Ulrich I.                                          Graf von Weimar (1067-1070)
------------                                       Markgraf von Krain (1050-1070)
um 1020-6.3.1070                          Markgraf von Istrien (1060-1070)
 

Einziger Sohn des Grafen Poppo I. von Weimar und der Hadamut von Friaul, Tochter von Graf Werigand
 

Schwennicke Detlev: Tafel 144
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"Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I, 1"

ULRICH I.
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    + 6.III.1070

1045 MARKGRAF von KRAIN
1060 MARKGRAF von ISTRIEN

  oo 1062/63
       SOPHIA VON UNGARN (ARPADEN)
                + 18.VI.1095

Tochter von König Bela I.

(II. 1070/71 Magnus 1072 Herzog von Sachsen (BILLUNGER), + 25.VIII.1106)



Thiele Andreas: Tafel 167
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte"
Band I, Teilband 1 Deutsche Kaiser-, Königs-, Herzogs- und Grafenhäuser I

ULRICH I. (II.)
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    + 1070

Graf von Weimar, Markgraf von Istrien-Krain, verbündet sich mit Ungarn

  oo SOFIE VON UNGARN, Tochter des Königs Bela I. von Ungarn
              + 1095

(2. Ehe oo Magnus, Herzog von Sachsen)



Thiele Andreas: Tafel 500
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte"
Band I, Teilband 2 Deutsche Kaiser-, Königs-, Herzogs- und Grafenhäuser II

ULRICH II. VON WEIMAR
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    + 1070

Ab 1050 Markgraf von Krain, 1060 Markgraf von Istrien, das damit reichsunmittelbar wurde. Er war eine Stütze der salischen Kaiser, achtete stets auf ein gutes Verhältnis zum stark in seinen Raum expandierenden Ungarn, vergrößerte seinen Herrschaftsbereich nach Südosten hin und gewann die Gebiete bis Fiume hin. Er verstärkte damit die Gegensätze zum Patriarchen von Aquileia und zu Venedig. Als Markgraf von Istrien und Krain folgte ihm Herzog Markwart II. von Kärnten.

  1062/63
  oo SOFIE VON UNGARN, Tochter des Königs Bela I.
            + 1095



Althoff Gerd: Seite 391
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"Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung"

                                              G 21

Lü:     6.3.  Othelricus com  + 1070  Graf von Istrien

Es handelt sich um den ersten Gemahl der Sophia(H 18), die später Gattin des BILLUNGERS Magnus (H 29) wurde.
Die Eintragung des Grafen ins Lüneburger Necrolog ist wohl durch die Vermittlung der Sophia zu erklären.
Zu dem Sohn aus dieser 1. Ehe s. G 47.
Vgl. auch Bork, Billunger, S. 173 f. und Stammtafeln II, Nr. 104.


GENEALOGISCHE TAFELN ZUR MITTELEUROPÄISCHEN GESCHICHTE
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Wegener Dr. Wilhelm: Seite 70
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38. ULRICH
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F. c 1045 Sohn der Hadamut, einer Tochter der Willibirg (n 25), einer Schwester Adalperos Hundt, Ebersberg 143 f. n 44
c 1050 Markgraf Udalrich (von Krain), Salmann für die Gräfin Willibirch (seine Mutter) MB 14, 181 f. n 3
Oudalricus comes nepos (sic) Adalperonis Hundt, Ebersberg 145 n 52
(1056) Markgraf Udalrich von Krain, der (Groß-)Neffe des Grafen Adalpero, übergibt ihm von Richlintüberlassene Güter von seiner Heirat dem Kaiser HEINRICH III. zum Schaden für Ebersberg; der Kaiser beauftragte vor seinem Hinscheiden seine Gemahlin Agnes mit der Wiedergutmachung Hundt, Ebersberg 158 n 12.


Black-Veldtrup Mechthild: Seite 238,239
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"Kaiserin Agnes (1043-1077) Quellenkritische Studien."

Nach dem Tod seines Onkels Wilhelm im Frühjahr 1062 auf einer Reise nach Ungarn heiratete Ulrich, Markgraf von Krain und Istrien, dessen Braut Sophia von Ungarn.
Um die Anerkennung seiner Herrschaft durch die deutsche Reichsregierung zu erreichen, bot Herzog Bela dem Markgrafen Wilhelm von Meißen für seine Freilassung die Hand seiner Tochter an. Als dieser auf der Reise nach Ungarn im Frühjahr 1062 starb, trat sein Neffe Ulrich an seine Stelle.

Fenske Lutz: Seite 340
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"Adelsopposition und kirchliche Reformbewegung im östlichen Sachsen"

Udalrich, ein Sohn Poppos, aus dessen Ehe mit einer bayerischen Adligen, die in kognatischer Linie zu den Grafen von Ebersberg gehörte, ist von 1058 an als Markgraf von Istrien und Krain nachweisbar. Seiner Ehe mit der ungarischen Prinzessin Sophia, einer Tochter König Belas von Ungarn, entstammen zwei Söhne, Poppound Udalrich II. An diese Linie des WEIMARER Geschlechts fiel auch dessen thüringisch-sächsischer Allodialbesitz, soweit er nicht durch die Witwe Markgraf Ottos, Adela von Löwen-Brabant, an deren zweiten Gatten, den WETTINER Dedi, Markgraf der Nieder-Lausitz, gelangte oder zur Ausstattung der drei Töchter Adelas aus erster Ehe, Oda, Kunigunde und Adelheid, Verwendung fand.

Patze Hans/Schlesinger Walter: Seite 156
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"Geschichte Thüringens"

Aus Ulrichs I. Ehe mit einer Tochter des Königs Bela von Ungarn waren Poppo VII., Markgraf von Unterkärnten und Krain (+ 1103), und Ulrich II. hervorgegangen.

Weinfurter Stefan: Band I Seite 539,541
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"Die Salier und das Reich"

Nach Aussage der Ebersberger Chronik starb Adalbero II. von Ebersberg, in seiner Burg Persenbeug an der Donau; vor seinem Tode hatte er gemeinsam mit seiner Frau die Grafschaft Persenbeug dem hl. Sebastian, das heißt dem Kloster Ebersberg gestiftet. Der übrige Besitz fiel offensichtlich an seine Gemahlin Richlind, eine WELFIN, die weitergehende Pläne zu realisieren versuchte. Nicht alle Familienmitglieder waren damit einverstanden; Markgraf Ulrich von Krain, ein Enkel von Adalberos Schwester Willibirg, widersetzte sich laut Ebersberger Chronik der Entscheidung Richlinds, Kaiser HEINRICH III. auf die Burg Persenbeug zu rufen, da sie, Richlind, beneficia comitatumque Adalperonis (Ebersberg oder Persenbeug oder beide ?) an den dux Welfhard (Welf III., Herzog von Kärnten), den Sohn ihres Bruders Welf II., übertragen wollte. Wir gehen wohl nicht fehl, wenn wir annehmen, daß Ulrich von Krain sowohl gegen die erhebliche Stärkung der WELFEN zuungunsten der EBERSBERGER Nachkommen in weiblicher Linie als auch gegen eine Einmischung des Kaisers in dieser Erbsache war.
Daß Kaiser HEINRICH III. ganz erheblich im EBERSBERGER Erbe eine Neuverteilung vornahm, bei der er wohl auch ebersbergische Verwandte berücksichtigte, wird an dreierlei Vorgängen deutlich. Weder Welf III. noch Ulrich von Krain haben eine größere Machtposition im ehemals ebersbergischen Interessengebiet übernehmen können. Ulrich von Krain, eine Nachkomme der EBERSBERGER, hat 1045 Besitzanteile aus der Erbmasse erhalten. Später freilich übertrug er wieder Güter westlich des Ebersberger Forstes an das Kloster, und zwar "auf Bitten des Kaisers". Hier handelt es sich offensichtlich um Reichslehen, die ihm der Kaiser wieder entzog.

Partenheimer Lutz: Seite 23,27,212
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"Albrecht der Bär. Gründer der Mark Brandenburg und des Fürstentums Anhalt."

Am Streit um die Grafschaft Weimar-Orlamünde waren allerdings auch noch andere beteiligt. Zum einen hatte Poppo, der Bruder Ottos von Meißen, eine Gräfin von Friaul geheiratet. Beider Sohn Ulrich I. war schließlich Markgraf von Krain und Istrien geworden, beanspruchte aber auch die thüringischen Besitzungen seines Onkels. Allerdings dürfte ihn die große Entfernung am tatkräftigen Eingreifen gehindert haben [106 Mit dem in der Cronica Reinhardsbrunensis (MG SS 30/1), Seite 523, zu 1065 erwähnten Udalrico comiti ingenuo de Wymar ist offensicht Ulrich II. gemeint, wie die Nennung seiner Gemahlin Adelheid, Tochter Graf Ludwigs des Springers von Thüringen, andeutet, von der sich Ulrich II. später trennte. Armin Tille: Die Anfänge der Stadt Weimar und die Grafen von Weimar und Orlamünde (Neue Beiträge zur Geschichte der Stadt Weimar 2,3), Weimar 1939, Seite 53, bezieht die Stelle dagegen auf Ulrich I.]. Zum anderen versuchten König HEINRICH IV. und Markgraf Ekbert II. von Meißen, weimar-orlamündischen Besitz an sich zu ziehen. Nach der Ermordung Ekberts II. (1090) konnte Ulrich II., Sohn des 1070 gestorbenen Ulrich I., offenbar die Herrschaft in Weimar und wohl auch in Orlamünde übernehmen.
Den neuen Zwist entfachte der Tod des Grafen Ulrich II. von Weimar-Orlamünde, der am 13. Mai 1112 ohne männliche Nachkommen starb. Sein gleichnamiger Vater war - wie schon gesagt - der Sohn eines Bruders des oben erwähnten Markgrafen Otto von Meißen, Grafen von Weimar-Orlamünde, dessen Tochter Adelheid die ASKANIEROtto und Siegfried geboren hatte. Ulrich II. ist bekanntlich ein Sohn der ungarischen Königs-Tochter Sophia gewesen, die nach dem Tode ihres ersten Mannes (1070) Herzog Magnus von Sachsen heiratete.
Der Graf hatte nämlich Eilika, einer der beiden Töchtern des Herzogs Magnus und seiner Gemahlin Sophia - deren Vater König Bela I. von Ungarn (1061-1063) war -, die Hand gereicht [132 Sophia war zunächst mit Graf Wilhelm IV. von Weimar-Orlamünde verlobt, nach dessen Tode (1062) ehelichte sie dessen Neffen Ulrich I., Markgrafen von Krain und Istrien, Grafen von Weimar-Orlamünde, der 1070 starb (Annalista Saxo zu 1062 und 1106 {MG SS 6, Seite 693,744}). Ihrem zweiten Gemahl, Herzog Magnus von Sachsen, gebar Sophia die Töchter Wulfhild, wohl spätestens um 1075, und Eilika, anscheinend um 1080. Siehe dazu Ruth Bork: Die Billunger. Mit Beiträgen zur Geschichte des deutsch-wendischen Grenzraumes im 10. und 11. Jahrhundert. Diss. Greifswald 1951, Seite 189 f.; Gerd Althoff: Die Billunger in der Salierzeit. In: Stefan Weinfurter unter Mitarbeit von Helmuth Kluger (Hg.): Die Salier und das Reich. Band 1: Salier, Adel und Reichsverfassung, 2. Auflage, Sigmaringen 1992, Seite 309-329.]

Lange Peter: Seite 186-187
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"Zur Geschichte der Grafschaft Weimar-Orlamünde, in: Thüringen im Mittelalter Die Schwarzburger. Beiträge zur schwarzburgischen Kunst- und Kulturgeschichte"

Fraglich erscheint zunächst, warum die Grafen von Weimar nicht stärker in den Prozeß des Landesausbaus östlich der Saale einbezogen waren. Die Antwort liegt in der inneren Entwicklung dieser Grafschaft begründet, denn nach dem Tode des Markgrafen Otto im Jahre 1067 ging das Erbe an Ottos Neffen Ulrich, den Sohn seines jüngeren Bruders Poppo. Poppo war als Markgraf von Unter-Kärnten und Krain schon vor 1067 verstorben. Sein Sohn Ulrich, der Sophie von Ungarn, also die Braut seines Onkels Wilhelm IV. von Weimar, geheiratet hatte und Markgraf von Istrien, Kärnten und Krain war, bekam die Grafschaft Weimar im Erbgang hinzu. Da er schon am 6. März 1070 starb und keine Urkunden vorhanden sind, die er in Thüringen ausgestellt hat, dürfte er wohl kaum in Weimar wirksam geworden sein.
 
 
 
 

 1062/63
  oo 1. Sophia von Ungarn, Tochter des Königs Bela I.
           um 1050-18.6.1095
 
 
 
 

Kinder:

  Ulrich II.
  um 1064-13.5.1112

  Poppo II.
  um 1065-   1103

  Richardis
        -

  oo Otto II. Graf von Scheyern
             - um 1110

  Adelheid
         -

  1. oo Friedrich II. Domvogt von Regensburg
                 -

  2. oo Udalschalk I. Graf im Lurngau
                  -20.11.1115

  Walburga
         -
 
 
 
 

Literatur:
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Althoff Gerd: Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung. Studien zum Totengedenken der Billunger und Ottonen. Wilhelm Fink Verlag München 1984, Seite 58,391 G 21 - Annalista Saxo: Reichschronik Seite 73,75,116 - Black-Veldtrup Mechthild: Kaiserin Agnes (1043-1077) Quellenkritische Studien. Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 1995 Seite 238,239 - Bork Ruth: Die Billunger. Mit Beiträgen zur Geschichte des deutsch-wendischen Grenzraumes im 10. und 11. Jahrhundert. Dissertation Greifswald 1951 Seite 173 - Die Salier und das Reich, hg. Stefan Weinfurter, Jan Thorbecke Verlag 1991, Band I Seite 539,541 - Fenske, Lutz: Adelsopposition und kirchliche Reformbewegung im östlichen Sachsen, Vandenhoeck & Ruprecht Göttingen 1977 Seite 340 - Lampert von Hersfeld: Annales/Annalen Wissenschaftliche Buchgemeinschaft Darmstadt 2000 Seite 72,122 - Lange Peter: Zur Geschichte der Grafschaft Weimar-Orlamünde, in: Thüringen im Mittelalter Die Schwarzburger. Beiträge zur schwarzburgischen Kunst- und Kulturgeschichte Band 3 Seite 187 - Meyer von Knonau, Gerold: Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Heinrich IV. und Heinrich V. 1. - 7. Band, Verlag von Duncker & Humblot Leipzig 1890 Band 1 Seite 188 Anm. 41, 294/Band 2 Seite 34 - Partenheimer Lutz: Albrecht der Bär. Gründer der Mark Brandenburg und des Fürstentums Anhalt. Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 2001 Seite 23,27,212 - Patze, Hans/ Schlesinger, Walter: Geschichte Thüringens, Böhlau Verlag Köln/Graz 1967 Seite 156 - Posse, Otto: Die Markgrafen von Meissen und das Haus Wettin bis zu Konrad dem Grossen. Giesecke& Devrint Verlag Leipzig 1881 Seite 154 - Schwennicke Detlev: Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I, 1, Vittorio Klostermann GmbH Frankfurt am Main 1998 Tafel 144 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 167 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 2 Deutsche Kaiser-, Königs-, Herzogs- und Grafenhäuser II, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 500 -
 
 
 
 
 

Band 3 Seite 187