Isabella von Valois                         Herzogin von Mailand
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1.10.1348-11.9.1372
 

Begraben: S. Francesco zu Pavia

Jüngste Tochter des Königs Johann II. der Gute von Frankreich aus dem Hause VALOIS aus seiner 1. Ehe mit der Bona von Luxemburg, Tochter von König Johann von Böhmen
 

Thiele, Andreas: Tafel 50
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 1 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser I Westeuropa"

ISABELLA
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* 1348, + 1372

  oo 1360
       GALEAZZO I. VISCONTI VON MAILAND
                + 1402



Veldtrup Dieter:
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„Zwischen Eherecht und Familienpolitik“

ISABELLA VON FRANKREICH
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* 1.10.1348, + 11.9.1372
 

Begraben: S. Francesco zu Pavia

Tochter von König Johann II. dem Guten und der Bona von Luxemburg-Böhmen
 

1.) ? – Bautzen 6.2.1350

        Balthasar Markgraf von Meißen
        * 21.12.1336, + 18.5.1406
        Weißenfels     Wartburg

Begraben: Benediktinerkloster Reinhardsbrunn zu Friedrichsroda/Thüringen

Sohn von Markgraf Friedrich II. dem Ernsthaften und der Mechthild von Wittelsbach
 

2.) ? - ... 1356

        Johann I. König von Aragon
        * 27.12.1350, + 19.5.1395
        Perpignan      Foixa
 

3.) ~ symbolisches Beilager Mailand 8.10.1360, oo Mailand 1365

        GIAN GALEAZZO VISCONTI von Mailand
        * 16.10.1351, + 3.9.1402
        Pavia          Melegnano

Sohn von Galeazzo II. und der Bianca Maria von Savoyen



Tuchmann Barbara: Seite 183
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"Das ferne Mittelalter. Das dramatische 14. Jahrhundert."

Die Anstrengungen, das Lösegeld aufzubringen, erreichten ein Extrem. Städte, Landbezirke und Adelsdomänen veranlagten sich selbst, darunter auch das Haus COUCY mit 27.500 Franken. Jedermann mußte zahlen, und als es nicht ausreichte, griff man wieder einmal auf die Juden zurück. Schließlich verkaufte Johann selbst seine elfjährige Tochter Isabella für 600.000 Goldflorin an die reiche, berüchtigte milanesische Familie VISCONTI, die sie mit einem neunjährigen Sohn verheiraten wollte. Die Verbindung des Königs von Frankreich mit einem italienischen Emporkömmling und Tyrannen war ein fast so großes Wunder wie die französische Niederlage von Poitiers. Die Hochzeit sollte im Juli stattfinden, mußte aber verschoben werden, als die Prinzessin an einem Fieber erkrankte. Welche Angst muß dieses Krankenbett umgeben haben, von dem so viel Gold abhing!
Die aufwendige Zeremonie, mit der die VISCONTI nach der Genesung der Prinzessin die Hochzeit feierten - bezahlt von den Untertanen -, unterstrich nur, was weithin als Erniedrigung Frankreichs angesehen wurde. "Wer hätte sich das je vorstellen können", schrieb Villani in Betrachtung der Ergebenheit der französischen Krone, "daß der Träger dieser Krone in solches Ungemach geraten sollte, daß er gezwungen ist, sein eigenes Fleisch auf einer Auktion zu versteigern?" Das Schicksal der Königs-Tochter schien ihm "wahrlich ein Anzeichen des unglücklichen Zustands der Menschen" zu sein.
 
 
 
 

 1360
  oo 1. Gian Galeazzo Herzog von Mailand
          11.1351-3.9.1402
 
 
 
 

Kinder:

  Valentina Erbin von Asti
  1366-4.12.1408

17.8.1389
   oo Ludwig I. Herzog von Orleans
      13.3.1372-23.11.1407
 
 
 
 

Literatur:
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Ehlers Joachim/Müller Heribert/Schneidmüller Bernd: Die französischen Könige des Mittelalters. Von Odo bis Karl VIII. 888-1498. Verlag C. H. Beck München 1996 Seite 267 - Saller Martin: Königin Isabeau. Die Wittelsbacherin auf dem Lilienthron. Nymphenburger Verlagshandlung GmbH, München 1979 Seite 72 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 1 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser I Westeuropa, R.G. Fischer Verlag 1993 Tafel 50 - Tuchmann Barbara: Das ferne Mittelalter. Das dramatische 14. Jahrhundert. Deutscher Taschenbuch Verlag 1980 Seite 183 - Veldtrup, Dieter: Zwischen Eherecht und Familienpolitik. Studien zu den dynastischen Heiratsprojekten Karls IV., Studien zu den Luxemburgern und ihrer Zeit Verlag Fahlbusch/Hölscher/Rieger Warendorf 1988 -