Wilhelm III.                                    Graf von Weimar (1003-1039)
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    -16.4.1039
 

Sohn des Grafen Wilhelm II. von Weimar
 

Schwennicke Detlev: Tafel 144
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"Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I, 1"

WILHELM III.
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    + 16.IV.1039

GRAF von WEIMAR
1022 GRAF im EICHSFELD

  I. oo BERTA
                   +

  II. oo ODA
                    + 1068

Tochter von Thietmmar II., Markgraf der Ostmark
(II. oo Dedi II., Markgraf der Ostmark (WETTINER), + X.1075)



Thiele Andreas: Tafel 167
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte"
Band I, Teilband 1 Deutsche Kaiser-, Königs-, Herzogs- und Grafenhäuser I

WILHELM III.
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    + 1039

Folgte 1009, auch im Raum Orlamünde; erwarb bedeutende Rechte im Eichsfeld dazu; scharfe Gegensätze zu den Erzbischöfen von Mainz.

  oo ODA VON LAUSITZ
                +

Tochter des Markgrafen Thietmar II.
(2. Ehe mit Markgraf Dedi II. von Lausitz)



Wilhelm III. amtierte im gleichen Gebiet wie seine Vorfahren, nur dass er außerdem noch bedeutende Grafenrechte im Eichsfeld dazu erwarb und somit in scharfen Gegensätzen zu den Erzbischöfen von Mainz geriet. Er stand mit dem König im besten Einvernehmen. Von Zeit zu Zeit übernahm er die Wachaufsicht über die Burg Meißen. 1017 lag er mit Gebhard von Querfurt in Streit, den der König zu Allstedt schlichtete. Unter Wilhelm erreichte die Machtstellung des Hauses WEIMAR innerhalb des thüringischen Raumes ihren Höhepunkt, was auch teilweise durch das Hineinwachsen der EKKEHARDINGER in das Markgrafengebiet begünstigt wurde.

Thietmar von Merseburg: Seite 358,380
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"Chronik"

Es war bereits Nacht, als die vom Kaiser entsandten Grafen Bernhard, Gunzelin und Wilhelm [Graf Wilhelm III. von Weimar (V, 8)] mit ihren Mannen an seinem Krankenlager eintrafen. Werner, dem seine Leute ihr Kommen angezeigt hatten, begrüßte nur seinen Freund Wilhelm. Beim Verbinden seiner Wunde erkannte Wilhelm, daß er ihn unmöglich befehlsgemäß nach Merseburg bringen könne; er ließ ihn daher durch seine Leute nur in das Nachbardorf Allerstedt [1,5 km südöstlich Wiehe] schaffen und dort in einem festen Steinhaus bewachen, während er selbst mit den Seinen zum Kaiser zurückkehrte.
Eilends kam Bischof Hildward von Zeitz, den man zu seiner Bestattung herbeigerufen hatte, und fand schon beim Eintreten das Sterbehaus des heiligen Mannes [Bischof Eid von Meißen] von lieblichstem Duft erfüllt. Er geleitete den Leib nach Meißen und bestattete ihn am Altar mit Hilfe des Grafen Wilhelm, der an der Reihe war, die Burg zu bewachen.

Patze Hans: Seite 105
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"Die Entstehung der Landesherrschaft in Thüringen"

Sein Sohn Wilhelm III. (1009-1039) ist als Graf in Geisleden und Sulza bezeugt. Dass er Grafenrechte im Eichsfeld hatte, wird noch deutlich bei der Abtretung des Wildbannes in der Mark Lupnitz an die Abtei Fulda 1014. Wilhelm gehörte mit zu denjenigen, die rings um den Bannbereich Güter besaßen, wie die Urkunde HEINRICHS II. berichtet. Gleich seinem Vater hat er seine hervorragende Stellung in Thüringen errungen, wie den Hildesheimer Annalen zu entnehmen ist, die ihn als Thuringorum pretor bezeichnen. Von Wilhelm III. hinterblieben vier Söhne Wilhelm IV., Otto, Poppo, Aribo.

Schölkopf Ruth: Seite 56
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"Die sächsischen Grafen 919-1024"

Nachfolger des Grafen Wilhelm (+ 1003) wurde sein schon erwähnter Sohn Wilhelm (III.).Er amtierte im gleichen Gebiet wie seine Vorfahren, nur dass er außerdem noch nachweisbar Grafenrechte im Eichsfeld wahrnahm, in dem weder sein Vater noch sein Großvater urkundlich anzutreffen waren. Das schließt jedoch nicht aus, dass sie hier schon Grafenrechte wahrgenommen hatten. Die Grafschaft im Eichsfeld lag im Gebiet von Geisleben (Kr. Heiligenstadt), das HEINRICH II. dem Kollegiatstift in Heiligenstadt schenkte. Er ist auch in Thüringen selber anläßlich der Vergabung von Sulza (Kr. Nordhausen) an Bamberg bezeugt. Eine weitere Urkunde erwähnte seine Grafenrechte über die Dorfmark Lupnitz in Thüringen, die ex consensu et voluntate. Wilhelmi comitis et fratris Popponis dem Kloster Fulda zugesichert wurde. Noch einmal trat er zusammen mit seinem Bruder Poppo urkundlich auf, als der König das ihm von den beiden Brüdern zugebrachte Gut in Königswinter einem Nonnenkloster zu Bonn weiterschenkte. Die Anführung der beiden Brüder schließt jeden Zweifel aus, dass es sich bei dem weit entlegenen Besitz um WEIMARANER handelte. Die Herkunft des Gutes entzieht sich unseres Nachweises. Möglicherweise wurde es durch eine Frau zugebracht (spätestens käme hierfür die Gattin ihres Vaters in Betracht, die aber unbekannt ist); denn die Brüder besitzen das Gut zur gesamten Hand. Welche Stellung der erwähnte Poppo einnahm - ob Graf oder Kleriker - läßt sich nicht mit Sicherheit sagen. Er wurde im Gegensatz zu seinem Bruder ohne jeden Titel genannt. Ein Zeugnis für eine Grafschaft Poppos liegt nicht vor.
Wilhelmstand in bestem Einvernehmen mit dem König. Das geht daraus hervor, dass er 1014 den Auftrag erhielt, zusammen mit Markgraf Bernhard von der Nordmark und dem Grafen Guncelin Werner von Walbeck wegen des begangenen Brautraubes vor Gericht zu laden. Er wurde als einziger von Werner nicht ungnädig empfangen, was für freundschaftliche Beziehungen des Hauses WEIMAR zu den WALBECKERN spricht. Möglicherweise hatten sie sich in gemeinsamer Gegnerschaft gegen die EKKEHARDINGER zusammengeschlossen.
Graf Wilhelm übernahm gleichfalls von Zeit zu Zeit die Wachtaufsicht über die Burg Meißen, wie zum Beispiel 1015. Vermutlich handelte es sich 1017 um einen Streit zwischen Wilhelm von Weimar und Gebhard von Querfurt, den der König zu Allstedt schlichtete. Holtzmann sah in den beiden genannten Grafen Brüder aus dem Hause QUERFURT, was zweifelhaft bleibt, da sie Thietmar nicht contraftres nannte, zumal er dies selten versäumte, wenn  es sich um leibliche Brüder handelte.
Unter Wilhelm erreichte die Machtstellung des Hauses WEIMAR innerhalb des thüringischen Raumes ihren Höhepunkt. Der Sächsische Annalist (a. 1056) bezeichnet ihn als magnus Wilhelmus de Wimmare. Das ist eine Auszeichnung, die er sehr selten einem Grafen zukommen ließ und die somit ihren Wert behält.
Die unerläßliche Bedingung für diesen Aufstieg war die starke Begünstigung durch das Königshaus selber, dazu trat als nicht gering zu veranschlagender Faktor das langsame Hineinwachsen der EKKEHARDINGER - ihrer stärksten Konkurrenten im thüringischen Raum - in das Markengebiet als Folge ihrer Machtverlagerung. Die Vergrößerung der Herrschaftsstellung der EKKEHARDINGER in der Mark Meißen verlief ganz entsprechend der Stärkung des Hauses WEIMAR in Thüringen.
Wilhelm (III.) von Weimar war mit Oda vermählt, deren Familie unbekannt ist. Posse hielt sie ohne weiteres für eine Tochter des Markgrafen Thietmar von der Lausitz und der Reinhilde von Beichlingen. Wir wissen weder, ob Thietmar eine Tochter namens Oda hatte, noch ob er überhaupt mit Reinhilde vermählt war. Oda, die Gattin Wilhelmi Turingorum pretoris, heiratete nach dem Tode WilhelmsDedi von Wettin, Sohn des ermordeten Dedi und der Mathilde, der Tochter des Markgrafen Ekkehard I. von Meißen. Wilhelm von Weimar starb 1039. Er hinterließ bei seinem Tode von seiner Gattin Oda vier Söhne: Wilhelm, Otto, Poppo und Aribo. Sein ältester Sohn wurde 1046 nach dem Tode des Markgrafen Ekkehard II. von Meißen dessen Nachfolger in der Mark Meißen. Ihm folgte nach seinem Tod sein Bruder Otto.

Lange Peter: Seite 184
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"Zur Geschichte der Grafschaft Weimar-Orlamünde"

Nachdem Wilhelm II. von Weimar am 24. Dezember 1003 hochbetagt verstorben war, folgte ihm sein Sohn Wilhelm III. im Grafenamt. Gemeinsam mit seinem Bruder Poppo besaß Wilhelm III. Ländereien in Großenlupnitz nördlich von Gotha. Wilhelm III. von Weimar, der sich wie sein Vater der Gunst König HEINRICHS II. erfreuen durfte, führte in den Jahren 1014 und 1015 königliche Aufträge aus, darunter die Bewachung der Burg Meißen. Nachdem Wilhelm III. Grafenrechte im Eichsfeld erlangt hatte - sie sind für das Jahr 1022 bezeugt -, war er der mächtigste Herr in Thüringen. Als er am 16. April 1039 verstarb, hinterließ er die Söhne Wilhelm, Otto und Poppo.
 
 
 
 

  1. oo Bertha
                 -

  2. oo 1. Oda von der Lausitz, Tochter des Markgrafen Thietmar II.
                     - vor 1068

       1039
     2. oo Dedi II. Graf von Wettin
              um 1010- 10.1075
 
 
 
 

Kinder:
2. Ehe

  Wilhelm IV. Markgraf von Meißen
         -   1062

  Otto I. Graf von Orlamünde
        -   1067

  Poppo
          - nach 1045

  Aribo
        -   1070 ermordet
 
 
 
 

Literatur:
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Fenske, Lutz: Adelsopposition und kirchliche Reformbewegung im östlichen Sachsen, Vandenhoeck & Ruprecht Göttingen 1977 Seite 35 Anm. 91 - Lange Peter: Zur Geschichte der Grafschaft Weimar-Orlamünde, in: Thüringen im Mittelalter Die Schwarzburger. Beiträge zur schwarzburgischen Kunst- und Kulturgeschichte Band 3 Seite 184 - Patze, Hans: Die Entstehung der Landesherrschaft Thüringen, Böhlau Verlag Köln/Graz 1962 Seite 105 - Pätzold, Stefan: Die frühen Wettiner. Adelsfamilie und Hausüberlieferung bis 1221, Böhlau Verlag Köln 1997, Seite 16,96 - Posse, Otto: Die Markgrafen von Meissen und das Haus Wettin bis zu Konrad dem Grossen. Giesecke& Devrint Verlag Leipzig 1881 Seite 131-136,154 - Schneidmüller, Bernd/Weinfurter Stefan/Hg): Otto III. - Heinrich II. Eine Wende?, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1997, Seite 129 - Schölkopf, Ruth: Die sächsischen Grafen 919-1024, Göttingen 1957 Studien und Vorarbeiten zum Historischen Atlas Niedersachsens Seite 56 - Schwennicke Detlev: Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I, 1, Vittorio Klostermann GmbH Frankfurt am Main 1998 Tafel 144 - Thietmar von Merseburg: Chronik. Freiherr vom Stein-Gedächtnisausgabe, Seite 200,358,380 -