Lothar I.                                          Graf von Stade
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    -2.2.880 gefallen
     bei Hamburg
 

Sohn des N.N.
 

Glocker Winfrid: Seite 261
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"Die Verwandten der Ottonen und ihre Bedeutung in der Politik"

II. 5. ENDA
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  oo N.N.m

Enda, eine vermählte Schwester der Äbtissin Hathumod, lernen wir ebenfalls bei Agius von Corvey kennen. Wer ihr Gemahl war, läßt sich nicht sagen. Eccard bei Scheid, Origenes Guelficae IV S. 380, macht Enda zur Gattin eines 880 gefallenen Lothar (vgl. Annales Fuldenses a. 880, S. 94). Dieser Lothar wurde von der Forschung nach dem Leitnamen sowohl den Grafen von Walbeck wie auch den Grafen von Stade als Ahne zugeordnet.
Thietmar II c. 28, S. 74, bezeugt Graf Heinrich den Kahlen von Stade als "consanguineus" Kaiser OTTOS DES GROSSEN; Heinrich soll auf Grund seiner Verwandtschaft einen besonderen Einfluß auf den Kaiser ausgeübt haben (vgl. S. 14). Wie freilich die Verwandtschaft der Grafen "von Stade" mit den OTTONEN ausgesehen hat, ist in Ermangelung eines über Thietmar hinausführenden Quellenzeugnisses nicht feststellbar. Die Konstruktion, wie Scheid sie bietet, beruht auf keinem Quellenzeugnis; vgl. Hucke, Grafen S. 9f.
Der Name Enda scheint für das Namensgut der frühen LIUDOLFINGER nicht charakteristisch zu sein und dürfte daher über ihre Mutter Oda in die Familie gekommen sein. Daher müssen wir wohl in Enda eine der jüngeren Töchter des Liudolfsehen.



Lothar I. fiel 880 an der Seite des Sachsen-Herzogs Brun im Kampf gegen die Normannen.

Nach Sabine Krüger sei 860 ein anderer Träger dieses Namens in Koblenz, 876 bei Schlichtung des Thüringer Zehntstreites in Ingelheim zugegen gewesen. Dieser soll Besitz in Tüste bei Wallensen gehabt haben und 880 in einer Schlacht gegen die Dänen (bei Ebstorf?) gefallen sein. Scheid versuchte nachzuweisen, dass eine Schwester Ottos des Erlauchten (Vater König HEINRICH I.) namens Enda die Gemahlin des 880 gefallenen Lothar ist. Für diese These, die noch vor kurzem von Ortwin Meier wiederholt wurde, gibt es keinerlei Anhaltspunkte. Es ist daher wenig wahrscheinlich, dass der 880 gefallene Lothar, dessen Sohn dann fast 50 Jahre Graf gewesen sein müßte (von 880-929), und die LIUDOLFINGERIN Enda die Eltern Luders gewesen sind.
 
 
 
 

  oo Enda von Sachsen, Tochter des Herzogs Liudolf
              - um 874
 
 
 
 

Kinder:

  Lothar II.
         -4.9.929
 
 
 
 

Literatur:
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Annalen von Fulda Seite 94 ad a. 880 - Glocker Winfrid: Die Verwandten der Ottonen und ihre Bedeutung in der Politik. Böhlau Verlag Köln Wien 1989 Seite 261,357 - Krüger, Sabine: Studien zur Sächsischen Grafschaftsverfassung im 9. Jahrhundert, Vandenhoeck & Ruprecht Göttingen 1950 Veröffentlichung der Historischen Kommission für Hannover - Thietmar von Merseburg: Chronik Wissenschaftliche Buchgemeinschaft Darmstadt 1992 Seite 74 - Widukind von Corvey: Die Sachsengeschichte. Philipp Reclam jun. GmbH & Co., Stuttgart 1981 Seite 89 -