Engelbert I.                                               Markgraf von Istrien (1090-1096)
---------------                                             Graf von Spanheim und im Kraichgau
    -1.4.1096                                             Vogt von Salzburg
 

Ältester Sohn des Grafen Siegfried I. von Spanheim und der Richardis von Lavant, Erbtochter von Graf Engelbert IV.
 

GENEALOGISCHE TAFELN ZUR MITTELEUROPÄISCHEN GESCHICHTE
---------------------------------------------------------------------------------------------------
Wegener Dr. Wilhelm: Seite 264
*******************
2. ENGELBERT I.

F. siehe unten zu (1090); eV.
1070 Rasen (Pustertal) Bischof Ellenhard von Freising gibt dem Bischof Altwin von Brixen Besitz in Reischach südlich Bruneck in der (Pustertal-)Grafschaft des Engilbert Kärnt. UB 3, 154 n 387
c 1075 Besitz im Gaue Taufers liegt in der (Pustertal-) Grafschaft des Grafen Engilbert Acta Tirol. 1, 95 n 265
Wielenberg östlich Bruneck liegt in der (Pustertal-) Grafschaft des Grafen Engilbert Acta Tirol. 1, 95 f n 266
Grundstücke am Teistener Berg liegen in der (Pustertal-)Grafschaft des Engilpert Acta Tirol. 1, 99 n 276
c 1080 Rasen (Pustertal) und Eck (im Prager Tal) liegt in der (Pustertal-)Grafschaft des Grafen Engilpert Acta Tirol. 1, 102 n 284
1085 (Sommer bis November) Graf Engilpreht hat dem eingedrungenen Erzbischof Berthold von Salzburg früher einen Bruder getötet und Berthold gefangen gehalten. Dann aber verwüstete Berthold die Güter des Grafen in Kärnten, dafür erobert Engelbert Salzburg mit Ausnahme der starken Veste. Der König sucht zu vermitteln, doch vergebens. Schließlich wirbt er bei Engelbert durch Lehen um die Teilnahme am Feldzug gegen die Sachsen, was ihm endlich auch gelingt Annalium Ratisbon. Maiorum fragm. SS 13, 49 f;
1086 (27/1-5/4) Feldzug HEINRICHS IV. gegen die Sachsen: cumque illuc pervenisset ... presesEngilpreht, quoniam frater Magdapurgensis episcopi scilicet adversarii cesaris fuit, omnes principes (bricht ab) ebenda 50
1086 (Sommer) Erzbischof Gebhard von Salzburg wird im 9. Jahre seiner Verbannung (seit 1077) von dem Grafen Engilbert und anderen Vasallen seiner Kirche in seine Bischofsstadt zurückgeführt Vita Gebehardi SS 11, 26
(1086) Engilpreht comes de Spanheim, Perinhart von Sachsenkam und Sigiboto von Weyarn bei Erzbischof Gebhard von Salzburg unter Vogt Chuno Salzb. UB 1, 287 f n 72 (zu c 1077)
(1090) comes Engelbertus, ex patre Sigfride Francorum civis, ex matreRichkarda maiorum Karinthie primus, virtute nulli secundus, will für seine Sünden durch eine Stiftung Sühne leisten und schickt seinen Sohn Engelbert zu dem Abte Wilhelm von Hirsau, um Benediktinermönche zu gewinnen, die er dann in St. Paul einsetzt. Diese Kirche hatte seine Mutter patre in peregrinatione defuncte am Ufer des Lavantflusses erbaut; die schon von ihr geplante klösterliche Niederlassung wird nun von dem Grafen Engelbert, unter anderem auch zum Seelenheil seiner Eltern, besonders auch domini Hermanni, ausgeführt Traditionskodex von St. Paul SS 15, 1058
1091 c 1/5 Graf Engelbert schenkt dem Kloster St. Paul in die Hand des 1. Abtes Wecelin mit Zustimmung seine Gattin Hadewig und seiner Söhne den Hof St. Paul und viele andere genannte Güter, Spitzenzeuge Hainricus ipsius comitis filius Kärnt. UB 3, 192 ff n 496
1091 2/9 Verona Kaiser HEINRICH IV. schenkt Brixen die Grafschaft im Pustertal (Absetzung Engelberts als Grafen) DD 6, 569 f n 424
1093 Anfang Dezember nach der Weihe der Kirche St. Paul schenkt Erzbischof Thiemo von Salzburg auf Verwendung des Grafen Engelbert, seines Vogtes, dorthin genannten Zehnten, udZ. Markgraf Poppo von Istrien, Schwiegersohn des Grafen Kärnt. UB 3, 194 f n 498
(1093/96) Markgraf Ulrich (II. von Istrien, Bruder und Nachfolger Poppos), Graf Hengelpretus, der Bischof und Magnaten Istriens verbinden sich eidlich zum Schutz der bestehenden Verhältnisse des Landes (gegen die Partei HEINRICHS IV.) Const. 1, 610 f n 428
+ 1096 1/4 Graf Engelbert, der Gründer von St. Paul, wird dort Mönch und stirbt Kärnt. UB 3, 195 f n 499
                 Seckau: Engelbertus fundator S. Pauli in Lavant Necr. 2, 409.

Gemahlin:
------------
Hadwig siehe oben zu 1091 c 1/5; Tochter des Herzogs Bernhard II. von Sachsen, vgl. Metzer Genealogie der Nachkommen des hl. Arnulf SS 25, 384 (aus der 2. Hälfte des 12. Jh.): hec (Bezug nicht ersichtlich) genuit Bernhardum, hic genuit Idam Namucensem et reginam Francorum, uxorem Angelberti marchionis (sic statt comitis) et Gertrudem comitissam Flandrensem et reginam Nacorum (sic statt Dacorum). Da Bernhard II. von Sachsen (+ 1059) mit Heilika, Tochter Heinrichs von Schweinfurt, verheiratet war (siehe Liutpoldinger n 26), erklären sich aus der Herkunft der Hadwig die Namen Bernhard und Heinrich bei ihrer Nachkommenschaft. Herzog Bernhard II. von Sachsen war dem Bewusstsein der späteren SPANHEIMER noch so gegenwärtig, dass in zweien ihrer Zweige, bei den Herzogen von Kärnten und den Grafen von Lebenau, der Name dieses Ahnherrn ohne Einwirkung aus unmittelbarer Verwandtschaft Sprösslingen gegeben wurde
1099 26/3 Lateran siehe 5
+ c 1112 1/6 Schloss Mossa westlich Görz
Gräfin Haduwich, die Witwe des Grafen Engelbert, beschenkt auf dem Sterbebett das Kloster St. Paul, Zeugen ihre Söhne Engelbert, Bernhard und Heinrich Kärnt. UB 3, 222 f n 547 (zum 17/7),
siehe aber zum 1/6 Rosazz: Haduwich comitissa Wiesflecker n 153
St. Emmeran: Hadewich comitissa Necr. 3, 315 (ihr Sohn Hartwig war damals Bischof von Regensburg).


HERKUNFT UND GESCHICHTE FÜHRENDER BAYERISCH-ÖSTERREICHISCHER GESCHLECHTER IM HOCHMITTELALTER

Gewin Dr. J.P.J.: Seite 67
**************
35. ENGELBERT I.

Graf von Spanheim .
1075-1096 (+), Markgraf von Istrien.
Vor 1077 Oktober 14. Engilperht comes de Spanheim erster Zeuge bei einer Salzburger Tradition: S. U. I. 287, 71.
1091. Graf Engelbertund seine Gemahlin Hedwig gründeten das Kloster St. Paul in Salzburg, das 1101 geweiht wurde: S. U. II. 183, 115. Note.

Note:
------
Seine Mutter war Richgard D. 36., eine Tochter des Grafen Engelbert D. 30. und Liutgards, die eine Tochter des Grafen von Istrien und Friaul Weriant war. Diese Abstammung wird EngelbertsErwerbung des Markgrafenamtes nicht fern stehen. Er war der erste in seinem Geschlecht mit dem Namen Engelbert, der dann als Leitname in folgenden Generationen wiederkehrt.
Engelberts Gemahlin Hedwig ist eine Tochter Markwards, Herzogs von Kärnten aus dem Hause EPPENSTEIN (1072-1076).



Thiele Andreas: Tafel 495
*************
"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte"
Band I, Teilband 2 Deutsche Kaiser-, Königs-, Herzogs- und Grafenhäuser II

ENGELBERT I.
---------------------
    + als Mönch 1096

Folgte 1065 als Graf im Kraichgau und von Spanheim, Graf im Pustertal und Lavantthal, gründete in letzterem St. Paul und war Vogt von Salzburg und Gurk. Er stritt mit den Erzbischöfen beziehungsweise Bischöfen, verwüstete 1085/86 Salzburg und setzte Erzbischof Berthold gefangen. Er verlor 1091 die Pustertalgrafschaft an den Bischof von Brixen, unterwarf sich 1086 und half dem Kaiser gegen Sachsen. Er stand im Bunde mit den Markgrafen von Istrien-Krain und dem Herzog von Kärnten und war zuletzt Mönch in St. Paul.

  oo HADWIG VON SACHSEN (?) (unsicher) Tochter Herzog Bernhards II.
                + 1112



Fenske Lutz: Seite 200,205
**********
"Adelsopposition und kirchliche Reformbewegung im östlichen Sachsen"

Aus der Ehe Siegfrieds mit Richgarda gingen drei Söhne hervor: Graf Engelbert I., der zur Zeit Erzbischof Gebhards Hochstiftsvogt von Salzburg war, Hermann, der spätere Burggraf von Magdeburg und Hartwig. Die drei SPANHEIMER Brüder zählten zu den Gegnern HEINRICHS IV. [Anm. 27 Die wertvollsten Nachrichten zur Geschichte der SPANHEIMER an der Wende vom 11. zum 12. Jahrhundert enthält der Traditionskodex des Klosters St. Paul, der von Abt Ulrich (1192-1222) angelegt wurde und auf einen älteren Kodex zurückgeht. Vgl. dazu Jaksch a.a.O. Seite 197 ff.; H. Patze, Adel und Stifterchronik (BllDtLdG 100 1964) Seite 67. Die in diesem Zusammenhang wichtigen ersten acht Kapitel des Traditionskodex sind unter dem Titel Fundatio Monasterii S. Pauli in Caranthia (MGH SS 15,2) Seite 1057 ff. ediert.]. Siegfrieds ältester Sohn, der Salzburger Hochstiftsvogt Engelbert I., gehörte zur Partei der süddeutschen Gregorianer und bekämpfte als Anhänger Gebhards in den Jahren 1085 und 1086 den von HEINRICH IV. eingesetzten Gegenbischof Berthold. 1086 gelang es ihm, Erzbischof Gebhard nach Salzburg zurückzuführen.
1091 sandte Hartwigs Bruder, Graf Engelbert I., seinen Sohn Engelbert II. nach Hirsau, um von dort Mönche zur Gründung eines Klosters an Stelle der bereits bestehenden kirchlichen Stiftung herbeizuholen, dessen erster Abt dann der Hirsauer Mönch Wezilo wurde. 1099 verbanden die Stifter ihr Kloster durch die traditio Romana mit Rom. Graf Engelbert I., der eigentliche Gründer von St. Paul im Lavanttal, trat kurz vor seinem Tod als Mönch in seine Stiftung ein und starb dort im April 1096.

Heinzelmann, Josef:
****************
"Die rheinischen Spanheimer"

Engelbert I. wird in der Zeugenreihe einer Seelgerätstiftung für das Kloster St. Peter zu Salzburg, die etwa 1060 bis 1077 Oktober 14  zu datieren ist, als comes de castro Spanheim bezeichnet. Mit dem rheinischen Spanheim war keine Grafschaft verbunden. Auch macht es wenig Sinn, einen Grafen nach einer 600 km entfernten, unbedeutenden (jedenfalls urkundlich noch nicht belegten) Burg in einem ganz anderen Reichsteil zu bezeichnen, von der sein Vater eventuell herkam, in einer Zeit, da man Adligen Beinamen bestenfalls nach ihren Amtssitzen oder Wohnorten oder Herrschaftsmittelpunkten gab. „Spanheim“ hieß, so darf man annehmen, Engelberts Burg bei dem späteren Kloster St. Paul oder eine Burg im Salzburgischen, wo er viele Güter und Rechte besaß. Ich spiele den Ball ins Feld der österreichischen Historiker.
Natürlich ist der Gleichklang der beiden Burgnamen im Nahegau und im Lavanttal (oder dem Salzburgischen) nicht zufällig: Eine ist der anderen nachbenannt, oder beide nach einer noch unbekannten dritten. Die rheinische ist mit wahrscheinlich etwas später (1072 chronikalisch, 1075 urkundlich) belegt als die andere, die außerdem Sitz eines Grafen war. Gleichwohl scheint sie älter zu sein. Das Ur-Spanheim wäre also noch zu finden, bzw. nachzuweisen.

Claude, Dietrich: Band I Seite 351,354 A
**************
"Geschichte des Erzbistums Magdeburg bis ins 12. Jahrhundert"

Ihr Sohn Engelbert gründete zusammen mit seinem Geschwistern das Kloster St. Paul im Lavanttal, das zur Grablege der Familie wurde. Die Mönche dieses hausklosters kamen aus Hirsau, das in jenen Jahren seine Blüte als bedeutendstes Reformkloster Deutschlands erlebte. Zusammen mit seinen Brüdern unterzeichnete Hartwig am 13. April 1091 eine Urkunde für das Kloster; er selbst schenkt dem Kloster aus seinem Erbe 20 Hufen in Kärnten.
[Anm. 47 Der Bruder Hartwigs von Magdeburg, Graf Engelbert, gehörte zu den Gegnern des vom König eingesetzten Erzbischofs Berthold von Salzburg: cf. Ann. Ratisbon. maior. fragm. a. 1085 und a. 1086, ed. E. Oefele, MGH SS in usum schol. p. 90 f. (als Anhang der Ann. Altah.).
]
 
 
 
 
 
 

oo Hedwig von Sachsen, Tochter des Herzogs Bernhard II.
     um 1030/35-17.7. um 1112

     nach Prinz von Isenburg Tochter Markwarts II. von Eppenstein
 
 
 
 

Kinder:

  Bernhard Graf von Truchsee/Marburg
         -16.11.1147 gefallen

  Richardis
      - um 1112

  1. oo Berthold I. Graf von Schwarzburg
                - um 1090

  2. oo Poppo III. Markgraf von Istrien
                  -   1095/1107

  3. oo Gebhard I. Graf von Reichenhall
                 -   1102

  Heinrich IV. Herzog von Kärnten
        -14.12.1123

  Engelbert II. Markgraf von Istrien
          -13.4.1141

  Siegfried II. Graf von Spanheim
        -16.12. um 1163

  Hartwig Bischof von Regensburg (1105-1126)
        -3.3.1126
 
 
 

Literatur:
-----------
Claude, Dietrich: Geschichte des Erzbistums Magdeburg bis ins 12. Jahrhundert, Mitteldeutsche Forschungen 67, Böhlau Verlag Köln 1972 Band I Seite 351,354 A - Fenske, Lutz: Adelsopposition und kirchliche Reformbewegung im östlichen Sachsen. Vandenhoeck & Ruprecht Göttingen 1977, Seite 200,205,211 - Heinzelmann, Josef: Spanheimer-Späne. Schachwappen und Konradinererbe, in: Jahrbuch für westdeutsche Landesgeschichte 25 (1999), Seite 7­68 - Meyer von Knonau, Gerold: Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Heinrich IV. und Heinrich V. 1. - 7. Band, Verlag von Duncker & Humblot Leipzig 1890 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 2 Deutsche Kaiser-, Königs-, Herzogs- und Grafenhäuser II, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 495 -