Mathilde                                            Gräfin von Tengling
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30.9.1125
 

Einzige Tochter des Grafen Diepold I. im Augstgau aus dem Hause der DIEPOLDINGER
 

Schwennicke, Detlef: Tafel 28
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"Europäische Stammtafeln. Stammtafeln zur Geschichte der Europäischen Staaten. Neue Folge Band XVI, Bayern und Franken"

FRIEDRICH I.
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17.VII.1071

GRAF von TENGLING 1048

  oo MATHILDE VON VOHBURG (RATPOTONEN), 1072 geistlich
              
30.IX....

Tochter von Graf Dietpold I.


GENEALOGISCHE TAFELN ZUR MITTELEUROPÄISCHEN GESCHICHTE
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Wegener Dr. Wilhelm: Seite 184
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7. Mathilde

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Gattin des Grafen Friedrich I. von Tengling (Sieghardinger n 20). F. nicht überliefert, doch gehörte Ratpoto IV., weil er mit zwei Söhnen 1072 17/7 zu Michaelbeuern gegenwärtig war, zu den nächsten Verwandten Friedrichs; wahrscheinlich war er dessen Schwager. Darauf weist auch der Umstand, dass Bischof Heinrich von Troyes aus dem Hause SPANHEIM (siehe da n 14), ein Ur-Enkel Ratpotos IV., für Heinrich III. und Sieghard XII. von Schala (SIEGHARDINGER n 41 f.) 1147 die Kirche zu Grafenwörth östlich Krems weiht (MB 29 b, 215 n 220), was Blutsverwandtschaft zwischen ihnen voraussetzt.


Lechner, Karl: Seite 89,111,113,137,211
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"Die Babenberger. Markgrafen und Herzoge von Österreich 976-1246"

Die Söhne Meginhards waren Udalrich, Graf von Windberg (Landgericht Vilshofen), der sich 1070/75 zuerst Graf von Ratelnberg (Radelberg) nennt und mit Mathilde, der Witwe nach Graf Friedrich von Tengling, verheiratet war.
Auch ein Großteil der SIGHARDINGER war gregorianisch gesinnt. Im Jahre 1072 wurde das von dem Patriarchen Sighard von Aquileja ( 1077)  und seiner Mutter Pilehild gegründete und von Junggorzer Reformgeist geprägte Benediktinerkloster Michaelbeuren geweiht. Der Bruder Sighards, Graf Friedrich von Tengling ( 1071) war mit Mathilde (von Cham-Vohburg?) verheiratet, die sich in zweiter Ehe mit Graf Ulrich von Ratelnberg vermählte.
Am 12. Mai 1082 kam es bei Mailberg (Mauriberg) südlich der Pulkau zur Schlacht, in der das Heer Markgraf Liutpolds, dem sich auch die Grafen von Ratelnberg und die im Pulkautal gebietenden SCHWARZBURGER-HADERICHE angeschlossen hatten, vernichtend geschlagen wurde [21 Über die Schlacht bei Mailberg geben uns nicht nur die Chroniken Nachricht, sondern auch eine Tradition von ca. 1082/97, mit der Graf Ulrich von Ratelnberg, der Vogt von Göttweig, für seine ritterlichen Gefolgsleute, die in der Schlacht bei Mauriberg (Mailberg) gefallen waren, eine Gutschenkung an Göttweig macht, die er später noch für das Seelenheil seiner Kinder vermehrte. Seine Witwe Mathilde (Witwe nach Graf Friedrich von Tengling-Burghausen) macht an Göttweig eine Stiftung für Gatten und Sohn: FRA 11/69, Nr. 40-42,92. Über die Beziehungen der HADERICHE-FORMBACH/RATELNBERGER-BABENBERGER vgl. Lechner, Mariazell. Die Teilnahme dieser Geschlechter an der Schlacht bei Mauerberg (Mailberg) ist nicht nur durch verwandtschaftliche Beziehungen zu erklären, sondern auch dadurch, daß die RATELNBERGER und HADERICHE in diesem Raum Besitzrechte hatten. Von den CHAM-VOHBURGERN ist d o r t keine Rede.].
LOTHAR war mit bayerisch-österreichischen Geschlechtern eng verwandt, da seine Mutter Hedwig aus dem Geschlecht der FORMBACH-RATELNBERGER stammte (siehe oben Seite 111). Itha, eine Schwester LOTHARS, war mit Graf Sighard von Tengling und Burghausen vermählt, der im Jahr 1104 in Regensburg von kaiserlichen Ministerialen und Stadtbürgern ermordet wurde, was zu neuer Vertiefung des Gegensatzes bayerisch-sächsischer Geschlechter zu HEINRICH IV. beitrug. Sein gleichnamiger Sohn Sighard III. von Burghausen-Schala heiratete nach 1122 eine Schwester Markgraf Liutpolds, Sophie, die Witwe des letzten EPPENSTEINERS Heinrich, Herzogs von Kärnten. Eine andere Schwester Markgraf Liutpolds, Euphemia, heiratete den Vetter Sighards II., Graf Konrad von Peilstein. Allerdings irrt das Landbuch von Österreich und Steier (1240/45) auch hier wieder, wenn es die Heiraten der beiden Töchter Markgraf Liutpolds III. und deren Ausstattung mit Schala und Peilstein noch zu dessen Lebzeiten erwähnt. Wir dürfen diese erst zu ca. 1123/25 ansetzen [75 MGH DChr III/2, 716 (geschrieben 1240/45); BUB IV/1, Nr. 583. Es handelt sich hier um die beiden jüngsten Schwestern Liutpolds III.; die älteste, Elisabeth, wurde schon um 1090 mit Markgraf Otakar der karantanischen Mark (Steiermark) verheiratet. Dazu kommt, daß Sophie in erster Ehe mit Herzog Heinrich von Kärnten verheiratet war, der 1122 starb. Die zweite Ehe Sophies mit Graf Sighard von Schala kann also frühestens 1123 geschlossen sein. Aber schon 1110/12 führt Sighard den Beinamen de Scalah (Bitterauf 2, Nr. 1509; dort irrig zu ca. 1120 gesetzt). Schala kann also nicht erst um 1123 von den BABENBERGERN an Graf Sighardvon Schala" gekommen sein; Euphemias Gemahl führt ca. 1119/20 schon den Beinamen de Pilstein (FRA II/31, 95f., Nr. 97). Aber auch schon sein Vater Friedrich III. von Tengling führt diesen Namen (ebenda). In der Neuausgabe der Neustifter Traditionen (in QEbG, NF 19 1961 3 f., Nr. 1) wird diese Tauschhandlung zu „vor 1122 XI" datiert (bezogen auf den Tod Otakars, des Markgrafen der karantanischen Mark). Der Herausgeber läßt „möglicherweise" auch „Weihnachten 1119" gelten, nach Mitis, Studien 200 f. Stellt man dieses Datum in einen größeren Rahmen (ebenda 199-202), ist an ihm nicht zu zweifeln.]. Keine Rede also davon, daß die Herrschaften (Grafschaften) Schala und Peilstein alter BABENBERGER-Besitz waren, der dann an die sich danach nennenden Grafen-Geschlechter gekommen sei. Wohl aber könnte eine Aussteuer mit Gut im Raum von Obergrafendorf, das 1043 von König HEINRICH III. an Markgraf Adalbert geschenkt worden war („Bribesendorf" im Pielachgau), erfolgt sein. Es ist klar, daß die SIGHARDINGER und FORMBACH-RATELNBERGER einen starken Rückhalt am König (seit 1133 Kaiser) LOTHAR fanden und in der Mark besondere Bedeutung gewannen. Übrigens waren sie untereinander eng verschwägert, seitdem Graf Ulrich von Ratelnberg ( 1097) mit Mathilde, der Witwe Graf Friedrichs von Tengling, des Ahnherrn der Burghausen-Schala-Peilstein, verheiratet war.
Die drei Zweige der SIGHARDINGER hatten in Graf Friedrich I. von Tengling ( 1071) ihren Ahnherrn, dessen Vorfahre jener Graf Sizo auf Melk gewesen war, den der erste babenbergische Markgraf Liutpold verdrängte. Aus der Sippe dieser SIGHARDINGER sind 1168 die Grafen von Burghausen ausgestorben, 1191/92 die Grafen von Schala und mit Graf Friedrich um 1218 auch die Grafen von Peilstein. Herzog Liupold V. beerbte, wie bereits erwähnt, die Grafen von Schala. Der Besitz der Grafen von Burghausen ging teils an jene von Plain(-Hardegg) über, die auch an der Grafschaft Peilstein Besitzanteile erwarben. Die östlichste der drei „Grafschaften" mit der Schalaburg, Sitz der Grafen von Schala, lag im Bereich der Pielach.




  1. oo Friedrich I. Graf von Tengling
                
17.7.1071

  2. oo Ulrich V. Graf von Ratelnburg
                 
  † 1097




Kinder:
1. Ehe

  Heinrich I. Bischof von Freising (1098-1137)
       
†  9.10.1137
 
  Sieghard IX. Graf von Burghausen
       
5.2.1104 hingerichtet

  Friedrich II. Graf von Tengling
       
23.7.1120
 
  Kunigunde Nonne zu Michaelbeuern
       

2.Ehe

  Konrad II.
        
18.8.1121/22

  Liutgard
       
16.1.1157

  oo Friedrich II. Domvogt von Regensburg
            
†  29.10.1120
 
 

 

Literatur:
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Lechner, Karl: Die Babenberger. Markgrafen und Herzoge von Österreich 976-1246, Böhlau Verlag Köln 1985 Seite 89,111,137,337 A. 21 - Schwennicke, Detlef: Europäische Stammtafeln. Stammtafeln zur Geschichte der Europäischen Staaten. Neue Folge Band XVI, Bayern und Franken, Verlag von J.A. Stargardt Marburg 1984 Tafel 28 - Wegener, Wilhelm Dr. jur.: Genealogische Tafeln zur mitteleuropäischen Geschichte, Heinz Reise-Verlag Göttingen 1962-1969 Seite 184 -