Siegfried                                         Graf von Walbeck
------------                                       Graf im Nordthüringengau
um 945/50-15.3.991
                  Burg Walbeck
 

Sohn des Grafen Lothar II. von Walbeck und der Mathilde von Arneburg, Tochter von Graf Bruno
 

Brandenburg Erich: Tafel 3 Seite 6
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"Die Nachkommen Karls des Großen"

VIII. 20. KUNIGUNDE
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* ca. 950, + 997 13. VII.

Gemahl:
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ca 970
SIEGFRIED, Graf von Walbeck
       + 990 15. III.



Althoff Gerd: Seite 393
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"Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung"

                                            G 29

Me:     15.3.  (Sigi)frith com   + 991 Graf von Walbeck

Der von Dümmler, Seite 231 gelesene Namensteil -frith und der Titel com, die er zu Siegfried com. ergänzte, sind auf einem kleinen Rest der verlorenen Seite 2 des Merseburger Necrologs noch zu verifizieren. Es ist nicht sicher zu entscheiden, ob der Eintrag zur Ergänzungsschicht gehört.
Am 15. März 991 starb der Vater Thietmars von Merseburg, Graf Siegfried von Walbeck, der hier wohl gemeint ist; vgl. Thietmar IV, 17; Schölkopf, Die sächsischen Grafen, S. 79; Lippelt, Thietmar von Merseburg, S.49.
Sein Tod wurde auch im Magdeburger Necrolog vermerkt.
Zu den Verwandten Thietmars im Merseburger Necrolog s. oben S. 235.


Thiele Andreas: Tafel 222
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte"
Band I, Teilband 1 Deutsche Kaiser-, Königs-, Herzogs- und Grafenhäuser I

SIEGFRIED I.
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    + 991

Sohn des Grafen Lothar II. von Walbeck

Graf im Nordthüringengau, Graf von Walbeck
Auch treue Stütze der OTTONEN, zeitweise mit den kaisern in Italien, Feldherr gegen die Slawen, besonders 983 beim großen Slawenaufstand; unterstützt Kaiser OTTO III. im Thronkrieg gegen Heinrich den Zänker von Bayern 983-985; führt viele Fehden mit den Nachbarn.

  oo Ende 972
      KUNIGUNDE VON STADE, Tochter des Grafen Heinrich I. der Kahle
               + 997



Schölkopf, Ruth: Seite 79
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"Die sächsischen Grafen 919-1024"

Lothar war der Namensgebung nach wohl der älteste Sohn. Er wurde an sechs Stellen von Thietmar als sein Onkel (patruus) bezeichnet. Er trat erstmalig 979 hervor, als ihm zusammen mit seinem Bruder Siegfried die Überwachung Geros von Alsleben anvertraut wurde. Nach dem Tode seiner Mutter und seines Bruders Siegfried im gleichen Jahr 991 versuchte er, seine Schwägerin um das Erbe zu bringen, eine Handlungsweise, die ihm Thietmar nie ganz verzieh. Das schlechte persönliche Verhältnis zu seinem Onkel trug dazu bei, dass er ihn in seiner Darstellung möglichst in den Hintergrund treten ließ.
Die Beziehungen dieser ostsächsischen Familie zum Westen Deutschlands waren auffallend stark, ohne dass man sie hinreichend erklären könnte. Lothars Bruder Siegfried und dessen Sohn Thietmar hielten sich nachweisbar in Köln auf. Durch Siegfrieds Gattin Kunigunde, die mütterlicherseits aus dem Geschlecht der KONRADINER stammte, wurden Interessen der WALBECKER an Mittel- und Niederrhein geweckt.
Kehren wir nun zu Lothars Bruder, dem Grafen Siegfried von Walbeck, zurück. Er ist vom Sächsischen Annalisten (a. 979) als Sohn Lothars (II.) von Walbeck und Bruder des späteren Markgrafen Lothar bezeugt. Siegfried trat erstmalig 972 als junger, unverheirateter Mann - aber schon unter dem Titel eines Grafen - handelnd auf, als er an der Seite des Markgrafen Hodo gegen Herzog Miseco von Polen zu Felde zog und in der unglücklich verlaufenen Schlacht bei Zehden mitfocht. Siegfried kämpfte ebenfalls 983 in der Schlacht am Tanger gegen die Wenden, die - durch die superbia des Markgrafen Theoderich aufgereizt - aufständisch wurden. Bei der Aufzählung der Großen des östlichen Sachsens nahm er seinen Platz hinter dem Markgrafen, dem Grenzgrafen und dem Pfalzgrafen an letzter Stelle ein. 990 befand sich Siegfried in dem Heer, das die Kaiserin Theophanu zur Unterstützung Herzogs Miseco von Polen gegen Herzog Boleslav von Böhmen entsandte. Wiederum stand er am Schluß der aufgeführten Teilnehmer. Siegfried hatte ein unbedingtes Treueverhältnis zur Kaiserin Theophanu und diente ihr in Krieg und Frieden. Noch im gleichen Jahr stürzte er bei einem Unternehmen gegen Brandenburg vom Pferde. Seither wurde seine Gesundheit nicht mehr völlig wiederhergestellt. Schon am 15. März 991 ereilte ihn auf seiner väterlichen Burg Walbeck der Tod. Sein Todestag wurde im Merseburger und im Magdeburger Totenbuch verzeichnet. In dem ersteren fand er wohl durch seinen Sohn Thietmar Aufnahme. Siegfried von Walbeck wurde in keiner Königsurkunde bezeugt. Es besteht jedoch darüber kaum Zweifel, dass er ein Grafenamt bekleidete. Thietmar bezeichnete ihn nämlich ausdrücklich an drei Stellen als comes. Seine Grafschaften lagen wohl im östlichen Sachsen nahe der Grenze, was wir aus seiner häufigen Teilnahme an den Kämpfen schließen dürfen. Thietmar legte ihm deshalb mit Recht die ehrenvolle Bezeichnung defensor patriae bei.
Graf Siegfried war mit Kunigunde vermählt. Sie war eine Tochter des Grafen Heinrich des Kahlen von Stade. Thietmar gab sie als seine Mutter an und somit erweist sie sich als Gattin Siegfrieds, den Thietmar an drei Stellen seinen Vater nannte. Seine Mutter hatte nach dem Tode ihres Gatten einen schweren Stand gegen ihren Schwager Lothar. Mit dem Tode ihrer Schwiegermutter Mathilde, die nicht zuletzt aus Gram über den Verlust ihres Sohnes starb, setzte die Erbauseinandersetzung ein, da Lothar und Siegfrieds Nachkommen zu gleichen Teilen erbten. Lothar versuchte, Kunigunde um das Erbe zu bringen. Es bedurfte des kaiserlichen Eingreifens, um sie wieder in ihren rechtmäßigen Besitz zu setzen. Leider führte Thietmar die strittigen Erbgüter nicht näher auf. Kunigunde starb als Witwe am 13. Juli 997. Ihren Todestag gibt das Merseburger Necrologium wieder, in dem sie als Gräfin verzeichnet steht.
Als Kinder Siegfrieds und Kunigundes führte der Sächsische Annalist auf: Siegfried, den Bischof von Münster, Bruno, den Bischof von Verden, Thietmar, den Bischof von Merseburg, Graf Heinrich und Friedrich, den Burggrafen von Magdeburg. Dieselbe Reihenfolge der Kinder brachten die Magdeburger Annalen. Schwerlich entsprach diese Reihenfolge ihrem natürlichen Alter.

Siegfried I. trat erstmalig 972 als junger, unverheirateter Mann, aber schon mit dem Titel eines Grafen, handelnd auf, als er an der Seite des Markgrafen Hodo gegen Mieszko I. von Polen zog und in der unglücklich verlaufenen Schlacht bei Zehden mitfocht. Er war eine treue Stütze der OTTONEN, war zeitweise mit den Kaisern in Italien und kämpfte als Feldherr gegen die Slawen und ebenfalls 983 in der Schlacht am Tanger gegen die Wenden. Er unterstütze 983-985 Kaiser OTTO III. gegen Heinrich II. den Zänker im Thronkrieg und führte viele Fehden mit den Nachbarn. 990 befand er sich in dem Heer, das die Kaiserin Theophanu zur Unterstützung Mieszkos I. gegen Böhmen entsandte. Noch im gleichen Jahr stürzte er bei einem Unternehmen gegen Brandenburg vom Pferd. Seither wurde seine Gesundheit nicht mehr völlig hergestellt.

Eickhoff, Ekkehard: Seite 386,395,472
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"Theophanu und der König"

Der ältere von ihnen war Thietmar, Kanoniker an der Domkirche und damit in der engsten Umgebung des Erzbischofs. Er war ein jüngerer Sohn des Grafen Siegfried von Walbeck, mit OTTONEN und KAROLINGERN verwandt.
Außer der Kaiserin, den Spitzen der königlichen Kanzlei und Erzbischof Giselher waren  die Markgrafen Ekekhard von Meißen, Siegfried von Walbeck und Siegfried von Northeim sowie die Grafen Esiko und Binizo von Merseburg zugegen, welche den sächsischen Heerbann nach Magdeburg unter die Fahnen gerufen hatten.
Um den König waren die Fürsten und Grafen der Grenzfront: Erzbischof Giselher, Herzog Bernhard, dessen Bruder Liutgar, Graf Siegfried von Walbeck und die anderen sächsischen Großen, die zum Aufgebot des Herzogs gehörten.

Görich Knut: Seite 154,157
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"Otto III. Romanus Saxonicus et Italicus."

Thietmars Vater Graf Siegfried (+ 992) und dessen Bruder Liuthar (+ 1003) standen 984 während des Thronstreits auf der Seite Heinrichs des Zänkers [Zwar gibt es keine diesbezügliche direkte Quellenaussage; die Tatsache, daß Thietmar weder seinen Vater noch seinen Onkel unter den Anhängern der ottonischen Vormundschaftsregierung beim Treffen auf der Asselburg erwähnt (vgl. Chronicon IV 2), läßt aber den Schluß zu, daß beide auf seiten des Zänkers standen; so schon Holtzmann in MGH SS rer. Germ. NS 9, S. IX. Thietmar verrät durch sein Schweigen indirekt "die Trennungslinie, die innerhalb der höheren sächsischen Aristokratie verliefen", (Leyser, Herrschaft, Seite 75).].
Heinrich und Udo gelten als Söhne des um 994 im Kampf mit normannischen Piraten gefallenen Graf Luder-Udo von Stade. Dessen Schwester Kunigunde war die Frau von Liuthars Bruder Siegfried von Walbeck und die Mutter Thietmars von Merseburg.
 
 
 
 

 972
  oo Kunigunde von Stade, Tochter des Grafen Heinrich I. der Kahle
       um 958-13.7.997
 
 
 
 

Kinder:

  Heinrich Graf von Walbeck
  973-25.11.

  Friedrich Burgraf von Magdeburg
  974- nach 1012

  Thietmar Bischof von Merseburg (1009-1018)
  25.7.975-1.12.1018

  Siegfried Bischof von Münster (1022-1032)
         -27.11.1032

  Brun II. Bischof von Verden (1034-1049)
         -20.8.1049
 
 
 
 

Literatur:
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Althoff, Gerd: Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung. Wilhelm Fink Verlag München 1984 Seite 393 - Annalen von Magdeburg - Annalista Saxo: Reichschronik ad a. 979 - Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 3 Seite 6 - Eickhoff, Ekkehard: Theophanu und der König, Klett-Cotta Stuttgart 1996, Seite 386,395,472 - Görich Knut: Otto III. Romanus Saxonicus et Italicus. Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1995 Seite 62,68,154,157 - Lippelt, Helmut: Thietmar von Merseburg, Böhlau Verlag Köln 1973 Seite 49 - Ludat, Herbert: An Elbe und Oder um das Jahr 1000. Skizzen zur Politik des Ottonenreiches und der slavischen Mächte in Mitteleuropa, Böhlau Verlag Weimar 1995 Seite 141 Anm. 313 - Schölkopf, Ruth: Die sächsischen Grafen 919-1024, Göttingen 1957 Studien und Vorarbeiten zum Historischen Atlas Niedersachsens - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 - Thietmar von Merseburg: Chronik Wissenschaftliche Buchgemeinschaft Darmstadt 1992 Seite 66,94,104,106,126,132,290,296, 388 -