Görich Knut: Seite 154
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"Otto III. Romanus Saxonicus et Italicus. "

Ein anderes Bild ergibt sich im Falle der Grafen von Weimar. Graf Wilhelm I. (+ 963) gehörte 953 zu den Verschwörern um Liudolf, verlor deshalb seine Ämter und wurde mit Verbannung bestraft, scheint die Gunst OTTOS I. jedoch wiedererlangt zu haben. Sein Sohn Wilhelms II. (963-1003) unterstützte 984 tatkräftig Heinrich den Zänker und war sogar ein enger Freund von ihm. Bis 1002 ist Wilhelm II. nicht ein einziges Mal als Intervenient oder Empfänger einer Urkunde OTTOS III. und auch sonst nicht in dessen Gefolge nachweisbar; das Verhältnis des Grafen zu der ottonischen Partei scheint nachhaltig gestört gewesen zu sein.
Diese Meißener Markgrafen und die Grafen von Weimar standen wegen Interessenüberschneidung im thüringischen Raum in einem gespannten Verhältnis zueinander. Durch seine bevorzugte Stellung am Kaiserhof war Ekkehard in eine übermächtige Position gekommen. Ganz folgerichtig stellte sich Wilhelm II. nach dem Tod OTTOS III. gegen die Thronkandidatur Ekkehards und unterstützte statt dessen Herzog Heinrich IV. von Bayern, dem er noch vor der Merseburger "Nachwahl" als neuem König huldigte. Nach der Ermordung Ekkehards im Mai 1002 war Wilhelm II. von Weimar der "nunmehr mächtigste Mann Thüringens". Aufgrund seiner Gegnerschaft zu den OTTONEN unter seiner Rivalität mit Markgraf Ekkehard dürfte Graf Wilhelm II. zum Kreis der Verschwörer gerechnet werden können.