Meyer von Knonau, Gerold: Band 1 Seite 206,294
***********************
"Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Heinrich IV. und Heinrich V. 1. - 7. Band"

So entließ Bela zuerst unter den Gefangenen den Bischof Eberhard aus freien Stücken, und da der edlen Abkunft noch weiterer Gefangener sicher geworden war, begann er - wie es scheint, vorzüglich auf die Veranstaltung seines Sohnes Geisa - ganz besonders seine Aufforderung an den Markgrafen Wilhelm zu richten. Die Hand einer Tochter Belas, der Sophia, wurde Wilhelm angeboten und von ihm angenommen, und darauf wurde er frei nach der Heimat entlassen, um die Vorbereitungen für die Heimführung der Braut zu treffen.
Der tapfere Markgraf Wilhelm, aus dem gräflichen Hause von Weimar, als Bräutigam der ungarischen Königs-Tochter Sophie aus der Kriegsgefangenschaft ehrenvoll entlassen, war, nachdem er nach der Heimat zurückgekehrt, eben im Begriffe gewesen, unter Entfaltung reichen Prunkes wieder nach Ungarn zu ziehen, um die Braut heimzuführen Allein auf dem Wege dahin hatte ihn schon in der zweiten Nachtherberge eine Krankheit plötzlich dahingerafft [Vgl. oben Seite 206, mit Nr. 6. Während Annal. Altah. maj. a. 1061 nur berichten: marchio ... dimissus ad patriam rediit moxque diem extremum clausit (SS. XX, 811), erzählt Lambert a. 1062 viel eingehender: Willihelmus marchio reversus in Thuringiam, dum redire in Ungariam et sponsam suam cum magna opum suarum ostentatione adducere pararet, inter eundum secunda mansione morbo correptus obiit. Da diese Notiz ganz am Anfang des Jahresberichtes (I. c., 162) steht, fällt wohl das Ereignis, wie auch sonst anzunehmen ist, gleich in das Frühjahr. Daß Gfrörer, Gregorius VII., I, 510, II 98, wo ohne jeden Beweis noch die Kaiserin Agnes in diese Dinge mächtig eingreifend hingestellt wird, abermals andeutet, es liege ein Giftmord oder ähnlicher Frevel vor - "jener WEIMARER Wilhelm, bisher Schildträger des Hofes, ging, verlockt durch die Hand der ungarischen Königs-Tochter, zu den Feinden der Kaiserin über; er büßte hierfür persönlich mit dem Tode" -, wird die Kenner Gfrörerscher Kombinationenn nicht überraschen.]. Die ihres Verlobten beraubte Prinzessin vermählte sich in der Folge mit einem jüngeren Verwandten des Verstorbenen, mit dem Markgrafen Udalrich von Krain und Istrien, Wilhelms Neffen, dem Sohne des Grafen Poppo von Istrien.