Heinrich II.                                     Markgraf der Nordmark (1106-1128)
--------------          als Heinrich IV. Graf von Stade
um 1102-4.12.1128
 

Einziger Sohn des Grafen Lothar-Udo III. von Stade, Markgraf der sächsischen Nordmark und der Irmgard von Plötzkau, Tochter von Graf Dietrich
 

Brandenburg Erich: Tafel 13 Seite 26
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"Die Nachkommen Karls des Großen"

XII. 96. HEINRICH II., Markgraf der Nordmark 1114
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* ca. 1102, + 1128 4. XII.

Gemahlin:
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ADELHEID, Tochter des Otto von Ballenstädt (siehe XIII. 418.)

Anmerkungen: Seite 142
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XII. 94-100.

E.G. Wolters, Stader Arch. N. 1,2.



Thiele Andreas: Tafel 220
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte"
Band I, Teilband 1 Deutsche Kaiser-, Königs-, Herzogs- und Grafenhäuser I

HEINRICH II. (IV.)
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    + 1128

Folgte 1106/14 als Markgraf der Nordmark, Vogt zu Harsefeld und Alsleben und geriet mit dem Onkel und Vormund verstärkt gegen Kaiser HEINRICH V.und versöhnte sich mehrmals formal mit ihm. Er zog 1114 mit gegen die Slawen, verjagte 1112 den Ministerialen Graf Friedrich von Stade, nahm ihn sogar gefangen und mußte ihn auf kaiserlichen Druck hin wieder freilassen und einsetzen. Er ist dann urkundlich jahrelang gar nicht zu greifen und trat wieder als Stütze von Herzog Lothar von Sachsen-Supplinburg, später auch als dieser deutscher König war, hervor. Er geriet zuletzt schroff gegen ihn, da er konsequent Graf Friedrich von Stade stützte und wegen seiner kraftvollen Politik und seines Burgenbauprogramms. 1123/24 hatte Heinrich Graf Friedrich nochmals kurzfristig verjagt und die Hauskomitate zurückgewonnen und zog 1128 trotz aller Differenzen mit König LOTHAR gegen das staufische Speyer.

  oo ADELHEID VON BALLENSTEDT
               +

 Tochter des Herzogs Otto von Sachsen, Schwester Albrechts des Bären



Hucke Richard:
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"Die Grafen von Stade"

Mit Heinrich IV. von Stade und seinen zwei Schwestern Adelheid und Irmgard beginnt die Besprechung der letzten Generation aus dem Stader Hause. Weder Heinrich noch seine beiden Vettern hatten männliche Nachkommen, die den Namen der Familie fortsetzen konnten.
Heinrich IV. übernahm die Nordmark 1114 von Rudolf I. und starb schon am 4. Dezember 1128 auf der Rückkehr von der Belagerung Speyers durch LOTHAR VON SUPPLINBURG. Albert von Stade verwechselt ihn mit Heinrich von Eilenburg, der 1123 starb. Diese Frage dürfte geklärt sein, es ist jedoch zu untersuchen, ob Heinrich tatsächlich der letzte STADER gewesen ist, der die sächsische Nordmark verwaltet hat, wie die Rosenfelder Chronik berichtet. Heinrichs Frau ist die ASKANIERIN Adelheid, Tochter Ottos (des Reichen) von Ballenstedt (+ 1123) und der Eilika (+ 1142) aus dem Hause der BILLUNGER. Ihr Bruder, Heinrichs Schwager, war also Albrecht der Bär. Todestag und -jahr sind nicht bekannt. Es ist anzunehmen, dass sie beim Tode ihres ersten Gemahls noch jung gewesen ist, da aus der Ehe keine Kinder hervorgegangen sind.
Aus diesem Grunde wird auch ihr gesamtes Wittum (dos), aus stadischem Allod bestehend, an die Sippe ihres zweiten Gemahls übergegangen sein.

Giesebrecht Wilhelm von: Seite 34
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"Geschichte der deutschen Kaiserzeit. Vierter Band Staufer und Welfen."

LOTHAR selbst war seit seiner Rückkehr nach Sachsen besonders mit den dortigen Angelegenheiten beschäftigt. Heinrich von Stade, welcher die sächsische Nordmark innegehabt hatte, war bald nach der Rückkehr von der Speirer Belagerung am 4. Dezember 1128 in jungen Jahren ohne Leibeserben gestorben; die Nordmark übertrug LOTHAR jetzt dem Grafen Udo von Freckleben, dem nächsten Blutsverwandten des verstorbenen Markgrafen, dem Sohn jenes Rudolf, der schon diese Mark verwaltet hatte.

Hildebrand Ruth: Seite 39
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"Herzog Lothar von Sachsen"

Das scheint ihm Anlaß gegeben zu haben, seine Taktik im Falle Stade zu ändern. Als Friedrich schließlich nach Stade zurückkehrt, kann er seine neue Machtstellung unter dem Schutz Lothars wieder aufbauen, trotz des Widerstandes Rudolfs und seines Neffen Heinrich. Heinrich führt später nur noch dem Namen nach die Grafschaft Stade, und als er 1128 stirbt, belehnt Erzbischof Adalbero Friedrich direkt mit der Grafschaft.
 
 
 
 

  oo 1. Adelheid von Ballenstedt, Tochter des Grafen Otto der Reiche
   x             -

     2. oo Werner Graf von Veltheim
                      -
 
 
 
 

Literatur:
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Annalen von Magdeburg ad a. 1107,1128 - Annalista Saxo: Reichschronik Seite 116,121,128,132,143, 147 - Assing Helmut: Brandenburg, Anhalt und Thüringen im Mittelalter. Askanier und Ludowinger beim Aufbau fürstlicher Territorialherrschaften. Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 1997 Seite 148, 150-151,153,168 - Bernhardi, Wilhelm: Jahrbücher der Deutschen Geschichte Lothar von Supplinburg, Verlag von Duncker & Humbolt Leipzig 1879 - Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 13 Seite 26,142 - Chronik des Albert von Stade - Chronik von St. Peter zu Erfurt ad a. 1129,1132 - Giesebrecht Wilhelm von: Geschichte der deutschen Kaiserzeit. Vierter Band Staufer und Welfen. Braunschweig 1877 Seite 34, 39 - Hildebrand Ruth: Herzog Lothar von Sachsen. Verlag August Lax Hildesheim 1986 Seite 39 - Hucke, Richard: Die Grafen von Stade 990-1144, Stade 1956 - Partenheimer Lutz: Albrecht der Bär. Gründer der Mark Brandenburg und des Fürstentums Anhalt. Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 2001 Seite 26,35,37,41-45,51,58,220,224-226,228,248,272,276,296 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 220 -