Heinrich II.                                               Graf von Ortenburg
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    -   1256/57
 

Einziger Sohn des Grafen Heinrich I. von Ortenburg aus seiner 1. Ehe mit der Bogislawa von Böhmen, Tochter von König Ottokar I.
 

GENEALOGISCHE TAFELN ZUR MITTELEUROPÄISCHEN GESCHICHTE
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Wegener Dr. Wilhelm: Seite 280
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34. HEINRICH I.

F. u. eV.
1218 2/11 siehe 27
1224 27/3 Straubing Landtag siehe 23
1236 19/5 Vilshofen,
1237 (vor 15/5) Murach siehe 27
1241 17/4 Ortenburg Heinricus dei gratia comes de O. gibt nach St. Nikola ein Seelgerät für seinen verstorbenen Vater Heinrich MB 4, 343
1241 (statt 40) Herzog Otto besetzt Vilshofen Annal. Scheftl. maior. SS 17, 341
1242 22/7 Passau Graf Heinrich von O. versetzt dem Bischof von Passau unter anderem die Vogtei über Mondsee MB 28 b, 347 f n 101
1242 25/8 derselbe gibt gegen jährliche Reichnisse seine Stadt Vilshofen Passau zurück MB 28 b, 345 f n 100
c 1245 Heinricus comes de O.versetzt Passau die domkapitelsche Vogtei jenseits des Inns MB 28 b, 370 f n 108
1249 Febr. Burg Wolfsberg (Kärnten)Heinricus comes de O.bei Bischof Heinrich von Bamberg Looshorn 2, 701
1249 (Frühjahr) Friedberg Graf Heinrich von O. übergibt Bischof Heinrich von Bamberg gegen eine Leibrente die Vogtei über Mondsee und dazu unter Verschreibung von O. und Murach seinen ganzen Besitz Looshorn 2, 701 f
1249 5/5 Bamberg comes Heinricus de O. Looshorn 2, 702
1251 11/4 Prag (bei dem Stiefbruder seiner Mutter, Wenzel I.) Heinricus dei gratia comes de O. übergibt Bischof Berthold von Passau sein erbeigenes Schloss O. samt Zubehör MB 28 b, 272 f n 110
1251 15/11 Radstatt Heinricus comes de O. verpfändet dem Erwählten Philipp von Salzburg seine Vogtei über Mondsee Salzb. UB 4, 17 f n 18
1254 Graf Heinrich von O. Huschberg 94
1255 Otto von Attnang, Lehnsmann des Grafen (Heinrich) von O. OÖ UB 3, 222 n 229
1256 175 Mondsee Hainricus d. g. comes de O. urkundet für Mondsee OÖ UB 3, 227 f n 236
IV. 1256 9/10 comes Heinricus de O. MB 5, 345
+ (1256/57) MB 29 b, 223; 108 (zu 1257 4/5), RB 3, 94 (zu 1257 9/3), kein Nekrolog.


Spindler Max:
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"Geschichte Bayerns"

Der jüngere Sohn, Heinrich I., beherrschte dank einer ähnlichen Besitzanhäufung als Nachbar der ANDECHSER den nach Westen geöffneten Winkel zwischen der Donau und dem unteren Inn mit der Ortenburg und dem bedeutenden passauischen Lehen Vilshofen. Dazu besaß er die nordgauische Position seines Hauses. Sein Tod im Jahre 1241, dem Jahr des Kurswechsels am Herzogshof, leitete den Niedergang des Geschlechtes ein. Die Erbstreitigkeiten zwischen seinem Sohn aus 1. Ehe, Heinrich II., und den Söhnen aus zweiter Ehe versetzte ganz Nieder-Bayern in Aufruhr, weckten die Begehrlichkeit der Nachbarn und veranlassten den Herzog, auch mit Rücksicht auf das in Aussicht stehende Bogensche Erbe und auf die damit von Böhmen her drohende Gefahr, einzugreifen und sich zum Anwalt der unmündigen Stiefbrüder Heinrichs II. zu machen. Gedeckt durch den mit ihm befreundeten und verwandten Rapoto III., den Sohn Rapotos II., rückte er in Nieder-Bayern ein und besetzte die ortenburgische Schlüsselstellung Vilshofen, wahrscheinlich auch die Ortenburg selbst, dazu den festen, aus der Donauebene nahe der Isarmündung aufsteigenden Natternberg.Heinrich II.musste außer Landes gehen. Er warb bei der Kirche um Hilfe, zu welcher der Herzog damals in Gegensatz stand, beim Bischof von Passau, später bei dem von Bamberg, er vergabte und verpfändete Besitzungen, die längst nicht mehr sein waren, und schloss vergeblich Vertrag auf Vertrag. Schließlich begab er sich nach Böhmen, das seit dem Tod Ludmillas im Jahre 1240 und besonders seit dem Beginn des Ringens um das 1246 freigewordene Erbe der BABENBERGER zu einem für Bayern gefährlichen Nachbarn geworden war, an den Hof seiner Mutter, wo er 1256 starb. Gleich Heinrich II. wurden auch seine Stiefbrüder, zu deren Schutz Herzog Otto eingegriffen hatte, aus ihrem Besitz im Donauraum verdrängt. Die passauischen Lehen gingen 1262 an Herzog Heinrich XIII. von Nieder-Bayern über, die nordgauischen Herrschaften Murach und Viechtach kamen durch Kauf 1268/72 an Ludwig II. von Bayern. Vom einstigen Reichtum ihres Hauses blieb den jüngeren ORTENBURGERN am Ende nur das kleine Gebiet unmittelbar um Ortenburg, das sie als Grafschaft vom Reich zu Lehen trugen.