Suppo III.                                       Markgraf von Spoleto
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    -   878/79
 

Sohn des Pfalzgrafen Maurinus von Italien aus dem Hause der SUPPONIDEN
 

Der archiminister und consalirius Kaiser LUDWIGS II. Suppo III. (+ 878/79) nach Verlust des Herzogtums Spoleto), hatte eine Schwester Markgraf Eberhards von Friaul geehelicht.
 

Hlawitschka, Eduard: Seite 271-273
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"Franken, Alemannen, Bayern und Burgunder in Oberitalien (774-962)"

CLIII.                        SUPPO III.

war consilarius und archiminister bei Kaiser LUDWIG II., damit also einer der angesehensten Männer seiner Zeit. Als kaiserlicher Bevollmächtigter nahm er an der zwischen Oktober 869 und Februar 870 in Konstantinopel tagenden 8. Allgemeinen Synode teil. Er war in erster Linie dafür ausersehen, in Konstantinopel alles Nähere für die Vermählung der Kaisertochter Irmgard mit dem ältesten Sohne des regierenden byzantinischen Kaisers und gleichzeitigen Mitregenten, Konstantin, zu regeln; doch wurde dieser Auftrag durch eine plötzliche Weigerung Kaiser LUDWIGS II. hinfällig. Nach Abschluß der Synode, auf welcher sich die griechische Kirche vor Rom sehr gedemütigt hatte, griff Suppo III. in den Kampf um die Vornmachtstellung des Bischofs von Rom ein. Er protestierte mit Anastasius bibliothecarius bei Kaiser Basilius gegen die Entwendung einiger bereits ausgefertigter Protokolle und Urkunden, welche die Unterwerfung in klarster Form enthielten, und hatte damit auch Erfolg [3 Vgl. E. Dümmler, Geschichte des ostfränkischen Reiches II² Seite 255/56.]. Wohl zum Dank für diese schwierige Mission erhielt er von LUDWIG II. am 3. April 870 die beiden cortes juris regni nostri Fellina und Malliaco in der Grafschaft Parma, und zwar in gastaldatu Bismantino. Sein sonstiges Einsatzfeld war die Mark Spoleto [5 Nicht ganz von der Hand zu weisen ist auch die Auffassung, daß Suppo III. nur Camerino, den östlichen Teil des Herzogtums Spoleto, verwaltete. Vgl. dazu besonders H. Müller, Topograph. und genealog. Untersuchungen Seite 117ff.], wo er (zwischen dem 25. August und 29. September) [6 Das erste Datum ergibt sich aus einer auf den 25. VIII. 873 datierten, noch unedierten Urkunde des Liber instrumentorum seu chronicorum monasterii Casauriensis, die zugleich auch nach dem 2. Jahr des Grafen Suppo zählt. Das zweite Datum erhält man aus einer Urkunde vom 29. September 871 (fehlerhaft in der Angabe der Regierungsjahre LUDWIGS II.; XX statt XXII), die das erste Jahr Suppos angibt. Vgl. hierzu Manaresi, I placiti Seite 288, Einleitung zu nr. 79 und Muratori, Antiqu. It. I Seite 282.] 871 die Nachfolge des aufrührerischen und schließlich vor LUDWIG II. nach Benevent entflohenen Markgrafen Lambert antrat [7 Vgl. A. Hofmeister, Markgrafen Seite 360f.]. Es ist eine Reihe von Urkunden dieses Raumes bekannt, die nach Jahren Suppos in seinem comitatus datieren und die Amtshandlungen Suppos erwähnen. In einer Urkunde vom 6. Juni 872, mit der er eine Schenkung an das Kloster Casauria vornimmt, bezeichnet sich Suppo als dux und als filius quondam Maurini. Seine fromme Gesinnung bekundete Suppo, Piceni comes, neben dieser Schenkung auch dadurch, daß er usurpationem suorum in rebus tam venerabilis monasterii prohibuit. - Noch im Mai 875 finden wir Suppo III. in einer Urkunde aus Chieti erwähnt. Mit dem Regierungswechsel von LUDWIG II. zu KARL DEM KAHLEN hat er sein spoletinisches Amt verloren; die WIDONEN wurden restituiert. So zählte man im Juni 876 in Camerino bereits wieder das 1. Jahr Widos II. - Im März 877 unterzeichnete er noch in Brescia das Testament der Kaiserin Angilberga, seiner Base. In einem Briefe Papst Johannes VIII. vom Anfang August 879 wird er bereits als verstorben erwähnt.
Er war ein Glied der SUPPONIDEN-Familie und daher ein Franke.



 

  oo N.N., Tochter des Grafen Unruoch
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Literatur:
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Dümmler Ernst: Geschichte des Ostfränkischen Reiches. Verlag von Duncker und Humblot Berlin 1865 Band I Seite 690,695,704,709,780,839 - Hlawitschka, Eduard: Franken, Alemannen, Bayern und Burgunder in Oberitalien (774-962), in: Forschungen zur Oberrheinischen Landesgeschichte Band VIII Eberhard Albert Verlag Freiburg im Breisgau 1960 Seite 57,59,180,270,271-273,277,300-303,306,308  -