Gebhard                                        Graf von Supplinburg
-----------                                       Graf im Harz- und Nordthüringengau
    -9.6.1075 gefallen
     bei Homburg
 

Sohn des Grafen Bernhard im Nordthüringengau und der Ida von Querfurt, Tochter von Graf Gebhard I.
 

Althoff Gerd: Seite 401
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"Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung"

                                                        G 64

Lü:     9.6.  Geuehardus com et occius       + 1075 Vater LOTHARS VON SUPPLINBURG

Der Vater Kaiser LOTHARS fiel in der Schlacht bei Homburg; vgl. Meyer von Knonau, Jbb. Heinrichs IV. und Heinrichs V. 2, S. 504 und Exkurs V, S. 874ff.
Zu Gebhard vgl. auch Stoob, Die sächsische Herzogswahl des Jahres 1106, S. 504ff.



Thiele Andreas: Tafel 157
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte"
Band I, Teilband 1 Deutsche Kaiser-, Königs-, Herzogs- und Grafenhäuser I

GEBHARD VON SUPPLINBURG
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    + 1075 gefallen

Graf im Harz- und Nordthüringengau, Vasall der Bischöfe von Halberstadt und Hildesheim; fällt auf deren Seite in der Schlacht bei Homburg an der Unstrut gegen Kaiser HEINRICH IV.

  oo Hedwig von Formbach, Tochter des Grafen Friedrich und der Gertrud von Haldensleben,
                + 1090                              Erbin von Supplinburg
 
(Ihre 2. Ehe: oo Dietrich II. Herzog von Lothringen, + 1115)



Schwennicke Detlev: Tafel 13 A
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"Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1"

GEBHARD VON SÜPPLINGENBURG
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    + gefallen bei Homburg 9. VI 1075

1052 Graf im HARZGAU

  oo HEDWIG VON FORMBACH

Witwe von Graf Heinrich, Tochter von Friedrich und Gertrud von Haldensleben

  III oo Dietrich II., 1090 Herzog von Ober-Lothringen (MATFRIDE)
                  + 30. IX 1115



Lampert von Hersfeld: Seite 292
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"Annales/Annalen"

1075
Die sächsischen Fürsten und Edlen mit Ausnahme von zwerien aus dem mittleren Adel [Folkmar und Swidger, außerdem Graf Gebhard von Supplinburg] entkamen alle lebend und unverletzt, da ihnen die Ortskenntnis zustande kam.

Bruno: Seite 84
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"Das Buch vom Sächsischen Krieg"

46.
Denn während aus unserem Land von den vornehmsten Fürsten nur Graf Gevehard [Von Supplinburg, Vater des Kaisers LOTHAR], von dem mittleren Adel aber Folkmar zund Suidger gefallen waren, lagen auf der anderen Seite acht Reichsfürsten von nicht geringerem Adel als der König selbst. Dieses erste Treffen begab sich im Jahre des Herrn 1075, am 9. Juni, an einem Dienstag.

Fenske Lutz: Seite 52,78
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"Adelsopposition und kirchliche Reformbewegung im östlichen Sachsen."

So wird der Vater Kaiser LOTHARS III., Graf Gebhard, der 1075 in der Schlacht bei Homburg fiel, von Bruno zu den Fürsten, den summis principibus, gerechnet.
Es ist aber damit zu rechnen, dass auch andere, von den Quellen nicht hervorgehobene Personen, denen in Sachsen eine hohe soziale Rangstellung zukam, wesentlichen Anteil an der antiköniglichen Bewegung gehabt haben. Zu ihnen zählte Graf Gebhard, der Vater des späteren Kaisers LOTHAR III., den Lampert in seinem umfangreichen Namenskatalog zum Jahre 1073 nicht erwähnt, der aber 1075 auf sächsischer Seite fiel.

Starke Heinz-Dieter: Seite 40-47
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"Die Pfalzgrafen von Sachsen bis zum Jahre 1088"

Die Sächsische Weltchronik berichtet, der"marcgreve" Friedrich, der Bruder Adalberts von Bremen, also unser Pfalzgraf, habe gegen die geplante Eheschließung Gebhards mit Hedwig von Formbach Einspruch erhoben. Eine Synode in Halberstadt verbot diese Ehe bei Bannstrafe, Gebhard jedoch raubte Hedwig. Sie wurde dann die Mutter LOTHARS VON SÜPPLINGENBURG. Leider läßt unsere Quelle die Frage unbeantwortet, warum gerade Friedrich die Anklage erhob. Vielleicht hatte er verwandtschaftliche Beziehungen zu Hedwig von Formbach, der Enkelin Konrads von Haldensleben und Erbin seiner Güter. Da auch der GOSECKER im nördlichen Harzvorland Allodialrechte besaßen wollte er offensichtlich eine Ehe Hedwigs mit einem Mächtigen dieser Gegend verhindern.

Partenheimer Lutz: Seite 249
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"Albrecht der Bär. Gründer der Mark Brandenburg und des Fürstentums Anhalt."

Ida von Querfurt, Schwester von Konrads Großvater väterlicherseits, war die Mutter von LOTHARS Vater (Annalista Saxo zu 1009 und 1106 (MG SS 6), Seite 658,745, siehe den danach erstellten Stammbaum bei W. Bernhardi: Lothar (wie EN 181), Seite 807,809.

Boshof, Egon: Seite 268
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"Die Salier"

LOTHARS auf Allodialbesitz und Grafenrechten beruhende Machtbasis, die ihm von seinem bei Homburg 1075 gegen HEINRICH IV. gefallenen Vater Gebhard überkommen war, dürfte eher bescheiden gewesen sein, aber daß er zur Spitzengruppe des sächsischen Adels gehörte, lassen seine weitverzweigten unmittelbaren und mittelbaren verwandtschaftlichen Verbindungen mit aller Deutlichkeit erkennen. Über seine Mutter Hedwig, eine FORMBACHERIN, die in zweiter Ehe mit dem Herzog Dietrich II. von Ober-Lothringen vermählt war, stand er in engeren Beziehungen zum ostbayerischen Hochadel und zum Westen des Reiches.

Biegel, Gerd: Seite 15
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"Heinrich der Löwe. Kaiserenkel - Kaiserfreund - Kaiserfeind."

Es war keine "norddeutsche Provonzfigur", die Anfang 1075 geboren wurde, sondern der Sohn einer bedeutenden Familie des sächsischen Hochadels. Kurz vor seiner Geburt war der Vater, Graf Gebhard von Süpplingenburg, in der denkwürdigen Schlacht der Sachsen gegen Kaiser HEINRICH IV. bei Homburg in Thüringen (1075) gefallen. Er hatte zur sächsischen Opposition gegen den Kaiser gehört, und sicherlich ist auch der Sohn im Geiste dieser Opposition erzogen worden undn aufgewachsen. Die Familie war mit Besitztümern angesiedelt im halberstädtischen Harz- und Derlingau, und die sächsischen Quellen des 12. Jahrhunderts bezeichnen Süpplingenburg als Stammsitz. Die Braunschweigische Reimchronik führt die Abstammung LOTHARS sogar auf das Geschlecht der BRUNONEN zurück: "her was eyn wurzele und eyn zwick dher edelen vrucht van Brunswich." Dies dürfte jedoch eher welfischer Propaganda entsprungen sein.

Bernhardi, Wilhelm: Seite 810,811
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"Jahrbücher der Deutschen Geschichte Lothar von Supplinburg"

Wahrscheinlich nach ihrer zweiten Vermählung, also wohl nach 1060, lernte Graf Gebhard von Supplinburg ihre Tochter aus erster Ehe, Hedwig, kennen und heiratete dieselbe. Jedoch Pfalzgraf Friedrich, der Bruder des Erzbischofs Adalberts I. von Bremen (1043-1072), erhob den Einspruch, daß ihre Ehe wegen Verwandtschaft unzulässig wäre, und so wurden sie auf einer Synode zu Halberstadt getrennt. Friedrich scheint ein Nebenbuhler Gebhards gewesen zu sein. Sächsische Weltchronik Kapitel 237: (Hadewige), diu nam greven Geveharde van Suplingeburch; de gewan greven Ludere ere Lotharium; darna ward he hertoge, to jungest ward he kaisere. Darna worden se wroicht an deme to Halverstadt, dat se sibbe weren. Dat dede maregreve (richtiger palenzgreve) Frideric, de was broder bischop Albrechts van Bremen. Aldar versworen se sie beide.
Allein Graf Gebhard vermochte den Verlust Hedwigs nicht lange zu ertragen. Als sie einst mit ihrer Mutter Gertrud ausritt, überfiel er sie, nahm sich seine Gattin mit Gewalt und behielt sie, unbekümmert um den Bann, welchen Bischof Burchard II. von Halberstadt (1059-1088) über ihn verhängte. Sächsische Weltchronik Kapitel 237: Darna nicht lange tid wolde siu ridem mit erer muder; uppe deme wege so grep se greve Gevehard mit gewalt unde wan se aver to wive und en achtede nicht der ede noch des bannes, de ene ben de ander bischop Burchard von Halverstad. Also ward he vermensamet (exkommunziert) und verlor darna siu lif jamerlike. He ward geslagen bi der Unstrote bi Hamburch (1075).
Das einzige Kind aus der Ehe Gebhards von Supplinburg mit Hedwig von Formbach war LOTHAR, der nachmalige Kaiser.
 
 
 
 

  oo 1. Hedwig von Formbach, Tochter des Grafen Friedrich und der Gertrud von Haldensleben
           um 1050-   1090

     2. oo Dietrich II. Herzog von Lothringen
                   -23.11.1115
 
 
 
 

Kinder:

  LOTHAR III.
  1075-4.12.1137

  Ida
  um 1073-   1138

  oo Sighard X. Graf im Pon- und Chiemgau
            -5.2.1104
 
 
 
 

Literatur:
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Althoff Gerd: Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung. Studien zum Totengedenken der Billunger und Ottonen. Wilhelm Fink Verlag München 1984, Seite 401 G 64 - Annalista Saxo: Reichschronik a. 1009,1106 - Bernhardi, Wilhelm: Jahrbücher der Deutschen Geschichte Lothar von Supplinburg, Verlag von Duncker & Humbolt Leipzig 1879 Seite 810,811 - Biegel, Gerd: Heinrich der Löwe. Kaiserenkel - Kaiserfreund - Kaiserfeind. Verlag Joh. Heinr. Meyer Braunschweig 1995 Seite 14 - Boshof Egon: Die Salier und das Reich, Verlag W. Kohlhammer Suttgart Berlin Köln 1987 Seite 268 - Bruno: Das Buch vom Sächsischen Krieg. Phaidon Verlag, Essen und Stuttgart 1986 Seite 82 - Brüsch, Tania: Die Brunonen, ihre Grafschaften und die sächsische Geschichte. Herrschaftsbildung und Adelsbewußtsein im 11. Jahrhundert. Matthiesen Verlag Husum 2000 Seite 148,203 - Fenske, Lutz: Adelsopposition und kirchliche Reformbewegung im östlichen Sachsen. Vandenhoeck & Ruprecht Göttingen 1977, Seite 52,78,137 A. 205,302 A. 48 - Lampert von Hersfeld: Annales/Annalen Wissenschaftliche Buchgemeinschaft Darmstadt 2000 Seite 292 - Lechner Karl: Die Babenberger. Markgrafen und Herzoge von Österreich 976-1246, Böhlau Verlag Wien-Köln-Weimar 1992, Seite 89,111 - Meyer von Knonau, Gerold: Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Heinrich IV. und Heinrich V., Verlag von Duncker & Humblot Leipzig 1890 Band 2, Seite 504 und Exkurs V, Seite 874ff. - Partenheimer Lutz: Albrecht der Bär. Gründer der Mark Brandenburg und des Fürstentums Anhalt. Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 2001 Seite 249 - Sächsische Weltchronik - Schneider, Reinhold: Kaiser Lothars Krone. Leben und Herrschaft Lothars von Supplinburg. Manasse Verlag Zürich Seite 10,70 - Schwennicke Detlev: Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1, Vittorio Klostermann GmbH Frankfurt am Main 1998 Tafel 13 A - Starke, Heinz-Dieter: Die Pfalzgrafen von Sachsen bis zum Jahre 1088, in: Braunschweigisches Jahrbuch Band 36 Seite 40-47 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 157 -