Decker-Hauff, Hansmartin: Seite 286
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"Die Ottonen und Schwaben", in: Zeitschrift für württembergische Landesgeschichte 14

863/64 bestimmte der Markgraf Eberhard von Friaul, der Sohn oder Enkel des Königsboten Unruoch (802-817) und Gatte der KAROLINGERIN Gisela (Tochter Kaiser LUDWIGS DES FROMMEN), durch sein Testament, wie seine zahlreichen Güter in der Lombardei, im Friaul, in Schwaben, Franken, Flandern, im Maasland und im Westfrankenreich unter seine Kinder [Die aus der Ehe Eberhards von Friaul mit der Kaisertochter Gisela stammenden Kinder werden zweimal und zwar von den Eltern selbst aufgezählt:
a) im Testament Eberhards und
b) in der von Gisela zusammengestellten undatierten Liste. Da beide Reihen in der Reihenfolge der Kinder nicht miteinander übereinstimmen, wird man sich nicht ausschließlich auf einen der beiden Kataloge stützen und den anderen ignorieren können. Übereinstimmung besteht nur in der Abfolge der vier Söhne Unruoch, BERENGAR, Adalhard und Rudolf; dagegen variiert die Reihung der Töchter sehr stark. Dass die Töchter nicht in geschlossener Folge nach den Söhnen geboren wurden (wie das Testament aufzählt), leuchtet ein: hier werden ja zuerst die Söhne, und dann die Töchter geschlossen genannt. Fraglich scheint mir auch, ob die Annahme Dümmlers, der schon ganz früh wieder verstorbene Sohn Eberhard sei der erste Sohn des Paares gewesen, sich aufrechterhalten läßt. Dümmler schloß dies lediglich aus einer Wendung in dem Trauergedicht des Sedulius auf den Tod dieses Kaiserenkels; aus zeitlichen Gründen muß Eberhards Geburt jedoch später liegen. Die Lebensdaten aller Kinder und Enkel des Markgrafen Eberhard machen es wahrscheinlich, dass Unruoch der älteste Sohn und Angiltrud die älteste Tochter war. Unruoch und Angiltrud sind die Namen von Eberhards Eltern; die ältesten Kinder erhielten also die Namen der väterlichen  Großeltern. LUDWIG DER FROMME hat seine zweite Gattin Judith Mitte Februar 819 geheiratet; Gisela muß das erstes Kind dieser Ehe gewesen und etwa ab Ende 819 geboren worden sein. Wie ihre Großmutter Hildegard (die im 13. Jahr heiratete), hat sich auch Gisela sehr jung, etwa 14-jährig, um 833/34 verehelicht. Die Kinder Eberhards und der Gisela kamen dann ab 834/35 in rascher Folge zur Welt (möglicherweise zieht sich der unten gegebene Zeitansatz durch Zwillingsgeburten noch kürzer zusammen). Die Töchter dieser Ehe haben, ihrem hohen Rang entsprechend, wieder sehr jung geheiratet. Die Reihenfolge aller Kinder ist nach den bekannten und erschließbaren Daten wohl diese:
 
1. Unruoch  * etwa 834 
2. Berengar  * etwa 835 
3. Adalhard * etwa 836 
4. Angiltrud  * etwa 837 
5. Judith  * etwa 838 
6. Heilwig  * etwa 839 
7. Eberhard  * etwa 840
8. Rudolf   * etwa 842 
9. Gisela  * etwa 845 
Wegen der Bedeutung, die diesen Kindern in der Reichsgeschichte des 9. Jahrhunderts zukommt, ist die ausführliche Festlegung ihrer Lebensdaten wichtig.] aufgeteilt werden sollen.