Hugo I.                                                     Pfalzgraf von Tübingen 1146
---------                                                   Graf von Tübingen 1125/39
    -1152 vor 19.8.
 

Jüngerer Sohn des Grafen Hugo II. von Tübingen und der Gemma (Hemma) von Arnstein, Tochter von Graf Ludwig I.
 

Sönke Lorenz: Seite 309  1995
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"Staufer, Tübinger und andere Herrschaftsträger im Schönbuch"
in: Von Schwaben bis Jerusalem

In seinem jüngeren Bruder Hugo III., der zu diesem Zeitpunkt ebenfalls ein unmündiger Knabe gewesen sein muß, fanden die TÜBINGER ihren Stammhalter, der seit Kaiser HEINRICHS V. Versammlung in Straßburg, Anfang Januar 1125, als Graf von Tübingen begegnet. Es gelang Hugo III. bis zu seinem Tod im Jahre 1152, die Herrschaft der TÜBINGER zu stabilisieren und entscheidend auszubauen. Sein Aufstieg zum schwäbischen Pfalzgrafen erfolgte vor 1146 unter dem STAUFER KONRAD III. Als Hugos III. Söhne begegnen der um 1160 verstorbene Pfalzgraf Friedrich, Pfalzgraf Hugo IV., gestorben 1182, und Graf Heinrich III. von Tübingen, 1167 vor Rom der Seuche erlegen.
 
Dr. L. Schmid: Seite 58-62,65  1853
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"Geschichte des Pfalzgrafen von Tübingen"

Wir sehen Hugo zuerst um das Ende des 1. Viertels vom 12. Jahrhundert, also bald nach dem Tode seines Vaters in Angelegenheiten seines Hauses auftreten. Als nämlich das Kloster Hirschau verschiedene Kirchengüter in Gültstein austauschte, erhob er als Kastvogt der Ortskirche Beschwerde, da es ohne seine Zustimmung geschehen war, worauf das Kloster ihm mit 10 Talenten zufriedenstellte.
Ein Edler namens Guntram schenkte dem Kloster Reichenbach Güter in Husen (Neckarshausen, im Fürstentum Hechingen), Betherane (? Petarale, Petra, in der Nähe von dem vorigen). Die feierliche und gesetzliche Übergabe geschah auf einem Gaugericht, das Graf Hugo nach altdeutscher Sitte unter freiem Himmel, in Gegenwart seines Sohnes Heinrich und mehrerer von Adel bei Reusten hielt. Sonst erscheint Hugo häufig als Zeuge in kaiserlichen Urkunden. So in 2 Urkunden des Kaisers HEINRICH V., gegeben zu Straßburg den 7. und 8. Januar 1125; mit ihm der Pfalzgraf Gottfried von Calw, Wezel von Haigerloch, Burkhard von Zollern und andere.
Um das Jahr 1134 finden wir ihn, zwar irrtümlich mit dem Titel Pfalzgraf, neben vielen anderen Grafen, darunter Graf Rudolf von Bregenz, Burkhard, Egino, Gottfried und Friedrich, lauter Grafen von Zollern, Ludwig von Wirtemberg, Bertold von Eberstein, als Herzog Friedrich von Staufen in der "Dincstete Kunigsstole" (Königsstuhl) die Stiftung des Klosters Salem (Salmannsweiler) bestätigte.
In Urkunden des Königs KONRAD III., gegeben zu Weißenburg und Markgröningen den 20. Mai und 14. Oktober des Jahres 1139, wird Hugo mit einem Sohn gleichen Namens, neben Markgraf Hermann von Baden, den Grafen Adalbert von Löwenstein, Adelbert von Calw, Friedrich von Zollern, Bobbo von Laufen, Egeno von Beingen (Vaihingen), Ludwig von Wirtemberg und anderen als Zeuge aufgeführt. Ferner in einer anderen Urkunde desselben Königs aus dem Jahre 1143, gegeben zu Ulm; er wird zwar hier bloß als Graf Hugo ohne beigesetzten Familiennamen, wie beinahe alle anderen Grafen dieser Urkunde aufgeführt.
Mit dem Titel Pfalzgraf kommt Hugo V. beziehungsweise Hugo I. zum 1. Mal im Jahr 1146 in einer Urkunde des Königs KONRAD III., gegeben zu Aachen, vor, zwar bloß als "Hugo comes palatinus"; da aber die Geschichte um diese Zeit keinen anderen Pfalzgrafen dieses Namens, als unseren TÜBINGER kennt, so nehmen wir ihn unbedenklich dafür.
In der Stiftungsurkunde des Klosters Herrenalb (gestiftet von Bertold von Eberstein 1149-1152) finden wir ihn nach Hermann, Markgraf von Baden, und vor Konrad, Graf von Calw, mit dem Titel Pfalzgraf von Tvingen als Zeugen. - Um diese Zeit tritt er bei einer Schenkungsangelegenheit in einer Weise auf, die auf einen größeren Gerichts- (Amts-)Sprengel, als der eines Gaugrafen war, schließen läßt.
Pfalzgraf Hugo I. starb um das Jahr 1152. Er hinterließ 3 Söhne, Friedrich, Hugo und Heinrich, und wahrscheinlich eine Tochter Adelheid, die sich mit einem Grafen (Herzog) Konrad von Dachau vermählte.
Nach dem Namen Friedrich zu schließen, war die Gemahlin des Pfalzgrafen Hugo I. eine Gräfin von Zollern.
Sahen wir die Grafen von Tübingen auf der Seite der hohernstaufischen Herzöge von Schwaben, so darf es uns nicht wundern, dass sie treue Anhänger des Kaiserhauses wurden, als der HOHENSTAUFE KONRAD den deutschen Thron bestieg. Wir trafen den bereits genannten Grafen Hugo V. mit seinem gleichnamigen Sohn bei König KONRAD III. 1139 (20. Mai) zu Weissenburg, den 14. Oktober desselben Jahres zu Markgrönningen, und 1141 (10. April) zu Straßburg.
Ohne Zweifel hat Hugo auch an dem Kampf Anteil genommen, den KONRAD mit den WELFEN führte, in welchem die bekannte Belagerung und Übergabe der Veste Weinsberg eine Rolle spielt. - Die Treue Hugos zu belohnen, und das mächtigste Grafenhaus Schwabens an die Interessen des Kaiserhauses zu fesseln, übertrug KONRAD, ohne Zweifel nach dem Tode des Pfalzgrafen Adalbert aus dem Hause DILLINGEN, Hugo V. von Tübingen das Pfalzgrafenamt über Schwaben.
 
 
 
 
 

  oo Hemma von Zollern, Tochter des Grafen Friedrich I.
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Kinder:

  Hugo II. Pfalzgraf von Tübingen
         -18.12.1182
 
  Friedrich Pfalzgraf von Tübingen
        - nach 24.9.1162

  Heinrich
         -7.4.1167 gefallen
 
  Adelheid
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  oo N (Konrad?) Graf von Dachau
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