Hildegard von Egisheim              Gräfin im Riesgau
-----------------------------              Pfalzgrägfin im Breisgau
um 1025- vor 4.2.1095
               Schlettstadt

Begraben: Kloster Sankt Fides in Schlettstadt
 

Tochter des Grafen Ludwig von Mousson und der Sophie von Lothringen, Tochter von Herzog Friedrich II.
oder
Tochter des Herzogs Otto II. von Schwaben und der N.N. von Egisheim
oder
Tochter des Grafen Gerhard von Egisheim-Dagsburg und der Bertha; Nichte von Papst Leo IX.
 
 

Decker-Hauff Hansmartin: Band III Seite 344
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"Die Zeit der Staufer"

V. GENERATION

14 (10) FRIEDRICH VON BÜREN
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* um 1020, +  bald nach 1053

Begraben: Stift Lorch?

Die erste Generation, die nun fest in Schwaben sitzt, tritt dort merkwürdig wenig hervor. Neben den aus Salzburg und Oberbayern mitgebrachten Hausnamen Friedrich erscheinen in dieser Geschwisterreihe erstmals die schwäbischen Namen Walther und Manegold. Von den beiden Brüdern wissen wir nur ganz unsicher, dass sie im Stift Lorch ihr Grab fanden. Wie lange sie lebten, wo sie wirkten, bleibt ungewiß. Auch der dritte Bruder, Friedrich von Büren, hat nur kurz gelebt und ist geschichtlich wenig hervorgetreten. Den Namen des Wohnplatzes, an dem er sich anscheinend zeitweilig aufgehalten hat - der aber vorher und später dem staufischen Haus nichts bedeutete - kennen wir nur aus der höchst fragwürdigen genealogischen Kompilation, die als Behelf für BARBAROSSAS Ehescheidung herhalten mußte. Man hat sich angewöhnt, trotz vieler anderer denkbarer Beuren-Orte (Beuren bei Heubach, Birenbach, Beuren im alpenländischen Stammland der Friedriche, Beuren auf dem Härdtsfeld) vorzugsweise an Wäschenbeuren zu denken, das der erst später errichteten, namengebenden Burg Staufen immerhin benachbart liegt.
Um so deutlicher werden die weitgespannten Verflechtungen dieses schon vor der SALIER-Allianz von 1079 ganz besonders vornehmen Hauses: Hildegard von Mousson ist mit Päpsten und Kaisern verwandt, hat die Herzogsfamilien der OTTONEN-Zeit zu Vorfahren und stammt mehrfach von den KAROLINGERN ab, ihr Erbe war weitgestreut, ihr Gesichtskreis reicht nach S-Frankreich und Westfalen, nach Thüringen und Rom.
Graf im Riesgau 1053, benennt sich (oder wird in der Rückerinnerung nachträglich benannt?) nach einem urkundlich nicht belegbaren Sitz in "Büren", vielleicht seinem bevorzugten Wohnplatz in den etwa 11 bis 12 Jahren zwischen Heirat und Tod. Ohne Beleg aus geographischen Überlegungen mit Beuren, dem späteren Waschbeuren (an der Straße von Göppingen nach Lorch) gleichgesetzt.
Sechs oder sieben Kinder gingen aus der Ehe des früh verstorbenen Friedrich von Büren mit der in Lothringen und im Elsaß reich begüterten Hildegard hervor. Dass sie zwischen 1050 und etwa 1080 im sogenannten "STAUFER-Land", ihrer "Stammheimat", überhaupt nicht urkundlich erscheinen, mag mit der Wiederverheiratung ihrer Mutter (sehr bald nach 1053) zusammenhängen.

  oo um 1042
      HILDEGARD VON BAR-MOUSSON
      * um 1028, + nach Sommer 1094
                         Elsaß?

Begraben: Schlettstadt, Sankt Fides, vor dem Hochaltar
Ihre "Totenmaske" (= Naturabguß) wiederaufgefunden um 1892, zeitweilig irrig für die Maske der Tochter Hildegards, Adelheid (19), angesehen (diese ist jedoch in der Eigenkirche auf dem Albuch bestattet).

Tochter des Grafen Ludwig von Mousson (um 1005-1067/76), Wohltäter der Abtei St. Mihiel sur Meuse, und der Sophie von Lothringen (um 1013- nach 1091/1092), Gründerin der Klöster Sainte Marie in Bar-le-Duc und Chatenois, Tochter des Herzogs Friedrich II. von Ober-Lothringen, seit etwa 1026 Adoptivtochter ihrer Mutterschwester Kaiserin Gisela. (Die bisher mit ihr gleichgesetzte Sophie von Lothringen, puellula um 1033, ist ihre gleichnamige Nichte!)
Hildegard erbte von ihrer väterlichen Großmutter Hildegard, geborene Gräfin von Egisheim, Schwester des Papstes Leo IX., große Güter in Unter- und Ober-Elsaß und gründete auf ihnen um 1087 bis um 1094 das Kloster Sankt Fides in Schlettstadt, die älteste STAUFER-Grablege im Elsaß. Mutterkloster: Ste. Foy, Conques-en-Rouergue. Fides-Getreu-Gertrud wird zur staufischen Hausheiligen.

Hildegard  II oo bald nach 1053
                         NN

erneut Witwe vor 1087
 

Kinder: 17 (? Manegold), 18 (Ludwig), 19 (Adelheid), 20 (Otto Bischof von Straßburg), 21 (Friedrich I. Herzog von Schwaben), 22 (Kuno/Konrad), 23 (Walther)



Thiele, Andreas: Tafel 17
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1"

FRIEDRICH
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    + vor 1094

Wohl identisch mit Pfalzgraf Friedrich von Schwaben, der als kaiserliche Stütze erscheint, was am ehesten den Aufstieg des Sohnes erklärt.

  oo HILDEGARD VON SCHWABEN (nicht ganz sicher)

Tochter des EZZONEN Herzog Otto II. von Schwaben und der Gräfin N.N. von Egisheim

Erbin vieler Elsaßgüter



Thiele, Andreas: Tafel 24
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1"

HILDEGARD (auch unsicher)
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    +

  oo FRIEDRICH II. GRAF VON BÜREN



Akermann Manfred: Seite 15
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"Die Staufer. Ein europäisches Herrschergeschlecht."

FRIEDRICH VON BÜREN
* um 1020, + nach 1053

Riesgraf (Pfalzgraf?) 1053

oo um 1049/50
     HILDEGARD VON EGISHEIM
     * um 1025/35, + 1094/95



Stammutter des staufischen Geschlechts
Hildegard, Erbin vieler Elsaß-Güter, kehrte nach dem Tode ihres Gatten ins Elsaß zurück und begann 1087 mit dem Bau einer Kirche in Schlettstadt. Sie ist vermutlich an der Pest gestorben und wurde in der von ihr gestifteten Kirche von St. Fides beigesetzt, wo man 1892 bei der Renovierung der Kirche ihr Grab fand.
In der neueren Forschung sieht man in Hildegard eine Tochter des Herzogs Otto II. von Schwaben, obwohl verschiedene Forscher der Meinung sind, dass dieser kinderlos starb.

Engels Odilo: Seite 7
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"Die Staufer"

Der Friedrich in der dritten Generation läßt sich bereits lokalisieren; er nannte sich nach der Burg Büren, wohl zu identifizieren mit dem heutigen Waschbeuren unweit von Göppingen. Seine Gattin Hildegard war die Tochter eines elsässischen Grafen (von Mousson-Mömpelgard) und späte Nachfahrin eines Königshauses. Die STAUFER gehörten in jedem Falle zum süddeutschen Hochadel in einer den ZÄHRINGERN vergleichbaren Stellung.

Lehmann Johannes: Seite 13,49,112
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"Die Staufer"

Von dem ersten Friedrich, der etwa zwischen 1000 und 1050 gelebt haben muß, wissen wir allerdings nur den Namen, und von seinem Sohn Friedrich von Büren (etwa 1025 bis ca. 1054) kaum mehr, als dass er eine Hildegard heiratete, die aus einem reichen vornehmen elsässischen Geschlecht stammte und aus Egisheim kam, das - heute als Egisheim - wenige Kilometer südlich von Colmar am Fuße der Vogesen liegt. Immerhin ließ diese Heirat einige Rückschlüsse auf den sonst vollkommen unbekannten Friedrich von Büren zu: Da Heiraten unter Gleichgestellten stattfanden und ein Verwandter dieser Hildegard als Vetter Kaiser HEINRICHS III. im Jahre 1048 auf dem Reichstag zu Worms als Leo IX. zum Papst gewählt wurde, konnte man annehmen, dass auch die Herren von Büren einiges an Ansehen vorweisen konnten.
Sowenig wir nun trotz aller Beschreibungen und Porträts sagen können, wie FRIEDRICH BARBAROSSA wirklich ausgesehen hat, um so verblüffender ist es, dass sich bis heute ein lebensechtes Porträt seiner Urgroßmutter Hildegard von Egisheim erhalten hat. Es ist die Totenmaske der "Dame inconnue de Sainte Foy", wie die Franzosen sie zunächst genannt hatten, der "Unbekannten Dame von St. Fides" in Schlettstadt (dem heutigen Selestat) im Elsaß. Aber so unbekannt war sie nicht. Man hatte sie gefunden, als man im Jahre 1892 die Kirche von St. Fides renovierte und dabei im Chor ein Grab entdeckte. Als man den Holzsarg öffnete, fand man darin den Leichnam seltsamerweise mit Kalk bestreut. Man vermutete, die Tote sei mit Kalk übergossen worden, weil sie einer Seuche, etwa der Pest, zum Opfer gefallen war, und tatsächlich ist der Leichnam nur bis in die Höhe des Herzens erhalten. Aber der Kalk zwischen Brust und Scheitel kann kein Ätzkalk gewesen sein, denn er hat nicht zerstört, sondern konserviert. Wie bei den Toten von Pompeji, die im Ascheregen begraben wurden, konnte man auch bei dieser Toten den Hohlraum ausgießen und erhielt auf diese Weise eine Totenmaske von herber Schönheit: Es ist das einzige naturgetreue Antlitz eines mittelalterlichen Menschen, das es gibt und dessen Namen wir kennen. Man nimmt heute allgemein an, dass es die Totenmaske jener Hildegard von Egisheim ist, die FRIEDRICH BARBAROSSAS Urgroßvater Friedrich von Büren geheiratet hat, als er noch im Wäscherschlößchen wohnte. Nach dem Tode Friedrichs von Büren um 1054 war jene Hildegard ins Elsaß zurückgekehrt, in Schlettstadt gestorben und in der von ihr gestifteten Kirche von St. Fides beigesetzt worden, wo nun ihr Grab im Chor gefunden wurde.

Kimpen Emil: Seiten 85-88
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"Ezzonen und Hezeliniden in der rheinischen Pfalzgrafschaft"

Diejenige, die dies vermittelte und gleichzeitig den ersten Grund zu dem fabelhaften Aufstieg des STAUFER-Geschlechts legte, Hildegard von Büren, war, eine Tochter Herzog Ottos II. von Schwaben.
Dem Alter nach fügt sich Hildegard von Büren durchaus in Ottos Familie ein. Um 1094 tritt sie als Stifterin eines Schlettstadter Klosters auf, muß aber, da sie nach der Urkunde ihres Sohnes, des Bischofs Otto von Straßburg, vom 10. Februar 1095 damals tot war, 1094 oder 1095 verstorben sein. Sie hätte also ihren Vater Otto von Schwaben um etwa 47 Jahre überlebt und wäre, da sämtliche anderen Töchter Ottos auch zwischen 1020 und 1030 geboren sein werden, um die 70 Jahre herum alt geworden. Ihre Blütezeit verlegt Witte mit Recht in die 1. Hälfte oder die Mitte des 11. Jahrhunderts. Auch das Alter ihrer Kinder, soweit sich aus deren Stellungen und Todesdaten Rückschlüsse ziehen lassen, paßt dazu. Hildegards Sohn Friedrich war demnach, als er 1080 von Kaiser HEINRICH IV. das Herzogtum Schwaben erhielt, bereits ein Mann in den 30-er Jahren, worauf auch die Todesjahre seiner Geschwister hinweisen. Seine Gattin Agnes war bedeutend jünger, und die aus politischen Gründen geschlossene Ehe wurde, wie die Geburtsdaten ihrer zwei Söhne, Herzog Friedrichs II. (geb. 1090) und König KONRADS III. (geb. 1093) zu zeigen scheinen, mit Rücksicht auf das kindliche Alter der Agnes vielleicht erst Mitte oder Ende der 80-er Jahre des Jahrhunderts vollzogen.
Welche Tatsachen aber beweisen Hildegard sezzonische Abstammung?
Zunächst reden die Taufnamen wieder eine sehr lebhafte Sprache. Der Name Hildegard kam bei den Vorfahren der EGISHEIMER vor, und so ist begreiflich, wenn er in Ottos Familie auch bei einer seiner Töchter auftritt. Ebenso wichtig aber ist, dass seit der Ehe Hildegards mit Friedrich von Büren in dem staufischen Geschlecht, dessen vorherrschender Name Friedrich war, plötzliche der Name Otto auftaucht. Stälin leitet ihn bei dem Sohn Kaiser FRIEDRICHS I. auf die burgundische Herrscherfamilie der Kaiserin Beatrix zurück, was auch zutreffen mag; aber er vergißt eine Erklärung für einen Sohn der Hildegard, den 1100 verstorbenen Bischof Otto von Straßburg, zu geben. Dessen Name muß auf Herzog Otto II. von Schwaben zurückgeführt werden.
Ein anderer für die Abstammung Hildegards von Büren von Herzog Otto II. von Schwaben sprechender Umstand ist die Belehnung Friedrichs I. von Staufen 1079 mit dem Herzogtum Schwaben.
Wohl mögen die STAUFER manches von ihrem späteren Besitz im Elsaß durch die Heirat Herzog Friedrichs I. mit Agnes, der salischen Erbtochter, erworben haben, aber das erklärt noch nicht, dass schon vorher Herzog Friedrich und sogar seine Mutter im Elsaß begütert waren. Da die STAUFER selber aus dem württembergischen Schwaben stammten, kann der älteste Stamm des staufischen Besitzes im Elsaß nur auf Hildegard zurückgeführt werden. Eine früher weit verbreitete Ansicht über deren Herkunft machte sie nun zu einer Tochter der mit den EGISHEIMERN verwandten Mutter Kaiser KONRADS II., Adelheid, aus ihrer zweiten Ehe mit einem unbekannten fränkischen Grafen. Witte möchte sie dagegen gern zur Tochter des Grafen Gerhard I. von Egisheim, des Bruders Papst Leos IX., und seiner Gattin Bertha erklären und so durch Berthas mit einem unbekannten burgundischen Großen verheiratete Mutter Mathilde von deren Vater, König Konrad I. von Burgund herleiten. Die erstere Ansicht legt mehr Wert auf eine Verwandtschaft mit den EGISHEIMERN, die letztere auf eine solche mit den Burgundern. Beide Ansichten ahnen wohl das Richtige, ohne es aber zu treffen, und blieben deshalb bisher nur unbewiesene Vermutungen. In Wahrheit zeigt die Besitzlage in Verbindung mit den früher angeführten Tatsachen in einwandfreier Weise, dass Hildegard niemand anderes war, als die Tochter Herzog Ottos II. von Schwaben und einer Schwester Brunos von Egisheim, des Papstes Leo IX.

Akermann Manfred: Seite 17
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"Die Staufer. Ein europäisches Herrschergeschlecht."

Das elsässiche Erbe

Auch mütterlicherseits konnte der erste staufische Herzog auf eine erstklassige Ahnenreihe verweisen. Sein Vater Friedrich von Büren hatte um 1045 Hildegard von Schlettstadt, die Tochter des Grafen Gerhard von Egisheim-Dagsburg geheiratet. Sie gehörte einer der vornehmsten Familien des Elsass an. Der Bruder ihres Vaters war Bischof Bruno von Toul, der spätere Papst Leo IX. Hildegard erbte von ihrer Großmutter umfangreichen Besitz im Ober- und Unterelsass, der zu einer der tragenden Säulen der staufischen Hausmacht werden sollte. Von hier aus betrieb vor allem Herzog Friedrich II. von Schwaben, der Vater BARBAROSSAS, seine auf weiteren Zuwachs gerichtete Territorialpolitik.
Hildegard, oft als "Stammutter der STAUFER" bezeichnet, starb 1094 und wurde in dem von ihr gestifteten Kloster St. Fides in Schlettstadt begraben. Neuen Forschungen von Eduard Hlawitschka zufolge war Hildegard von Schlettstadt auch eine Urenkelin König Konrads von Burgund, was ihre vornehme Abstammung eindrucksvoll bestätigt.

Hlawitschka, Eduard: Seite 36-38,41,88,89,95,96
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"Zu den Grundlagen der staufischen Stellung im Elsaß: Die Herkunft Hildegards von Schlettstadt"

Die Mutter des ersten staufischenSchwaben-Herzogs Friedrich I., Hildegard, ist uns vor allem durch eine Urkunde aus dem bischöflichen Archiv zu Straßburg bekannt, die im Jahre 1094 ausgestellt worden ist. Mit dieser übereignte Hildegardis in Christo pauper et modica zusammen mit ihren Söhnen Bischof Otto von Straßburg, Herzog Friedrich von Schwaben, Ludwig, Walter und Konrad sowie mit ihrer geliebten Tochter Adelheid die nach dem Vorbild des heiligen Grabes errichtetet und von ihrem Sohn Bischof Otto geweihte Kirche in Schlettstadt samt einem für Mönchsunterkünfte geeigneten Hof und anderem Besitztum der St-Fides-Abtei von Conques (in der südfranzösischen Rouergue). In diesem Schenkgut sollten Mönche aus Conques Gott dienen, und vom Abt aus Conques solle alles geleitet werden. Das zusätzliche Besitztum wurde mit zwei Mansen in der Gemarkung Wittiheim (östlich von Schlettstadt), einem Weinberg in Orschweiler (südöstlich von Schlettstadt) und zwei Hörigen festgesetzt. Die Kirche und ihren Umkreis befreite Hildegard von allen Abgabenleistungen und setzte unter dem bischöflichen Bann ihres Sohnes außerdem fest, daß weder der Priester der Pfarrkirche, noch jeder andere Kleriker oder Laie diesen Bezirk wegen eines Begräbnisses oder wegen anderer Anklässe beunruhigen dürfe.
Am 4. Februar 1095 war Hildegard bereits verstorben. Denn an diesem Tag beurkundet Otto Argentinensis Dei gratia episcopus, daß sich unter den Vergünstigungen, die er und seiner Brüder mit Zustimmung ihrer bereits verstorbenen Mutter Hildegard dem in ihrem Besitztum errichteten und der heiligen Jungfrau Fides geweihten Kloster gewährt hätten, ein Allod befunden habe, welches sie in Wittisheim durch väterlichen Erwerb erbrechtmäßig besessen hätten. Hildegard dürfte also gegen Ende 1094 bzw. Anfang 1095 verstorben sein.
Von König Konrad von Burgund sei dieses Gut offenbar im Erbwege an Hildegard und durch sie an die STAUFER gelangt. Und für das weitere bietet sich für Witte folgender Erbgang an: König Konrad hatte u.a. eine Tochter, Mathilde, aus deren Ehe mit einem weiter nicht bekannten burgundischen Großen eine Tochter Gerberga hervorging, von der der Sohn Graf Gerold von Genf abstammte; von Bertha dürfte aber wohl auch in einer Ehe mit dem Grafen Gerhard von Egisheim, einem Bruder des Papstes Leo IX./Brun von Toul, die Tochter Hildegard von Schlettstadt geboren worden sein.
Es ist also lediglich die Anschließung Hildegards von Schlettstadt als Tochter Graf Gerhards von Egisheim und seiner Frau Berta bzw. als Schwester des Grafen Gerold offen und muß nun durch weitere Argumente abgesichert werden. Ausschlaggebend gegen die anvisierte Herleitung Hildegards von Ludwig von Mousson-Mömpelgard ist indessen noch ein weiteres: Uns sind nämlich durch die Stiftungsurkunde des Priorates Froidefontaine, die die Gräfin Ermentrud von Burgund, die Schwiegertochter Ludwigs von Mousson-Mömpelgard und Sophies von Ober-Lothringen, das heißt die Witwe des oben öfter genannten Grafen Theoderich (Dietrich) von Mömpelgard (+ 2.1.1103), im Jahre 1105 ausstellen ließ, die Namen der sieben Kinder Ludwigs und Sophies bekannt; unter ihnen befinden sich aber keine Hildegard! Werles und Decker-Hauffs Ansicht läßt sich also nicht halten.
Erst als nach dem Tode der letzten DAGSBURG/EGISHEIMERIN Gertrud 1225 das sogenannte "Dagsburger Erbe" vorlag, konnten aich die weiteren Verwandten als Erben formieren und Forderungen vorbringen. Und dabei sieht man bezeichnenderweise auch die STAUFER agieren.
Die bereits bis in die Handbücher eingegangene Auffassung, daß sich Hildegard von Schlettstadt nach dem Tode des (Grafen) Friedrich (von Büren) wiederverheiratete, kann man also wohl getrost streichen.
Von den beiden ist nun, da die Tote - nach der Ansicht des bei den Grabungen beteiligten Archäologen A. Seder - eine "Frau im beiläufigen Alter von 38-45 Jahren" gewesen sein dürfte, Hildegard gewiß auszuscheiden.
Die Tochter Adelheid wurde in Albuch bestattet. Wäre sie 1095 bereits verstorben gewesen, so hätte sie wohl unter den Verstorbenen Erwähnung gefunden. Wahrscheinlich war sie eben nicht mehr im Elsaß.
Da offensichtlich drei Verstorbene der Gründerfamilie bald nach der Fertigstellung der St.-Fides-Kirche bestattet werden mußten, aber nur zwei - Hildegard und ihr Sohn Konrad - mit Namen feststehen dürften, könnte es sich bei der dritten Bestatteten um die Ehefrau eines der Mitbegründer handeln. Man könnte an eine Gemahlin Konrads oder Walters denken.
 
 
 
 

    1042
  1. oo Friedrich von Büren
          1025- vor 1054

  2. oo Chuno Pfalzgraf im Breisgau
                  -
 
 
 
 

Kinder:
1. Ehe

  Friedrich I. Herzog von Schwaben
  vor 1050-6.4.1105

  Otto Bischof von Straßburg (1082-1100)
  um 1050-3.8.1100

  Ludwig Pfalzgraf bei Rhein
      - nach 23.7.1095/vor 1097

  Walther
         -

  Konrad aus 2. Ehe der Mutter
        -

  Adelheid
  1056-   1094

  oo Otto Pfalzgraf
         -
 
 
 
 

Literatur:
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Akermann Manfred: Die Staufer. Ein europäisches Herrschergeschlecht. Konrad Theiß Verlag Stuttgart 2003 Seite 15 - Bühler, Heinz: Die frühen Staufer im Ries, in: Früh- und hochmittelalterlicher Adel in Schwaben und Bayern hg. von I. Eberl 1988 Seite 270-294 - Bühler, Heinz: Schwäbische Pfalzgrafen, frühe Staufer und ihre Sippengenossen. Jahrbuch des Historischen Vereins Dillingen 77 1975 - Csendes, Peter: Heinrich VI., Wissenschaftliche Buchgemeinschaft Wiesbaden 1993, Seite 24 - Decker-Hauf Hansmartin: Die Zeit der Staufer. Geschichte - Kunst - Kultur. Katalog der Ausstellung Stuttgart 1977 Band III Seite 344 - Engels, Odilo: Die Staufer. Verlag W. Kohlhammer Stuttgart Berlin Köln 1972, Seite 7,8 - Engels, Odilo: Stauferstudien. Beiträge zur Geschichte der Staufer im 12. Jahrhundert, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1996, Seite 99 A,100 - Hlawitschka, Eduard: Zu den Grundlagen der staufischen Stellung im Elsaß: Die Herkunft Hildegards von Schlettstadt, Sudetendeutsche Akademie der Wissenschaft und Künste, geisteswissenschaftlichen Klasse, Sitzungsberichte München 1991 Heft 9 Seite 32-102 - Kimpen, Emil: Ezzonen und Hezeliniden in der rheinischen Pfalzgrafschaft, in: Mitteilungen des Instituts für österreichische Geschichtsforschung, XII. Ergänzungsband, Innsbruck 1933 Seite 85-88 - Lehmann, Johannes: Die Staufer. Glanz und Elend eines deutschen Kaisergeschlechts, Gondrom Verlag Bindlach 1991, Seite 13,49,112 - Mühlbacher, Josef: Lebensweg und Schicksale der staufischen Frauen, Bechtle Verlag Esslingen 1977 Seite 7-13 - Opll Ferdinand: Friedrich Barbarossa. Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1998 Seite 19,20 - Schnith Karl Rudolf: Mittelalterliche Herrscher in Lebensbildern. Von den Karolingern zu den Staufern. Verlag Styria Graz Wien Köln 1990 Seite 262,265 - Schwarzmaier, Hansmartin: Die Heimat der Staufer. Bilder und Dokumente aus einhundert Jahren staufischer Geschichte in Südwestdeutschland, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1976 Seite 17,24,40,43,75 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 17,24 - Wies, Ernst W.: Friedrich II. von Hohenstaufen. Messias oder Antichrist, Bechtle Esslingen 1998, Seite 20,293 - Wies, Ernst W.: Kaiser Friedrich Barbarossa. Mythos und Wirklichkeit, Bechtle Esslingen 1999, Seite 33 - Zettler, Alfons: Geschichte des Herzogtums Schwaben. Verlag W. Kohlhammer GmbH Stuttgart 2003 Seite 182 -