Partenheimer Lutz: Seite 26-29,219,296
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"Albrecht der Bär. Gründer der Mark Brandenburg und des Fürstentums Anhalt."

Graf Rudolf von Stade, der seit 1106 für den unmündigen Sohn seines Bruders die Nordmark verwaltete, war mit einem Ministerialen namens Friedrich in Streit geraten. Der wandte sich an Kaiser HEINRICH V., während Herzog Lothar von Sachsen die Partei Rudolfs nahm. Als dieser Friedrich auf der Burg Salzwedel festsetzte, enthob der darüber empörte Herrscher Rudolf und Lothar im März 1112 ihrer Ämter. Neuer Markgraf der Nordmark wurde Helperich von Plötzkau, Sachsen erhielt Otto von Ballenstedt. Lothar und Rudolf leisteten Widerstand, der Kaiser selbst belagerte Mitte Juni 1112 Salzwedel. Dann folgten Unterhandlungen, die dazu führten, daß sich Rudolf und Lothar unterwarfen und anschließend erneut in ihre Ämter eingesetzt wurden.
An Pfalzgraf Siegfrieds Seite traten Herzog Lothar von Sachsen, Rudolf von Stade, der Verwalter der Nordmark, Pfalzgraf Friedrich von Sachsen, Ludwig der Springer von Thüringen, Wiprecht von Groitzsch und Bischof Reinhard von Halberstadt.
Im Januar 1114 hatte Herzog Lothar in Mainz während der Hochzeitsfeier HEINRICHS V. dessen Gnade zurückerlangt, indem er sich im Büßergewand vor ihm zu Boden warf. Während des Sommers verstärkte Lothar das kaiserliche Heer auf Feldzügen gegen Friesland und Köln. Als aber der SALIER Rudolf von Stade die Verwaltung der Nordmark entziehen, Bischof Reinhard von Halberstadt sowie Pfalzgraf Friedrich von Sachsen ihrer Ämter entheben und eine neue Steuer einführen wollte, verschworen sich diese Ende des Jahres 1114 zu Creuzburg an der Werra (nördlich von Eisenach) mit dem Herzog von Sachsen und den beiden Söhnen des gefangenen Wiprecht von Groitzsch wieder gegen HEINRICH V.
Im Dezember 1124 wird der ASKANIER zum ersten Mal in der schriftlichen Überlieferung mit seinem neuen Titel bezeichnet, und zwar als Zeuge einer zu Erfurt ausgefertigten Urkundes des Mainzer Erzbischofs, der damit nun doch Albrecht den Bären als Markgrafen der Lausitz anerkannt hatte [188 KW, Nr. 7. Dort heißt es zwar, daß die Urkunde vermutlich im Frühjahr 1124 ausgestellt worden sei, vgl. aber die Korrektur bei KW, Seite 885: In der Urkunde wird der Tod des nach den Stader Annalen (MG SS 16), Seite 322, am 7.12.1124 gestorbenen Grafen Rudolf von Stade, des ehemaligen Regenten der Nordmark, erwähnt.].
Außerdem werden Albrecht und Otto nun hier als Markgrafen von des Reiches Ganden bezeichnet. Und sie geben Bischof Anselm Besitzungen zurück, die man der Havelberger Kirche entfremdete. Als Schuldige tauchen sogar Markgrafen auf, allerdings Vorgänger [1025 Hier werden kaum die - wörtlich sind ja mindestens zwei gemeint - Albrecht unmittelbar in der Funktion Vorangehenden angesprochen sein, denn Konrad von Plötzkau und Udo von Freckleben (falls der überhaupt Verwalter oder sogar Markgraf der Nordmark war) kommen wegen ihrer kurzen Amtszeit schwerlich in Betracht. Zu denken ist wohl in erster Linie an die STADER, deren Besitz im Elbe-Havel-Winkel im Zusammenhang mit der Gründung des Klosters Jerichow 1144 schon erwähnt wurde. Vor allem kämen Udo III. wegen seiner ostelbischen Kämpfe 1100/01, sein Bruder, der energische Administrator Rudolf, und schließlich Udos Sohn Heinrich in Frage, der besonders die Havelberger Sedisvakanz 1125-1129 zur widerrechtlichen Aneignung von Gütern des Hochstiftes ausgenutzt haben könnte.] der ASKANIER.