Lothar II.                                        Graf von Stade
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    -4.9.929
    bei Lenzen
 

Sohn des 880 gegen die Normannen gefallenen Grafen Lothar I. und der Enda von Sachsen, Tochter von Herzog Liudolf
 

Althoff Gerd: Seite 412
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"Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung"

                                                           G 112

Me:     5.9.  Liutharius comes cum multis Lunzini obiit  + 929

Der Eintrag in Merseburg gehört nicht der Ergänzungsschicht an. Es handelt sich um einen der beiden gleichnamigen Großväter Thietmars von Merseburg, die beide in der Schlacht bei Lenzen fielen, vgl. Waitz Jbb Heinrichs I., S. 130 mit Anm. 4.
Der eine ist der bekannte Angehörige des Stader (vgl. Hucke, Die Grafen von Stade, S. 9), der andere des Walbecker Grafenhauses; vgl. Holtzmann, Thietmar-Ausgabe, Einleitung S VIII; Schölkopf, Die sächsischen Grafen, S. 73; Lippelt, Thietmar von Merseburg, S. 48.
Wer der verzeichnete ist, läßt sich nicht entscheiden.
Zu den Verwandten Thietmars von Merseburg im Merseburger Necrolog siehe oben S. 235.
Einer der beiden Liuthare begegnet auch in der Abschrift des ottonischen Familiennecrologs im Verbrüderungsbuch von St. Gallen; vgl. Althoff, Unerkannte Zeugnisse vom Totengedenken der Liudolfinger, S. 403, wo versehentlich nicht auf die Stader Grafen verwiesen ist.



Thiele Andreas: Tafel 216
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte"
Band I, Teilband 1 Deutsche Kaiser-, Königs-, Herzogs- und Grafenhäuser I

LOTHAR II. VON STADE
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    + 929 gefallen

Sohn des 880 gegen die Normannen gefallenen Grafen Lothar I.

Nach Bischof Thietmar von Merseburg war Lothar mit den OTTONEN verwandt, seine Mutter war eventuell eine Tochter des Herzogs Liudolf von Sachsen. Er war Graf im Elbe- und Wesergebiet und Graf im Heiangau. Er fiel als Feldherr zusammen mit dem Grafen Lothar I. von Walbeck siegreich gegen die Slawen bei Lenzen in Prignitz.



Hucke Richard:
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"Die Grafen von Stade"

Der erste quellenmäßig einwandfrei belegbare Angehörige aus der Familie der Grafen von Stade ist ein sächsischer Edler namens Luder (Liutheri, Lutteri), der am 4. September 929 in der Schlacht bei Lenzen an der Elbe fiel. Thietmar von Merseburg nennt ihn seinen Urgroßvater. Sein Name erscheint auch in dem gleich zu erwähnenden Fuldaer Dyptichon aus dem 10. Jahrhundert. Dort ist ebenfalls seine Gemahlin Suuanihilt verzeichnet, deren Todestag der 13. September ist. Falls Luder bereits Graf im Mündungsgebiet der Elbe und Weser gewesen ist, wird seine Amtszeit frühestens etwa um 900 begonnen haben.
Sabine Krüger nimmt an, dass eine Verwandtschaft Luders mit einem seit 822 auftretenden Lothar, der als Zeuge in den Corveyer Traditionen nachweisbar ist, bestanden habe. 860 sei ein anderer Träger dieses Namens in Koblenz, 876 bei Schlichtung des Thüringer Zehntstreites in Ingelheim zugegen gewesen. Dieser soll Besitz in Tüste bei Wallensen gehabt haben und 880 in einer Schlacht gegen die Dänen (bei Ebstorf?) gefallen sein. Scheid versuchte nachzuweisen, dass eine Schwester Ottos des Erlauchten (Vater König HEINRICH I.) namens Enda die Gemahlin des 880 gefallenen Lothar ist. Für diese These, die noch vor kurzem von Ortwin Meier wiederholt wurde, gibt es keinerlei Anhaltspunkte. Es ist daher wenig wahrscheinlich, dass der 880 gefallene Lothar, dessen Sohn dann fast 50 Jahre Graf gewesen sein müßte (von 880-929), und die LIUDOLFINGERIN Enda die Eltern Luders gewesen sind.

Widukind von Corvey: Seite 89
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"Die Sachsengeschichte"

Am kommenden Morgen rückten sie gegen die genannte Burg vor, aber die Bewohner legten die Waffen nieder und erbaten nur ihr Leben, das sie geschenkt erhielten. Unbewaffnet sollten sie die Burg Lenzen verlassen. Die Unfreien aber, das ganze Geld, die Frauen und Kinder sowie das gesamte Hausgerät des Barbarenkönigs wurden als Beute gewonnen. Von den Unsrigen fielen in jener Schlacht die beiden Liuthare [57 Die Grafen Liuthar von Walbeck und Liuthar von Stade.] und einige andere Adlige.

Lippelt, Helmut: Seite 48
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"Thietmar von Merseburg"

So auch im Falle Thietmars. Seine Vorfahren waren eng mit der sächsischen Geschichte verbunden. Beide Urgroßväter, Liuthar von Walbeck und Liuthar von Stade, waren 929 in der Schlachte bei Lenzen gefallen.

Waitz, Georg: Seite 130 mit Anmerkung 4
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"Jahrbücher des Deutschen Reiches unter König Heinrich I."

Das sächsische Heer feierte jubelnd seinen Sieg und seine Führer. Am folgenden Tag rückte man aufs neue vor die Stadt, die sich nun ergab. Auch auf sächsischer Seite kann der Verlust nicht unbedeutend gewesen sein. Genannt werden zwei Grafen Liuthar, die Vorfahren des Geschichtsschreibers Thietmar, die geblieben [Ann. Corbei. a.a.O.: de nostris vero duo duces Liutharii, quidam vero vulnerati, alii autem prostrati.
Widukind: Ceciderunt etiam ex nostris in illo prelio duo Liuthari et alii nobiles viri nonnulli. Thietmar I, 6: ex nostris autem dou abavi mei uno nomine, quod Liutheri sonat, signati milites optimi et genere clarissimis, decus et solamen patriae. Non. Sept. cum multis aliis oppetiverunt.
Necrol. Mers., Seite 240: Non. (5.) Sept. Liutharius comes cum multis Lunzini obiit.
Vgl. über die beiden Grafen Raumer, Regesten Seite 28, und Lappenbergs Stammtafel, SS III Seite 723.].
 
 
 
 

  oo Swanhilde
                -13.12.
 
 
 
 

Kinder:

  Heinrich I. der Kahle
         -10.5.975/76

  Siegfried I. Graf von Stade
         -   973

  Gerburg
          -

  Thietmar Abt von Corvey (983-1001)
        -12.3.1001
 
 
 
 

Literatur:
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Althoff Gerd: Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung. Wilhelm Fink Verlag München 1984 Seite 412 - Althoff, Gerd: Unerforschte Quellen aus quellenarmer Zeit (III). Necrologabschriften aus Sachsen im Reichenauer Verbrüderungsbuch. in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins 131 Band Seite 403 - Diwald Helmut: Heinrich der Erste. Die Gründung des Deutschen Reiches. Gustav Lübbe Verlag GmbH, Bergisch Gladbach 1987 Seite 452 - Hucke, Richard: Die Grafen von Stade 990-1144, Stade 1956 Seite 9 - Lippelt, Helmut: Thietmar von Merseburg, Böhlau Verlag Köln 1973 Seite 48 - Lüdtke Franz: König Heinrich I. Hermann Reinshagen Verlag Berlin 1936  - Schölkopf, Ruth: Die sächsischen Grafen 919-1024, Göttingen 1957 Studien und Vorarbeiten zum Historischen Atlas Niedersachsens Seite 73 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 216 - Thietmar von Merseburg: Chronik Wissenschaftliche Buchgemeinschaft Darmstadt 1992 Seite 14 - Waitz, Georg: Jahrbücher des Deutschen Reiches unter König Heinrich I., Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1963 Seite 130 mit Anmerkung 4 - Widukind von Corvey: Die Sachsengeschichte. Philipp Reclam jun. GmbH & Co., Stutggart 1981 Seite 89 -