Hugo I. von Tübingen                               Graf von Bregenz und Montfort
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um 1175/80-12.3.1230/34
 

Jüngerer Sohn des Pfalzgrafen Hugo II. von Tübingen und der Elisabeth von Bregenz, Erb-Tochter von Graf Rudolf
 

Genealogisches Handbuch zur Schweizer Geschichte
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Band I Seite 150

1. Hugo I. Graf von Montfort
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In Urkunden: comes Montisfortis, de Monteforte, Muntfort, im Siegel: comes Brigantinus; urkundlich ca. 1188 (Fürstenb. U.-B. 1, 70) bis 1219 (o.T.) (Krüger, reg. 1), vermutlich auch noch bis 1228 XI. 11. In der betr. Urkunde wird ein com. H. de Montfort genannt, Thommen (Urk. z. Schweiz. Gesch. aus österr. Arch. 1, 29) macht mit Recht darauf aufmerksam, dass hier wohl H[ugo] und nicht H[einrich] zu ergänzen sei, wie bisher (von Hormayr, v. Mohr u.a.) geschehen ist. - + vor 1237 (o.T.) (Krüger,reg. 2) - als + erwähnt erst 1251 XII. 20. (v. Weech, Cod. Salem. 1, 311; Locher, reg. Veringen S. 59) - als sein Jahrtag (auch Todestag?) wurde in der Feldkircher Johannitercommende der 12. III. begangen (Jahrb. d. Vorarl. Mus. Ver. 30, 82). Die Abstammung Hugos aus dem Hause der Pfalzgrafen von Tübingen und durch seine Mutter Elisabeth, Gräfin von Bregenz aus dem der alten Bregenzer Grafen ist nachgewiesen in Zs. Gesch. Oberrh. n. F. 14, S. m 12. - Gemahlin Mechthild (v. Weech, Cod. Salem. 1, 311), vielleicht eine Freiin von Eschenbach-Schnabelburg, Tochter des Edelherrn Walther von Schnabelburg und Schwester des Walther von Eschenbach und des Berthold von Schnabelburg-(Schwarzenberg); Hugo II. von Montfort nennt nämlich den Sohn Bertholds von Schnabelburg, Ulrich von Schn., seinen consanguineus (Zürich. U.-B. 2, 176); von den verschiedenen möglichen Auflösungen dieser Bezeichnung ist die vorgeschlagene auch vor der anderen, dass nämlich die aus dem Hause KLINGEN stammende Mutter Ulrichs eine Schwester oder Cousine Mechthilds gewesen wäre, noch die wahrscheinlichste (vergl. S. 185f.), andere Vermutungen über ihre Herkunft sind Zs. Gesch. Oberrh. n. F. 14, m 13 zusammengestellt. Sie lebte noch 1219 (o.T.) (Eichhorn, Ep. Cur. cod. prob. 79, woselbst Hugo cum uxore et filiis auftritt), wird in der genannten Urkunde von 1251 XII. 20. zum einzigen Male mit Namen und als + angeführt. In derselben Urkunde wird auch die einzige Tochter Hugos und Mechthilds, die Gräfin Elisabeth, erwähnt, deren Abstammung von diesem Paare völlig sichergestellt ist. Im übrigen ist die Abstammung der folgenden Generation, deren Glieder bis auf die genannte Elisabeth alle als Geschwister nachgewiesen sind, nur durch - allerdings sehr begründete - Kombinationen nachzuweisen gewesen; die oben zitierte Stelle aus Eichhorn gibt ja auch das Vorhandensein weiterer Kinder an, ebenso spricht auch Elisabeth (Nr. 8) von Brüdern und Schwestern, deren sie also mindestens je 2 gehabt haben muß.
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Das Bregenzer Erbe fiel 1182 an seinen jüngeren Sohn Hugo, der sich seit ca. 1200 Hugo von Montfort nannte und zugleich sein Herrschaftszentrum von Bregenz in die von ihm neugegründete Stadt Feldkirch verlegte, um damit seinen Einfluß in Rätien und insbesondere im Bistum Chur zu steigern. Von der Kreuzzugsidee erfaßt, bemühte sich Hugo I. um den Ausbau des Paßverkehrs über die Alpen, stiftete 1218 eine Johanniter-Kommende in Feldkirch und schuf erste Ansätze zu einer Territorialherrschaft in Vorarlberg.
 
Dr. L. Schmid: Seite 118  1853
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"Geschichte des Pfalzgrafen von Tübingen"

Rudolfs Bruder Hugo erhielt als der Jüngere bei der Abteilung, die zu erwarten, die von seiner Mutter herrührende Grafschaft Bregenz-Montfort. Er trat ohne Zweifel nach dem Tode seines Vaters seinen Erbteil an, und nahm seinen Sitz auf dem Schlosse Montfort, das schon sein mütterlicher Großvater, Graf Rudolf von Bregenz seine "urbem" nannte. Die Erbteilung wurde indes nicht in der Art strenge durchgeführt, dass Hugo gar keinen Anteil an dem alten Familiengut und Rudolf, sein Bruder, keinen an der von ihrer Mutter beigebrachten Grafschaft erhielt. Wir haben oben gesehen, dass Hugo noch zur Zeit der Stiftung von Bebenhausen seinen Anteil an dem Patronat der Kirche in Meimsheim und an dem Dorfe Weil im Schönbuch hatte, und werden gegenteils durch eine sogleich zu nennende Urkunde von Tschudius zeigen, dass Pfalzgraf Rudolf auch Anteil an den Bregenzer Besitzungen erhielt, wie wir auch später sehen werden, dass das Haus TÜBINGEN doch manches von den Bregenzer (montfortischen) Besitzungen erbte, und noch am Ende des 13. Jahrhunderts besaß. Nach Tschuduis (I, 107,108) hatten Graf Hugo von Montfort und sein leiblicher Bruder, Pfalzgraf Rudolf von Tübingen und deren Mutter ein Gut bei Breitenau in Thurtal, in der Nähe des Klosters St. Johann gelegen, diesem Kloster mit Bewilligung zweier Ritter von Gandersweiler geschenkt. Nachdem das Kloster dasselbe geraume Zeit besessen, entriß es ihm Hugo wieder, dem es bei der inzwischen vorgenommenen Erbteilung zugefallen war, gab es jedoch 1209 vor einem vom Papst bestellten Schiedsgericht gegen 67 Mark Silber wieder dem Kloster zurück.
Nach dem Schlosse Montfort nannten sich Hugo und seine Nachkommen. Hugo kommt in den Jahren 1207,1208, 1209,1213,1214,1216 und 1219 als Graf von Montfort vor.
 
 
 
 

  1. oo N.N. von Eschenbach-Schnabelberg
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  2. oo Mechthild von Wangen, Tochter von Friedrich
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Kinder:
1. Ehe
 
  Rudolf I.
          - 9.1244/7.10.1247

  Wilhelm Dompropst zu Chur
         -20.9.1237
 
  Hugo II.
          -11.8.1260

2. Ehe

  Heinrich Bischof von Chur (1268-1272)
         -14.11.1272
 
  Friedrich Domherr zu Konstanz
         -12.3.1285
 
  Agnes Erbin von Wiesberg
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  oo Schwicker von Ramosch
              -

  Tochter
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  oo Walter von Vaz
              -   1253

  Elisabeth
       - nach 1268

  1. oo Manegold Graf von Nellenburg-Veringen
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  2. oo Heinrich Graf von Werd, Landgraf im Elsaß
                  -   1238
 
  3. oo Emich Wildgraf in Kyrburg
                  -   1284