Rudolf I.                                          Markgraf der Nordmark (1106-1114)
------------                                        Graf von Stade
um 1070/75-7.12.1124
                   Magdeburg

Begraben: Dom zu Magdeburg
 

4. Sohn des Grafen Lothar-Udo II. von Stade, Markgraf der sächsischen Nordmark aus dem Hause der UDONEN und der Oda von Werl, Tochter von Graf Hermann III.
 

Brandenburg Erich: Tafel 13 Seite 26
****************
"Die Nachkommen Karls des Großen"

XI. 75. RUDOLF I., Graf von Stade, Markgraf der Nordmark 1106-1114
--------------------------
* ca. 1060, + 1124 6. XII.

Gemahlin:
------------
RICHARDIS, wohl Tochter des Hermann von Sponheim, Burggraf von Magdeburg
       + 1152

Anmerkungen: Seite 137
------------------
X. 72-77.

E.G. Wolters, Gfn von Stade, Stader Arch. N. 1,2.



Thiele Andreas: Tafel 220
*************
"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte"
Band I, Teilband 1 Deutsche Kaiser-, Königs-, Herzogs- und Grafenhäuser I

RUDOLF I.
----------------
    + 1124

Sohn des Markgrafen Lothar Udo II. von Stade-Nordmark

Er erschien zuerst als StützeKaiser HEINRICHS V. im Thronkrieg und wurde deshalb 1106 Markgraf-Regent der Nordmark für seinen Neffen. Er geriet zeitweise gegen den Herzog Lothar von Sachsen-Supplinburg wegen dessen kraftvoller Politik und dessen Burgenbauten, wie Bremervörde, die stark Stader Interessen berührte. Er versöhnte sich mit ihm und stand mit ihm aus gleichen Interessen ab 1112 gegen Kaiser HEINRICH V. Er wurde zugunsten des Hauses PLÖTZKAU für abgesetzt erklärt und behauptete sich gegen diesen und geriet gegen den Kaiser auch wegen des Ministerialen Graf Friedrich von Stade, den er 1112 absetzte und inhaftierte. Er unterwarf sich und setzte ihn wieder ein. Er fiel erneut ab und machte mit Herzog Lothar die Schlacht am Welfesholz 1115 mit, geriet gegen diesen, der als Herzog und später als deutscher König auch konsequent Friedrich von Stade unterstützte, um die Macht des Hauses STADE einzuengen. Er söhnte sich mehrmals formal mit Kaiser und Herzog aus, setzte 1123/24 nochmals Graf Friedrich ab, der sich danach bis zu seinem Tod behaupten konnte (+ 1135). Er stritt daneben mit dem Haus PLÖTZKAU um die Nordmark und um das Erbe Walbeck und wurde zeitweise auch "Graf von Freckleben" genannt.

  oo RICHARDIS VON SPONHEIM(-KÄRNTEN)
              +

Tochter des Burggrafen Hermann/Magdeburg



Hucke Richard:
*************
"Die Grafen von Stade 990-1144"

Schon vor dem plötzlichen Tode Luder-Udos III. (+ 1106) war die Grafengewalt zwischen Weser- und Elbmündung dem STADER Hause verloren gegangen. In der Mark wurde jedoch Rudolf I., der jüngere Bruder Luder-Udos III., eingesetzt. Die Quellen betonen, dass Rudolf die Verwaltung der Mark nur als Vormund seines Neffen Heinrich IV., erhielt. Es ist also offenkundig, dass man den Sohn Luder-Udos III. ohne weiteres als Erben der Ämter seines Vaters, Rudolf sowie dessen Nachkommen aber als Seitenlinie betrachtete. Diese Regelung galt auch für das Allod der Linien, da noch in der UrkundeKönig PHILIPPS von 1200 zwischen dem "patrimonium" Rudolfs II. und Hartwigs, also der Söhne Rudolfs I., und dem Erbe Heinrichs IV., des Sohnes Luder-Udos III., unterschieden wird.
Rudolf I. tritt erstmalig 1108 in einer Urkunde des Erzbischofs Adelgot von Magdeburg als Markgraf auf. Er starb am 7. Dezember 1124 in Magdeburg und wurde dort im Dom bestattet.
Es ist nicht bekannt, wann Rudolf geheiratet hat. Einerseits treten uns seine beiden ältesten Söhne bereits 1124 entgegen; - (Udo ist 1127 verheiratet) -, andererseits werden Rudolf und Udo, sowie Hartwig und Liutgardnoch vor dem 15. März 1130 als Schenkgeber neben ihrer Mutter genannt, und Richardis II. ist nicht dabei. Hartwig und Liutgard sind daher nach 1124, Rudolf und Udo vor diesem Zeitpunkt mündig gewesen, Richardis II. nach 1130. Vermutlich kam die Ehe mit Richgardis, der Tochter des Burggrafen und Stiftvogtes von Magdeburg, Hermann, erst nach Rudolfs Ernennung zum Markgrafen zustande. Rudolf und Hermann treffen wir erstmalig in der erwähnten Urkunde von 1108 zusammen.
Die Markgräfin Richardis von Stade ist neben Oda die zweite große Frauengestalt des STADER Geschlechtes. Auch sie überlebte ihren Gemahl und die zwei ältesten Söhne und starb erst 1151.

Fenske Lutz: Seite 90 A.351,201
***********
"Adelsopposition und kirchliche Reformbewegung im östlichen Sachsen"

Während einer Auseinandersetzung mit Herzog Lothar und Markgraf Rudolf von Stade belehnte Kaiser HEINRICH V. 1112 Helperich von Plötzkau mit der sächsischen Nordmark, die er Rudolf entzogen hatte. Wegen der bald erfolgten Versöhnung des Kaisers mit seinen Gegnern blieb dieses Disposition von kurzer Dauer, denn Lothar und Rudolf wurden in ihren früheren Rechten bestätigt.
Burggraf Hermanns Tochter Richardis heiratete später den Markgrafen der sächsischen Nordmark, Rudolf, aus dem Geschlecht der Grafen von Stade.
Zwar zählten auch Herzog Lothar und Markgraf Rudolf zu den Gegnern HEINRICHS V., sie scheinen sich jedoch damals noch mehr im Hintergrund gehalten zu haben, denn obwohl sich diese beiden schon 1112 gegen den Kaiser empört hatten, erlangten sie jetzt erneut die Versöhnung, während Wiprecht und Ludwig hart bestraft wurden. Auf Bitten der Fürsten gewann auch Reinhard von Halberstadt - vermutlich Pfingsten 1113 in Goslar - die Gnade des Kaisers zurück, dem nach der Eroberung von Halberstadt eine Frist zur persönlichen Rechtfertigung gesetzt worden war.
 
 
 
 

  oo Richardis von Spanheim-Lavanttal, Tochter des Burggrafen Hermann von Magdeburg
       um 1090-   1151
 
 
 
 

Kinder:

  Lothar Udo IV. Graf von Freckleben
  1108/09-15.3.1130

  Rudolf II.
         -10.3.1144

  Hartwig Erzbischof von Bremen (1148-1168)
  vor 1118-12.10.1168

  Richardis Nonne zu Rupertsberg
         -29.10.um 1154

  Liutgard
        -29./30.1.1152

   um 1130
  1. oo Friedrich II. Pfalzgraf von Sachsen
        um 1095-19.5.1162

  2. oo Erich Lamm König von Dänemark
                 -27.8.1146

  3. oo Hermann II. Graf von Winzenburg
                  -29./30.1.1152 ermordet
 
 
 
 

Literatur:
-----------
Annalen von Hildesheim ad a. 1112,1115,1120 - Annalen von Magdeburg ad a. 1107,1113,1115,1124 - Annalista Saxo: Reichschronik Seite 88,97,116,120,121,123,128,132,146 - Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 13 Seite 26,137 - Chronik des Albert von Stade - Die Salier und das Reich, hg. Stefan Weinfurter, Jan Thorbecke Verlag 1991, Band I, Seite 305/Band III Seite 322 - Fenske, Lutz: Adelsopposition und kirchliche Reformbewegung im östlichen Sachsen, Vandenhoeck & Ruprecht Göttingen 1977Seite 90 A.351,201 - Giese, Wolfgang: Der Stamm der Sachsen und das Reich in ottonischer und salischer Zeit, Franz Steiner Verlag Wiesbaden 1979 Seite 187,193 - Giesebrecht Wilhelm von: Geschichte der deutschen Kaiserzeit. Vierter Band Staufer und Welfen. Braunschweig 1877 Seite 35,204 - Hildebrand Ruth: Herzog Lothar von Sachsen. Verlag August Lax Hildesheim 1986 Seite 38-41,45,55,83 - Hucke, Richard: Die Grafen von Stade 990-1144, Stade 1956 -Partenheimer Lutz: Albrecht der Bär. Gründer der Mark Brandenburg und des Fürstentums Anhalt. Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 2001 Seite 26-29,42,219,228,272,296 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 220 -