLAND und anderer nord- wie mitteldeutscher Fürsten.
Neben diesen Bindungen aus der mütterlichen Erziehung trat eine Eheverabredung mit der Tochter des askanischen Markgrafen von Brandenburg. Endgültig legte man den Konflikt der Vorväter von 1180 bei, den welfisch-askanischen Streit um Sachsen. Für die nicht sicher zu datierende Eheschließung (1222?) war schon früh eine päpstliche Dispensurkunde erlangt worden. Schließlich wußte man im 13. Jahrhundert, daß der WELFE Otto und seine askanische Mechthild vom letzten sächsischen Herzog Magnus aus billungischem Haus abstammten. Bei allem Zwist war man sich wenigstens der gleichen Herkunft sicher! 1219 gab Papst Honorius III. seine Erlaubnis zur Überwindung des Ehehindernisses im vierten Verwandtschaftsgrad: Frieden herrschte im Land.
Die Ehe mit Mechthild, der Tochter des askanischen Markgrafen Albrecht II. von Brandenburg, bescherte Herzog Otto einen reichen Kindersegen. Er ließ die drohende dynastische Krise nach dem söhnelosen Tod Kaiser OTTOS IV. und Pfalzgraf Heinrichs 1218/27 vergessen und ermöglichte eine ausgreifende Heiratspolitik.

Hechberger Werner: Seite 125,133
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"Staufer und Welfen 1125-1190. Zur Verwendung von Theorien in der Geschichtswissenschaft."

Zuletzt sei noch die genealogische Bildtafel aus dem Braunschweiger Blasius-Stift erwähnt [98 Vgl. Schneidmüller 1987, Seite 47-61; ders.: Landesherrschaft, 1992, Seite 90/91; Hucker 1990, Abbildung 1 und Seite 7. Dieselbe Darstellungsweise findet sich auch im Stammbaum in den Annales Stadenses (vgl. Seite 329. Ausgangspunkt der Darstellung ist Hermann Billung mit seiner Gemahlin: Mit Wulfhild und Eilika, den beiden Töchtern des Herzogs Magnus, teilt sich die billungische Linie. Als erster WELFE (im heutigen Sinn) wird Heinrich der Schwarze, der Ehemann Wulfhilds, in die Darstellung aufgenommen. Seine Nachkommen erscheinen als Fortsetzer dieses Zweiges der billungischen Linie. Diese Grundidee entspricht der Konzeption der sächssichen Fürstenchronik, doch kommt in der Bildtafel darüber hinaus zum Ausdruck, daß durch die Ehe Ottos des Kindes mit der ASKANIERIN Mathilde die beiden Zweige der billungischen Linie wieder vereint wurden. Am Rande der Darstellung sind auch die staufischen Könige seit FRIEDRICH I. aufgenommen. Nach Bernd Hucker erscheinen sie damit "als Nebenzweig des welfischen Stammes" [99 Hucker 1990 Seite 7.].
Doch auch in dieser Zeit war das nicht die einzige Sichtweise. Nur wenige Jahre später wurde in der Chronik des Lüneburger Michaelsklosters behauptet, daß Otto das Kind, der Enkel Heinrichs des Löwen, der letzte aus jenem Geschlecht sei, das nach Altdorf oder Ravensburg genannt wurde [141
"Iste predicus Otto filius Willehelmi, solus superstes illius nobilissime genearationis, que de Althorp et Ravenesburg nominatur, duxit Megthildem ..." (Chronicon s. Michaelis Lüneburgensis, Seite 379). Vgl. dazu Oexele 1968; Seite 492/93.].
 
 
 
 

1228
  oo Otto I. das Kind Herzog von Braunschweig-Lüneburg
       1204-9.6.1252
 
 
 
 

Kinder:

  Mathilde Äbtissin zu Gernrode
         -   1295/98

 1245
  oo Heinrich II. Graf von Anhalt
      1215- 1266 vor 28.9.

  Helene
  um 1231-6.9.1273

  9.10.1239
  1. oo Hermann II. Landgraf von Thüringen
                -2.1.1241

  1247/48
  2. oo Albrecht I. Herzog von Sachsen-Wittenberg
                 -8.11.1261

  Otto
        -16.1.1247

  Elisabeth
       -27.5.1266

25.1.1252
   oo WILHELM II. Graf von Holland
        1227-28.1.1256

  Albrecht I. der Große
  1236-15.8.1279

  Johann I.
          -13.12.1277

  Otto I. Bischof von Hildesheim (1260-1279)
         -4.6.1279

  Konrad Bischof von Verden (1269-1300)
          -15.9.1300

  Adelheid
        -12.6.1274

10.9.1263
   oo Heinrich I. Landgraf von Hessen
       24.6.1244-21.12.1308

  Agnes
          - nach 1302

 1263
  oo Wizlaw II. Fürst von Rügen
             -29.12.1302
             Oslo
 
 

Literatur:        Verwandtschaft
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Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 22 Seite 45 - Hechberger Werner: Staufer und Welfen 1125-1190. Zur Verwendung von Theorien in der Geschichtswissenschaft Böhlau Verlag-Köln-Weimar Wien 1996 Seite 125,133 - Schneidmüller Bernd: Die Welfen. Herrschaft und Erinnerung. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln 2000 Seite 37,38,275,284,289 - Schwennicke Detlev: Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1, Vittorio Klostermann GmbH Frankfurt am Main 1998 Tafel 19 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 222 - Winkelmann Eduard: Kaiser Friedrich II. 1. und 2. Band, Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1963 Seite 376 -