Rudolf II.                                         Markgraf der Nordmark (1130-1144)
------------                                         Graf von Stade (1135-1144)
um 1110/15-10.3.1144 ermordet (15.3. Jordan und Hucke)
                   in Dithmarschen

Begraben: Harsefeld
 

3. Sohn des Grafen Rudolf I. von Stade, Markgraf der sächsischen Nordmark aus dem Hause der UDONEN und der Richardis von Spanheim-Lavantal, Tochter von Burggraf Hermann von Magdeburg
 

Brandenburg Erich: Tafel 13 Seite 26
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"Die Nachkommen Karls des Großen"

XII. 98. RUDOLF II., Markgraf der Nordmark 1130
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* ..., + 1144 15. III.

Gemahlin:
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vor 1138
ELISABETH, Tochter des Markgrafen Leopold von Steyermark (siehe XII. 189.)
       + ...

Anmerkungen: Seite 142
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XII. 94-100.

E.G. Wolters, Stader Arch. N. 1,2.



Althoff Gerd: Seite 393
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"Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung"

                                           G 28

Lü:     15.3. Rodulfus com et occius fr. nr.   + 1144 Graf von Stade

Rudolf gehörte zu der mit den BILLUNGERN verwandten Stader Grafenfamilie; vgl. zu den zahlreichen Mitgliedern dieser Familie den Kommentar G 45.
Nach dem Tode Heinrichs des Stolzen (H 35) setzte er sich für die Ansprüche Heinrichs des Löwen (H 25) auf das sächsische Herzogtum ein; nach seinem Tode beanspruchte Heinrich der Löwe das Stader Erbe; vgl. dazu zuletzt Jordan, Heinrich der Löwe, S. 27 und 31 ff. mit weiterer Literatur Seite 274.
Zu Rudolf siehe auch Hucke, Die Grafen von Stade, S. 49 f.



Thiele Andreas: Tafel 220
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte"
Band I, Teilband 1 Deutsche Kaiser-, Königs-, Herzogs- und Grafenhäuser I

RUDOLF II.
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    + 1144 ermordet

Folgte 1130 seinem ermordeten Bruder Lothar Udo IV. als Graf von Stade. Er gewann nach dem Tod des Grafen Friedrich 1135 endgültig die alten Hauskomitate zurück und setzte die Gegnerschaft zu Albrecht dem Bären fort. Er führte wohl den Titel "Markgraf", ohne wirklich in der Nordmark zu regieren und stiftete 1132 das Kloster St. Georg in Stade und 1138 das Kloster Leitzkau und wurde der Vogt dieser Klöster. Er achtete auf gute Beziehungen zu Erzbischof Konrad von Querfurt-Magdeburg, wo er bedeutende Lehen und Allodien besaß und war zeitweise Graf im Eichsfeld. Er unterstützte die WELFEN 1138 im Thronkrieg und verjagte den staufischen Herzog von Sachsen Albrecht den Bären. Er plünderte auch das staufisch gesonnene Bremen und hatte auch Grafen- und Besitzrechte in Dithmarschen, wo er zuletzt von rebellierenden Bauern erschlagen wurde. Er begründete letztlich unbewußt durch die Unterstützung der WELFEN in Sachsen den politischen Niedergang seiner Familie und galt 1138 als das Haupt des sächsischen Widerstandes gegen die STAUFER.

  oo ELISABETH VON STEIERMARK
             +

Tochter des Markgrafen Leopold I. und der WELFIN Sophie von Bayern
Cousine von Heinrich dem Löwen



Giesebrecht Wilhelm von: Seite 178,180,184,187,212
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"Geschichte der deutschen Kaiserzeit. Vierter Band Staufer und Welfen."

Kaiserin Richenza brachte Markgraf Konrad von Meißen, den Pfalzgrafen Friedrich, die Grafen Rudolf von Stade und andere gegen Albrecht in die Waffen; mit vereinter Macht wollten sie dem Markgrafen begegnen.
Nach Ostern belagerte er, unterstützt vom Erzbischof Konrad von Magdeburg und anderen sächsischen Fürsten Plötzke, die Burg des Grafen Bernhard; sie wurde erobert und niedergerissen. Mit Hilfe des Grafen Rudolf von Stade eroberte er dann auch die Lüneburg wieder.
Erzbischof Adalberos Abwesenheit benutzten jetzt der Pfalzgraf Friedrich und der Graf Rudolf von Stade, um über Bremen herzufallen und es auszuplündern.
In der Nordmark setzte sich Rudolf von Stade, Albrechts alter Widersacher, fest.
Größere Streitigkeiten verursachte die Erbschaft Rudolfs von Stade, der am 15. März dieses Jahres von den durch seine Bedrückung gereizten Dithmarsen erschlagen war. Er hinterließ keine Kinder, und sein nächster Erbe war sein Bruder Hartwich.

Jordan Karl: Seite 27,31
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"Heinrich der Löwe"

Eine Reihe sächsischer Fürsten, an ihrer Spitze Erzbischof Konrad von Magdeburg, Pfalzgraf Friedrich von Sommerschenburg und Graf Rudolf von Stade, gingen jetzt zum Angriff gegen Albrecht vor. Als sie nicht nur die Nordmark, sondern auch die askanischen Stammlande eroberten, mußte Albrecht abermals Sachsen preisgeben und beim König in S-Deutschland Zuflucht suchen. KONRAD wollte auf zwei Reichstagen, die er in den ersten Monaten des Jahres 1140 in Worms und Frankfurt abhielt, die Streitigkeiten in Sachsen schlichten; doch weigerten sich die sächsischen Fürsten, an ihnen teilzunehmen, da der König ihnen kein freies Geleit zusagte.
Am 15. März 1144 wurde Graf Rudolf II. von Stade in Dithmarschen, wo er seine Herrschaft mit harter Hand durchsetzen wollte, von Bauern erschlagen. Da er keine Kinder hinterließ, wurde jetzt die Frage akut, wer in dem ausgedehnten Herrschaftsbereich des STADER Geschlechts, der sich von der Unterweser bis zur Eider erstreckte, dessen Nachfolge antreten sollte. Rudolfs nächste Erben waren sein Bruder Hartwig, der Domherr in Magdeburg und gleichzeitig Dompropst in Bremen war, und seine Schwester Liutgard, die kurz vor Rudolfs Tod eine Ehe mit König Erich Lamm von Dänemark eingegangen war, nachdem sie von Pfalzgraf Friedrich von Sommerschenburg geschieden worden war.
Bald nach Rudolfs Tod schloß Hartwig mit Erzbischof Adalbero von Bremen einen Vertrag ab, in dem er ihm sein gesamtes Erbgut, soweit es in der Bremer Diözese lag, übergab. Dafür erhielt er von der Bremer Kirche nicht nur dieses Allodialgut, sondern auch die Grafschaftsrechte des STADER Hauses, über die das Erzbistum die Lehnshoheit besaß, auf Lebenszeit als Lehen. Den Familienbesitz an der mittleren Elbe schenkten Hartwig und seine Mutter teilweise dem Bistum Havelberg, dem Stift Jerichow und dem Marienstift in Magdeburg, den übrigen Teil verkauften sie an das Erzbistum Magdeburg. Heinrich der Löwe erhob seinerseits Anspruch auf Rudolfs Erbe und nahm es noch im gleichen Jahr in seinen Besitz.
 
 
 
 

  oo 1. Elisabeth von Steiermark, Tochter des Markgrafen Leopold I.
   x      1124-25.2.

     2. oo Heinrich V. Herzog von Kärnten
         x           -12.10.1161
 
 
 
 

Literatur:
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Annalen von Magdeburg ad a. 1144 - Annalen von Pöhlde ad a. 1138,1144 - Althoff Gerd: Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung. Wilhelm Fink Verlag München 1984 Seite 393 - Annalista Saxo: Reichschronik Seite 132,176 - Bernhardi, Wilhelm: Jahrbücher der Deutschen Geschichte Konrad III., Verlag von Duncker & Humbolt Leipzig 1883 Seite 39-397 - Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 13 Seite 26 - Chronik des Albert von Stade - Chronik von St. Peter zu Erfurt ad a.1144 - Giesebrecht Wilhelm von: Geschichte der deutschen Kaiserzeit. Vierter Band Staufer und Welfen. Braunschweig 1877 Seite 178,180,184,187,212,303 - Heinemann, Otto von: Albrecht der Bär. Eine quellenmäßige Darstellung seines Lebens. Kulturstiftung Bernburg 2001 Seite 364 - Hucke, Richard: Die Grafen von Stade 990-1144, Stade 1956 Seite 49 - Jordan, Karl: Heinrich der Löwe, Deutscher Taschenbuch Verlag München, Seite 27,31,39 - Partenheimer Lutz: Albrecht der Bär. Gründer der Mark Brandenburg und des Fürstentums Anhalt. Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 2001 Seite 42,70,74,79, 94,108,236,248,252,255,257,270,272,277,286,298,320 - Sächsische Weltchronik Buch II 217 - Schneidmüller Bernd: Die Welfen. Herrschaft und Erinnerung. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln 2000 Seite 204 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 220 -