Friedrich von Büren                     Graf im Riesgau 1053
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1025- vor 1054

Begraben: Kloster Lorch
 

Sohn des Grafen Friedrich im Riesgau und der Adelheit vom Filsgau, Erb-Tochter von Walter
 

Lexikon des Mittelalters: Band IV Seite 958
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Friedrich "von Büren", "Ahnherr der STAUFER"
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* um 1010/20, + um 1050/60

Begraben: Kloster Lorch

Seine Lebensdaten wie Idendifikation mit einem 1053 erwähnten Pfalzgrafen Friedrich und Inhaberschaft des Pfalzgrafenamtes in Schwaben sind erschlossen und hypothetisch; unsicher ist auch die Lage des Ortes Büren. Für hohes Ansehen seiner Familie spricht seine Heirat mit der vornehmen Hildegard (+ 1094). In der älteren Literatur als Hildegard "von Egisheim" bezeichnet, wird sie heute den Grafen von Egisheim-Mömpelgard (siehe Dagsburg) oder den Grafen von Mömpelgard, Bar und Mousson zugeordnet.

Literatur:
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E. Klebel, Zur Abstammung der Hohenstaufen, ZGO 102, 1954, 137 ff. - H. Bühler, Schwäbische Pfalzgrafen, frühe Staufer und ihre Sippengenossen, Jb. des hist. Vereins Dillingen 77, 1975, 118 ff. - Staufer III. 1977, 339 f.



Bedürftig Friedemann: Seite 83
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"Taschenlexikon Staufer"

FRIEDRICH VON BÜREN
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* um 1020, + bald nach 1053

Der allgemein als Stammvater des staufischen Hauses angesehene Friedrich von Büren gehörte vermutliche schon der fünften Generation von Pfalzgrafen derselben Familie an. Sein gleichnamiger Vater, der ihn um anderthalb Jahrzehnte überlebte und als Mönch endete, hatte diese Funktion im Schwäbischen und war durch Heirat auch Graf im Riesgau geworden. Der Sohn wird deswegen an den Anfang der Dynastie gestellt, weil er seinerseits durch Eheschließung um 1042 das staufische Hausgut wesentlich erweitern konnte. Seine Frau Hildegard von Bar-Mousson (* um 1028, + Herbst 1094) war Erbin großer Besitzungen im Elsaß und brachte verwandtschaftliche Beziehungen zum lothringischen Herzogshaus mit. Über die Großmutter väterlicherseits war sie sogar mit Papst Leo IX. (1049-1054) und über eine Großtante in mütterliche Linie mit dem salischen Kaiserhaus verwandt. Friedrich selbst konnte den erheblichen Zugewinn nicht mehr zu eigenem Aufstieg nutzen; er starb zu früh. Immerhin zeugte er mehr als ein halbes Dutzend Kinder, darunter Friedrich I. von Staufen. Über das Leben Friedrichs von Büren, wie der Vater Graf im Riesgau, ist wenig bekannt, und selbst der Beiname läßt sich nicht sicher orten. Vermutlich geht er auf seinen bevorzugten Wohnsitz "Büren" zurück, wo er die rund zwölf Ehejahre verbrachte. Belege gibt es zwar nicht, doch nehmen die meisten Historiker an, daß es sich dabei um Beuren handelt, das spätere Wäschenbeuren an der Straße von Lorch nach Göppingen. Den Vorzug vor anderen Orten namens Beuren gibt man dem Ort, weil er der späteren Stammburg auf dem Hohenstaufen am nächsten liegt.



Decker-Hauff Hansmartin: Band III Seite 344
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"Die Zeit der Staufer"

V. GENERATION

14 (10) FRIEDRICH VON BÜREN
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* um 1020, +  bald nach 1053

Begraben: Stift Lorch?

Die erste Generation, die nun fest in Schwaben sitzt, tritt dort merkwürdig wenig hervor. Neben den aus Salzburg und Oberbayern mitgebrachten Hausnamen Friedrich erscheinen in dieser Geschwisterreihe erstmals die schwäbischen Namen Walther und Manegold. Von den beiden Brüdern wissen wir nur ganz unsicher, dass sie im Stift Lorch ihr Grab fanden. Wie lange sie lebten, wo sie wirkten, bleibt ungewiß. Auch der dritte Bruder, Friedrich von Büren, hat nur kurz gelebt und ist geschichtlich wenig hervorgetreten. Den Namen des Wohnplatzes, an dem er sich anscheinend zeitweilig aufgehalten hat - der aber vorher und später dem staufischen Haus nichts bedeutete - kennen wir nur aus der höchst fragwürdigen genealogischen Kompilation, die als Behelf für BARBAROSSAS Ehescheidung herhalten mußte. Man hat sich angewöhnt, trotz vieler anderer denkbarer Beuren-Orte (Beuren bei Heubach, Birenbach, Beuren im alpenländischen Stammland der Friedriche, Beuren auf dem Härdtsfeld) vorzugsweise an Wäschenbeuren zu denken, das der erst später errichteten, namengebenden Burg Staufen immerhin benachbart liegt.
Um so deutlicher werden die weitgespannten Verflechtungen dieses schon vor der SALIER-Allianz von 1079 ganz besonders vornehmen Hauses: Hildegard von Mousson ist mit Päpsten und Kaisern verwandt, hat die Herzogsfamilien der OTTONEN-Zeit zu Vorfahren und stammt mehrfach von den KAROLINGERN ab, ihr Erbe war weitgestreut, ihr Gesichtskreis reicht nach S-Frankreich und Westfalen, nach Thüringen und Rom.
Graf im Riesgau 1053, benennt sich (oder wird in der Rückerinnerung nachträglich benannt?) nach einem urkundlich nicht belegbaren Sitz in "Büren", vielleicht seinem bevorzugten Wohnplatz in den etwa 11 bis 12 Jahren zwischen Heirat und Tod. Ohne Beleg aus geographischen Überlegungen mit Beuren, dem späteren Waschbeuren (an der Straße von Göppingen nach Lorch) gleichgesetzt.
Sechs oder sieben Kinder gingen aus der Ehe des früh verstorbenen Friedrich von Büren mit der in Lothringen und im Elsaß reich begüterten Hildegard hervor. Dass sie zwischen 1050 und etwa 1080 im sogenannten "STAUFER-Land", ihrer "Stammheimat", überhaupt nicht urkundlich erscheinen, mag mit der Wiederverheiratung ihrer Mutter (sehr bald nach 1053) zusammenhängen.

  oo um 1042
      HILDEGARD VON BAR-MOUSSON
      * um 1028, + nach Sommer 1094
                         Elsaß?

Begraben: Schlettstadt, Sankt Fides, vor dem Hochaltar
Ihre "Totenmaske" (= Naturabguß) wiederaufgefunden um 1892, zeitweilig irrig für die Maske der Tochter Hildegards, Adelheid (19), angesehen (diese ist jedoch in der Eigenkirche auf dem Albuch bestattet).

Tochter des Grafen Ludwig von Mousson (um 1005-1067/76), Wohltäter der Abtei St. Mihiel sur Meuse, und der Sophie von Lothringen (um 1013- nach 1091/1092), Gründerin der Klöster Sainte Marie in Bar-le-Duc und Chatenois, Tochter des Herzogs Friedrich II. von Ober-Lothringen, seit etwa 1026 Adoptivtochter ihrer Mutterschwester Kaiserin Gisela. (Die bisher mit ihr gleichgesetzte Sophie von Lothringen, puellula um 1033, ist ihre gleichnamige Nichte!)
Hildegard erbte von ihrer väterlichen Großmutter Hildegard, geborene Gräfin von Egisheim, Schwester des Papstes Leo IX., große Güter in Unter- und Ober-Elsaß und gründete auf ihnen um 1087 bis um 1094 das Kloster Sankt Fides in Schlettstadt, die älteste STAUFER-Grablege im Elsaß. Mutterkloster: Ste. Foy, Conques-en-Rouergue. Fides-Getreu-Gertrud wird zur staufischen Hausheiligen.

Hildegard  II oo bald nach 1053
                         NN

erneut Witwe vor 1087
 

Kinder: 17 (? Manegold), 18 (Ludwig), 19 (Adelheid), 20 (Otto Bischof von Straßburg), 21 (Friedrich I. Herzog von Schwaben), 22 (Kuno/Konrad), 23 (Walther)



Schwennicke Detlev: Tafel 14
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"Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1"

FRIEDRICH VON BÜREN
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    + (1068)



Friedrich ist quellenmäßig kaum greifbar.
Er war vermutlich auch Pfalzgraf in Schwaben. Diese Würde ging auf den zweiten Gemahl der Hildegard und später auf ihren Sohn Ludwig über.

Köhne Carl Ernst: Seite 29-43
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"Die Hohenstaufen"

Die STAUFER haben klein angefangen als schwertadlige Grundherren, die auf den kargen Höhen über dem schwäbischen Remstal am Fuße des zunächst unbefestigten Hohenstaufen seit Generationen ein schlichtes Leben führten, bis einem von ihnen der Einstieg in die landesfürstliche Hocharistokratie gelingt: Ritter Friedrich von Büren heiratet um 1040 die Tochter Hildegard Herzog Ottos II. von Schwaben.

Schwarzmaier, Hansmartin: Seite 16-19
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"Die Heimat der Staufer. Bilder und Dokumente aus einhundert Jahren staufischer Geschichte in Südwestdeutschland"

Im Briefbuch seines damaligen Kanzlers und Vertrauten, des Abtes Wibald von Stablo, hat sich ein genealogisches Stemma erhalten, das die direkten Vorfahren beider Eheartner, und damit diejenigen BARBAROSSAS, nachweist. Sie alle tragen den Namen Friedrich, der wohl stets dem ältesten Sohn des Hauses zukam: BARBAROSSAS Vater, der Bruder und Parteigänger König KONRADS III., hieß so, eine weitere Generation zurück trug ihr Vater diesen Namen, der erste schwäbische Herzog aus dem Hause und Gemahl der Kaiser-Tochter Agnes. Sie alle sind wohlbekannte Persönlichkeiten, oft genannt und in ihren Kämpfen und Taten beschrieben. Dann erfährt man von einem weiteren Friedrich, dem der Beinamen "von Büren" zugelegt wird, und als dessen Vater lernt man nochmals einen Friedrich kennen: ein Name - der älteste nachweisbare STAUFER.
Ob Friedrich von Büren Graf oder, wie andere wollen, schwäbischer Pfalzgraf gewesen ist, also bereits ein unter seinesgleichen durch Rang und Amtsstellung herausragender Mann, läßt sich nicht genau feststellen. Immerhin aber war seine Frau Hildegard eine sehr bedeutsame Dame. Man schließt dies aus den Besitzungen im Elsaß, die sie in die Ehe eingebracht hat. Jedoch auch die Frage ihrer Herkunft konnte trotz vieler Versuche, bisher nicht endgültig geklärt werden. Zu ihren Vorfahren gehörten die Grafen von Egisheim, so daß auch Papst Leo IX. ein naher Verwandter von ihr gewesen ist: vielleicht ihr Onkel. Als ihren Bruder sieht man den Grafen Ludwig von Mömpelgard an. Sie ist also - und so viel wird man festehalten dürfen - unter die mächtigsten und reichsten Familien des Elsaß einzuordnen, diejenigen der Grafen von Dagsburg-Egisheim, von Mömpelgard und Lützelburg. Der fast unbekannte, jedenfalls in den Schriftzeugnissen seiner Zeit nicht hervorgetretene Friedrich von Büren konnte also mit einer der vornehmsten Erbtöchter des Reichs - die spätere Machtstellung der STAUFER im Elsaß zeigt, daß diese Bezeichnung nicht übertrieben ist - eine Eheverbindung eingehen. Sollte er selbst ein armer Schlucker, ein "Krautjunker" aus dem Innern Schwabens gewesen sein?
 
 
 
 

  oo 1. Hildegard von Egisheim-Mousson, Tochter von
          1025-vor 4.2.1095

     2. oo Pfalzgraf Chuno im Breisgau
                     -
 
 
 
 

Kinder:

  Friedrich I. Herzog von Schwaben
  vor 1050-6.4.1105

  Otto Bischof von Straßburg (1082-1100)
  um 1050-3.8.1100

  Ludwig Pfalzgraf bei Rhein
          - nach 23.7.1095/vor 1097

  Walther
         -

  Konrad aus 2. Ehe der Mutter
          -

  Adelheid
  1056-   1094

  oo Otto Pfalzgraf
            -
 
 
 
 

Literatur:
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Akermann Manfred: Die Staufer. Ein europäisches Herrschergeschlecht. Konrad Theiß Verlag Stuttgart 2003 - Bedürftig Friedemann: Taschenlexikon Staufer. Piper Verlag GmbH München 2000 Seite 83 - Bühler, Heinz: Die frühen Staufer im Ries, in: Früh- und hochmittelalterlicher Adel in Schwaben und Bayern hg. von I. Eberl 1988 Seite 270-294 - Bühler, Heinz: Schwäbische Pfalzgrafen, frühe Staufer und ihre Sippengenossen. Jahrbuch des Historischen Vereins Dillingen 77 1975 - Bühler, Heinz: Wie kommen die frühen Staufer ins Remstal? Zeitschrift für Württembergische Landesgeschichte 50 1991 Seite 37-49 - Bühler, Heinz: Zur Geschichte der frühen Staufer - Herkunft und sozialer Rang unbekannter Staufer, in Hohenstaufen Veröffentlichungen des Geschichts- und Altertumsvereins Göppingen 10. Folge 1977 Seite 1-44 - Csendes, Peter: Heinrich VI., Wissenschaftliche Buchgemeinschaft Wiesbaden 1993, Seite 24 - Decker-Hauf Hansmartin: Die Zeit der Staufer. Geschichte - Kunst - Kultur. Katalog der Ausstellung Stuttgart 1977 Band III Seite 344 - Engels, Odilo: Stauferstudien. Beiträge zur Geschichte der Staufer im 12. Jahrhundert, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1996, Seite 97 A,100,105 - Klebel, Ernst: Zur Genealogie der Hohenstaufen, Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins 102 1954 - Köhne, Carl Ernst: Die Hohenstaufen in Die großen Dynastien Karl Müller Verlag Erlangen 1996 Seite 29-43 - Lehmann, Johannes: Die Staufer. Glanz und Elend eines deutschen Kaisergeschlechts, Gondrom Verlag Bindlach 1991, Seite 11,13,50 - Opll Ferdinand: Friedrich Barbarossa. Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1998 Seite 19,20 -
Schmid Karl: Gebetsgedenken und adliges Selbstverständnis im Mittelalter. Ausgewählte Beiträge, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1983, Seite 151,462 - Schnith Karl Rudolf: Mittelalterliche Herrscher in Lebensbildern. Von den Karolingern zu den Staufern. Verlag Styria Graz Wien Köln 1990 Seite 262, 265 - Schwarzmaier, Hansmartin: Die Heimat der Staufer. Bilder und Dokumente aus einhundert Jahren staufischer Geschichte in Südwestdeutschland, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1976 Seite 16-19 - Schwennicke Detlev: Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1, Vittorio Klostermann GmbH Frankfurt am Main 1998 Tafel 14 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 - Wies, Ernst W.: Kaiser Friedrich Barbarossa. Mythos und Wirklichkeit, Bechtle Esslingen 1999, Seite 33,35 - Zettler, Alfons: Geschichte des Herzogtums Schwaben. Verlag W. Kohlhammer GmbH Stuttgart 2003 Seite 170-171,180 -