Enzio (ital. für Heinz, Heinrich)      König von Sardinien
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1218-11.3.1272
Palermo Palermo

Begraben in S. Domenico/Bologna
 

Illegitimer Sohn des Kaisers FRIEDRICH II. und des schwäbischen Edelfräuleins Adelheid
 

Lexikon des Mittelalters: Band III, Seite 2030
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Enz(i)o, König von Sardinien
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* um 1224, + 14. März 1272
                   Bologna

Begraben in S. Domenico/Bologna

Natürlicher Sohn des STAUFER-Kaisers FRIEDRICH II.

Enzio war der Liebling seines Vaters, dem er in Aussehen und Charakter sehr gleich und mit dem er die Liebe zur Kunst teilte. 1238 von FRIEDRICH zum Ritter geschlagen, heiratete er im gleichen Jahr Adelasia, Witwe des Judex von Torres und Gallura (Sardinien), Ubaldo Visconti. 1239 wurde Enzio von seinem Vater zum König von Sardinien und später zu seinem Generalvikar und Generallegaten in Mittel- und Oberitalien ernannt. In dieser Funktion führte er in der Romagna, in den Marken und in der Toskana militärische Unternehmungen gegen die aufständischen Guelfen. Als Kommandant einer sizilisch-pisanischen Flotte fing er 1241 die genuesischen Schiffe ab, auf denen die französischen Bischöfe und Kardinäle reisten, die von Gregor IX. zu einem Konzil nach Rom gerufen waren, um FRIEDRICH II. zu exkommunizieren, und nahm  sie  bei der Giglio-Insel gefangen. Zusammen mit Ezzelino da Romano kämpfte er danach in Oberitalien gegen die guelfischen Kommunen. 1245 von den Mailändern bei Gorgonzola gefangengenommen, wurder er sofort gegen viele Gefangene ausgetauscht. 1247 nahm er an der glücklosen Belagerung Parmas teil. Wenige Monate nach seiner zweiten Vermählung (mit einer Nichte von Ezzelino da Romano) fiel er am 26. Mai 1249 in Fossalta bei Modena in einem Scharmützel zusammen mit vielen Deutschen und Cremonesen in bolognische Gefangenschaft. Obwohl FRIEDRICHII. seine sofortige Freilassung forderte, beschloß die Kommune Bologna, Enzio bis zu seinem Tode gefangenzuhalten, gleichsam als lebendes Symbol des Stolzes der Stadt, von ähnlicher Bedeutung wie römische Wölfin oder der florentinische Löwe. Enzio lebte danach mehr als 22 Jahre in ritterlicher Haft in jenem "Palazzo Nuovo" der Kommune, der nach ihm bis heute "Palazzo di re Enzio" heißt. Hier meditierte er in melancholischen Versen in der Art der Sizilianischen Dichterschule über sein eigenes tragisches Schicksal und den Untergang seines Hauses. Von ihm sind zwei Canzonen, ein bekanntes Sonett ("Tempo vene che sale chi discende") und ein Fragment erhalten. Enzios Grabinschrift stammt von dem berühmten Magister der Ars Notaria, Rolandinus Passagerii (Passeggeri), dem die Tradition auch die Verfasserschaft des stolzen Briefes des Bolognesen an FRIEDRICH II. zuschreibt, in dem die dem Kaiser die Auslösung seines Sohnes verweigerten. Enzio hinterließ nur zwei natürliche Töchter, von denen eine, Elena, dem Pisaner Guelfo della Gherardesca (den Vater des Grafen Ugolino) heiratete und diesem ihre nunmehr nur titularischen Rechte auf das Königreich Sardinien in die Ehe mitbrachte. Die Gestalt des unglücklichen jungen Herrschers, dessen Tapferkeit, Bildung und blonde Schönheit von allen gerühmt wurde, inspirierte G. Pascolii zu seinen "Canzoni di re Enzio" (1909).



Bedürftig Friedemann: Seite 63
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"Taschenlexikon Staufer"

ENZIO
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* um 1215, + 14.3.1272
                   Bologna

Er war der Lieblinssohn FRIEDRICHS II.: Enzio (Heinz) stammte aus einer außerehelichen Verbindung des Kaisers mit einer schwäbischen Adligen namens Adelheid, vermutlich aus dem Herzogshaus URSLINGEN. Er glich in Aussehen und Charakter seinem Vater, mit dem er auch die Liebe zur Kultur teilte; dass dieser ihn nicht durch eine nachträgliche Heirat legitimierte, wie er es mit Manfred tat, lag möglicherweise daran, dass Enzios Mutter bald starb oder sich mit jemand anders verheiratete. 1238 wurde Enzio zum Ritter geschlagen. Im folgenden Jahr erhob ihn sein Vater zum König von Sardinien und Generallegaten in Mittel- und Oberitalien. Das bedeutete in der damaligen Situation unablässiges Kriegführen - gegen die widerspenstigen italienischen Städte und gegen den Papst, der sich selbst als Herrn von Sardinien betrachtete. Auf einem seiner Feldzüge geriet Enzio am 26. Mai 1249 bei Fossalta in die Gefangenschaft der Bologneser, die ihn allen Bitten und Drohungen des Kaisers zum Trotz nicht mehr herausgaben. 23 Jahre lang, bis zu seinem Tod 1272, blieb er in Bologna in ritterlicher Haft, als Staatsgefangener und gleichsam lebendes Symbol der städtischen Macht. Der Kaiser-Sohn wohnte im „Palazzo Nuovo“ (heute „Palazzo di re Enzo“), wo er Hof halten konnte;  nur zu Nacht wurde er in einen vergitterten Raum geführt. Auch Bologneser Damen verkehrten bei ihm, zwei von Enzios natürlichen Töchtern sollen aus Verbindungen stammen, die er in seiner Kerkerhaft unterhielt. Während Enzio in Bologna einsaß, ging mit dem Tod seiner Brüder KONRAD IV. (1254), Heinrich (1254), Friedrich von Antiochien (1256) und Manfred (1266) und schließlich seines Neffen Konradin (1268) das STAUFER-Reich in Italien zugrunde. Die Kanzonen, die er in der Gefangenschaft schrieb - er war nicht bloß Kriegsmann, sondern übte sich gern in Dichtkunst und Gesang -, geben die Trauer über den Untergang seines Geschlechts wider. Im Jahre 1270 soll er einen Ausbruch aus der Haft versucht haben; in einem Faß versteckt, so die Überlieferung, ließ er sich aus dem Palast tragen. Aber eine Locke seines blonden Haares, die über den Rand des Fasses quoll, verriet ihn: Solch Haar hatte nur einer in Bologna! Als er bald darauf starb, ließ ihm die Stadt ein prunkvolles Begräbnis zuteil werden. In Scharlachgewänder gehüllt, mit Diadem, Zepter und Schwert wurde der STAUFER beigesetzt.



Decker-Hauff Hansmartin: Band III Seite 367
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"Die Zeit der Staufer"

XI. GENERATION

98 (77) KÖNIG ENZIO (HEINRICH)
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* um 1215/16, + 11.3.1272 (nach 23jähriger Gefangenschaft)
Deutschland      Bologna

Begraben: Bologna

legitimatus per rescriptum principis Juli 1239

General-Legat in der Romagnola (1239), Reichslegat in Italien (1239) "König von Sardinien" ( = Herr der Judicate Torres und Gallura),

Voreheliche Verbindung (spätestens um 1236)
FASCHA N
        , + wohl tot 1272

Weiteres unbekannt.

Tochter: 118 (Helena)

  I oo Sardinien Oktober 1239, Ehe von Papst Innozenz IV. getrennt 1248
           ADELASIA (ADELHEID) VON TORRES
           * spätestens um 1207, + (Mitte) 1255
            Sardinien

Erbin der Judicate Torres und Gallura (Sardinien)

Tochter des Marianus, Judex von Torres (aus der Sippschaft des Judex Comita II. Gonnario) und der Agnes von Gallura, Tochter des Guglielmo, Judex von Gallura (so nach Pompejo Conte Litta; urkundlich bisher nicht belegbar).

  II oo Anfang 1249
         N FREIIN VON ENNE
        * um 1230/32, + nach 1250/51
         Verona oder S-Tirol

Großnichte des Ezzelino da Romano; nächstverwandt mit Bianca Lancia und König Manfred.
Tochter des Heinrich III. von Enne (heute Egna, Südtirol), hingerichtet (auf Befehl seines Mutter-Bruders Ezzelinos?) 1247, und einer Schwester der Bianca Lancia - entweder Beatrice oder Mathilde - Tante des Königs Manfred. Enzios Gattin hatte eine Schwester Sophia von Enne, Gattin des Markgrafen Umberto Pallavicini, deren Söhne Manfred ihren nächsten Verwandten nennen.

Tochter: 121 (Adelheid)

  1. freie Verbindung Bologna nach 1249/50, vor 1271
     NN angeblich aus Bologna

Tochter: 122 (Magdalena)

  2. freie Verbindung Bologna nach 1249/50, vor 1271
       NN angeblich aus Bologna

Tochter: 123 (Konstanze)



Schwennicke Detlev: Tafel 15
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"Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1,"

ENZIO/ENRICO
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    + in ritterlicher Haft Bologna 11. III 1172

Begraben: Bologna S. Domenico

König von Sardinien
Richter von Torres

  I oo 1. X 1238
          ADELASIA DE LACON-GUNALE

geschieden 1246

Tochter von Mariano II. iudex von Torres und Agnese de (Lacon-)Massa

1236 Richterin von TORRES
Witwe des Ubaldo Visconti iudex von Mariano

  II oo 1247/48
           N VON ENN (DI EGNA)

Tochter von Henricus III. Podesta von Verona



Schnith Karl Rudolf: Seite 354
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"Mittelalterliche Herrscher in Lebensbildern. Von den Karolingern zu den Staufern."

KÖNIG ENZIO (HEINRICH)
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* um 1215/16 (in Deutschland?) oder um 1224
+ 11.3.1272 in Bologna (in Gefangenschaft)

Grabstätte: Bologna, S. Domenico

  1. oo Oktober 1238 in Sardinien (ab 1243 vom Papst getrennt)
          ADELASIA VON TORRES, Erbin des größten Teils von Sardinien
           * spätestens um 1207 (Sardinien), + (Mitte) 1255

Eltern: Marianus, Judex von Torres, und Agnes, Tochter des Guglielmo, Judex von Gallura

  2. oo Anfang 1249
           NN VON ENNE, Nichte des Ezzelino da Romano
           * um 1230/32 in Verone oder S-Tirol, + nach 1250/51

Eltern: Heinrich von Enne (+ 1247) und Schwester der Bianca Lancia

1238/39: König von Sardinien
1239: Generallegat in Mittel- und Oberitalien



Seit 1238 war der ebenso wie sein Vater bewunderte und gefürchtete Enzio Stellvertreter des Kaisers für Reichsitalien. Am 3.5.1241 errang er einen Sieg über Genuas Flotte. Bei einem leichten Geplänkel geriet Enzio am 26.5.1249 in bolognesische Haft und sah die Freiheit nie wieder. Nachdem 1269 ein Fluchtversuch vereitelt worden war, starb Enzio nach relativ milder Haft als letzter von FRIEDRICHS II. Söhnen im Gefängnis.

Mühlbacherer Josef: Seite 205
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"Lebenswege und Schicksale staufischer Frauen"

Enzio (Heinrich) (um 1220-1272), der natürliche Sohn Kaiser FRIEDRICHS II. und des nur dem Namen nach bekannten deutschen Edelfräuleins Adelheid, war eine schöne und erfreuliche Erscheinung, dass selbst die STAUFER-Feinde ihm nicht feindselig sein konnten. Wegen seiner Anmut und Geschmeidigkeit bekam er den Kosenamen Falconello (junger Falke). Tapfer und unerschrocken, nahm er schon früh als bewährter Heerführer an den Kriegszügen teil und schlug einige bedeutende Schlachten. 1241 gelang ihm bei der Felseninsel Meloria die Gefangennahme von drei päpstlichen Legaten und an die 100 Erzbischöfe und Bischöfe, die auf genuesischen Schiffen zum staufer-feindlichen Konzil in Rom gelangen wollten. Er, der hart und grausam gegen Feinde und Verräter sein konnte, war ein hervorragender Dichter gefühlvoller Kanzonen. Er herrschte im Auftrag des Vaters in der mittleren Lombardei, während im Nordosten der gefürchtete Ezzelino das Regiment führte.
Auch diesem vom Vater sehr geliebten Sohn wurde die Gattin bestimmt, wobei wiederum politische und territoriale Interessen ausschlaggebend waren. Enzios erste, mehr als zehn Jahre ältere Frau war Adelasia, die Witwe und Erbin des Herrn von Torre und Gallura, zweier bedeutender Judikate der Insel Sardinien. Der Kaiser verlieh daraufhin Enzio den Titel eines Königs von Sardinien. Die Ehe wurde im Oktober 1238 geschlossen, nachdem Enzio zum Ritter geschlagen worden war. Der Papst widersprach der Heirat, die dem sizilischen Königreich eine Gebietserweiterung einbrachte, ja er verbot sie. Adelasia mochte mit dem Papst gegen die STAUFER in Verbindung gestanden sein. Schließlich wurde die Ehe auf Drängen des Papstes wegen Ehebruch des Gatten geschieden.
Anfang 1249, wenige Monate vor seiner Gefangennahme, heiratete Enzio zum zweiten Male, und zwar eine Nichte seines Schwagers Ezzelino da Romano.
Aus einer der beiden Ehe ist ein Sohn Heinrich bekannt; Enzio erwähnt ihn in seinem Testament. Die Mutter von Enzios natürlicher Tochter Helena ist eine nicht weiter bekannte Frascha. Die beiden anderen außerehelichen Töchter Magdalena und Konstanze mögen in der Gefangenschaft gezeugt worden sein. Helena wurde mit dem Grafen Guelfo von Donoratico vermählt; von ihren drei Söhnen nennt Enzio in seinem Testament Heinrich und Ugolino als seine Erben in Sardinien.
Kurze Zeit nach der zweiten Eheschließung geriet Enzio im Kampf gegen Bologna beim Bach Fossalto in Gefangenschaft. Die Bologneser hielten, trotz der Drohungen und hohen Angebote des Kaisers, ihr Wort: "König Enzius, jetzt erst 24 Jahre alt, soll bis zu  seinem Tode im Gefängnis bleiben."
Enzios Einzug als Gefangener in Bologna glich einem Triumph, die von seiner Schönheit und Jugend begeisterten Frauen jubelten ihm zu. Sie hatten später die Möglichkeit, ihn zu besuchen. Zwischen Enzio und Lucia Viadagola entspann sich ein Liebesverhältnis, mit dessen Kindern das Geschlecht der BENTIVOGLIO (Ich will dir wohl) begründet wurde.
Enzios erste Frau Adelasia verheiratete sich nach der Scheidung mit Michele Zanchi, der zur Zeit Enzios Statthalter in Sardinien gewesen war. Er wurde von seinem Schwiegersohn Branca d'Oria ermordet.
Enzio starb am 11. März 1272 etwa 50 Jahre alt. Er wurde mit fürstlichen Ehren in Scharlach und mit Krone und Zepter in der Kirche des heiligen Dominikus beigesetzt.

Kantorowicz Ernst: Seite 614-621
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"Kaiser Friedrich der Zweite"

Enzio war wie gewöhnlich als Vertreter des Kaisers in der Lombardei zurückgeblieben. Da seine Ehe mit der sardinischen Adelasia für nichtig erklärt worden war, so hatte er sich zu Cremona im Beisein des Vaters mit einer Nichte Ezzelinos vermählt: der Waffenbrüderschaft der beiden Kühnen war damit die Versippung gefolgt. Dem rastlosen jungen König aber bedeutete Leben nur Kämpfen: ein Jahrzehnt hatte er mit den Lombarden die Waffen gekreuzt und schon sehr bald nach der Hochzeit (Januar 1249) zog er gegen die Guelfen von Reggio, um dann eine Kriegsfahrt ins Gebiet von Parma zu unternehmen. Nach Cremona, seinem Hauptquartier zurückgekehrt, rief ihn Modena zu Hilfe, das die Bolognesen bedrängten. Enzio war mit seiner Leibwache, seiner "Kohorte" und den Rittern Cremonas über die von ihm selbst erbauten Po-Brücke von Bugno nach Modena geeilt, geriet an der Grenze des modenesischen Gebietes bei Fossalta in ein kleines Scharmützel, in das unversehens die Hauptmacht der Bolognesen mit eingriff. Dem König wurde im Getümmel des Kampfes das Pferd unter dem Leibe erstochen, seine Truppe begann zu weichen und mit 400 Rittern und 1.200 Mann Fußtruppen geriet er in Gefangenschaft.
Für die Lage Italiens hatte das Gefecht keine Bedeutung, aber der Verlust König Enziosbedeutete für FRIEDRICH II. mehr als der eines Heeres und einer Provinz, und die Kämpfe der staufischen Epigonen hätten wohl ein anderes Aussehen gewonnen, hätte König Enzio noch in der Lombardei die ghibelllinische Sache weitergeführt.
Kaiser FRIEDRICH bat vergeblich um die Freilassung seines Sohnes. Goldene Ketten hätten die Bolognesen dem Kaisersohn angelegt, als sie ihn nach kaiserlichem Vorbild im Triumphzug in ihre Stadt einbrachten und die Legenden erzählen, wie der in vollem Königsprunk mit dem strahlenden Kronenhelm auf dem langen goldblonden Haar einreitende König das Volk von Bologna für sich entflammte... nicht nur die schönen Bologneserinnen. Ihm wurde im Palazzo del Podesta ein großer Saal angewiesen, in welchem er und seine vornehmen Mitgefangenen sich tagsüber aufhalten durften. Nur des Nachts wurde Enzio in eine Kammer aus Holz und Eisen, die in der Mitte des Raumes errichtet war, eingeschlossen und daher kam die Legende auf, dass man den König in einem eisernen Käfig gefangenhalte. Mit der Außenwelt durfte Enzio ungehindert brieflich verkehren und in seinem Kerker soviel er wollte Besucher empfangen. Seinen Unterhalt bestritt in späterer Zeit die Kommune, da Enzio mit seinen großen Mitteln so verschwenderisch umging, dass er bald völlig verarmte. Die Mitgefangenen verließen ihn freilich und nur ein deutscher Graf, Konrad von Solimburg, teilte noch seine Haft. Aber Graf Konrad, den die Bolognesen selbst einen unerträglich läppischen Menschen nannten, wurde dem König so lästig, dass er bat, man möge ihn von dessen Gesellschaft befreien.
Auch an Besucherinnen hat es nicht gefehlt. Man erzählt, wie sich seiner die schöne Lucia Viadagola angenommen habe und zwei natürliche Töchter Enzios mögen der Zeit seiner 23 Jahre währenden Gefangenschaft entstammen. Es war eine anfangs noch erträgliche Haft, die Enzio durch Jahre mit unerschütterlicher Heiterkeit ertrug.
Den ganzen grauenhaften Untergang des staufischen Caesarenhauses mußte ja Enzio in seinen Kerkermauern durchleben, immer wieder auf eine Befreiung hoffend und dann doppelt enttäuscht und getrogen. Nach Konradins Ende war er selbst der Letzte seines strahlenden Geschlechts. Nach 20-jähriger Haft, selbst schon ein 50-jähriger, versuchte König Enzio zu fliehen. Nach seiner Entdeckung wurde König Enzio desto strenger bewacht und starb zwei Jahre später. Als dem Einzigen der jüngeren STAUFER ward ihm ein königliches Leichenbegräbnis zuteil, das ihm die Bolognesen gaben; in Scharlachgewänder gehüllt, mit Diadem. Zepter und Schwert wurde Enzio gemäß seinem Wunsch in San Domenico zu Bologna bestattet.

Durch seine Geliebte in Bologna Lucia Viadagola wurde er zum Stammvater des Geschlechts der BENTIVOGLIO (Ich will dir wohl).
 
 
 
 

     1238
  1. oo 2. Adelasia von Torre und Gallura (Sardinien)
 - 1244    um 1207-   1255

        1. oo Ubaldo Visconti von Pisa
                 um 1200-   1237

    1249
  2. oo  NN , Nichte von Ezzelino III. di Romano
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Kinder:

  Heinrich
        - nach 10.5.1305

Illegitim

  Helena
  vor 1249- 3.1272

  oo Guelfo Graf von Donoratico
              -   1288

  Magdalena
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  Konstanze
        -
 
 
 
 

Literatur:
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Bedürftig Friedemann: Taschenlexikon Staufer. Piper Verlag GmbH München 2000 Seite 63 - Decker-Hauf Hansmartin: Die Zeit der Staufer. Geschichte - Kunst - Kultur. Katalog der Ausstellung Stuttgart 1977 Band III Seite 367 - Engels, Odilo: Die Staufer. Verlag W. Kohlhammer Stuttgart Berlin Köln 1972, Seite 151,152,156,158 - Horst, Eberhard: Friedrich der Staufer, Claassen Verlag Düsseldorf 1989, Seite 33,100,114,204, 208,265,276,282,305, 309-311,313,318,321,337,341 - Kantorowicz, Ernst: Kaiser Friedrich der Zweite, Klett-Cotta Verlag Stuttgart 1991 Seite 614-621 - Masson Georgina: Friedrich II. von Hohenstaufen, Rowohlt Taschenbuch Verlag Reinbeck bei Hamburg 1991, Seite 39,94,214,217,254,350,351,352,353,354,359,365 - Mühlbacher, Josef: Lebensweg und Schicksale der staufischen Frauen, Bechtle Verlag Esslingen 1977 Seite 205 - Schnith Karl Rudolf: Mittelalterliche Herrscher in Lebensbildern. Von den Karolingern zu den Staufern. Verlag Styria Graz Wien Köln 1990 Seite 345,348,353,358 - Schwennicke Detlev: Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1, Vittorio Klostermann GmbH Frankfurt am Main 1998 Tafel 15 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 - Wies, Ernst W.: Friedrich II. von Hohenstaufen. Messias oder Antichrist, Bechtle Esslingen 1998, Seite 188,193,208,215,259,261,263,267,271,281 - Uehli, Ernst: Die drei großen Staufer. Friedrich I. Barbarossa - Heinrich VI. - Friedrich II., VMA-Verlag Wiesbaden 1997 -