Wilhelm IV.                                   Graf von Weimar (1039-1062)
---------------                                   Markgraf von Meißen (1046-1062)
    - Anfang 1062                            Pfalzgraf von Sachsen (1042-1044)
 

Ältester Sohn des Grafen Wilhelm III. von Weimar aus seiner 2. Ehe mit der Oda von der Lausitz, Tochter von Markgraf Thietmar II.
 

Schwennicke Detlev: Tafel 144
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"Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I, 1"

WILHELM IV.
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     + 1062

GRAF von WEIMAR
1042 PFALZGRAF von SACHSEN
1047-1062 MARKGRAF von MEISSEN
1062 GRAF von MERSEBURG



Thiele Andreas: Tafel 167
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte"
Band I, Teilband 1 Deutsche Kaiser-, Königs-, Herzogs- und Grafenhäuser I

WILHELM IV.
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    + 1062

Folgt 1039, 1042-1044 Pfalzgraf von Sachsen, 1046 Markgraf von Meißen; hält die Positionen seines Hauses und ist treue Stütze der SALIER; gestorben in Ungarn



Thiele Andreas: Tafel 167
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte"
Band I, Teilband 1 Deutsche Kaiser-, Königs-, Herzogs- und Grafenhäuser I

WILHELM IV.
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    + 1062

Graf von Weimar; bedeutender Graf in Thüringen; Gegner der EKKEHARDINER, 1046 Markgraf von Meißen, tritt quellenmäßig wenig hervor; 1060-1061 Feldzug nach Ungarn: Schlacht bei Wieselburg verloren, dort als berühmter Haudegen geschildert. Gestorben auf einem weiteren Feldzug gegen Ungarn.



Wilhelm IV. hielt die Positionen seines Hauses, war Gegner die EKKEHARDINER, denen er in Meißen folgte und eine treue Stütze der SALIER. Er machte 1060/61 den ungarischen Feldzug mit, wurde als berühmter Haudegen geschildert und starb auf einem weiteren Feldzug in Ungarn.

Lampert von Hersfeld: Seite 70,72
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"Annales/Annalen"

1061
Der König sandte Markgraf Wilhelm von Thüringen und Bischof Eppo von Zeitz mit dem Herzog von Böhmen [Spitignev] und dem bayerischen Heer dortin [Bereits 1060]. Doch der Markgraf und der Bischof, die zuerst in Ungarn einrückten, lieferten Bela eine Schlacht, ohne auf den Böhmen-Herzog zu warten, und vernichteten eine unzählige Menge Ungarn. Als dann aber die Ungarn von allen Seiten zusammenströmten, um ihren Landsleuten Hilfe zu bringen, sahen die Abgesandten des Königs, daß sie an Zahl und Kräften einer solchen Übermacht nicht gewachsen waren, und wollten das feindliche Land verlassen. Die Ungarn aber hatten alle Ausgänge aus dem Land gesperrt und dafür gesorgt, daß sie unterwegs weder Speise noch Trank fanden. Obendrein beunruhigten sie die Abziehenden fortwährend durch Überfälle; zwar wehrten diese stets die Gefahr tapfer ab und fügten den Feinden schwere Verluste zu, schließlich aber erschöpften sich ihre Kräfte in dem dauernden Morden; Andreas stürzte durch einen Zufall vom Pferde und wurde von den Füßen der Kämpfenden zertreten, der Bischof wurde gefangengenommen und der Markgraf ergab sich, mehr durch Hunger als durch das Schwert bezwungen. Seine Tapferkeit aber fand bei den Barbaren so hohe Bewunderung, daß Belas Sohn Joas [Sonst Geisa (König 1074-1077)], von sich aus seinen Vater darum bat, ihn nicht nur mit der Behandlung nach Kriegsrecht zu verschonen, sondern sich auch mit ihm zu verschwägern, indem er ihn mit seiner Tochter [Sophia], des Joas Schwester, verlobte.
1062
Markgraf Wilhelm war nach Thüringen zurückgekehrt und schickte sich nun an, wieder nach Ungarn zu ziehen und seine Braut mit allem seinen Reichtum entsprechenden Pomp einzuholen, da erkrankte er unterwegs auf der zweiten Station und starb. Seine Braut erhielt nun sein Verwandter Markgraf Udalrich von Kärnten [Von Krain und Istrien, Wilhelms Neffe, 1062-1070]; die Mark bekam sein Bruder Otto.

Patze Hans: Seite 105
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"Die Entstehung der Landesherrschaft in Thüringen"

Aus Wilhelms IV. thüringischen Herrschaftsbereich ist nur die Burg Vogelsberg (1051) im Wischigau bekannt. Das Weimarische Grafenhaus konnte nach dem Tode des letzten EKKEHARDINGERS diesem Geschlecht in der Mark folgen, allerdings erhielt sie Wilhelm IV. nicht ungeteilt. Nach den Annales Altahenses maiores hielt der König die Mark Meißen, worunter wir ein engeres Gebiet um Meißen zu verstehen haben, zurück. 1047/50 finden wir ihn als Markgraf bezeugt, dessen Komitat sich über den Gau Szudici erstreckt. 1062 ist Wilhelm IV. im Besitz von Grafenrechten im Burgward Treben. Wilhelm hat während des ungarischen Feldzuges von 1060, welcher der Wiedereinsetzung des Königs Andreas galt, durch seine Tapferkeit von sich reden gemacht. Die beabsichtigte Ehe mit Belas Tochter Sophie kam nicht mehr zustande, da Wilhelm IV. auf der Reise nach Ungarn 1062 starb, als er die Braut heimholen wollte.

Black-Veldtrup Mechthild: Seite 178,237-239
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"Kaiserin Agnes (1043-1077) Quellenkritische Studien"

Nach dem Tode Ekkehards II. scheint HEINRICH III. die Mark Meißen zunächst selbst in der Hand behalten zu haben, bevor er sie spätestens 1050 an Wilhelm von Weimar verlieh, dessen Familie mit den GOSECKERN verschwägert war.
Markgraf Wilhelm von Meißen erscheint in einer Urkunde HEINRICHS IV. für einen Dienstmann des Markgrafen Ernst von Österreich vom 29. Dezember 1056  in Regensburg als Petent. Seine Anwesenheit in Regensburg erklärt sich durch den zu Weihnachten 1056 dort abgehaltenen allgemeinen Hoftag. Wilhelms enge Beziehungen zu Markgraf Ernst von Österreich beruhen auf dessen Heirat mit seiner Halbschwester Adelheid. Im Jahre 1060 war er neben Bischof Eberhard von Naumburg als Führer der sächsischen Heeresabteilung an dem Feldzug in Ungarn beteiligt, der im Bürgerkrieg zwischen den beiden rivalisierenden Brüdern König Andreas und Herzog Bela die Macht des ersteren, dessen Sohn mit Agnes' Tochter Judith verlobt war, sichern sollte. Lampert zufolge tat Wilhelm sich in den Kämpfen, die mit dem Tod des ungarischen Königs und einer Niederlage seiner deutschen Hilfstruppen endeten, so sehr hervor, dass er die Bewunderung Gezas, eines Sohnes des siegreichen Bela, erregte. Nach der Rückkehr aus der Gefangenschaft brach Wilhelm wohl im Frühjahr 1062 nach Ungarn auf, um seine Braut namens Sophia heimzuholen, erkrankte indessen unterwegs und starb. Sophia wurde statt dessen mit seinem Neffen, Markgraf Ulrich von Krain und Istrien, vermählt. Man kann als sicher unterstellen, dass Wilhelm sich nach seiner Freilassung und vor seiner Anfang 1062 angetretenen Reise nach Ungarn an den Hof begeben und die weiteren Schritte mit Agnes abgestimmt hat. Der Annalist von Niederaltaich macht ganz klar, dass sich die Reichsregierung nicht erpressen ließ, obwohl man das Heiratsversprechen einhielt, in dem Bela sich - wie man an der später realisierten Eheschließung zwischen Sophia und Wilhelms Neffen Ulrich sieht - gegen alle Eventualitäten, wie etwa den Tod Wilhelms, abgesichert hatte.

Lange Peter: Seite 185
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"Zur Geschichte der Grafschaft Weimar-Orlamünde"

Graf Wilhelm IV. von Weimar wurde nicht nur in Thüringen wirksam, denn 1046 ist er von König HEINRICH III. als Markgraf von Meißen eingesetzt worden. Im Jahre 1060 war er einer der Heerführer gegen König Bela von Ungarn, der die Vormundschaftsregierung der Königin Agnes für ihren Sohn HEINRICH IV. ausnutzen wollte, um seinen Machtbereich zu Lasten des deutschen Reiches zu erweitern. Graf Wilhelm IV. geriet dabei in ungarische Gefangenschaft, wurde aber wegen erwiesener Tapferkeit und wegen eines Verlöbnisses mit Belas Tochter Sophie freigelassen. In die Heimat zurückgekehrt, übernahm er Grafenrechte in Merseburg. In der Grafschaft Weimar hat damals wahrscheinlich schon sein Bruder die Regentschaft innegehabt. Bei einer Reise nach Ungarn, die Wilhelm IV. von Weimar unternahm, um seine Braut heimzuholen, ist er 1062 verstorben.
 
 
 
 

Literatur:
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Annalista Saxo: Reichschronik Seite 24,65,69 - Black-Veldtrup, Mechthild: Kaiserin Agnes (1043-1077) Quellenkritische Studien, Böhlau Verlag Köln 1995, Seite 178,195,237-239 - Fenske, Lutz: Adelsopposition und kirchliche Reformbewegung im östlichen Sachsen, Vandenhoeck & Ruprecht Göttingen 1977 Seite 36 - Lampert von Hersfeld: Annales/Annalen Wissenschaftliche Buchgemeinschaft Darmstadt 2000 Seite 70,72,130 - Lange Peter: Zur Geschichte der Grafschaft Weimar-Orlamünde, in: Thüringen im Mittelalter Die Schwarzburger. Beiträge zur schwarzburgischen Kunst- und Kulturgeschichte Band 3 Seite 184 - Lüpke, Siegfried: Die Markgrafen der Sächsischen Ostmarken in der Zeit von Gero bis zum Beginn des Investiturstreites (940-1075), Dissertation Halle 1937 - Meyer von Knonau, Gerold: Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Heinrich IV. und Heinrich V. 1. - 7. Band, Verlag von Duncker & Humblot Leipzig 1890 Band 1 Seite 197,206,294 - Partenheimer Lutz: Albrecht der Bär. Gründer der Mark Brandenburg und des Fürstentums Anhalt. Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 2001 Seite 212 - Patze, Hans: Die Entstehung der Landesherrschaft Thüringen, Böhlau Verlag Köln/Graz 1962 Seite 105 - Pätzold, Stefan: Die frühen Wettiner. Adelsfamilie und Hausüberlieferung bis 1221, Böhlau Verlag Köln 1997, Seite 16,96 - Posse, Otto: Die Markgrafen von Meissen und das Haus Wettin bis zu Konrad dem Grossen. Giesecke& Devrint Verlag Leipzig 1881 Seite 135-138,141-147,150,153,154,209,234,235,238 - Schneidmüller, Bernd/Weinfurter Stefan/Hg): Otto III. - Heinrich II. Eine Wende?, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1997, Seite 117 - Schölkopf, Ruth: Die sächsischen Grafen 919-1024, Göttingen 1957 Studien und Vorarbeiten zum Historischen Atlas Niedersachsens - Schwennicke Detlev: Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I, 1, Vittorio Klostermann GmbH Frankfurt am Main 1998 Tafel 144 - Starke, Heinz-Dieter: Die Pfalzgrafen von Sachsen bis zum Jahre 1088, in: Braunschweigisches Jahrbuch Band 36 Seite 37-38 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 167 -