Konrad von Urach                                     Kardinalbischof von Ostia
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um 1185-   1227
              Bari

Jüngerer Sohn des Grafen Egino I. der Bärtige von Urach und der Agnes von Zähringen, Tochter von Herzog Berthold IV.
 

Konrad wurde durch die Zähringer Verwandtschaft, vor allem durch Bischof Rudolf von Lüttich, gefördert und wurde dort auch Domherr. Er war 1198 in Köln in Geiselhaft, da der Onkel - Herzog Berthold V. von Zähringen - seinen Anhängern, die ihn zum Gegenkönig gewählt hatten, Geld schuldete. Er wurde 1199 Zisterzienser zu Villiers in Brabant, bald Prior und 1209 Abt. Er wurde 1214 Abt von Clairvaux und 1217 von Citaeux und damit Ordensmeister der Zisterzienser. Er stand bei Papst Honorius III. in höchster Gunst und wurde durch ihn 1219 Kardinal und Bischof von Porto und Sankta Rufina, dazu päpstlicher Legat im Deutschen Reich. Er nahm 1215 am Laterankonzil unter Innocenz III. teil und war einer der angesehensten und gebildetsten Kirchenmänner überhaupt, ein geschickter Diplomat von großer Weltmännigkeit. Er war 1220-1223 Legat in S-Frankreich im Krieg gegen die Albigenser und scheiterte letztlich an den Grafen von Toulouse. Er residierte in Narbonne, förderte die Universität Montpellier und verhängte viele Exkommunikationen. Er war 1216 päpstlicher Gesandter in Paris und vermittelte im französisch-englischen Thronkrieg. Er löste den Bruder Egino II. von dessen Kreuzzugsgelübde und half ihm im Erbkrieg, geriet damit gegen Kaiser FRIEDRICH II. und erreichte günstigere Erbbedingungen. Er war 1224 Kreuzzugsprediger im Reich, ordnete als Legat in vielen kirchlichen Fragen und hielt etliche Synoden und 1225 das Nationalkonzil zu Mainz ab. Er griff auch in die Reichspolitik ein, verhinderte unter anderem die geplante Heirat König HEINRICHS mit einer französischen Prinzessin, da eine staufisch-französische Allianz gegen die päpstlichen Interessen stand und vermittelte im Krieg Dänemarks mit den norddeutschen Fürsten. Er war 1227 Papstkandidat, sollte Honorius' III. Nachfolger werden und lehnte ab. Er förderte die neue Bettelordenbewegung des Franz von Assisi und starb in Bari.
 
 
 
 

Literatur:
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Die Zähringer. Schweizer Vorträge und neue Forschungen. Hg. von Karl Schmid; Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1990, Seite 226-230,234,238,250,258,264 - Stürner, Wolfgang: Friedrich II. Die Königsherrschaft in Sizilien und Deutschland 1194-1220, Primus-Verlag 1997, Seite 215,238 - Stüner, Wolfgang: Friedrich II. Der Kaiser 1220-1250, Primus-Verlag 2000, Seite 94,108,110,118,121 A. 127 -