Hugo IV.                                                   Pfalzgraf von Tübingen (1248-1267)
----------                                                  Vogt von Blaubeuren
    -   1267
 

Ältester Sohn des Pfalzgrafen Rudolf II. von Tübingen und der N.N. von Ronsberg, Tochter von Markgraf Heinrich
 
 

Hugo IV. wurde zum Stammvater der Grafen von Horb und Herrenberg.
 
Dr. L. Schmid: Seite 163-175  1853
***********
"Geschichte des Pfalzgrafen von Tübingen"

Hugo führte als der ältere unter den Söhnen Rudolfs, den Titel Pfalzgraf, und ist in der Reihe der Tübinger Pfalzgrafen, welche den Namen Hugo hatten, der 4. Er kommt als Pfalzgraf schon bei Lebzeiten seines Vaters vor, der ihm, als einem ohne Zweifel in vollem Mannesalter stehenden Sohne, die Schirmvogtei des Klosters Blaubeuren, vielleicht auch eigenen Sitz in Horb übertrug. Hugo hatte, obgleich Pfalzgraf, auch später höchstwahrscheinlich meist seinen Sitz in Horb, das er zur Stadt erhob. Er und seine Söhne scheinen eine besondere Vorliebe für diesen Ort gehabt zu haben. - Tübingen behielten die beiden Brüder gemeinschaftlich. - Hugo IV. spielt in der Geschichte seines Hauses keine große Rolle; er kommt auch verhältnismäßig wenig und allermeist in Angelegenheiten von Klöstern vor, die in seiner Grafschaft lagen, oder in deren Gegend Besitzungen hatte.
Von der Teilnahme des Pfalzgrafen Hugos IV. an den politischen Begebenheiten seiner Zeit wissen wir wenig. Wie aus obiger Urkunde des Papstes Innocenz IV. hervorgeht, hatte er mit seinem Vater die hohenstaufische Sache verlassen, um sich auf die Seite des genannten Papstes gestellt.
Um das Jahr 1250 (das Todesjahr des Kaisers FRIEDRICH II.), waren die meisten schwäbischen Großen von dem hohenstaufischen Hause abgefallen, während die schwäbischen Städte, Ulm, Eßlingen und Reutlingen ihre Treue bewahrten. Es kam sogar zwischen König KONRAD und den schwäbischen Großen zum Kampf und ersterer wurde geschlagen. Auch unser Pfalzgraf Hugo IV. war, wie bereits erwähnt, unter denen, die zuerst abfielen; eine hervorragende Rolle scheint er indes nicht gespielt, auch sich diese Zeitverhältnisse nicht zu Nutzen gemacht zu haben. - Jetzt hätte unter anderen Verhältnissen das Haus TÜBINGEN sich an die Spitze Schwabens stellen können.
Es hatte aber bis zu der Periode, in der wir nun angekommen sind, 3 Klöster gestiftet und reich ausgestattet, viele einzelne Schenkungen, die es selbst gemacht oder von seinen Dienstleuten aus Lehen hatte machen lassen, nicht zu gedenken, und sich noch dazu durch Teilungen geschwächt. Inzwischen aber war durch die Stiftung von Marchthal und Bebenhausen, durch den montfortischen Zweig, durch Erbabteilungen der Söhne und Enkel Rudolfs I., wovon jeder wieder durch Schenkungen den Besitzstand schwächte, vieles verloren gegangen. - Indessen wäre einem entschlossenen Manne, was Hugo IV. nicht gewesen zu sein scheint, immer noch eine bedeutende Macht zu Gebot gestanden, um, gestützt auf dieselbe, bei der Bestimmung der Zeitfragen ein gewichtiges Wort mitzureden.
Gestützt auf die genannten Urkunden, sowie auf die unten folgenden zu den Jahren 1282,1287 geben wir Hugo IV. 4 Söhne, Rudolf, Hugo, Otto und Ludwig und 1 Tochter Luitgard, die wir abermals an einen Grafen Burkhardt von Hohenberg verheiratet sehen werden.
 
 
 
 
 
  1. oo N.N. von Dillingen, Tochter des Grafen Hartmann IV.
                  -
 
  2. oo 1. Beatrix von Eberstein, Tochter des Grafen Otto
                     -

Beatrix war in 2. Ehe mit Konrad II. Graf von Flügelau (+ 1301) verheiratet.
 
 
 
 
 
Kinder:
1. Ehe

  Rudolf III. Pfalzgraf von Tübingen
          -
 
  Rudolf Canonicus zu Sindelfingen
         -7.9.1272

2. Ehe

  Hugo IV. Graf von Tübingen
         -
 
  Otto Graf von Tübingen
         -9.7.1289

  Ludwig Graf von Tübingen
          -
 
  Kunigunde Nonne zu Kirchberg
        -
 
  Liutgard
        -13.11.1309
 
  oo Burchard IV. Graf von Hohenberg
              -24.7.1318