Mühlbacher Josef: Seite 182-184
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"Lebenswege und Schicksale staufischer Frauen"

Konstanze entging den Verfolgungen durch Karl von Anjou nach der Niederlage und dem Tod ihres Vaters in der Schlacht von Benevent 1266 dadurch, dass sie seit 1262 mit Peter III. König von Aragonien verheiratet war. Dadurch wurde sie zur einzigen überlebenden und von Karl von Anjou nicht gefangengehaltenen Erbin des Königreiches Sizilien. Peter III. von Aragonien war mit den STAUFERN verwandt; die erste Gemahlin Kaiser FRIEDRICHS II., Konstanze, war eine Schwester seines Großvaters Peter II. von Aragonien.
Der Gemahl der staufischen Konstanze wurde nach der Vertreibung der Franzosen durch die Sizilianische Vesper 1282 König von Sizilien. Er starb drei Jahre später.
Vor der Vermählung Konstanzes hatte Papst Urban IV., der einen neuen Aufstieg der STAUFER befürchtete, in einem langen und drohenden Schreiben an Konstanzes Schwiegervater Jakob I. von Aragonien, diesen vor der Verbindung seines Sohnes mit der Tochter Manfreds abgeraten.
Konstanze wurde durch die religiös-spiritualistischen Strömungen am Hofe von Aragonien und aus dem franziskanischen Armutsideal der Zeit eine tief fromme Frau und eine Anhängerin des Papsttums, dem sich unterzuordnen sie ihrem jüngsten Sohn Friedrich gebot. 1290 schickte sie, damals schon Königin von Sizilien, Schiffe nach Akkon, um den letzten christlichen Stützpunkt im Heiligen Land verteidigen zu helfen.
Ist ihre weltabgewandte und verzichtende Frömmigkeit die Ursache dafür, dass sie sich in keiner Weise für ihre unmenschlich eingekerkerten Halbgeschwister einsetzte? War sie bloß eine Frömmlerin geworden, wie von mancher Seite behauptet wird? Wer hatte schließlich das Sic transit gloria mundi, das Vanitas vanitatum so tief und schmerzlich erleben müssen wie sie?
Im Alter trat sie in Barcelona in ein Kloster ein, in welchem sie 1301 starb. Die Welt hatte sich für die, die noch am Hofe Kaiser FRIEDRICHS II. geboren worden war, in ihren 50 Lebenjahren völlig verändert.