Heinrich I. der Lange                     Graf von Braunschweig
--------------------------                    Pfalzgraf bei Rhein (1195-1212)
um 1173-28.4.1227
              Braunschweig

Begraben: Braunschweig, Dom
 

Ältester Sohn des Herzogs Heinrich der Löwe von Bayern-Sachsen aus dem Hause der WELFEN aus seiner 2. Ehe mit der Mathilde von England, Tochter von König Heinrich II.
 

Lexikon des Mittelalters: Band IV Spalte 2075
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Heinrich V. der Ältere von Braunschweig, rheinischer Pfalzgraf
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* um 1173/74, + 28. April 1227

Begraben: Braunschweig, Dom

Ältester Sohn Herzog Heinrichs des Löwen und der Mathilde

oo Ende 1193 Agnes, Erbtochter des rheinischen Pfalzgrafen Konrad von Staufen

Er folgte dem Vater in das englische Exil und übernahm im Streit um den Restbestand der welfischen Herrschaftsmasse seit 1191 die Führung der welfischen Interessenvertretung. Durch seine Heirat wurde das Pfalzgrafenamt endgültig in eine patrimoniale Adelsherrschaft umgewandelt, wodurch den WELFEN ein entscheidender Einbruch in die staufische Position am Mittelrhein gelang. Nach der Doppelwahl von 1198 war Heinrich der Ältere kein bedingungsloser Parteigänger seines Bruders OTTO IV., sondern wechselte schon im Juli 1203 zur staufischen Partei über und trat 1213 die Pfalzgrafschaft an seinen Sohn Heinrich den Jüngeren ab. Das Schwergewicht seiner Herrschaft sah er zunächst in der Pfalzgrafschaft, da er in der welfischen Hausmachtzone aufgrund der Paderborner Teilung (1202) nur Streubesitz besaß. Nach dem Tod seines Bruders Wilhelm von Lüneburg (1213) erhielt er aber umfangreichen Besitz zwischen Elbe und Weser. In diesem Gebiet betraute 1219 FRIEDRICH II. ihn mit dem Reichsvikariat, einer herzogsähnlichen Funktion. 1223 setzte Heinrich der Ältere seinen Neffen Otto "das Kind" zu seinem Nachfolger ein.

Literatur:
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H. Patze, Die welf. Territorien im 14. Jh. (Der dt. Territorialstaat im 14. Jh., II, hg. H. Patze, 1971), 7-12 - E. Boshof, Die Entstehung des Hzm.s Braunschweig-Lüneburg, hg. W. D. Mohrmann, 1980, 249-274 - O. Engels (Rhein. Gesch. I 3, hg. F. Petri-G. Droege, 1983), 237-243.



Brandenburg Erich: Tafel 22 Seite 45
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"Die Nachkommen Karls des Großen"

XIII. 351 b. HEINRICH, Pfalzgraf bei Rhein 1195
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* ca. 1173, + 1227 28. IV.

Gemahlinnen:
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a) 1194 I.
Agnes, Tochter Konrads von Hohenstaufen, Pfalzgraf bei Rhein (siehe XIV 165)
        + 1204 9. V.

b) ca. 1209
Agnes, Tochter Konrads von Wettin, Markgraf der Nieder-Lausitz (siehe XIV 165)
        + 1248 1. I.



Schwennicke Detlev: Tafel 18
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"Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1"

HEINRICH
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* (1173-1174), + Braunschweig 28.IV.1227

Begraben: Braunschweig Dom

1195/1212 PFALZGRAF bei RHEIN

  1. oo Burg Stahleck XII. 1193/I 1194
           AGNES VON STAUFEN
                      + Stade 9.V.1204

Begraben: Stade St. Marien

Tochter von Pfalzgraf Konrad

  2. oo 1211
           AGNES VON WETTIN, Stifterin von Kloster Wienhausen
                      + 1.I.1248

Begraben: Wienhausen

Tochter von Konrad von Landsberg, Markgraf der Nieder-Lausitz



Thiele, Andreas: Tafel 31
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1"

HEINRICH I. (V.) "DER LANGE"
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* um 1175, + 1227

Heinrich I. der Lange war 1190/91 Geisel in Italien bei Kaiser HEINRICH VI., wurde 1195 Pfalzgraf bei Rhein, ging sofort ins staufische Lager über und entschied 1196 mit dem Gewicht seiner Stimme die Königswahl FRIEDRICHS II., war 1196/97 mit dem Kaiser HEINRICH VI. in Italien und hielt sich 1197/98 in Palästina auf. Nach der Erbteilung beim Tode seines Vaters wurde er Graf von Braunschweig, Northeim, Eichsfeld, Dithmarschen und Stade, behauptete Dithmarschen gegen Dänemark und besetzte zeitweise Hamburg. Er unterstützte im Thronkrieg 1198-1204 seinen Bruder OTTO IV., ging 1204 wegen Erbstreitigkeiten zu König PHILIPP über, erhielt dafür die Reichsvogtei Goslar, unterstützte 1209 wieder seinen Bruder OTTO IV. und wurde Reichsverweser im Rheinland. Er bekriegte dabei die drei Erzbischöfe und wurde endgültig aus dem Mosel- und Mittelrheingebiet verdrängt, die pfälzischen Rechte fielen an die Grafen von Spanheim. Er verzichtete 1212 in der Pfalz zugunsten des Sohnes, hielt bis zuletzt zum Bruder, blieb nach 1218 dominant in N-Deutschland und wurde Regent zu Lüneburg für den Neffen Otto.

  1. oo 1194
           AGNES VON HOHENSTAUFEN
                      + 1204

Tochter und Erbin des Pfalzgrafen Konrad

  2. oo um 1209
           AGNES VON WETTIN
                      + 1248

Tochter des Markgrafen Konrad III. von Nieder-Lausitz



Ehlers Joachim: Seite 121
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"Heinrich der Löwe"

Die Erzbischöfe von Köln und von Mainz vermittelten einen Frieden, der im Juli 1190 geschlossen wurde und durch die Söhne Heinrichs des Löwen garantiert werden sollte: Lothar ging in Geiselhaft, während Heinrich 50 Ritter zum königlichen Italienaufgebot führen mußte. In S-Italien hat Heinrich von Braunschweig das Heer des Königs eigenmächtig verlassen und damit erhebliches Aufsehen erregt, denn von nun an zeigte sich im welfischen Lager eine zweite Kraft neben dem alten Herzog. Das Schicksal seines Bruders Lothar, dessen überraschender Tod im Oktober 1190 Gerüchte über einen vom König veranlaßten Giftmord ausgelöst hatte, mag Heinrichs Entscheidung beeinflußt haben, jedenfalls soll er gefürchtet haben, wie Lothar in der Blüte seiner Jugend sterben zu müssen, weil dem Heer die üblichen Seuchen drohten (Gerhard von Steterburg, Seite 224).

Barz Paul: Seite 368
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"Heinrich der Löwe. Ein Welfe bewegt die Geschichte."

Aussehen und Charakter

Temperamentvoll und eigenwillig wie die meisten WELFEN, kein Schönling, doch von der kräftigen Statur des Herzogs und den klaren Zügen der Mutter, war der junge Heinrich schon früh eine bemerkenswerte Persönlichkeit.
 
 
 
 

    1194
  1. oo Agnes von Staufen, Tochter des Pfalzgrafen Konrad
          1181-9.5.1204

    1211
  2. oo Agnes von Wettin, Tochter des Markgrafen Konrads II. von der Niederlausitz
     x    um 1190-1.1.1248
 
 
 
 

Kinder:
1. Ehe

  Heinrich II.
  1197-1.5.1214

  Irmgard Erbin von Pforzheim
  um 1202-24.2.1260

um 1220
    oo Hermann V. Markgraf von Baden
                -16.1.1243

  Agnes
  um 1201-16.8.1267

1222
  oo Otto II. Herzog von Bayern
       7.4.1206-29.11.1253
 
 
 
 

Literatur:
-----------
Ahlers Jens: Die Welfen und die englischen Könige 1165-1235. Verlag August Lax Hildesheim 1987 Seite 113,115,133-137,141-144,147,152,155,156,158,160,163,164,167-169,173,179-183,185,186, 188,201,206,212-214,216,225,227-229,233,239,242,244,246-250,255,256,260,262,263 - Appleby John T.: Heinrich II. König von England. Die Zeit des Thomas Becket. Dr. Riederer-Verlag Stuttgart 1962 Seite 286 - Ay, Karl-Ludwig/Maier, Lorenz/Jahn Joachim: Die Welfen. Landesgeschichtliche Aspekte ihrer Herrschaft. Universitätsverlag Konstanz GmbH 1998 Seite 208,213 - Barz Paul: Heinrich der Löwe. Ein Welfe bewegt die Geschichte. Keol Verlag Bonn 1978 Seite 331,342,358,360, 367-370,373,385 - Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Seite 45 - Csendes, Peter: Heinrich VI., Wissenschaftliche Buchgemeinschaft Wiesbaden 1993, Seite75,76,81,82,89,102,106,107,109,110,127,142,143,146,168, 198 - Csendes Peter: Philipp von Schwaben. Ein Staufer im Kampf um die Macht. Primus Verlag 2003 Seite 46,52,68,73,85,89,96,107,122-125,142,146,159,181,195,198 - Ehlers Joachim: Heinrich der Löwe. Verlag Muster-Schmidt Göttingen- Zürich 1997 Seite 121,122,127 - Engels, Odilo: Die Staufer. Verlag W. Kohlhammer Stuttgart Berlin Köln 1972, Seite 109,113,124,138,139 - Engels, Odilo: Stauferstudien. Beiträge zur Geschichte der Staufer im 12. Jahrhundert, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1996, Seite 125,126 A,129,157,199 - Gerstner, Ruth: Die Geschichte der lothringischen und rheinischen Pfalzgrafschaft von ihren Anfängen bis zur Ausbildung des Kurterritoriums Pfalz, Ludwig Röhrscheid Verlag Bonn 1941 (Rheinisches Archiv 40) Seite 110-113 - Giese, Wolfgang: Der Stamm der Sachsen und das Reich in ottonischer und salischer Zeit. Franz Steiner Verlag Wiesbaden 1979, Seite 208,214 - Heinrich der Löwe Herrschaft und Repräsentation. (Hg. Johannes Fried/Otto Gerhard Oexele) Vorträge und Forschungen Band LVII Jan Thorbecke Verlag 2003 - HEINRICH DER LÖWE UND SEINE ZEIT. Herrschaft und Repräsentation der Welfen 1125-1235. Katalog der Ausstellung Braunschweig 1995 Hirmer Verlag München Band 1, 2 und 3 Herzog Anton Ulrich-Museum - Hucker Bernd Ulrich: Otto IV. Der wiederentdeckte Kaiser. insel taschenbuch 2557 2003 - Jordan, Karl: Heinrich der Löwe, Deutscher Taschenbuch Verlag München, Seite 128,138,214, 216,220,223-228,230,248 - Lechner Karl: Die Babenberger. Markgrafen und Herzoge von Österreich 976-1246, Böhlau Verlag Wien-Köln-Weimar 1992, Seite 194,412 A 20 - Lehmann, Johannes: Die Staufer. Glanz und Elend eines deutschen Kaisergeschlechts, Gondrom Verlag Bindlach 1991, Seite 150,195,201 - Opll Ferdinand: Friedrich Barbarossa. Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1998 Seite 161 - Pischke, Gudrun: Die Landesteilungen der Welfen im Mittelalter. Verlag August Lax Hildesheim 1987 Seite 12-22,24,33 - Schaab Meinrad: Geschichte der Kurpfalz. Verlag W. Kohlhammer 1988 Seite 57,61,70,72,85,222 - Schneidmüller Bernd: Die Welfen. Herrschaft und Erinnerung. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln 2000 Seite 148,223,234-238,240-244, 250-252,255,261,265,266,268-274,276-280,284,290 - Schnith Karl Rudolf: Mittelalterliche Herrscher in Lebensbildern. Von den Karolingern zu den Staufern. Verlag Styria Graz Wien Köln 1990 Seite 276, 302,304,312,316,318,351 - Schwennicke Detlev: Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1, Vittorio Klostermann GmbH Frankfurt am Main 1998 Tafel 18 - Stürner, Wolfgang: Friedrich II. Teil 1: Die Königsherrschaft in Sizilien und Deutschland 1194-1220, Primus-Verlag Darmstadt 1997, Seite 38,134,152,186,223,233 - Stürner Wolfgang: Friedrich II. Teil 2 Der Kaiser 1220-1250 Primus Verlag Darmstadt, 2000 Seite 275 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 31 - Thorau, Peter: Jahrbücher des Deutschen Reichs unter König Heinrich (VII.) Teil I, Duncker & Humblot Berlin 1998, Seite 10,22,54, 58,67,70-77,98,131,196,205,300,312 A,320-322,324 - Toeche, Theodor: Kaiser Heinrich VI. Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1965, Seite 98,122,126,157,198,210,214, 240,249,291,295,305,331,383,384,389,390,403,407,414,415,441,444,461 - Wies, Ernst W.: Friedrich II. von Hohenstaufen. Messias oder Antichrist, Bechtle Esslingen 1998, Seite 43,80 - Winkelmann Eduard: Kaiser Friedrich II. 1. Band, Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1963, Seite 11,14, 15,18,21,22,41,346,371,372,373,375,376,377,378,427,442,478,485,503-506,508 - Winkelmann, Eduard: Jahrbücher der Deutschen Geschichte, Philipp von Schwaben und Otto IV. von Braunschweig 1. Buch Verlag von Duncker & Humblot Leipzig 1873, Seite 8,51,55,60,63,67-69,73,74,75,83,87,131, 132,141,142,148,152,183-187,202,206,207,210,211,213,221,241,242,244-248,252,276,288,314, 322-325,327,330,361,365,387,391,401,421,425,445,462, 503,505,507,567 - Winkelmann, Eduard: Jahrbücher der Deutschen Geschichte, Philipp von Schwaben und Otto IV. von Braunschweig 2. Buch Verlag von Duncker & Humblot Leipzig 1873, Seite 101,106,107,113,120,122,123,151,152,154,156, 158,163,237,270,272,281,300,305,331,341,357,384,386,398,442,443,460,461,462,466,467,500,511 -