Ulrich II.                                         Graf von Weimar (1070-1112)
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um 1064-13.5.1112
 

Ältester Sohn des Grafen Ulrich I. von Weimar-Istrien und der Sophia von Ungarn, Tochter von König Bela I.
 

Schwennicke Detlev: Tafel 144
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"Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1"

ULRICH II.
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    + 13.V.1112

1067 GRAF von WEIMAR
1098 MARKGRAF von KRAIN und ISTRIEN

  oo vor 1102, verstoßen
       ADELHEID VON THÜRINGEN
                + 1146

Tochter von Ludwig dem Springer, Graf in Thüringen



Thiele Andreas: Tafel 167
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte"
Band I, Teilband 1 Deutsche Kaiser-, Königs-, Herzogs- und Grafenhäuser I

ULRICH II. (III.)
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    + 1112

Graf von Weimar, streitet mit den Erben des Großonkels; verliert bedeutende Machtpositionen in Thüringen; nach 1112 kommt es zu verheerenden Erbkriegen.

  oo ADELHEID VON THÜRINGEN, Tochter des Grafen Ludwig der Springer
               + 1146



Thiele Andreas: Tafel 500
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte"
Band I, Teilband 2 Deutsche Kaiser-, Königs-, Herzogs- und Grafenhäuser II

ULRICH III. VON WEIMAR
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    + 1112

Graf von Weimar, zeitweise Markgraf von Istrien. Nach seinem Tode kam es zu jahrelangen Erbkriegen um Weimar, die mit der sächsischen Rebellion zusammenflossen. Erben wurden letztlich die ASKANIER.

  oo ADELHEID VON THÜRINGEN, Tochter des Grafen Ludwig II.
             + 1146



Althoff Gerd: Seite 398
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"Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung"

                                                      G 47

Lü:     13.5  Odalricus com  +  1112 Graf von Weimar

Udalrich war der Sohn der Sophia (H 18), der Gemahlin des BILLUNGERS Magnus (H 29), aus deren 1. Ehe mit dem Grafen Udalrich (G 21).
Diese verwandtschaftliche Beziehung bedingt wohl seine Einschreibung wie auch die seines Vaters ins Lüneburger Necrolog; vgl. dazu Bork, Billunger, S. 173 f. und Meyer von Knonau, Jbb. Heinrichs IV. und Heinrichs V. 6, S. 356.



Ekkehardi Chronica: Seite 308
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"Die Chronik des Ekkehards von Aura"

In dieser Zeit starb einer der sächsischen Fürsten namens Udalrich [Graf von Weimar, gestorben am 13. Mai], einst Schwiegersohn des Grafen Ludwig [von Thüringen], ihm aber seit langem wegen der Scheidung von seiner Tochter verhaßt. Dessen Besitzungen eignete sich der schon erwähnte Sigfrid auf Grund erblicher Nachfolge an, aber der Herr Kaiser versuchte, sie in den rechtlichen Besitz des Reiches zu bringen.

Fenske Lutz: Seite 342,344 A.29
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"Adelsopposition und kirchliche Reformbewegung im östlichen Sachsen."

Bald nach dem Tode Udalrichs II., des Letzten der Grafen von Weimar-Orlamünde, am 13. Mai 1112, wurde der Wille des Kaisers erkennbar, seine Besitzungen zugunsten des Reiches einzuziehen.
HEINRICH V. ließ sich durch ein Fürstengericht den Anspruch des Reiches auf den Allodialbesitz Udalrichs II. bestätigen, wie eine kaiserliche Urkunde für das Erzstift Mainz vom 14. April 1114 erkennen läßt.

Patze Hans/Schlesinger Walter: Seite 156
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"Geschichte Thüringens"

Ulrich II. war zeitweise mit einer Tochter Ludwigs des Springers vermählt gewesen, hatte sich aber von ihr wieder getrennt. Er ist in den Besitzungen Ottos von Weimar gefolgt, allerdings dürfte er in seiner thüringischen Heimat einem verkleinerten Herrschaftsbereich vorgefunden haben, denn es ist anzunehmen, dass Ottos Witwe Adila einige weimarische Eigengüter in ihre zweite Ehe mit dem WETTINER Dedo II. eingebracht hat.
Den Tod Ulrichs II. im Jahre 1112, also in einer von starken Spannungen erfüllten Zeit in Thüringen und Sachsen, nahm Kaiser HEINRICH V. zum Anlaß, um das Königsland in Thüringen zu erweitern. Er ließ sich durch Fürstenurteil die Güter (allodia) Ulrichs zusprechen. Aber schon dieser erste Versuch eines deutschen Königs, einen Teil oder ganz Thüringen als Reichsland einzuziehen und damit eine Kernlandschaft des Reiches zu gewinnen, scheiterte, wie alle folgenden bis hin zum letzten im Jahre 1307 fehlschlagen sollten. Gegen das Urteil des Fürstengerichts meldete ein Glied aus der weiblichen Nachkommenschaft des Markgrafen Otto (+ 1067) seine Ansprüche an. Von den drei hinterlassenen Töchtern des Markgrafen Otto war die jüngste, Adelheid (+ 1100), eine sehr begehrte Dame gewesen. Sie hatte dreimal geheiratet:
1.  den ASKANIER Adalbert II. von Ballenstedt (+ vor 1103). Ihm hatte sie Otto (+ 1124) und
     Siegfried (+ 1113) geboren.
2.   war sie mit den Aachener Pfalzgrafen Hermann (+ 1088) vermählt gewesen.
3.  In 3. Ehe war sie mit dem Pfalzgrafen Heinrich von Laach (+ 1095) verbunden.
     Heinrich von Laach hatte die Söhne seiner Gemahlin aus 1. Ehe adoptiert. Der ältere, Otto,
     wurde Graf von Ballenstedt und Herzog von Sachsen.
     Sein Sohn ist Markgraf Albrecht der Bär von Brandenburg. Der jüngere Sohn, Siegfried,
     gehörte zur Fürstenopposition gegen HEINRICH V.

Partenheimer Lutz: Seite 23,27,210
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"Albrecht der Bär. Gründer der Mark Brandenburg und des Fürstentums Anhalt."

Nach der Ermordung Ekberts II. (1090) konnte Ulrich II., Sohn des 1070 gestorbenen Ulrich I., offenbar die Herrschaft in Weimar und wohl auch in Orlamünde übernehmen [107 Mit dem in der Cronica Reinhardsbrunensis (MG SS 30/1), Seite 523, zu 1065 erwähnten Udalrico comiti ingenuo de Wymar ist offensicht Ulrich II. gemeint, wie die Nennung seiner Gemahlin Adelheid, Tochter Graf Ludwigs des Springers von Thüringen, andeutet, von der sich Ulrich II. später trennte. Armin Tille: Die Anfänge der Stadt Weimar und die Grafen von Weimar und Orlamünde (Neue Beiträge zur Geschichte der Stadt Weimar 2,3), Weimar 1939, Seite 53, bezieht die Stelle dagegen auf Ulrich I.].
Den neuen Zwist entfachte der Tod des Grafen Ulrich II. von Weimar-Orlamünde, der am 13. Mai 1112 ohne männliche Nachkommen starb. Sein gleichnamiger Vater war der Sohn eines Bruders des oben erwähnten Markgrafen Otto von Meißen, Grafen von Weimar-Orlamünde. Ulrich II. ist bekanntlich ein Sohn der ungarischen Königs-Tochter Sophia gewesen, die nach dem Tode ihres ersten Mannes (1070) Herzog Magnus von Sachsen heiratete und dem letzten BILLUNGER Eilika, die spätere Gemahlin Ottos von Ballenstedt, schenkte.
Doch nicht dieser, sondern dessen Bruder Siegfried, der wohl von der Mutter Adelheid zumindest bereits Ansprüche auf weimar-orlamündische Güter besaß, forderte nun die Hinterlassenschaft Ulrichs. Doch HEINRICH V. ging jetzt daran, die Allodien Ulrichs II. einzuziehen.

Lange Peter: Seite 187
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"Zur Geschichte der Grafschaft Weimar-Orlamünde"

Von seinen beiden Söhnen wirkte Poppo als Markgraf im Südosten des Reiches, während Ulrich II. die Grafschaft Weimar übernahm, ohne indessen hier besonders in Erscheinung zu treten. Zwar war er mit einer Tochter Ludwigs des Springers verheiratet, aber urkundkliche Nachrichten über sein Wirken in Thüringen sind nicht bekannt. Als er am 13. Mai 1112 kinderlos verstorben ist, wollte König HEINRICH V. die Lehen und die Allodialgüter der Grafen von Weimar zugunsten des Reiches einziehen. Die Schwächung der Reichsgewalt, die in der Regierungszeit König HEINRICHS IV. infolge des Investiturstreites eingetreten war, hatte zur Folge, daß HEINRICH V. den geplanten Heimfall der Weimarer Grafschaft nicht vollziehen konnte. In dieser Zeit waren einige Adelsgeschlechter im mitteldeutschen Raum zu einer solchen Macht gelangt, daß sie sich dem König erfolgreich widersetzen konnten, darunter die Grafen von Supplinburg, die Grafen von Ballenstedt und die LUDOWINGER, die 1130 von König LOTHAR III. zu Landgrafen von Thüringen erhoben worden sind.
Die nach dem Tode des Markgrafen Otto von Meißen aus dem Hause WEIMAR offenbar weitgehend führungslos gewordene Grafschaft Weimar wurde deshalb zwangsläufig zum Spielball fremder Interessen, zumindest verlor sie in dem Maße an Einfluß, wie die Macht der thüringischen Landgrafen anstieg.
 
 
 
 

 1102
  oo Adelheid von Thüringen, Tochter Ludwigs des Springers
  x   um 1090-   1146

     Ihr Gemahl hatte sie verstoßen.
 
 
 
 

Literatur:
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Althoff Gerd: Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung. Studien zum Totengedenken der Billunger und Ottonen. Wilhelm Fink Verlag München 1984, Seite 58,398 G 47 - Annalista Saxo: Reichschronik Seite 73 - Assing Helmut: Brandenburg, Anhalt und Thüringen im Mittelalter. Askanier und Ludowinger beim Aufbau fürstlicher Territorialherrschaften. Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 1997 Seite 280 - Bork Ruth: Die Billunger. Mit Beiträgen zur Geschichte des deutsch-wendischen Grenzraumes im 10. und 11. Jahrhundert. Dissertation Greifswald 1951 Seite 173 - Ekkehardi Chronica: Die Chronik des Ekkehards von Aura Seite 308 - Fenske, Lutz: Adelsopposition und kirchliche Reformbewegung im östlichen Sachsen. Vandenhoeck & Ruprecht Göttingen 1977, Seite 338,340,342, 344 A. 29,30,347 - Giese, Wolfgang: Der Stamm der Sachsen und das Reich in ottonischer und salischer Zeit, Franz Steiner Verlag Wiesbaden 1979 Seite 188 - Giesebrecht Wilhelm von: Geschichte der deutschen Kaiserzeit. Vierter Band. Heinrich V. und das Ende des Investiturstreits. Lothar von Supplinburg. Konrad III. F.W. Hendel Verlag Merseburg 1930 Seite 60 - Hildebrand Ruth: Herzog Lothar von Sachsen. Verlag August Lax Hildesheim 1986 Seite 18,42 - Lange Peter: Zur Geschichte der Grafschaft Weimar-Orlamünde, in: Thüringen im Mittelalter Die Schwarzburger. Beiträge zur schwarzburgischen Kunst- und Kulturgeschichte Band 3 Seite 187 - Meyer von Knonau, Gerold: Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Heinrich IV. und Heinrich V. 1. - 7. Band, Verlag von Duncker & Humblot Leipzig 1890 Band 6 Seite 356 - Partenheimer Lutz: Albrecht der Bär. Gründer der Mark Brandenburg und des Fürstentums Anhalt. Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 2001 Seite 23,27,210 - Patze, Hans/Schlesinger, Walter: Geschichte Thüringens, Böhlau Verlag Köln/Graz 1967 Seite 156 - Pätzold, Stefan: Die frühen Wettiner. Adelsfamilie und Hausüberlieferung bis 1221, Böhlau Verlag Köln 1997 Seite 28 - Posse, Otto: Die Markgrafen von Meissen und das Haus Wettin bis zu Konrad dem Grossen. Giesecke& Devrint Verlag Leipzig 1881 Seite 154 - Schwennicke Detlev: Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1, Vittorio Klostermann GmbH Frankfurt am Main 1998 Tafel 144 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 167 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 2 Deutsche Kaiser-, Königs-, Herzogs- und Grafenhäuser II, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 500 -